• Lass die Stille reden

6. September 2008 – Erste Benediktusvision

Bruder Angelicus de Angelis: Ich war sehr unruhig in der letzten Woche. Fühlte mich irgendwie beobachtet und getrieben. Ich konnte nicht wirklich lange in der Wohnung bleiben und war immer auf Achse. Es war, als würde ich unbewusst vor etwas davon laufen. Mit dem Rosenkranz in der Hand unternahm ich mehrere Spaziergänge am Tag. An eine geregelte Arbeitszeit war dabei gar nicht zu denken.

In der Nacht auf Freitag hatte ich dann einen Traum. Ich saß auf einer Almwiese, die mir irgendwie bekannt vorkam. Also die Umgebung, die umliegenden Berge und Almen etc. Und dann hörte ich jemanden sagen: "Komm nach Hause!" – Das war alles.

So machte ich mich Freitagmorgen auf den Weg in die Heimat. Am Samstag unternahm ich dann eine Wanderung in den Bergen meiner Heimat. Ich kam an eine Wiese, setzte mich auf die Rastbank dort und begann zu beten und in der Heiligen Schrift zu lesen.

Zurzeit bin ich gerade bei Kohelet. Und in diesem Buch liegen sehr viele Antworten für mich. Die Stunden verstrichen und es begab sich eigentlich nichts. Da kam gegen 14.30 Uhr ein Mann, typisch gekleidet wie ein Wanderer, daher und fragte, ob er sich zu mir auf die Bank setzen dürfe. Ich hatte nichts dagegen. Die Zeit verstrich ein wenig, aber wir wechselten kein Wort. – Irgendetwas war an diesem Mann. Plötzlich sagte er: "Du beschäftigst Dich wohl viel mit Gott?" Ich blickte ihn an und erkannte ein freundliches Lächeln. Ich bejahte seine Frage. Dann wandte er sich mir zu und begann zu erzählen.

Hl. Benedikt: Weißt Du, dass Gott Dich wirklich mag. Er liebt Dich so sehr. Und Maria, die begnadete Mutter, hat Dich sehr in Ihr Herz geschlossen. Es ist immer wieder schön, wenn Gott so Gefallen an einem Seiner Kinder findet, dass Er Seine Boten auf die Erde schickt. Dann bewegt sich auch im Himmel sehr viel. Inzwischen beten einige Menschen für Dich und bitten Gott, Dir den Weg zu zeigen.

Bruder Angelicus de Angelis: Ich blickte ihn skeptisch an. Da kommt ein Wanderer des Weges, setzt sich zu mir und erzählt mir das aus heiterem Himmel. Ich sagte nur: "Moment mal. Wer sind Sie? Woher wissen Sie das über mich?" Er lachte kurz.

Hl. Benedikt: Mein Name ist Benedikt. Gott hat mich aus den Reihen Seiner Diener ausgesucht und mich zu Dir geschickt, um Dich in die Art des Lebens einzuführen, die Gott gefällt. Ich soll Dir behilflich sein bei Deiner Aufgabe. Ich werde Dir zeigen, wie Du die Stadt der Stille errichten sollst. Ich werde Dir zeigen, wie Du beten sollst. Ich werde Dir zeigen, wie Du den Tag begehen sollst. Alles Schritt für Schritt. Damit aus Dir ein fruchtbringendes Werkzeug des Himmels werde.

Ich werde Dir bei Deinem Studium helfen und Dir Antworten auf das geben, was Du nicht verstehst. Ich werde Dich unterweisen, damit Du keinen falschen Lehren folgst. Aber dazu kommen wir erst später.

Lerne auf Deine Träume zu achten. Ich werde nicht immer in solcher Gestalt zu Dir kommen können. Oft werden wir in Deinen Träumen miteinander sprechen. Und vieles werde ich Dir dort zeigen. Es ist viel, was auf Dich zukommt. Aber sei Dir versichert: Immer sind Engel an Deiner Seite, die Dich beschützen.

Auch ich bin einst in die Berge gezogen und habe dort Gott gesucht. Die Einsamkeit der Stille ist das Tor zum Weg. Auch wenn die Einsamkeit ein wichtiger Bestandteil des Lebens für Gott ist, so ist die Kunst der Nächstenliebe, welche sich in der Gemeinschaft zeigt, ein noch viel größerer Segen. Viele Menschen weihen ihr Leben Gott und folgen auf dem Weg zu Gott meiner Regel. Ich muss zugeben, dass mich auch Vieles traurig macht, da sich Einige nicht mehr wirklich an die Regel halten, welche ich ihnen gegeben habe. Sie wird für manche als veraltet angesehen und so haben sich manche Klöster entschlossen, gewisse Punkte einfach zu ändern. Veränderungen sind nicht schlecht! Aber leichtsinnige Veränderungen, welche zur Bequemlichkeit des Lebens führen, sind von großer Gefahr. Und diese Veränderungen haben bereits auch viel zerstört.

Man hört immer öfter in der Welt, dass das Leben in Gott geprägt sein muss von Einfachheit, Strenge und von deutlichen Zeichen der Entsagung des Irdischen. Aber ihr seht diese Worte aus der Perspektive eures materiellen Seins. So stimmt das nur leider nicht ganz.

Bruder Angelicus de Angelis: Ja aber das sagen ja auch alle Gelübde. Gehorsam, Armut und Keuschheit. – Er zog die Augenbrauen nach oben und...

Hl. Benedikt: Weißt Du denn eigentlich, wie viele sich eigentlich noch an diese Gelübde halten? Viele sehen den Dienst am Reich Gottes als schlichte Arbeit an, wie die Arbeit eines Tischlers. Vielen fehlt das brennende Herz. Es mag Dir komisch vorkommen, aber ihr seht diese Versprechen aus einem etwas wirren Licht. Du wirst heute noch nicht verstehen, was ich meine, aber wir haben ja noch Zeit.

Zur Einfachheit: Ein Leben in Gott und für Gott ist niemals einfach und erfolgt nie in Einfachheit. Es ist übervoll an Herrlichkeit. Aber einer Herrlichkeit, welche nicht von dieser Welt ist, sondern ausgehend vom Königreich Gottes, hindurch durch die brennenden Herzen der Gläubigen in die Welt kommt.

Es gibt in Gott keine Strenge. Wenn es Regeln gibt, die jemand erlässt, dann aus zwei Gründen: Entweder er hat Angst um seiner selbst und versucht durch die Regeln sich selbst zu schützen. Oder er hat Angst um die anderen, dass sie einen Irrweg gehen könnten der ins Verderben führt. Diese Art der Regeln ist wichtig für Menschen, denn an ihnen können sie prüfen, ob sie sich auf dem Weg zu Gott befinden. Aber solche Regeln werden niemals die Freiheit des Menschen einschränken. Gott versprach uns allen die vollkommene Freiheit. Die vollkommene Freiheit in Ihm. Es ist eine in Demut und Dankbarkeit gelebte Freiheit, aber vollkommen. Könnt ihr denn glauben, dass Gott euch Grenzen vorschreibt in eurer Freiheit, wo ihr doch nicht einmal Seine Grenzen erkennen könnt. Niemand wird Gottes Grenzen je erfahren, da Gott grenzenlos ist. Wieso sollte Er also der Freiheit, die Er euch schenkte, aus dem Grund, weil Er euch grenzenlos liebt, Grenzen stecken?

Verzicht macht nicht glücklich. Verbote schränken ein und schüren Verlangen. Aus Verzicht erwächst oft Verlangen, welchem man aber nicht nachkommt. Ihr hättet gerne etwas, verzichtet aber darauf, aber der Wunsch es zu besitzen bleibt bestehen.

Dieses Entsagen bezieht sich aber auf das Erkennen, dass ihr all das nicht braucht. Ihr müsst auf nichts verzichten, was ihr zum Leben braucht. Aber ihr seid euch dessen, was ihr wirklich braucht nicht bewusst. Verweichlicht geht ihr durch das Leben und frönt den Bequemlichkeiten. Und da kann man viele Priester und Ordensleute nicht mehr davon ausnehmen. Das Einzige, was wirklich wichtig ist, worum ihr bitten sollt ist: Barmherzigkeit! Erfleht Barmherzigkeit und euch wird an nichts fehlen!

Bruder Angelicus de Angelis: Er blickte mich an und begann dann fröhlich zu lachen. Er stand auf, reichte mir die Hand und meinte...

Hl. Benedikt: Lass uns doch ein wenig wandern!

Bruder Angelicus de Angelis: Ich packte meinen Rucksack und wir gingen den Berg immer weiter aufwärts. Er sprach mit mir noch ein wenig über mich. Über meine Sorgen und Ängste. Er erzählte mir auch noch einiges über Menschen, die ich kennen lernen werde. Aber dazu ein andermal. Denn das Treffen mit Benedikt war noch nicht zu Ende. Wir gingen des Weges und obwohl ich die Gegend recht gut kenne, kam mir alles fremd vor. Ich meinte nur, dass ich den Weg hier nicht kenne und ob es daher nicht besser wäre, langsam umzukehren. Sein Lachen war so freundlich. Er lachte überhaupt viel und hatte einen nicht unabstreitbaren Sinn für Humor. Er sagte...

Hl. Benedikt: Nein, Nein! Ich weiß schon was ich tue. Der Weg stimmt schon, aber Du bist nicht mehr dort, wo Du glaubst zu sein. Ich werde Dir etwas Wunderbares zeigen.

Bruder Angelicus de Angelis: Wir gingen weiter. Da begann Er, das Vater Unser zu beten. Ich machte einfach mit. Da machten wir einen Schritt und waren plötzlich umringt von Bergen. Wirklichen Bergen mit weißen Kuppen. Und wir standen in einer Ebene. Der Anblick war unbeschreiblich. Die Berge wirkten wie eine enorme Festungsmauer um die Ebene. Dort waren viele Bäche, die zu einem See zusammenliefen. Die Ebene war groß. Wie groß – keine Ahnung. Beim Schätzen von Größen bin ich sehr schlecht. Er sagte...

Hl. Benedikt: Wundervoll! Nicht wahr? (Ich nickte nur.) Das ist die Ebene in den Bergen. Du hast ja schon von ihr gehört. Und nun: Sieh genau hin!

Bruder Angelicus de Angelis: Da tat sich der Himmel über der Ebene auf und Engel kamen herab. Sie begannen zu bauen. Es formte sich ein großes Viereck. An jeder Ecke stand ein beeindruckender Turm. Schlicht im Bau aber massiv. An jeder Länge noch einmal zwei. Insgesamt sah ich dort zwölf dieser mächtigen Türme. Sie waren alle verbunden mit einer Mauer. Auf jedem Mauerstück waren noch einmal zwei Türme. Diese waren aber kleiner. Von ihnen gab es vierundzwanzig. Alles war aus Steinquadern gemacht. Die Türme hatten alle eine schlichte Spitze. Plötzlich stand da vor meinen Augen eine gewaltige Festung. Ich konnte nur ein einziges Tor erblicken. Zumindest die Mauer davon. Da kamen andere Engel vom Himmel und brachten Glocken. In jeden der kleinen Türme setzen sie eine Glocke. In jeder der großen, drei Glocken. Nachdem die Engel diese Mauer und die Türme errichtet hatten, versammelten sie sich alle um die Mauer herum. Sie reichten sich an den Händen und fingen an, Gott zu preisen. Da begannen alle Glocken zu läuten. Ein unglaublicher Klang. Immerhin müssen das, sechzig Glocken gewesen sein. – Benedikt sah mich an, nahm meine Hand und blickte wieder auf die gewaltige Anlage.

Hl. Benedikt: Das Bollwerk des Glaubens erwacht durch Engel und geschützt durch Gottes Hand. Du siehst hier den ersten Teil der Stadt. Präge Dir alles gut ein. Es wird sehr wichtig sein. In diesen Mauern wird keinem Menschen Leid widerfahren. Und ich sage Dir, es wird der Tag kommen, an dem der Papst flüchten müssen wird. Und Gnade uns allen Gott, dass dieses Bollwerk bis dahin nicht errichtet ist. Das wichtigste ist die geschlossene Mauer. Die Heerscharen der Engel werden sich um sie vereinen und jeden Angreifer abwehren. Ein großes Heiligtum des Friedens wird hier entstehen! Blick es Dir noch einmal genau an, und dann lass uns gehen. Es wird Zeit umzukehren und zurück zu gehen, denn hier kannst Du noch nicht bleiben.

Bruder Angelicus de Angelis: Wir drehten uns um und gingen wieder durch den Wald. Ich blickte noch mehrmals zurück, konnte aber nichts mehr erkennen. Wir gingen zurück. Ich bat ihn, noch eine Weile bei mir zu bleiben. Er aber lehnte ab und sagte, dass es Zeit sei, sich zu verabschieden. Ich solle alles gut im Herzen bewahren und alles aufschreiben. Zum Abschied segnete er mich und sagte, dass er bald wiederkommen werde, weil viel Arbeit warte. Danach ging er. Ich blickte ihm nach. Er drehte sich nicht mehr um und ging des Weges.

Da es inzwischen ca. 18.00 Uhr geworden war, betete ich auf der Wiese noch die Vesper, eher auch ich mich auf den Weg nach Hause machte. Ich war von einer Glückseligkeit erfüllt, wie ich sie schon lange nicht mehr fühlte. Ich fühlte mich wahrlich 'erfüllt'!


17. September 2008
– Zweite Benediktusvision

Bruder Angelicus de Angelis: Ich hing am Mittwochabend ein Benediktuskreuz über meinem Bett auf. Ich verrichtete das Abendgebet und legte mich schlafen. Plötzlich weckte mich ein krächzendes Lachen. Ich öffnete die Augen, und vor mir im Zimmer standen die zwei dunklen Gestalten, welche mir bereits von einem anderen Erlebnis her bekannt waren. In meinem Zimmer brannte dieses Feuer, um welches sie sich schon damals versammelt hatten. Sie blickten mich zuerst gar nicht an. Sie blickten nur ins Feuer. Ich wollte mich aufsetzen, aber ich konnte nicht. Es war, als wäre ich an das Bett gefesselt. Sie lachten nur und ignorierten mich. Dann griff einer der beiden in das Feuer und holte wieder einen Span heraus. Sie wandten sich dann mir zu, und die Gestalt ohne den Span kam auf mein Bett zu. Sie setze sich an mein Bett und strich mir über die Wange. Es brannte fürchterlich. Ein unglaublicher Schmerz durchzog meinen Körper, aber ich konnte nicht einmal schreien. Die Gestalt lachte und sagte immer wieder: "Wo sind denn deine Engelein? Die lassen dich so ganz allein!"

Und wieder Lachen und wieder der Spruch. Das ging eine Zeit lang so. Dabei strich die Gestalt immer wieder über meine Wangen. Der andere im Hintergrund lachte nur und der Feuerspan glühte immer heller auf. Dann ging es los: "Hier stinkt's ja richtig nach heuchlerischen Beten. Ganz wundervoll. Du betest ja so schön falsch, dass du damit uns rufst. (Lachen) Weißt du, der da oben, dem bist du ja egal. Der da oben gibt euch nur ein Leben als Sklaven. Aber haben tut's ihr davon nix. Und Sünder seid's ihr... ganz schlimme Sünder... so schlimm, dass ihr eh nicht da rauf kommt's. Und grad solche wie du, die kommen ganz schnell zu uns. Aber bei uns ist's gar nicht schlecht. Musst nur aufhören mit dem Knierutschen. Das tote Fleisch sollst auch nicht mehr essen – weil das stinkt so sehr. Und siehst ja, dass wir viel Macht haben. Nicht einmal bewegen kannst du dich mehr. (Lachen) Nicht einmal bewegen kann sich so ein kleiner Bub der an den da oben glaubt. Und wo ist der denn jetzt? Wo sind denn die, die dir helfen?

Alleine lassen sie dich und nix tun sie für dich! Wir sind schon da... Magst mitkommen? Dann wär ja gleich alles vorbei und du wirst schon sehen, dass das was noch kommt viel besser ist. Weißt, ihr könnt's gar nicht gerettet werden durch das tote Fleisch. Der da oben liebt euch nicht genug! Da kommt er herunter und will euch helfen und ihr bringt's ihn um. (Lachen) Ihr seid's ja schön blöd! Bringt's den um, der euch helfen will. Und nix gelernt habt's ihr daraus. Bringts' noch immer so viele um, die retten wollen. Und dann wieder knierutschen und Fleisch fressen. Jaja... der da oben schickt euch dann sowieso hinunter. Wenns't freiwillig kommst, dann geht's dir da unten besser. Dann kannst mithelfen die anderen zu retten." (Lachen)

Da begann ich im Stillen, weil ich ja den Mund nicht aufbekam, inniglichst nach meinem Schutzengel zu rufen. Ich flehte ihn an, zu mir zu kommen und mir zu helfen. Ich schrie in meinem Herzen: "Mein lieber Schutzengel! Komm zu mir und befreie mich von diesen Lügnern! Befreie mich von denen, die unseren Gott so sehr beleidigen!"

Da erschien endlich das helle, so sehr ersehnte Licht und darin ein Engel mit einem Schwert in der Hand: "Im Namen des Dreifaltigen Gottes. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Im Namen des großen Schöpfers allen Lebens: Lasst ab von diesem Kind. Er ist unterwegs im Auftrag des Himmlischen Herrschers. Er steht unter dem Schutz der Mutter! Jede Kreatur, die Hand an ihn legt, wird den Zorn des Höchsten auf sich ziehen!"

Dann schleuderte er wieder sein Schwert und vertrieb damit die dunklen Gestalten. Er kam zu mir ans Bett, reichte mir die Hand und half mir, mich aufzurichten. Er setzte sich zu mir ans Bett und nahm mich in den Arm, weil ich inzwischen bitterlich zu weinen begonnen hatte.

Er tröstete mich: "Fürchte Dich nicht. Es kann Dir nichts geschehen. Sei standhaft und vertraue auf unsere Hilfe. Ständig behüten Dich Engel. Der böse Feind macht Dir nur Angst! Du trägst doch das Kreuz um den Hals. Es beschützt Dich vor ihnen, auch wenn sie noch oft kommen werden um Dir Angst zu machen. Aber sei Dir versichert: Mehr können sie Dir nicht tun. Und sobald Du um Hilfe rufst, wird einer kommen und Dir helfen. Aber nimm dieses Leid an. Du selbst hast die mächtigste Waffe gegen das Böse: Bete! Höre nicht auf ihre Worte, sondern beginn sofort zu beten! Sie werden nicht gleich verschwinden, aber Du wirst sehen: Dein Gebet wird immer kräftiger werden. Verliere nur nicht den Mut und vertraue auf Gottes unendliche Liebe und Barmherzigkeit. Wir sind wachsam und immer in Deiner Nähe!"

Ich sagte nur ein leises "Danke". Dann lies mich der Engel los, lächelte mich an, stand auf und trat zurück in das Licht. Darauf hin verschwand er. Dann kniete ich mich auf den Boden, langsam beruhigte ich mich und betete ein Gebet, welches mir aus Kindertagen noch gut in Erinnerung ist: "Heiliger Schutzengel mein. Lass mich Dir empfohlen sein. Steh in jeder Not mir bei. Und halte mich von Sünden frei. Führe mich an Deiner Hand. In das Himmlische Vaterland. Amen."

Ich legte mich dann wieder ins Bett und versuchte einzuschlafen. Ich kauerte mich unter die Decke mit dem Blick zur Wand. Dann spürte ich, wie sich jemand an mein Bett setzte. Mein Herz begann zu rasen und ich drehte mich um. Da saß der Heilige Benedikt in seinem Ordensgewand. Er lächelte freundlich und begann...

Hl. Benedikt: Keine Angst. Ich bin es. Ich weiß, es ist spät und Du bist müde. Aber es muss heute einfach sein. Glaube diesen Dämonen nicht. Alles, aber auch alles was sie sagen ist reine Lüge! Um Dein Herz zu beruhigen hat Gott mich ausgesandt, um Dir etwas zu erklären: Du weißt ja, dass Gott Seinen Sohn in die Welt sandte. Und somit kam Gott selbst in die Welt. Diese Gestalt des Kindes, welches von frühem Kindesalter an immer wieder verfolgt wurde, ist der Beginn eures Heiles und des größten Geschenkes, welches Gott euch machen konnte.

Das verstehen ja noch viele. Aber es geht weiter: Jesus Christus, der Sohn Gottes, wurde zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Und hier liegt das wahre Geheimnis der Liebe verborgen. Wer stirbt da am Kreuz des Heiles?

Bruder Angelicus de Angelis: Jesus!

Hl. Benedikt: Und was bedeutet das?

Bruder Angelicus de Angelis: Dass Gott Seinen Sohn für uns geopfert hat. Um uns zu erlösen.

Hl. Benedikt: Ja, schon. Aber: Was bedeutet das?

Bruder Angelicus de Angelis: Das wir durch den Tod des Gottessohnes vom Tod erlöst sind.

Hl. Benedikt: Aber das bedeutet doch noch viel mehr! Wenn Jesus Christus, der einzige Sohn des Vaters am Kreuz stirbt, und dieser auch selbst ganz Gott ist, so stirbt an diesem Kreuz die ganze Gottheit. Der Dreifaltige Gott stirbt durch die Person des Sohnes und steigt selbst hinunter in die Hölle um dort den Tod zu besiegen und die Seelen aus der Gefangenschaft des Todes zu befreien. Er selbst stirbt und rettet das Leben aus der Gefangenschaft des Todes, welche einen ewigen Tod, fern von Gott, bedeutet! Das ist dieses wunderbare Geheimnis, welches kein Mensch je wirklich verstehen und begreifen wird. Aber darauf müsst ihr vertrauen! Gott selbst stirbt in Jesus Christus am Kreuz. Er, der alles geschaffen hat, gibt sich in Seinem Sohn selbst hin. Das bedeutet, dass zu dieser Zeit auch eine vollkommene Gottesleere in der Welt herrschte. Eine Leere, weil Gott tot war. Aber Er ist auferstanden in Herrlichkeit und hat das größte Wunder des Lebens vollzogen. Er schenkte euch durch diesen Akt der Liebe das ewige Leben. Ihr, die ihr aus dem Paradies vertrieben worden seid, dazu verdammt wurdet zu leben und zu sterben, wurdet von diesem Schicksal erlöst. Denn der Tod ist eure wahre Geburt. Ihr werdet dann hineingeboren in das Himmlische Königtum. Dort, wo es kein Leid mehr gibt. Aber Leid ist Teil des irdischen Lebens. Und je näher man hier auf Erden Gott kommt, umso größer wird das Leid.

Bruder Angelicus de Angelis: Aber warum?

Hl. Benedikt: Das ist oft schwer zu verstehen. Aber: Wer hier auf Erden Gott nahe kommt, der erkennt Seine Liebe und Seine Barmherzigkeit. Diese Gaben Gottes verleihen Menschen viel Kraft. Und durch ihr Leiden, nehmen sie Leid der Welt auf sich. Weißt Du denn, was es bedeutet hat, als Jesus Christus das ganze Leid der Welt auf sich nahm, als Er das Kreuz hinauf trug auf den Berg, wo man ihn dann kreuzigte?

Bruder Angelicus de Angelis: Wieviel Leid gibt Gott einem Menschen, der Ihm nahe ist?

Hl. Benedikt: Nicht mehr als er tragen oder ertragen kann. Und dieses Leid, welches Menschen auf sich nehmen, nimmt jeder dieser Gotteskinder freiwillig auf sich. Dies ist die Erkenntnis, wie man Gott auf Erden helfen kann: Indem man Leid der Welt auf seine Schultern lässt. Dazu ist nicht jeder ausgewählt, denn viele Menschen sind inzwischen sehr schwach geworden. Sie verstehen Gott als etwas fremdes. Der Erzengel hat Dir bereits ja mehrmals erklärt, wie es um Gott in dieser Welt steht. Aber: Die Herzen werden wieder brennen!

Bruder Angelicus de Angelis: Und was kann ich dafür tun?

Hl. Benedikt: Bete! Bete viel! Bete mit anderen! Lass niemals nach im Beten! Das ist die große Waffe gegen das Böse! Lass auch nicht nach, das Wort Gottes zu studieren, denn viele Zeichen sind euch darin gegeben. Und vor allem: Empfange den lebendigen Leib des Herrn und bekenne Deine Schuld! In den Heiligen Sakramenten liegt der Wegweiser zu Gott. Und den Schlüssel dazu findet ihr verborgen im Allerheiligsten Sakrament des Altares! Aber das wirst Du noch alles verstehen lernen!

Bruder Angelicus de Angelis: Dann stand er auf und reichte mir die Hand. Ich gab ihm die meine und plötzlich standen wir in dem Wald, durch den wir das letzte Mal gewandert waren. Es schien die Sonne hier. Die Luft war frisch und Benedikt nahm einen tiefen Luftzug. Mit geschlossenen Augen und zufriedenem Gesichtsausdruck blickte er in den Himmel. Dann blickte er mich an, lachte laut und glücklich auf und meinte...

Hl. Benedikt: Dann wollen wir mal sehen, was die Himmlischen Baumeister so machen!

Bruder Angelicus de Angelis: Ich musste auch lachen, weil er die Stimmung so lockerte. Aus dem ernsten Vortag wurde jetzt ein gemeinsamer Weg und wir beteten den glorreichen Rosenkranz. Es war während des Gesätzchens "… Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat", als wir wieder in der Ebene ankamen. Ein Schritt heraus aus dem Wald und vor uns lag wieder diese Ebene umringt von Bergen. Die massive Mauer war so, wie wir sie das letzte Mal verlassen hatten. Da öffnete sich wieder der Himmel über der Ebene und ein Heer von Engeln kam herab. Sie unterteilten den inneren Teil der Stadt in neun Teile. Die Mauer zwischen den Teilen war gleich hoch wie die Stadtmauer. Dann begannen sie, den mittleren Teil der Stadt aufzufüllen. Sie bauten viele kleine Gänge und Kammern hinein. Man sah also keine Mauer mehr sondern einen massiven Block, eine Ebene auf der Höhe der Mauer. An allen vier Ecken erbauten sie einen Turm. Massiv und gewaltig. Die vier Türme waren verbunden mit einer Mauer. Die Türme hatten dieselbe schlichte Spitze wie die anderen Türme. In jeden Turm hingen die Engel eine große Glocke. Es führten nur an einer Seite Stiegen hinauf und es gab nur ein Tor, welches Zutritt zu der Anhöhe verschaffte. Das Haupttor der Stadtmauer lag auf einer Linie mit den Stufen und dem Tor zur Anhöhe.

Dann versammelten sich alle Engel wieder um die Stadt herum. Sie reichten sich wieder an den Händen und fingen an, Gott zu preisen. Diesmal fiel mir aber auf, dass sie dies in vielen verschiedenen Sprachen taten. Dann begannen wieder die Glocken zu läuten. Als sich die vier großen, neuen Glocken einstimmten in das Geläute, da stieg mir die Gänsehaut auf. Ein unglaublich tiefer Klang drang weit über die Ebene hinweg. Sehr majestätisch. Es klang fast so, als würden die Glocken von den Türmen der Stadtmauer die preisenden Stimmen und die vier Glocken um die Anhöhe herum, die Majestät Gottes auszudrücken. Langsame, tiefe Schläge, die in mir Ehrfurcht und Demut erweckten. – Ich war wie gefesselt von diesem Anblick und dem Klang. Da tippte mir der Heilige Benedikt auf die Schulter.

Hl. Benedikt: Wir müssen wieder los! Merke Dir aber alles gut!

Bruder Angelicus de Angelis: Wir machten uns also auf den Weg zurück. Beteten wieder den Rosenkranz und begannen ihn dort, wo wir vorher aufgehört hatten. Als wir ihn fertig gebetet hatten, nahm mich Benedikt an der Hand, und ich war wieder in meinem Bett. Er stand wieder vor mir. Es war so, als wären wir in der selben Position, wie in jener, als wir plötzlich vorher im Wald waren. Nur mit einem Unterschied: Es dämmerte schon leicht.

Hl. Benedikt: Du hast wenig Schlaf bekommen heute Nacht. Aber: Gewöhne Dich daran. Sei immer wachsam und bereit. Folge den Anweisungen des Engels und vertraue auf das, was ich Dich lehren werde. Nimm Dir meine Regel zur Hand und mach Dich mit ihr vertraut – Du wirst sie noch brauchen.

Bruder Angelicus de Angelis: Dann zeichnete er mir noch ein kleines Kreuzzeichen auf die Stirn und verabschiedete sich. Ein Licht kam aus dem Nichts und umhüllte ihn. Das Licht verschwand sogleich wieder und nahm den heiligen Benedikt mit sich.

 

29. September 2008 – Dritte Benediktusvision

Bruder Angelicus de Angelis: In der Nacht auf Montag, den 29. September, wurde ich in den frühen Morgenstunden geweckt. Vor mir stand der Heilige Benedikt. Er war gekleidet in einen weißen Mantel mit Kapuze und hielt ein zusammengefaltetes Stück Stoff in den Händen.

Hl. Benedikt: Sei mir gegrüßt! Ich komme heute nicht, um Dich zu unterrichten. Ich komme, da heute Nacht etwas Wundervolles geschieht! Steh auf und zieh dies an!

Bruder Angelicus de Angelis: Er faltete den weißen Stoff auseinander und ich erkannte die gleiche Art von Mantel, wie er ihn anhatte. Er reichte mir diesen und ich zog ihn an. Dann setzte er mir die Kapuze auf und sagte...

Hl. Benedikt: Schweige! Sprich kein Wort! Gott lässt Dich heute Nacht etwas Wunderbares schauen!

Bruder Angelicus de Angelis: Dann nahm er mich an der Hand und ich sah nur einen hellen Blitz aufleuchten. Als ich meine Augen wieder öffnete knieten wir am hinteren Ende eines großen Saals. Vorne in der Mitte stand jener Thron gefüllt von Licht, welchen ich schon einmal sehen durfte. Vor dem Thron knieten Engel und Menschen. Die Engel hatten ein goldenes und die Menschen ein weißes Gewand an. Der Saal war erfüllt von vielen verschiedenen Gesängen in verschiedenen Sprachen. Es war, als würde die ganze Welt hier vor Gott knien und Ihn lobpreisen.

Da öffnete sich auf der linken Seite des Saales ein Tor. Aus diesem kam eine Prozession von Engeln in den Saal. Dann kamen 12 Engel die einen Thron trugen, auf dem die Gottesmutter saß. Sie brachten den Thron der Gottesmutter vor den Thron mit dem Licht. Ein gutes Stück davor blieb die Prozession stehen und die Gottesmutter ging zu Fuß den restlichen Weg zum Thron Gottes. Sie kniete nieder und begann (so sah es zumindest aus) zu beten.

Da erschien in dem Licht auf dem Thron eine Schale und über ihr schwebte eine Hostie. Aus dieser Hostie heraus flossen etwas Rotes und etwas Durchsichtiges. (Ich denke, es war Blut und Wasser.) Die Gottesmutter erhob sich und ging zum Thron. Sie nahm die Schale in Ihre Hände und drehte sich zu den Engeln und den Menschen.

Dann begann eine große Prozession. Vorneweg gingen 12 Engel mit Rauchfässern. Dann kamen sehr viele Menschen. Alle in Zweierpaaren. Sie kamen den Saal entlang, uns entgegen. Da bemerkte ich, wie sich am hinteren Ende des Saales, genau gegenüber dem Throne Gottes ein großes Tor auftat. Ich drehte mich zu Benedikt, der immer noch meine Hand hielt und wollte ihn gerade fragen, was hier geschehe, als er aber schon den Zeigefinger vor den Mund hielt.

Die Prozession kam langsam immer näher. Sie zog durch das Tor hinaus. Nach den vielen Menschen kamen viele Engel. Diese sangen einen Gesang, dessen Sprache ich aber nicht verstehen konnte. Diesen Engeln folgten 12 Engel mit einem Kerzenleuchter in der jeweils äußeren Hand. Dann kamen sechs Engel, die ein Rauchfass trugen und schwenkten. Auf sie folgte ein Baldachin, getragen von 12 Engeln, welche jeweils in der anderen Hand auch einen Leuchter trugen. Unter dem Baldachin schritt die Gottesmutter. In Ihren Händen die Schale, über welcher die Hostie schwebte aus der Blut und Wasser kamen. Auf den Baldachin folgten wieder sechs Engel, die Rauchfässer schwenkten. Dahinter wieder 12 Engel mit Leuchtern. Hinter ihnen gingen wieder viele Menschen. Obwohl so viele Engel und Menschen den Saal verließen wirkte es so, als würde er nicht leerer werden.

Da zog mich der Heilige Benedikt am Arm hoch und nahm mich mit hinein in die Prozession. Vom Tor führte eine große Treppe aus Stein nach unten. Rechts und links konnte ich nur eine Art Nebel erkennen. Wir schritten also die Treppe hinab, als ich die Ebene in den Bergen erkennen konnte. Dort, wo die Engel begonnen hatten zu bauen. Wir gingen geradewegs auf das Stadttor zu. Dieses öffnete sich und die Prozession zog in die Stadt ein.

In allen acht Teilen um die Stadt herum waren nun Engel und Menschen. Die Prozession um die Gottesmutter herum zog hinauf auf die Anhöhe. Rechts und links auf den Stufen hinauf standen je 12 Engel mit Rauchfässern. Benedikt nahm mich an der Hand und führte mich auf einen Turm am linken vorderen Eck der Anhöhe. Wir eilten die Stufen hinauf. Oben angekommen konnten wir sehen, wie die Prozession auf einen steinernen Block im letzten Drittel der Anhöhe zuging.

Dort, um diesen Block aus Stein, standen neun große Engel. Voller Herrlichkeit und alle in wunderschönen, goldenen Gewändern. Diese schimmerten aber in allen Farben. Jeder der neun großen Engel hatte eine Krone auf, welche verziert war mit Edelsteinen. Obwohl sie alle dasselbe anhatten, konnte ich erkennen, dass der vierte Engel von links Gabriel war.

Als die Prozession immer näher auf sie zukam, knieten sich die Engel um den Block aus Stein nieder. Die Engel mit den Rauchfässern und den Kerzen verteilten sich um den Steinblock. Der Baldachin mit der Gottesmutter hielt direkt auf den Steinblock zu. Die Engel stellten den Baldachin direkt darüber. Die Gottesmutter stellte die Schale, über der die Hostie schwebte darauf. Dann knieten sich alle Engel, Heilige und die Gottesmutter nieder und begannen in verschiedenen Sprachen Gott anzurufen und zu preisen. Da begannen alle Glocken in den Türmen zu läuten.

Ich wusste gar nicht wie mir geschieht. So etwas Prachtvolles hatte ich zuvor noch nie gesehen. Auch kann ich nicht sagen, wie lange diese Anbetung anhielt. Aber mir fiel auf, dass durch die Anbetung immer mehr Blut und Wasser aus der Hostie flossen, ohne je zu überfließen. Da stand die Gottesmutter plötzlich auf und rief in die Menge...

Muttergottes: Ihr Diener Gottes! Ihr Engel und Heilige! Gott, unser liebender Vater, lässt das Werk beginnen. Hier an dieser Stelle soll eine Kirche zu Ehren der Chöre der Engel gebaut werden. Hier soll eine Gnadenstätte errichtet werden, in der Menschen meine mütterliche Hilfe und alle Hilfe der Engel erbitten sollen. Dieser Ort wird stets behütet durch meine Hand und die Chöre der Engel! Betet an den Leib meines Sohnes und fleht Gott um Barmherzigkeit für die Menschen an, die sich von Ihm abwenden! Eine schwere Zeit kommt auf die Menschheit zu! Eine Zeit der Prüfung und des Leids! Hier seht den Leib meines Sohnes! Über Ihn sollt ihr ein Haus der Gnade errichten!

Bruder Angelicus de Angelis: Dann kniete auch die Gottesmutter wieder nieder. Da fiel rund um die Stadt herum Feuer vom Himmel und es begann überall zu brennen! Ich erschrak! Da nahm Benedikt mich an der Hand, blickte mich mit Tränen in den Augen an und es blitze wieder. Ich öffnete die Augen und wir waren wieder in meinem Zimmer. Er hatte Tränen in den Augen, aber sah glücklich aus. Er nahm mir die Kapuze vom Kopf und öffnete mir den Umhang. Ich schlüpfte heraus, blickte ihn an und sagte: "Was war das?"

Hl. Benedikt: Gott lässt das Werk beginnen! Wie lange haben alle darauf gewartet, dass diese Zeit kommt. Der Kampf gegen die Dunklen Mächte beginnt – wie es Dir der Erzengel verkündet hat.

Bruder Angelicus de Angelis: Aber was ist soeben geschehen?

Hl. Benedikt: Liebes Kind! Gott schickt das Heil in die Welt! Er entsendet so viele Engel! Täglich sendet Er mehr von ihnen auf die Erde. Sie bereiten alles vor. Es beginnt!

Bruder Angelicus de Angelis: Was beginnt? Was war das für ein Feuer?

Hl. Benedikt: Vertraue! Du kannst nicht alles auf einmal erfahren! Weder kann ich Dir sagen, was beginnt noch darf ich Dir verraten, warum das Feuer auf die Erde fiel! Ich sage Dir nur: Höre auf die Weisungen des Erzengels Gabriel! Versammelt euch und lebt in Gemeinschaft! Erinnere Dich an die drei Arten der Gemeinschaft! Lass nicht zu viel Zeit vergehen, denn das Böse wird sie (die Zeit) den Menschen nicht lassen! Ihr Kinder Gottes sollt eine Kirche zu Ehren der Chöre der Engel errichten. Sie wird Schutz bieten! Und sie wird Vielen Schutz bieten. Denn wenn die Not immer größer werden wird, werden immer mehr Menschen zurück zum Weg des Lebens finden!

Heute wirst Du keinen Unterricht bekommen. Gott wollte nur, dass Du siehst, dass Er die Hilfe bereits entsendet hat! Vertraue! – Verkünde!

Bruder Angelicus de Angelis: Du kommst aber doch wieder? – Er blickte mich lächelnd an.

Hl. Benedikt: Vertraue!

Bruder Angelicus de Angelis: Dann faltete er den Umhang zusammen und legte ihn sich über den Arm.

Hl. Benedikt: Der Segen Gottes ist mir Dir und allen Kindern Gottes!

Bruder Angelicus de Angelis: Daraufhin erschien um ihn das helle Licht. Leuchtete kurz auf und nahm den Heiligen Benedikt mit sich. Ich schreibe nur auf, was ich gesehen und gehört habe. Mehr kann ich nicht tun, da ich dies alles selbst noch nicht verstehe. Möge Gott Barmherzigkeit walten lassen und uns Seinen Segen schicken.

 

21. Oktober 2008 – Vierte Benediktusvision. Ein Traum.

Bruder Angelicus de Angelis: Heute Nacht hatte ich einen Traum, welcher mir in etwas Atemberaubendes Einblick gab. Umringt von Menschenmassen ging ich einen Weg entlang. Ich konnte aber nicht erkennen wohin. Da hörte ich plötzlich ein wunderschönes Glockengeläute. Es kam mir bekannt vor und da wusste ich, wohin dieser Weg führte – zur Ebene in den Bergen. Jeder war in sich gekehrt und trug ein weißes Gewand. Es sah fast so aus, wie ein Ordensgewand. In der linken Hand hielt jeder eine Laterne, in welcher eine Kerze brannte. In der rechten Hand einen Stab. Es ging bergauf und auf einmal sah ich die Mauern der Stadt. Da konnte ich das große Tor erkennen und eine nicht enden wollende Menschenschlange, die hinauf auf die Anhöhe zog. Der Anblick war mir sehr vertraut. Nur eines hatte sich geändert: Auf der Anhöhe stand eine Kirche.

Ich konnte sehen, wie Heerscharen von Engeln vom Himmel herabkamen. In ihren Händen hielten sie Schalen. Ich weiß aber nicht, was in diesen war. Sie kamen herab in die Kirche und verließen diese wieder. Es war ein reges Kommen und Gehen. Ein wunderbarer Anblick. Es ging nur langsam vorwärts. Aber sehr geordnet. Die Glocken läuteten unaufhörlich und die Engelströme rissen nicht ab.

Die Kirche stand wie eine Burg auf der Anhöhe. Sie sah massiv aus. Die Stufen führten direkt hinauf zum Eingang der Kirche. Sie hatte fünf Tore. Das mittlere Tor war beeindruckend von seiner Größe und es war das einzige, durch welches die Menschen in die Kirche gingen.

Wir kamen nun zu den Stufen. Rechts und links stand jeweils eine große Engelsstatue. In der äußeren Hand eine Lanze/Speer. In der inneren Hand eine Laterne, in welcher ein Licht leuchtete. Es war keine Kerze. Man konnte keine Flamme oder ähnliches in dieser Laterne erkennen. Aus den Laternen kam einfach ein helles Licht – wie aus dem Nichts.

Auf die Anhöhe hinauf waren es 36 Stufen. Auf jeder dritten Stufe stand rechts und links eine Engelsstatue. Insgesamt waren dort 24 Engelsstatuen. In der Hand zur Anhöhe gerichtet hielt jeder eine Laterne. In der anderen auch eine Lanze/Speer.

Oben angekommen trat ich nun in die Kirche. Der Blick, welcher sich mir erschloss, raubte mir für kurze Zeit den Atem. Vor mir lag ein langes, weißes, helles Kirchenschiff. Überall sah ich Engel durch die Kirche fliegen. Die Kirche schien voll zu sein. Am Ende sah ich auf erhöhter Stelle ein kleines Haus in der Kirche. Das Dach ruhte auf zwölf Säulen. Es hatte keine Mauern oder Wände. Die Sicht auf das Innere wurde durch Vorhänge genommen. Diese waren aus weißem Stoff und von der Ferne meinte ich, goldene oder silberne Stickereien auszumachen – der Stoff funkelte einfach unglaublich schön. Stufen führten dort hinauf. Gerade als ich dieses Haus betrachtete, kamen Engel herbei und öffneten die Vorhänge. Die ganze Kirche wurde von einem Licht erfüllt, welches durch die Menschen hindurch drang. Da fielen alle Menschen in der Kirche auf die Knie. Dort in diesem Haus stand auf einem Sockel die Schale, welche die Himmelskönigin dort abstellte. Über der Schale schwebte die Hostie, aus welcher (so schien es) Blut und Wasser in die Schale flossen. Unaufhörlich, aber die Schale ging nicht über.

Als der Vorhang geöffnet war, da hörte man Loblieder. Der Gesang war unbeschreiblich. Nach einiger Zeit schlossen die Engel den Vorhang wieder und die Gesänge verstummten. Jeweils rechts und links vom Mittelschiff, welches in einem hellen Licht erstrahlte, waren zwei weitere Schiffe. Das jeweils Innere war in ein kräftiges Blau gefärbt. Das Äußere in ein tiefes Rot. Auch waren die äußeren Schiffe nicht so hoch wie der Mittelgang.

Ich konnte erkennen, dass der Menschenstrom, noch bevor er zum "Heiligtum" kam, nach links abbog. Ich folgte diesem Strom. Er führte durch die zwei äußeren Schiffe, durch ein Tor in eine kleine Halle. Dort teilten sich die Menschen. Manche gingen gerade aus, manche nach rechts, manche nach links. Ich ging zuerst nach links. Es war ein zwölfeckiger Bau. Dort sah ich neun Beichtstühle und viele Menschen, die vor den Beichtstühlen warteten. Aber es schien, als wären nur zwei Beichtstühle "besetzt" zu sein. Die anderen waren dunkel. Da sah ich wie eine Frau in Tränen ausbrach und laut klagte: "Es gibt zu wenige! Es gibt zu wenige!"

Ich verließ diese Kapelle und ging in die gegenüberliegende. Auch diese war zwölfkantig. In der Mitte Stand eine Feuerschale. Und um die Feuerschale zwölf Räucherschalen. Ich sah, wie jeder der Menschen ein Weihrauchkorn in eine der Räucherschalen legte und sich dann zum Gebet niederkniete. Die Menschen knieten um die Feuerschale nieder und beteten in Stille.

Ich verließ auch diese Kapelle und ging durch das letzte Tor. Es war ein wahrer Gnadenort. Auch diese Kapelle war zwölfseitig. An neun Seiten waren kleine Kapellen zu erkennen, vor denen die Menschen warteten. Ich konnte nicht sehen, was in den Kapellen war, also wartete ich in einer Schlange. Ich beobachtete, dass die Engel, welche ich schon von außen mit den Schalen in der Hand gesehen hatte, in diese kleinen Kapellen flogen. Da war ich an der Reihe. Ich betrat die Kapelle und vor mir stand eine Engelsstatue. Den Blick zum Himmel gerichtet, die Hände segnend ausgestreckt. Vor dem Engel stand eine Kniebank. Ich kniete mich also hin und spürte, wie etwas aus den Händen des Engels kam und mich übergoss und in mich erfüllte. Es erfüllte mich mit tiefer Dankbarkeit und Liebe. Auch konnte ich erkennen, dass es während dieses "Ausgießens" hell in der Kapelle wurde. Als es wieder dunkler wurde, stand ich auf und bemerkte an den Seitenwänden Kerzenständer. Ich nahm eine dieser langen, dünnen Kerzen und zündete sie an. Dann steckte ich sie in den Kerzenhalter und verließ die Kapelle.

Ich war so tief berührt von dem, was hier geschah, dass ich nicht wirklich wusste, wie mir geschieht. Ich verließ dann die kleine Halle und ging zurück in die Kirche. Dies war nicht sehr einfach, da immer mehr Menschen in diese Halle hinein wollten.

Wieder in der Kirche, konnte ich auf der anderen Seite ein weiteres Tor entdecken. Ich bemerkte, dass dort nur wenige Menschen hingingen. Aber irgendetwas zog mich dorthin. Ich ging also quer durch die Kirche auf die andere Seite.

Das Tor war geschlossen. Ich drückte dagegen und da öffnete es sich. Da saß auf einem Thron eine Statue der Gottesmutter. Die Kapelle war auch zwölfkantig und übervoll. Zwar waren nur wenige Menschen hier, aber Unmengen von Engeln waren um die Gottesmutter versammelt. Ihre linke Hand ruhte auf der Armlehne. Ihre rechte Hand öffnete das Gewand in der Höhe des Herzens. Dort konnte man ein rotglühendes Herz erkennen. Der Zeigefinger verwies den Blick genau auf Ihr Herz.

Ergriffen von diesem Anblick wurde ich ganz starr und konnte meinen Blick nicht von Ihrem Herzen nehmen. Irgendetwas schien sich in mir zu verändern, als würde dieses Herz den Blick auf etwas anderes eröffnen. Ich weiß nicht, wie lange es war, dass ich dort stand, aber da hörte ich eine Stimme, die mir ins Ohr flüsterte: "Komm! Dafür ist es noch zu früh! Der Engel wird es Dir sagen!"

Ich drehte mich um und sah Benedikt. Er lächelte mich an, nahm mich am Arm und wir verließen die Kapelle. Ich blickte noch mehrmals zurück. Zurück auf dieses glühende Herz. Ohne ein Wort zu sagen, gingen wir das äußere (rote) Schiff entlang und kamen zu einer Tür. Benedikt öffnete diese und wir verließen die Kirche. Wir standen auf der Anhöhe. Ringsum standen kleine Häuser. Wir betraten eines. Dort war am anderen Ende eine Tür, welche auf eine kleine Terrasse führte. Auf dieser standen zwei Sessel auf die wir uns setzten. Man hatte von dort einen unglaublichen Blick über die Ebene. Nach einer Weile der Stille sagt Benedikt...

Hl. Benedikt: Ich habe Dir doch gesagt, dass ich auch in Träumen zu Dir kommen werde. Du brauchst Schlaf und musst schlafen. Aber wir können keine Zeit verlieren. Mit jedem Tag der vergeht, gewinnt der böse Feind an Stärke und Macht. Immer mehr Menschen verführt er und reißt sie ins Verderben. Die Zeit des Handelns ist angebrochen. Ich habe Dir gesagt, Du sollst Dich an die drei Arten der Gemeinschaft erinnern. Ich will Dir etwas dazu sagen:

- Die Heiligung der Familie. Die einfachste Art der Gemeinschaft wird die Gemeinschaft der Familie sein. Diese Gemeinschaft ist verantwortlich, dass der Samen Gottes keimen kann. Diese Gemeinschaft ist das Fundament. Denn ist in einer Familie auch nur ein Unkraut, welches übersehen wird, so wird dieses die gute Saat zerstören und viel Unheil über die anderen bringen. Das heiligende Leben in der Familie muss hochgehalten werden. Das Bekennen zu Gott muss wie eine Trompete aus den Häusern der Kinder schallen. Von ihnen wird die erste Hilfe für die schwierige Zeit ausgehen. Sie sind der Ort, an dem die Treuen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

- Zellen des gelebten Glaubens. Dann wird es die heiligenden Gemeinschaften in den Städten geben. Dort werden Männer und Frauen lernen, wie sie durch ihr Gebet und ihren Dienst für den Nächsten für Gottes Reich kämpfen können. Dies ist ein positiver Weg. Ein Weg, der durch die Tat Gottes Saat ausbringt und so immer mehr Menschen in Gottes schützendes Haus führt. Diese Gemeinschaften sind die Verbindung zwischen dem irdischen Leben und dem ganz gottgeweihtem Leben. Ich sage Dir: Lass nicht zu viel Zeit vergehen. Männer und Frauen stehen bereit und warten auf den Ruf. Such in Deiner Stadt nach einem Heim und rufe die Kinder Gottes zu dieser Gemeinschaft. Diese Stätten werden die Lehrhäuser für die beiden Arten der Gotteskrieger sein.

Die einen, die hinaus in die Welt gehen und durch Taten der Liebe den Acker Gottes bestellen und die Ernte vorbereiten. Die anderen, die die Städte verlassen werden um durch ihr Gebet in der Stille der Welt gegen den bösen Feind in die Schlacht ziehen. Sucht ein Haus in Deiner Stadt und beginnt! Lasst nicht zu viel Zeit vergehen. Seit dem Auftrag gehorsam und tut, was euch der Engel aufträgt!

- Die stillen Beter in einem weltabgeschiedenen Leben. Die dritte Art der Gemeinschaft ist das heiligende Leben in der Stille. Nicht viele sind dafür berufen. Denn dieser Dienst ist hart. Es ist das bewusste in den Krieg ziehen. In den Krieg gegen die satanischen Heere. Abgeschieden von der Welt und unaufhörlich im Gebet versunken. Nichts Weltliches wird in diesen Orten seinen Platz finden. Diese Stadt hier, ist die Stadt der Stille. Hier sollt ihr euch zurückziehen.

Aber: Haltet die Tore nicht geschlossen. Die Tore zum Gnadenort müssen offen stehen. Und wenn die Zeit der Drangsal kommt, dann nehmt die fliehenden Kinder auf! Es wird genug Platz geben für alle!

Euer Platz sei hier um die Kirche der Chöre der Engel. Die kleinen Häuser seien eure Unterkunft. Verlasst diesen Berg nicht. Bleibt stets als Diener gegenwärtig am Heiligtum. Unaufhörlich! Unerschütterlich!

Die Tore zur Kirche sollen offen stehen, aber kein Mensch, der dem Weltlichen noch nicht entsagt hat, darf sich auf diesem Berg umsehen. Den Weltlichen sei nur der Zugang zur Stadt und der Kirche erlaubt, damit niemand die Saat des Bösen heimlich hineinbringen kann!

Mein lieber Angelicus! Gottes Liebe ist so unvorstellbar. Fürchte Dich nicht! Es wird alles nach Seinem Willen geschehen. Der Schutz aller himmlischen Mächte ist mit Dir! Du musst nur vertrauen. Gott gab Dir als Zeichen Seiner Liebe Deinen Namen. Er stellt Dich mit diesem Namen direkt unter den Schutz Seiner geliebten Engel. Du sollst nach dem Vorbild der Engel handeln und dich stets in Gemeinschaft mit ihnen fühlen. Dein Name soll auch Wegweiser für all die anderen sein, die diesen Mahnungen folgen werden.

Die Engel seien im Kampf eure Vorbilder. Hört auf sie und vertraut auf sie. Du bist von den Engeln! Und die Königin der Engel sei auch Deine Königin! Ihr dürft nicht die himmlische Mutter vergessen! In Ihrem Herzen liegt der Schlüssel zu Jesus Christus. Nicht verborgen! Nicht versteckt! Für jeden sichtbar! Ihr müsst nur erkennen!

Bereite dich auf den 25.! Der Engel wird Dir etwas über dieses Geheimnis erzählen! Deshalb sagte ich Dir vorhin, dass es noch nicht so weit sei. Du hast das Mutterherz gesehen! Aber warte ab!

Bruder Angelicus de Angelis: Da hörte ich, wie die Glocken verstummten. Benedikts Blick bekam plötzlich einen besorgten Gesichtsausdruck.

Hl. Benedikt: Es wird Zeit. Wir müssen gehen!

Bruder Angelicus de Angelis: Benedikt stand auf und ging mit raschen Schritten vor mir her. Ich folgte ihm. Wir kamen wieder zur kleinen Tür und gingen in die Kirche. Aufgeregt schwebten Engel umher. Es war kein Mensch mehr hier. Die Kirche war leer und es herrschte vollkommene Stille. Ich sah, wie sich Engel, mit Speeren bewaffnet in der Kirche postierten. Die einen, direkt vor dem Haus, in welchem die Hostie und die Schale verborgen waren. Andere vor dem Eingang zur kleinen Halle und wieder andere vor dem Eingang zur Kapelle mit der thronenden Gottesmutter. Wir eilten durch die Kirche und verließen sie. Das große Tor wurde sofort von Engeln geschlossen. Ein kalter Wind wehte vor der Kirche. Benedikt schien aufgeregt zu sein. Er sagte nur...

Hl. Benedikt: Geh! Beeil Dich! Lauf hinaus aus der Stadt, damit Du erwachen kannst! Beeil Dich!

Bruder Angelicus de Angelis: Er zeichnete mir noch ein Kreuz auf die Stirn. Dann wies er mich die Stiegen hinunter. Ich lief, weil es unheimlich wurde. Ich sah, dass das Tor zur Stadt begann sich zu schließen. Ich rannte so schnell ich konnte. Da fühlte ich, dass mir jemand unter die Schultern griff. Zwei Engel nahmen mich und brachten mich zum Tor. Ich lief hinaus. Ich drehte mich noch einmal um und sah noch wie sich das Tor schloss. – Dann erwachte ich.

 

20. November 2008 – Fünfte Benediktusvision

Bruder Angelicus de Angelis: Gegen 23.00 Uhr begann ich kniend mein Abendgebet. Es schwirrten viele Gedanken in meinem Kopf umher. Ich wartete schon von Tag zu Tag, dass der Vater Benedikt wieder komme und mir helfe. Viel war in einem Monat geschehen. Doch viel blieb mir selbst unklar. Als ich versunken im Gebet verharrte, spürte ich ein kurzes Zucken. Als ich die Augen öffnete kniete ich in einer leeren, düsteren Halle. Vor mir stand Vater Benedikt mit einem besorgten Gesichtsausdruck.

Hl. Benedikt: Sei gegrüßt, du Gesandter der Engel! Hast Du die Worte Deines Schutzengels nicht verstanden, als er Dir sagte, du sollest in allem den Botschaften folgen? Warm verbirgst Du dich vor denen, deren Herzen Gott entzündet um Dir beizustehen? Warum willst Du aus Deiner Stadt fliehen, wenn ich Dir doch gesagt habe, dass das Werk hier beginnen muss? Du sollst im Verborgenen bleiben, bis das neue Jahr anbricht. Aber jene, die Dich im Verborgenen finden, nimm auf und lass sie mit Dir sein um alles vorzubereiten.

Mein lieber Sohn: Lass Deine Gedanken nicht benebeln von den zarten Verschleierungen des Bösen! Sei auf der Hut und achte darauf, dass Deine Gedanken nur auf ein Ziel gerichtet sind: Dein Auftrag, welchen Du mit Deinem Ja bekommen hast!

Der Engel der Verkündigung trug Dir auf, die Kinder Gottes zu einer Gebetsnacht zu versammeln – ich trug Dir auf, ein Haus in Deiner Stadt zu suchen! Ich sage Dir, das Werk beginnt in Deiner Stadt. Hier liegt etwas verborgen, was ihr durch euer Gebet und euren Kampf schwächen müsst, ehe es hinaus in die Welt tritt. Fliehe nicht aus der Stadt – rufe die Kämpfer zu Dir! Bewaffnet euch mit der Kraft des Glaubens und kämpft mit Gebeten! Das Gebet ist die einzige Waffe, welche den Feind verwunden kann.

Hütet euch aber davor, die Schwertklinge des Gebets durch viele Worte zu stumpfen. Das viele Reden lässt die innere Stimme unklar werden. Sucht nach der Stille des Herzens, welche in eurer Seele verborgen ist. Diese Stille ist der Schmiedeofen, welcher euer Schwert schärft und stark macht, gegen die Mächte der Hölle.

Entgehe der Hektik des Lebens, um das innere Ohr wieder auf Gottes Stimme zu richten. Du gabst Dich im letzten Monat oft fremden Stimmen hin und dabei wurde Dein Blick für den Sinn der Botschaften getrübt. Wasche Dich frei und folge den Worten, die der Erzengel Gabriel Dir vom Throne Gottes bringt! Gibt es denn eine größere Gnade, als jene, von Gott erwählt zu sein um Ihm zu dienen?

Bereite Dich auf eine Zeit der Wanderschaft vor, denn in den nächsten Jahren wirst Du in keiner der Gemeinschaften ein zu Hause finden. Du sollst mit Brüdern ein Gewand des Himmels tragen und hinaus gehen in die Welt, die ihr Angesicht immer weiter von Gott abwendet und auf das lodernde Feuer der Hölle blickt.

Dein zuhause wirst Du in der Stadt finden, welche in der Stille der Berge errichtet werden wird. Dort wirst eine Heimat finden, welche Du nicht mehr verlassen wirst.

Ihr sprecht in eurer Verlorenheit von einer Erneuerung der Kirche Gottes, begreift aber nicht, dass es keiner Erneuerung bedarf. Die Kirche in ihrer Not, die sich in Europa zeigt und welche sich immer stärker in Deiner Stadt manifestiert, bedarf einer Mission! Gott will, dass ihr Kinder Gottes, gestärkt von den Chören der Engel, als Missionare hinausgeht und den Kindern Gottes, welche noch nicht sehen und hören, die Augen für Ihn und die Ohren für Seine Stimme öffnet. Aber wie der Erzengel Dir sagte: Hütet euch davor, auch nur einen Einzigen zu bekehren oder zu belehren. Ihr sollt nicht zu den Blinden gehen und ihnen Bilder zeigen und ihr sollt nicht zu den Tauben gehen um ihnen zu predigen. Auch sollt ihr nicht zu den Blinden sprechen und nicht den Tauben Bilder zeigen! Eure Mission sei eine Mission der Stille und des Gebets. Nehmt die Menschen mit in diese Stille. Bekehrt und belehrt sie nicht, sondern übergebt sie dem Heiligen Geist, der ihre Herzen entzünden und ihre Seelen reinwaschen wird.

Geht hinaus in die Welt und verkündet die Stille. Betet mit den Suchenden und Verirrten und nehmt sie mit in die Stille, denn dort offenbart sich Gottes Stimme.

Bruder Angelicus de Angelis: Langsam änderte sich sein besorgter Gesichtsausdruck in einen hoffnungsvollen.

Hl. Benedikt: Lieber Schützling der mächtigen Engel: Viele Herzen wurden entzündet und viele Menschen fanden den Weg zu den Botschaften und zu Dir – nimm ihre Hilfe an, denn deshalb hat sie Gott zu Beginn des Werkes zu Dir gesandt! Euer Weg wird lang und beschwerlich sein, aber der Segen für die Welt wird groß sein. Die Quelle des Werkes entspringe in Deiner Stadt. Von dort aus wirst du die Kinder des Himmels besuchen und mit ihnen beten. Nimm sie an der Hand und zeige ihnen das Reich der Stille. Das Reich der Stille – Gottes verborgenen Tempel in den Seelen Seiner Kinder.

Um diesen Weg zu erkennen, beauftragte Gott Deinen Schutzengel mit dieser Aufgabe. Er bekam es in die Hände, Deinen Blick auf diesen Weg zu richten. Seit langer Zeit bereitet er Dich behutsam darauf vor, doch nun ist die Zeit angebrochen, welche seit Generationen ersehnt wird. Er wird Dir den Weg in den Ewigen Tempel zeigen. Du aber zeige diesen Weg den Kindern des Himmels.

Bruder Angelicus de Angelis: Da hörte ich, wie ein dumpfes Läuten einer tiefen (großen) Glocke in die Halle drang. Ehrerbietend ertönte der tiefe Klang in der Halle und ließ Benedikt für kurze Zeit innehalten. Ich blickte mich kurz um, wo ich eigentlich war. Ich konnte nicht viel erkennen. Es war eine Halle. Dort war kein Fenster. Nur Kerzen erhellten die Dunkelheit. Vater Benedikt stand dicht vor mir. Am hinteren Ende der Halle konnte ich im Schimmer der Kerzen ein großes Tor erkennen. Es schien dunkelrot zu glühen. Da erhob Benedikt wieder die Sprache.

Hl. Benedikt: Sammle Deinen Geist und lass Dich nicht zerstreuen. Es ist nicht wichtig, was um Dich ist. Dein Blick sei auf den Weg gerichtet! Hör auf das Läuten der Glocke. Sie kündet vom nahen Beginn. Sie mahnt die Heerscharen sich zu rüsten.

Bruder Angelicus de Angelis: Da schwieg er wieder. Nach einiger Zeit hörte die Glocke auf zu läuten und eine merkwürdige Stille machte sich breit und ein sanftes Rauschen setzte ein. Wie ein sanfter Wind strich etwas durch die Halle.

Hl. Benedikt: Hörst Du das?

Bruder Angelicus de Angelis: Gottes Stimme! Welch anmutiger Klang! Die Stille des Himmels!

Hl. Benedikt: Hüte Dich vor vielen Gebeten. Überdenke den Jahreswechsel! Lass Gott in dieser Nacht zu den Menschen sprechen. Schenkt Ihm euer ganzes Sein. Der Geist Gottes wird euch erwecken. Haltet die Stille! Das sollst Du den Kindern Gottes lernen.

Macht es euch nicht bequem! Unterwerft euch der Qual, euren Geist zu sammeln und den geschärften Blick auf Gott zu richten. Blickt in eure Seele und macht euch leer, auf dass Gott sich entzünden kann und eure Seelen erleuchtet.

Erinnere Dich daran, dass der Erzengel des Herrn Dir auftrug, die Sprache der neuen Generation bekannt zu machen. Er trug Dir auf, mit blinden Augen zu sehen, mit tauben Ohren zu hören und mit stummen Lippen zu bekennen.

Möge dieser Weg für so viele Kinder Gottes am Anfang auch noch so schwer sein, so sollen sie Vertrauen in den Geist Gottes finden, denn dieser wird sie auf der schweigenden Reise der Stille, hin in das Reich Gottes, leiten und führen.

Mein geliebtes Kind: Ehe Dein Blick sich nicht wieder schärft und die Botschaften erkennt, kann ich Dir keinen Einblick in die Stadt der Stille geben! Ich sage Dir: Besinne Dich und folge den Worten des Himmels! Fliehe nicht aus Deiner Stadt! Hier wird es beginnen! Hier muss es beginnen! Alles ist bereit – es soll geschehen!

Verzage nicht, wenn ich länger nicht zu Dir komme, stets bin ich wachend mit Dir. Mein ganzer Blick und all meine Sorgen sind auf euch gerichtet. Lasst euch nur nicht abbringen und bleibt den Anweisungen treu! Bald beginnt die Zeit und ich werde Dir meine Regel erklären, damit Du sie verstehen lernst. Gottes Geist ist mit Dir! Vertraue!

Bruder Angelicus de Angelis: Ich wollte gerade das Wort ergreifen, da blitze das helle Licht auf und ich war wieder kniend in meinem Zimmer. Ich weiß nicht, wie lange ich vor der Begegnung mit dem Vater Benedikt im Gebet verharrte, aber als ich auf die Uhr blickte, war es 2.16 Uhr.

 

1. Januar 2009 – Sechste Benediktusvision

Bruder Angelicus de Angelis: Gegen 7.30 Uhr kam ich von der Gebetsnacht zu Hause an. Auf dem ganzen Heimweg freute ich mich über die vergangene Nacht und trug eine wundervolle Ruhe in mir. Müde von der vergangenen Nacht wollte ich mich recht rasch ins Bett begeben, aber als ich in mein Zimmer trat, wartete dort, auf meinem Bett sitzend, schon Vater Benedikt. Er lächelte mich an und sagte...

Hl. Benedikt: Guten Morgen!

Bruder Angelicus de Angelis: Dabei wies er mir durch eine Handbewegung, ich möge mich zu ihm setzen.

Hl. Benedikt: Die Zeit des Umbruchs ist angebrochen. Die Zeit Deiner Vorbereitung hat ein Ende. Du wurdest gefragt und hast Dein Ja gegeben. So möge Dein Weg seinen Lauf nehmen. Du findest Dich nun als Spiegelbild in der Ewigkeit. Du hast Dich als Spiegelbild erkannt. Du hast Dich als Abbild erfahren, welches auf der Suche nach seinem Urbild ist. Auf der Suche nach seinem Ursprung. Dies geschieht zu einer Zeit, in welcher ihr das Fest begeht, welches die Antwort auf diese Suche in sich trägt. Nicht die gesamte Antwort, sondern einen Teil davon.

Dies ist ein Fest der bedingungslosen Liebe – eine erschreckende Liebe, erkennt man, wie tief ihre Bedingungslosigkeit greift. Täglich rufen gequälte Seelen zu Gottes Thron: "Wie bedauernswert ist Deine Schöpfung! Als Menschen hast Du Dein Abbild gemacht und lässt Dich nun verspotten – aber nicht von uns, sondern von Deinem Abbild! Wie bedauernswert ist Deine Schöpfung! Hättest Du die Schöpfung ohne diese Kreatur geschaffen, gehörte sie Dir. Hättest Du sie ohne Dein Abbild erschaffen, so wäre sie Dein. Aber Du hast dem Keimling des Irrtums Leben eingehaucht. Du hast dem Willen die Freiheit gegeben und stehst zu Deinem Wort! Liebe macht Dich bedingungslos! Liebe erhält Dein Werk. Liebe – Deine Liebe – die Liebe, die Du selbst bist! Wende Dich auch uns zu und lass Deinen Geist in uns wehen. Errette uns aus dieser Not! Erhöre die Bitten um unsere Seelen!"

Und noch nie wandte sich Gott ab! Heute Nacht fanden sich die Kinder zusammen und stellten sich zu Seiten der Engel! Viele haben ihr Herz erhoben und es der Flamme Gottes hingegeben. Wie freuen sich die Heiligen über diese Nacht. Sie jubeln und preisen Gott, dass Er das Werk ihrer Hände fortleben lässt. So nimm mein Vermächtnis in die Hände und mache es euch zu Eigen. Suche die Worte meiner Regel zu verstehen und bringe sie zu den Kindern des Himmels, welche die Sicht auf den Weg verloren haben.

Mein Sohn: Die Zeit hat begonnen und viel wird erwartet. Sei Dir der Engel und meiner Hilfe versichert. Nimm Dir ein Buch und schreibe alles auf, was Dein Schutzengel Dir zeigen und sagen wird. Höre auf ihn, worüber Du sprechen sollst und worüber Du schweigen sollst. Er wird von Gott zu Dir gesandt, Dir und vielen anderen den Weg zu zeigen, der zu verwittern bedroht ist.

Die Zeit ist angebrochen und nun soll Dein Weg hinaus in die Welt führen. Gaben hat Dir Gott, der Höchste, ins Herz gelegt, welche Du an Deine Brüder und Schwestern weitergeben sollst. Die Zeit ist gekommen, in der Du hinausgehen sollst und Deine Brüder und Schwestern besuchen sollst. Nun soll Dein Leben Beispiel einer leuchtenden Sturmfackel des Glaubens sein. Vertraue auf den Geist Gottes, wenn es darum geht zu den Brüdern und Schwestern zu sprechen. Gib Dich auf und ganz in Seine Hände. Scheue Dich nun nicht und gehe, wohin man Dich ruft. Hüte Dich aber, andere zu bekehren, zu belehren oder zu verurteilen. Als Zeichen sollt ihr Brüder und Schwestern eine Laterne haben. Sie sei euch ein Zeichen der Bereitschaft zur Wachsamkeit. Im Schein dieser Laterne soll jeder Bruder und jede Schwester zumindest eine Nacht im Monat ausharren und wachen und beten. Bleib in enger Verbundenheit mit den Brüdern und Schwestern, welche ihren Dienst in der Gemeinschaft tun.

Diejenigen, welche mit Dir kommen, sollen zu ihrer Laterne einen Stab erhalten, als Zeichen der Wanderschaft. An ihrer Spitze eine Lilienblüte, als Zeichen des Vertrauens in die Engel. Auch sollen diese sich kleiden in einheitlichem Gewand und kein Unterschied soll unter ihnen gemacht werden.

So hat es nun begonnen und es liegt an euch, den Weg zu erleuchten. Er leuchtet euch entgegen und ruft euch. Es liegt an euch, ob ihr Seinem Rufen folgt oder seht, hört und ruft. Seid blind, taub und stumm um wahrhaft sehend, hörend und rufend zu werden!

Habt ihr euch als Spiegelbild erkannt, so liegt es an euch, den göttlichen Funken im anderen zu erkennen. Erkennt ihr dieses Feuer im Nächsten, so spiegelt ihr ihm diese Erkenntnis wieder und er kann sich erinnern. Erinnert er sich daran, dass der Funke der göttlichen Liebe in seiner Seele brennt und ihn am Leben erhält, so findet er zurück zur Liebe Gottes. Findet er diese Liebe, wird er sich selbst plagen und sich schuldig fühlen und sich hassen für seine Vergehen. Findet er aber in dieser Finsternis die Liebe zu sich selbst, so kann er Gottes Liebe widerspiegeln und so andere zum Licht führen. Verbreitet sich dieses Licht erneut, wird Einheit entstehen und der Tag sich nähern. Es dämmert bereits am Horizont und das Erwachen der Seelen ist nahe.

Bruder Angelicus de Angelis: Da stand er plötzlich auf. Um uns verdunkelte sich alles. Es schien als würde es um uns ganz dunkel sein und wir in einem Lichtkegel stünden. Ich konnte nichts mehr vom Zimmer erkennen.

Hl. Benedikt: Bald, so sage ich Dir, sehen wir uns wieder – dann in der Stadt in den Bergen. Höre auf Deinen Schutzengel und schreibe alles auf! Jedoch: Höre auf ihn! Was Du niemanden zeigen sollst, das zeige auch noch niemanden. Wenn die Zeit noch nicht gekommen ist, so ist sie noch nicht hier, aber sie wird anbrechen.

Der Segen des allmächtigen Gottes ist mit Dir und Deinen Brüdern und Schwestern. Der Vater nähre euch mit Seiner Liebe, der Sohn schenke euch Seine Gemeinschaft des Glaubens und der Geist führe euch auf den Weg der Wahrheit, des Lebens und des Lichtes! Der Schutz der Gottesmutter begleitet euch und der Engel Hilfe ist euch gegeben. Bleibt in Seiner Liebe!

Bruder Angelicus de Angelis: Ein helles Licht blitzte auf und erlosch auch sogleich wieder. Ich saß erneut in meinem Zimmer alleine auf dem Boden. Müde und abgespannt, aber erfüllt von der vorhergehenden Nacht und dem Besuch des Vaters Benedikt.