Einführung Albert Drexel

Zu Ehren Mariens, der Mutter der Erlösung, der Mutter der Kirche. – Professor Dr. Albert Drexel, der langjährige priesterliche Freund unseres Hauses, hat mir bei seinem letzten Besuch kurz vor seinem Tode – nachdem er mir schon früher die übrigen in diesem Buch veröffentlichten Botschaften anvertraut hatte – die 'Schlüssel'-Botschaft von 1922, die Beschreibung über die erste Heilandserscheinung, in die Hand gelegt mit den Worten: "Der Heiland will es, dass ich sie dir übergebe!"

Zum ersten Mal im November 1922 und von da an alle Nächte auf Herz-Jesu-Freitag, welche der heimgegangene Freund im Gebet verbrachte, erschien Unser Herr und sprach zu ihm. Viele, die Prof. Drexel näher kennenlernen durften, können diese Wirklichkeit bezeugen – wie auch die andere Tatsache, dass er, wie es die Botschaften bestätigen, auf Erden mit Jesus den Kreuzweg gegangen ist.

Um des Glaubens der Katholischen Kirche willen und aus Liebe zu ihr halte ich dafür, dass die mir vorliegenden und zur Verfügung stehenden Originalbotschaften 1970-1977 unter Auslassung von verschiedenen persönlichen Angaben nun veröffentlicht werden zum Wohle der ganzen Kirche Jesu Christi!

Albert Hauser, 8. Dezember 1980


der glaube ist mehrVorwort

Beim ersten Auftreten Jesu in Galiläa waren die Menschen sehr betroffen von seiner Lehre; denn er sprach zu ihnen "wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten". (Mt 7,29) Dieser erkennbare innere Anspruch und die göttliche Wirkkraft, die von der Person und dem Wort des Herrn ausgehen, legen sich auch auf uns und bewegen uns, wenn wir uns den Botschaften in diesem Buch – Worten des Heilandes an seinen begnadeten Diener Albert Drexel – öffnen. Wer wäre so verschlossen, dass ihm diese Worte, die von keinem Menschen erfunden sind, nicht ins Herz dringen? Worte, die wie Schwerter sind, die Nebelwände zerschneiden, Wolken teilen und einen vergessenen Himmel aufstrahlen lassen!

Prof. Albert Drexel hat ein Leben lang das 'Göttliche' in der Kirche zum Leuchten gebracht: Das unsichtbar wirkende Reich Gottes und Seine Ewigkeit. Er hat die heute weithin unterschlagenen Wahrheiten dieses Reiches in so vielen Büchern und flammenden Artikeln unserer Zeit nahegebracht; sei es das Geheimnis der Gottheit Jesu Christi und seiner wirklichen und ständigen Gegenwart im Heiligsten Sakrament, sei es die heilsgeschichtlich einmalige Stellung der Gottesmutter Maria als 'Mutter der Erlösung', die Existenz und Hoheit der Engel und die Fürbittmacht der Heiligen oder die Vier Letzten Dinge: Tod – Gericht – Himmel – Hölle.

Kann diese klare Linie seines Einsatzes, die durch sein Leben geht und sein Verkünden prägt, anders gedeutet werden als auf dem Hintergrund seiner besonderen und persönlichen Gotteserfahrung und dem Auftrag, der ihm vom Herrn der Kirche selber aufgegeben war: "Du wirst am Hause Meiner Kirche bauen; denn viele Feinde werden sie bedrohen und zerstören wollen."

Die Botschaften des Heilandes in diesem Buch stehen vor uns wie ein Spiegel der Ewigkeit: Das Bild, das wir darin erkennen, mag uns erschrecken – und vielleicht weinen machen; denn unbestechlich zeigt er unsere Wirklichkeit! – Aber wollen wir den Spiegel zerstören, weil wir hässlich sind, weil er die Spuren einer tödlichen Krankheit in unserem Gesicht verrät? – Die wahren Kinder Gottes werden vor ihrem eigenen Bild nicht flüchten; sie werden vor der Wahrheit in sich gehen und Den um Erbarmen bitten, der allein neues Leben, neue Schönheit und neue Gnade schenken kann!

Wenn es in der Gnade Gottes ist, dann werden die folgenden Heilandsworte zu einem vorzüglichen Werkzeug in der Hand jener, die rechtmäßig Hirtengewalt in der Kirche ausüben; sie werden zu einem Schlüssel für vieles! Der Herr selber hat in diesen Aussagen seinen Willen aufgezeigt; gegen seinen göttlichen Willen aber wird niemand auf Dauer bestehen können!

Das zum Titel des Buches gewählte Heilandswort vermag den so schmerzlichen Konflikt zwischen Glaube und Gehorsam zu lösen, unter dem heute unzählige Priester und Gläubige leiden: Niemand darf die Autorität seines Amtes beanspruchen und im Namen der Kirche Gehorsam verlangen, wenn dadurch der Glaube der Kirche gemindert oder zerstört wird! In nicht wenigen Fällen der nachkonziliaren Zeit war der einzelne Katholik im Sinne des II. Vaticanums und der von ihm betonten Bindung an das eigene Gewissen "ihm muss er in seinem Gesamthandeln in Treue folgen, damit er zu Gott, seinem Ziel gelange" – vor Gott verpflichtet, gerechten passiven und aktiven Widerstand zu leisten gegen Neuerungen, die offensichtlich den Glauben der einen und wahren Kirche verfälschen und zersetzen. Ob aber der Unglaube und seine Praxis von äußeren oder inneren Feinden der Kirche diktiert werden – immer noch gilt die klare Lehre der Apostelgeschichte: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!" (Apg 5,29)

Im Vertrauen auf das Wort des Herrn: "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht" (Joh 12,23) – sei dieser Same in die Herzen derer gesät, die guten Willens sind!

Der tote Albert Drexel wird lauter sprechen als der lebende – zur Scheidung der Geister!

1. Januar 1981

Wilhelm Schallinger