Pfingsten – St. Eja, St. Eheie, St. Anaritha 1. Chor

Zu dritt stehen sie vor uns – Spiegel des Dreieinigen Gottes am hochheiligen Pfingstfest:

St. Eheie, der Seraph des Vaters, der die Wesenhaftigkeit Gottes als oberster Seraph spiegelt. Er ist nur über die Liebe, über den Heiligen Geist zu erkennen. Durch ihn schimmert noch das Kreuz, das uns gestern St. Diurim zeigte, eingehüllt von der Liebe des Vaters, zugehörig der Liebe des Sohnes, glühend durch die Liebe des Geistes.

Er vermittelt der heiligen Kirche in ihrer Geburtsstunde die Kraft der Wesenheit aus Gott. "Der Geist des Herrn erfüllt die Erde", von der Kirche aus wird sie erneuert, denn in ihr wohnt Gott.

St. Anaritha, der Seraph des Geistes, der sich nennt: "Ich will Feuer auf die Erde werfen." Er trägt den flammenden Geist zur Erde, damit sie sich wandle, damit sie erlöst werden kann. Das ist die Liebe des Sohnes, Der das Feuer auf die Erde warf, das Feuer der Erlöserliebe, "und was will Ich anderes, als dass es brenne?" Dieses Feuer ist der Heilige Geist, Der die Wandlung bewirkt – auch unsere Wandlung aus dem erdgebundenen, naturhaften Sein in das übernatürliche, gnadenhafte Sein in Gott. "Sende aus Deinen Geist, und Welten erstehen – und der Glanz Deiner Klarheit, o Herr, strahle über uns auf!"

St. Eja, der Verhüllte Engel der Liebe auf dem Herzen Gottes, ist der Träger der Pfingstfreuden und Pfingstgnaden. Er zeigt uns, dass Liebe Heiligkeit ist und Reinheit, Licht und Kraft, Glut der Leidenschaft und Wasser des Lebens, Blüte und Frucht zugleich. Mit den Flammen strömen zugleich die Gaben des Geistes auf die junge Kirche herab: Erkenntnis und Weisheit, Rat und Wissenschaft, Kraft des Wortes, Starkmut und Gottesseligkeit. Der Geist schafft nach außen alle Gaben der Sendung, wie Erleuchtung, Gabe der Sprache, Starkmut und Weisheit. Er schafft nach innen die Gottseligkeit und Gottesfurcht und die Kraft der Liebe. Der Geist bettet das Herz des Sohnes in der Wandlung ins Herz der Kirche und holt die Herzen der Menschen herein in Liebessehnsucht, Liebesopfer und Liebesreue. Er ist der Ölbaum des Friedens, die Flamme der Erkenntnis, der Tröster.

 

Pfingstmontag – St. Alphai 1. Chor

Mit dem Pfingstfest hat sich der Himmel geöffnet, und der Heilige Geist, vom Vater und vom Sohn ausgehend, ist auf die junge Kirche herabgekommen; aber nicht bloß an diesem Tage, auch später (wie die Epistel dieses Tages erzählt) und immer wieder und bis auf unsere Tage lässt Sich der Geist Gottes auf die glaubenden, hoffenden, liebenden Menschen nieder.

Und wenn der Barmherzige, Allmächtige und Liebende Gott den Menschen im Werk der heiligen Engel heute den Seraph des Geistes, St. Alphai, erahnen lässt, so werden wir mit Staunen und Dankbarkeit die Fürsorge Gottes "im Angesicht" des Engels sehen, "der das Licht ist", der das Licht-"Werden" des Geistes, die Berührung des Geschöpflichen mit dem Licht, dem Geist Gottes, trägt. "Werde Licht, Jerusalem, leuchte, die Herrlichkeit Gottes strahlt über dir ...", so jubelt der Prophet Isaias (60,1-7), da er in die Zukunft sehen und das Licht Gottes über der Gottesstadt, der Kirche, erblicken durfte. Aber der Heilige Geist gibt Sich damit noch nicht zufrieden; Er flutet über die Eckpfeiler der Kirche bis zu den Heiden, um auch sie hereinzuholen in die Gemeinschaft der Heiligen. Wer die Wahrheit sucht, sucht das Licht Gottes, und wer den Heiligen Geist in sich aufnehmen darf, der leuchtet auch vor dem Angesicht der Engel.

Ecksäule "Heiliger Geist"

St. Chajoth 4. h. Chor

Schon sieht man an diesem hohen Engel die Auswirkung des Heiligen Geistes. Mächtig streben die jungen Eckpfeiler der Kirche in die Höhe, gleichsam angezogen und gefüllt von der Kraft des Geistes. Der dem Pfingstfest am nächsten steht, ist St. Chajoth, die Ecksäule "Heiliger Gott", denn das ist die erste Antwort auf die Herabkunft des Heiligen Geiste: Die Anbetung in der Geburtsstunde des Reiches der Liebe und Weisheit, des Wortes und Rates, der Gnade und Wandlung und des Einswerdens in Gott.

Diese Anbetung leistete Maria, die Mutter, während die Apostel wie trunken von der Fülle des Geistes in vielen Sprachen redeten und die Kraft des Geistes sich über die vielhundertköpfige Menge rund um die Apostel lagerte. Maria redete nur eine Sprache: Die des Herzens. Aber sie betete im Namen der ganzen Schöpfung den Heiligen Gott an, von dem sie wusste: Nun wird Er bei ihr bleiben, in der Kirche, und wird die Erlöserwirksamkeit fortsetzten bis zum Ende der Zeiten.

Sie, die Schweigende, sah an diesem Tag in die Kirche und in alle Zeiten hinein. Sie bat den Sich in Fülle neigenden Gott um die Reinheit der Kirche, um die lebenspendende Kraft der Kirche, um die wandelnde Kraft der Gnadenschätze der Kirche. Zu wem wird Gottes Geist Sich lieber geneigt haben als zu ihr, die Tochter, Braut und Mutter zugleich war, Magd, Frau und Königin, zur Gottesgebärerin?

 

Pfingstdienstag – St. Jesirach 4. n. Chor

Geheimnisvoll sind die Wege Gottes: In einer solchen Fülle ließ Sich der Heilige Geist auf die Urkirche nieder, dass dieses Erfülltwerden schon rein äußerlich bemerkt wurde (Epistel von gestern und heute). Von Maria hat damals niemand mehr gesprochen; sie blieb verborgen unter der Obhut des heiligen Apostels Johannes – und doch war sie der Höhepunkt der Gnadenfülle des Geistes; sie war der verborgene Tabernakelschrein in diesem geheimnisvollen Walten. Von ihr spricht der Herr: "Meinen Frieden lasse ich euch zurück." Maria ist die Hüterin des Friedens und der Friede zugleich.

Wenn Gott uns auf den Engel dieses Tages schauen lässt, St. Jesirach, den elften der zwölf Engel von Wort und Antwort, so sehen wir, dass er die Frucht aller Schöpfung öffnet, in der die Stärke liegt. Wer kann das anders sein als Maria? Sie steht im Schatten ihres Sohnes in der gewaltigen Spannung der Gegensätzlichkeit: Gott – Mensch, König – Knecht als die Trägerin himmlischer Macht und irdischer Ohnmacht zugleich, wie es der Engel zeigt, der auf seinen Schultern zwei Waagebalken trägt. Auf dem einen liegt die nicht messbare Stärke Gottes in der Wucht Seiner ganzen Schöpfung, auf dem anderen liegt wie ein nie berührter Schleier die Reinheit und Unbeflecktheit Mariens. Und dieser Hauch von Schleier, gleichsam gewebt aus der Liebe des Geistes, hält den anderen Waagebalken im Gleichgewicht – in der Mitte! Das ist der Friede, den die Welt nicht gibt!

Türöffner zu Gott

St. Hariel 5. n. Chor

der Türöffner zu Gott, trägt heute das Wort des Herrn: "Wahrlich, Ich sage euch: Ich bin die Türe, wer durch Mich eingeht, wird selig werden. Ich bin gekommen, dass sie (die Meinen) das Leben haben, und das in Fülle (in der Fülle des Geistes)." Dies gilt nicht nur vom Leben im Jenseits, auch hier werden wir das Leben haben durch das tägliche Brot.

Dies ist das Leben für Leib und Seele: "Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt." –

Aber St. Hariel öffnet auch die Türe zu Gott für das Wort: "Selig, die Mein Wort hören und es befolgen, sie werden in Ewigkeit den Tod nicht sehen."

Und zum dritten Mal öffnet St. Hariel uns die Türe zu Gott über die Liebe: "Wer die Liebe hat, bleibt in Gott, der ist erkannt von Ihm."

So haben wir drei Wege vor uns, und alle münden an der einen Türe: Jesus Christus. Auch der Geist geht keinen anderen Weg und hat keine andere Türe, da auch Er vom Vater und vom Sohn zugleich ausgeht und uns genau dorthin wieder zurückführt: Zum Vater und Sohn.

 

Quatemberwoche nach Pfingsten – Die vierzehn hl. Engel-Nothelfer

Mitten in der Zeit der südlichen Ernte setzt die heilige Kirche die Quatembertage als Dank- und Bitt-Tage ein. Und Gott lässt die vierzehn heiligen Engel-Nothelfer für diese Woche als Fürbitter um den Altar stehen.

Der erste (St. Mirachiel) trägt die Macht des Glaubens ("Wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben", Evangelium vom Quatembermittwoch). Er vermittelt uns die Gnade der Kraft des Glaubens gegen Glaubenszweifel, gegen Glaubens-Verwischung, -Verdunklung, -Bedrängung. Er führt wieder zum Credo.

Der zweite (St. Ariguel) ist der Engel der Barmherzigkeit ("Hilf uns in Deiner Huld, o Herr", Secreta vom Quatembermittwoch). Er vermittelt uns die Gnade der Kraft helfender, nimmermüder Liebe, besonders für Flüchtlinge, Heimat- und Obdachlose, für Vermisste, Verlassene, Witwen und Waisen.

Der dritte (St. Diurim), ist Engel der Gewalt des Göttlichen Willens ("Der Herr gab ihnen Macht und Gewalt über alle bösen Geister und die Kraft, Krankheiten zu heilen; Evangelium vom Donnerstag in der Pfingstwoche).

St. Diurim vermittelt uns die Gnade, den Willen Gottes zu lieben und gegen Eigenwillen, Starrsinn, Hysterie und Häresie, Verranntheiten, Hochmut und Ungehorsam anzukämpfen.

Der vierte (St. Ezechiel) ist der Engel der Statik und Treue ("Ein jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden", 1. Lectio am Quatembersamstag). St. Ezechiel vermittelt uns die Gnade der Statik und des Gleichmaßes im zähen Kampf gegen Wankelmut, Labilität, Willensschwäche, Verführbarkeit und zu geringen Widerstand bei Versuchungen.

Der fünfte (St. Thaamim) ist der Engel des Eifers für Gott ("Herr, mein Gott, mein Heil, bei Tag und Nacht ruf ich zu Dir", Offertorium vom Quatembersamstag). St. Thaamim bringt die gottliebende Seele durch den brennenden Pfeil des Eifers zum Glühen. Der Engel soll angerufen werden gegen Lauheit, Abgestumpftheit, kirchliches Beamtentum, verweltliche kirchliche Ämter und geistige Müdigkeit.

Der sechste (St. Samaliel) ist der Fürbitter ("Wir wissen, dass Trübsal Geduld bewirkt, Geduld aber Bewährung", Epistel vom Quatembersamstag).

St. Samaliel steht uns bei, wenn wir wie ein Samenkorn in die Erde getreten werden, damit wir Frucht bringen. Er hilft uns, sogar in eigener Not noch Fürbitter und liebende, ergebene Beter und Opfernde zu sein.

Der siebente (St. Hajim) ist der Engel des Gewissens ("Wenn man euch nicht aufnimmt, gehet fort aus jener Stadt", Evangelium vom Donnerstag in der Pfingstwoche). St. Hajim soll um seine Fürbitte angerufen werden bei Lieblosigkeit, Verleumdung, Falschheit, Lüge und Herzenskälte.

Der achte (St. Nithasiel) ist der Engel der Freundschaft ("Auf Dich, o Herr, vertraue ich, ich werde nicht enttäuscht", Introitus vom Quatemberfreitag).

Er wehrt in Gemeinschaften die Spaltung, den Haß, die Rachsucht, Beleidigungen, Entzweiungen und Feindschaften ab und hilft wieder zu Friede, Versöhnung und Liebe.

Der neunte (St. Sinah) ist der Engel der Klarheit ("Sie alle werden von Gott belehrt werden", Evangelium vom Quatembermittwoch).

St. Sinah vermittelt den Bittenden die Gnade, alles Ungezügelte, Sinnliche, Verworrene, Verführerische zu meiden und sich an das klare Wort Gottes und an das Kindsein vor Gott halten zu können.

Der zehnte (St. Manuel) ist der Engel der wachen Bereitschaft ("Du bahnst ihm den Weg, in seiner Mitte wohnend ...", Introitus vom Quatembermittwoch).

St. Manuel steht uns überall dort bei, wo plötzliche, unerwartete Angriffe und Katastrophen drohen; er hilft uns, sie rechtzeitig zu erkennen und Schutz zu suchen oder sie abzuwehren.

Der elfte (St. Scheadar) ist der Engel des gottgewollten Reifens und Erntens (siehe die Lectionen am Quatembersamstag). Er vermittelt uns die Gnade der Kraft, nach dem Willen Gottes zu wachsen ohne seelische Verkrüppelung, ohne innere Fäulnis, ohne Verwirrung, und die Frucht zu bringen, die Gott von uns erwartet.

Der zwölfte (St. Raphael) ist der Engel der Wanderer, Ärzte und Kämpfer für Gott ("O Gott, Du hast die Feuerflammen der drei Jünglinge in Kühle verwandelt; gewähre gnädig, dass auch uns, Deine Diener, nicht verzehre die Flamme der Leidenschaft, der dämonischen Angriffe, des irdischen Feuers." Oration vom Quatembersamstag).

St. Raphael hilft uns zur brennenden Gottes- und Nächstenliebe, er hilft bei wichtigen Entscheidungen, auf Reisen, beim Kampf, bei Gefangennahme, er warnt vor giftigen Speisen und Medizinen, er vermittelt den Ärzten die Klarsicht und hellt rechtzeitig dämonische Angriffe auf.

Der dreizehnte (St. Bilael) ist der Engel des Bekennermutes ("Gott, stehe auf, zerstieben sollen Seine Feinde ...", Intoitus vom Quatembermittwoch).

St. Bilael (Berael) verhilft uns zum Starkmut gegen Gottlosigkeit und feindliche Bedrängnisse, gegen Feigheit und Schwindel und Falschheit und schärft unser Gewissen, die Mahnungen unseres Schutzengels klarer zu verstehen, er gibt uns das rechte Wort zur rechten Zeit und mahnt auch zum Schweigen zur rechten Zeit.

Der vierzehnte (St. Berubiel) ist der Engel der Armut. ("Nehmet nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Reisetasche, noch Brot, noch Geld", Evangelium vom Donnerstag in der Pfingstwoche).

St. Berubiel öffnet uns den Blick auf die Einfache Wesenheit Gottes und verhilft uns zur Einfachheit, zur heiligen, frohen Armut. Er wehrt von uns die Kompliziertheit ab, die Zersplitterung, Zerfahrenheit, Oberflächlichkeit, Unrast, den Ehrgeiz, den Eigendünkel und das Hängen an Geld und Besitz.

 

Donnerstag in der Pfingstwoche – Die Opferschalen-Engel 4. n. Chor

Vom Mittwoch bis Samstag in der Pfingstwoche stehen vier der sieben Opferschalen-Engel als Fürbitter um den Altar:

St. Gazar, der das Lobopfer trägt,
St. Sephar, der das Dankopfer darbringt,
St. Senachar, der das Weiheopfer emporhält,
St. Jessaphar, der das Versöhnungsopfer darbringt.

In allen Opferschalen leuchtet der Geist Gottes auf, Der in den Menschen des Alten wie des Neuen Bundes Antwort gibt auf den Anruf der Allmacht, Heiligkeit und Liebe des Vaters, Der Seinen Sohn verherrlicht durch Zeichen und Wunder. So leuchtet in St. Gazars Schale das Lobopfer Abels auf, aber auch das Lobopfer Jesu Christi in Seiner engelumjubelten Geburt.

So leuchtet in St. Sephars Schale das Dankopfer des Stammvaters Abraham auf, aber es leuchtet auch auf das Dankopfer der Weisen zum Beginn des Christkönigsreiches auf Erden.

So leuchtet in St. Senachars Schale das Weiheopfer Melchisdechs auf, des kommenden Herrn, aber auch das Opfer Jesu in seiner Darstellung im Tempel.

So leuchtet in St. Jessaphars Schale das Versöhnungsopfer auf, in dem Maria sich Gott als Opfer darbringt in ihrem "fiat mihi", aber es leuchtet auch das Göttliche Versöhnungsopfer der Liebe im Abendmahlssaale auf, in dem der Sohn die Seinen ganz in Sich hineinzieht, um so die versöhnte Menschheit dem Vater darzubringen.

O Herr, sende uns Deinen Geist, damit wir die Größe Deiner Macht und Deiner Liebe erkennen, wie sie uns so eindringlich durch die heiligen Engel dargestellt wird, und wir Dich mit Deinen Engeln und Heiligen loben und preisen können. Amen.

 

1. Sonntag nach Pfingsten – St. Binah, St. Binnah, St. Bihnah 3. Chor

Der dreifache Thron Gottes: St. Binah, St. Binnah, St. Bihnah

In einem wunderbaren Neben- und zugleich Ineinander sind die drei Throne – des Vaters, des Sohnes, des Geiste – wie ein Thron zu sehen, nicht als wären es drei gleiche Throne; jeder Thron trägt die persönliche und nur ins Geschöpfliche gleichsam umtransponierte, abgeschwächte und darum für uns fassbare Prägung seines Herrn, Den zu tragen er gewürdigt wurde.

So wie wir Menschen oft nur aus den Werken auf die Ursache schließen können, aus dem, was wir sehen, auf das, was sich dahinter verbirgt, so können wir aus jedem heiligen Engel aus dem Chor der Throne, die hier den Thron des Dreieinigen Gottes über allen Himmeln bilden dürfen, auf Den anbetend schließen, Der unser Herr und Gott ist, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist.

"O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und Erkenntnis Gottes!", beten wir heute, "gepriesen sei Gott Vater und Gottes Eingeborner Sohn wie auch der Heilige Geist, weil sie uns Barmherzigkeit getan haben".

Ja, Barmherzigkeit hat uns Gott getan, denn durch Seine Engel haben wir wieder knien gelernt in tiefster Ehrfurcht. Wir haben durch sie bedingungslos und flügelschnell gehorchen gelernt. Wir haben durch sie Gott, unsern alleinigen Herrn, über alles lieben gelernt. Wir stehen viel tiefer im Erkennen der unfassbaren Majestät Gottes und der unbedingten Pflicht, den Willen Gottes über uns als selbstverständlich anzuerkennen, zu lieben und auszuführen. Gott hat uns die heiligen Engel nicht gezeigt als Schaustücke zur Befriedigung einer ungesunden Sensationslust und blühenden Phantasie. Er hat sie uns gezeigt, damit wir wissen, worum es in dieser Zeit geht, nämlich um das Letzte, um die letzte Entscheidung, die dieser Zeit vorbehalten ist: Für Gott mit allen unseren Kräften zu kämpfen und, wenn auch sterbend, zu siegen. Kein Mensch auf Erden hatte in seiner Wesenheit so ausgebildete Engel-Art und Engel-Erkenntnis wie Maria, die Königin der Engel. Sie ist die Führerin von Gottes Gnaden durch diese dunkle Zeit, sie ist begleitet und umgeben von Engeln.

Aber sieh hin, o Mensch, auf diese drei Throne und ihre Stellung vom Dreieinigen Gott, zu Maria:

Der Thron des Vaters erhöht den für uns fassbaren Vaterbegriff auf den für uns nur mehr erahnbaren Begriff des In-Sich-Alles-Seienden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der Thron des Sohnes erhöht den für uns fassbaren Sohnbegriff auf den Majestätsbegriff der Gleichheit und doch des vom Vater Gesendeten in aller Dynamik des Tuns. Dadurch wird uns der Sohn fassbarer als Herr aller Geschöpflichkeit. ("Im Anfang (im Herrn) schuf Gott Himmel und Erde" und "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden")

Der Thron des Geistes bleibt in der Wolke des Geheimnisses Göttlichen Seins und Tuns. In Ihm liegt der Begriff der Heiligkeit und Heiligung.

Und so fragst du, o Mensch: Wo nun aber ist die Stellung Mariens?

Knie nieder, der Herr wird es dir sagen: "Sie ist in Mir und darum über allen Geschöpfen, sie kniet unter Mir als Krone aller Geschöpflichkeit."

 

Fronleichnam – St. Jechud 3. Chor

Der Engel der Kirche ist nun zum zweiten mal in diesem Kalendarium genannt. Er stand zu Epiphanie am Altar als Vertreter der Gemeinschaft der Heiligen im Himmel, um in den drei Weisen die von allen Seiten zum Erlöser pilgernden Menschen mit weit ausgebreiteten Armen im Namen Mariens und somit der Kirche zu begrüßen.

Und heute steht er hier im Namen aller Menschen, die dem Herrn die Ehre geben. Heute betet er für uns alle: "Aller Augen warten auf Dich, o Herr, Du gibst Speise und Trank zur rechten Zeit, Du tust Deine milde Hand auf und erfüllst alles, was da lebt, mit Segen."

Wie der Dreieinige Gott für uns Menschen immer letztes Geheimnis bleiben wird, so ist auch das Wort Gottes geheimnisvoll tief in seiner Wachstums-, Wandlungs- und Scheidekraft; und so ist auch die Liebe Gottes für uns wohl an der Sinnes-Oberfläche fassbar, je tiefer aber gelotet wird, desto mehr Geheimnis wird sie.

Welcher Segen ist dies, o Herr, dass Du Deine heilige Kirche eingefriedet hast in eine greifbare Struktur, damit unser Gefühl und unsere Sehnsucht nicht ins Uferlose abgleiten können. So klar umrissen lässt Du auch heute den heiligen Engel der Kirche sehen, zur Rechten der Gottesmutter, wie er Dich in unser aller Namen anbetet. Wie klein und arm hast Du Dich gemacht um unsertwillen! Wie gewaltig sieht der Engel daneben aus – und doch: Er und wir alle sind Geschöpfe. Du allein, magst Du Dich noch so verhüllen, Du allein bist der dreimal heiliger Gott!

St. Chattatim 7. Chor

Den Engel der Macht der heiligen Kirche, hast Du, o Herr, neben dem hohen Thron der Kirche an der Seite Mariens uns heute vor Augen gestellt, und darin liegt ein tiefer Sinn:

Droben in der Höhe des Engels der Kirche ist der Träger der Heiligkeit und Macht der Kirche, "und auf diesem Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen".

Aber weiter herunten steht der Engel aus dem Chor der Mächte, St. Chattatim, der Engel der Pfingstauswirkung. Er ist der Träger der Herabneigung Gottes zu uns bis zum armen Brot, und er ist zugleich der Träger unserer Antwort, die heißt: "Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum, sed tantum dic verbo et sanabitur anima mea." ("Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehest unter mein Dach ...")

Gerade im Hinblick auf das Heiligste Brot lehrt uns der Heilige Geist, noch tiefer hinunterzusteigen in Reue und Sühne und uns erst reinzuwaschen, ehe wir uns der Heiligsten Speise nahen. Der Engel der Pfingstauswirkung ist dem Heiligen Geist zugeordnet, dem Siebenfältigen Schatz, Den wir bitten: "Wasche, was beflecket ist, heile, was verwundet ist, tränke, was da dürre steht."

Hilf uns, heiliger Engel, in der Kraft des Geistes so zu glühen und zu blühen, so rein zu werden in der läuternden Reue, so demütig-stark wie Maria, dass der Herr in Brotsgestalt pfingstlich in uns wirken kann!

 

2. Sonntag nach Pfingsten – St. Nariel 6. h. Chor

St. Nariel ist der Hohe Fürst, der zusammen mit St. Raphael Mittler der Geistgaben für die Schöpfung sein darf. St. Raphael aber trägt die Verbindung zum kämpfenden, scheidenden, liebeglühenden Geist, St. Nariel mehr die Verbindung zum nährenden, stärkenden, heiligenden und heilenden Brot. Er steht neben uns, wenn die Worte der Epistel dieses Tages wahr werden:

"Wundert euch nicht, wenn die Welt euch hasst; wir wissen, dass wir vom Tod zum Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer die Güter dieser Welt besitzt, aber sein Herz verschließt, wenn er den Bruder Not leiden sieht, wie soll in dem die Liebe Gottes bleiben?"

Wie oft ist es im Leben gerade so wie heute im Evangelium! Der Herr ladet ein – und wir haben hundert Ausflüchte und kommen nicht. Diese Seichtigkeit im Glauben, diese Seelensattheit und Herzensgleichgültigkeit werden uns einst die heiligen Engel zum großen Vorwurf machen. Wer aber in seinem Herzen Schmerz empfindet, vielleicht wegen körperlicher Krankheit nicht zum Tisch des Herrn kommen zu können, über dem wird St. Nariel das milde Licht des Trostes und der Heilung der Seele entzünden, "selig, die hungern und dürsten ..., selig, die weinen nach Dir, o Herr, Du wirst sie überreich sättigen in Ewigkeit!"

 

3. Sonntag nach Pfingsten – St. Aralim Enneth 3. Chor

"Seid nüchtern und wachsam, denn euer Widersacher geht um wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne", heißt es heute in der Epistel. Löwe gegen Löwe! Auch unser Herr wird der "Löwe von Juda" genannt. Und dieser heilige Engel, der schwächste der ganzen Thron-Engel, ist von Gott gesetzt als Thron Mariens, seiner Königin, und trägt zugleich den Willen Gottes über Luzifer. Gott ließ diesen Engel einmal sehen als ein Wesen, einem Thron gleich, aber mit mächtigen Flügeln, einem Engelhaupt und vier Löwenpranken. Und im Buch der Engel wird er beschrieben als sich gegen die Macht der Hölle stemmend mit seiner ganzen Gewalt und darum förmlich schwankend in besonders großen Stoßzeiten.

Wie sehr stellt Gott diese Gegensätze heraus: Ohnmacht des Himmels gegen Macht der Hölle, Maria gegen die ganze Brandung der Dämonen, Aralim Enneth gegen die Gewalt des "brüllenden Löwen", wie auch auf Erden: David gegen Goliath. "Ich habe das Schwache erwählt, um das Starke zu beschämen." Und wie ist es mit einem Sünder, der Buße tut? Er wird ganz klein wie zu einem Nichts in seiner Reue und dadurch besiegt er die ganze Hölle!

 

4. Sonntag nach Pfingsten – St. Mirachiel 7. Chor

In einem wunderbaren Aufbau schreiten die Messtexte von Sonntag zu Sonntag in einer Richtung voran:

War am letzten Sonntag von der Wachsamkeit die Rede, sich vor dem Widersacher, dem brüllenden Löwen, zu schützen – und im gleichnishaften Bild sahen wir St. Aralim Enneth, den schwächsten der Throne, schwankend im Ansturm der Hölle –, so ist St. Mirachiel, der Engel der Macht des Glaubens und besonders der Glaubenskraft, das beste Bild zum Text des Introitus: "Der Herr ist mein Heil, wen soll ich fürchten? Er ist der Beschützer meines Lebens; vor wem sollte ich zittern? Stünde selbst ein Kriegsheer gegen mich, mein Herz kennt keine Furcht." Das ist Glaubenskraft! Obwohl Glauben kein Wissen ist, sondern nur ein Fürwahrhalten, so ist Glaubenskraft eine große Gnadenkraft. Der Herr baute Seine Wunder auf der Kraft des Glaubens Seiner Mitmenschen auf: "Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen!"

Darum müssen wir glauben, dass Gott uns liebt, dass Er uns helfen will und helfen wird. Dann wird uns auch geholfen werden!

 

5. Sonntag nach Pfingsten – St. Azariel 6. h. Chor

der Hohe Fürst, ist ein Engel unserer Tage. Die nimmermüde Barmherzigkeit zu üben, ist der Aufruf der heiligen Kirche von heute. Es geht jetzt um alles: Nicht nur materiell zu helfen, wo und wie man nur kann und bis in die fernsten unterentwickelten Länder und Elendsgebiete; auch geistig müssen wir weit werden und sehen. Wir müssen sühnend einspringen, wo wir der Verwirrung begegnen, wir müssen beten für andere, opfern für andere, geistig anderen helfen, mündlich, schriftlich, durch religiöse Schriften, Vorträge, Einkehrtage usw. "Seid einmütig im Gebet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, bescheiden, demütig ..., segnet einander, denn dazu seid ihr berufen, auf dass ihr Segen erbet", sagt die Epistel.

Aber St. Azariel hat außerdem als Symbol das, wovon die Oration des Tages spricht, wenn es heißt: "O Gott, Du hast denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter bereitet ..." Dies aber ist eines der schönsten unsichtbaren Güter: Der Schleier Mariens. Diesen trägt der Engel als Symbol. Er bedeutet jene eifersüchtige Liebe Gottes, die in die Verborgenheit zieht, was sie liebt. So wie Maria vom Dreieinigen Gott eingehüllt wurde in diesen Schleier der Verborgenheit, um vor Seinen Augen zu blühen, "um allezeit zu spielen vor Seinem Angesicht", so hüllt Gott auch heute noch den Schleier der Verborgenheit, des Unbekannt-, des Nie-Gekanntseins um jene Seelen, die Er in der Liebe heranziehen will für eine Aufgabe, ein Ziel, das noch in der Zukunft liegt, aber doch schon dieses in den Boden getretene Samenkorn braucht.

 

6. Sonntag nach Pfingsten – St. Cadiel 6. h. Chor

der Höhe Fürst, der zusammen mit dem Engel des Tabernakeldienstes, St. Sadiel, besonders über die Kirchen und Gotteshäuser, aber auch über die Priester dieser Kirchen wacht, er ist der Engel des fließenden, nährenden Lebens der Gnade und nennt sich "Weinkrug Gottes". Als Symbol hat er ein Brot.

"Gib uns Wachstum im religiösen Leben", beten wir in der Oratio dieses Tages, und das heilige Evangelium erzählt uns von der Brotvermehrung, die uns so großen Trost für das kommende Gericht gibt. Denn das Brot, das der Herr den Seinen Tag und Nacht austeilt, wenn sie nach Ihm hungern, das ist reine Gnade. Und wie wunderbar wächst doch das Leben der Gnade! Sieben Brote teilt Jesus aus, sieben heilige Sakramente. Und wenn dann die heiligen Engel ausgehen, um einzusammeln, dann hat sich der Gnadenschatz durch die heiligen Sakramente innerhalb der Menschheit verzehnt-, verhundertfacht. "Und alle wurden satt."

Herr, noch hungern und dürsten wir! Noch sind wir unersättlich! Gib uns, Herr, gib uns von Deiner Liebe und entlasse uns nicht, bevor Du uns nicht gesättigt hast!

 

7. Sonntag nach Pfingsten – St. Ezechiel 6. h. Chor

Wie St. Cadiel, der Fürbittengel des 6. Sonntages nach Pfingsten, so ist auch St. Ezechiel Hoher Fürst und Schutzengel zugleich. Er nennt sich "Der getreue Knecht" und führt die Schutzbefohlenen zu großer Treue, Statik und bereitem Mut als Knecht und Magd. "Nun aber, da ihr, von der Sünde befreit, Knechte Gottes geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligkeit und am Ende das ewige Leben."

Was lehrt der Engel nun zuerst den Knecht, die Magd?

Die Furcht des Herrn, die Ehrfurcht in dankbarer Freude, einen solchen Herrn zu haben;
Die Furcht dem Herrn ja nicht zu missfallen durch Eigenwillen, Sünde, Hinneigen zu fremden Einflüsterungen;
Den Eifer im Dienen, im Ausführen des Willens Gottes.
Die Liebe, die Barmherzigkeit, die Treue!

Es sind dies die Grundzüge für unser Knechtsein, Magdtum. Dies "von der Pike auf" zu erlernen, dazu möge St. Ezechiel, unser "Novizenmeister", uns in allem Gleichmaß und aller unbeirrbaren Strenge anhalten!

 

8. Sonntag nach Pfingsten – St. Neomeniel 5. h. Chor

Ist einer der vierundzwanzig Engel von Hoher Gewalt. Von ihnen heißt es: Sie tragen den Willen Gottes als Aufbau und Ordnung, sie tragen ihn in seiner ganzen Kraft. Sie sind unantastbar und unbestechlich. Ihr Angesicht ist nur auf den Willen Gottes gerichtet. Aus der Liebe des Angesichtes Gottes schöpfen sie die Kraft ihrer Gewalt und die Möglichkeit, sich bis zur tiefsten Tiefe der Menschheit neigen zu können.

Sehen wir die Brücke von diesem Engel, der die Gesetze Gottes und der heiligen Kirche trägt, zum Messtext dieses Tages:

"Wie Dein Name, Herr, so reicht auch Dein Ruhm bis an die Grenzen der Erde; voll der Gerechtigkeit ist Deine Rechte", und: "Schenk uns in Deiner Güte immerdar eine solche Gesinnung, dass wir denken und tun, was recht ist, so werden wir Deinem Willen entsprechend zu leben vermögen", denn "wenn ihr nach dem Fleische (der Begierde und Sünde) lebt, werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist (euren Willen zu Gott, euren Gehorsam) die Werke des Fleisches tötet, werdet ihr leben. Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, die sind Kinder Gottes; wenn aber Kinder, so auch Erben Gottes und Miterben Christi."

 

9. Sonntag nach Pfingsten – St. Madim 3. Chor

der Thron der Seligkeiten, der von der Schöpfung bis zum Thron Gottes reicht und die erlöste, gerettete Seele hinaufhebt zum Herzen ihres Herrn und Gottes. Auch das ist Ordnung und Aufbau nach dem Willen Gottes, das von Gott erschaffene Geschöpf, als in der Treue zu allen geschriebenen und ungeschriebenen (nur ins Herz des Menschen gelegten) Gesetzen der Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit Gottes sich bereitet hat, zur Rechtfertigung des getreuen Knechtes und zum Lohn der ewigen Seligkeit zu führen. "Gott ist getreu; Er wird euch nicht über eure Kräfte versuchen lassen, sondern bei der Versuchung auch den guten Ausgang geben, so dass ihr bestehen könnt." Gott will die ganze Menschheit erlöst und heimgeholt wissen. Aber Er hat als Ebenbildlichkeit dem Geschöpf Mensch den freien Willen gegeben (zum Unterschied vom Tier) und zwingt ihm Seinen Willen nicht als Gesetz auf, wohl aber verlangt Er vom Menschen die Verantwortung für seine Willensentscheidung nach dem Maß seiner Erkenntnis. Darum weinte der Herr über Jerusalem, weil dieses wohl den Willen Gottes erkannt, aber nicht angenommen hat, "und dafür werden sie vom Aufgang und Niedergang kommen (die Heiden) und mit Gott in Seligkeit sein", weil sie nach dem geringen Maß ihrer Erkenntnis den Willen Gottes gesucht und bejaht und befolgt haben.

 

10. Sonntag nach Pfingsten – St. Asmodel 6. h. Chor

der Hohe Fürst. Wie passen doch Aufgabe und Symbol dieses Engels so schön zur Tagesbetrachtung über die Messtexte! Er ist der Engel der Kindschaft in Gott – mitten im Kampf des Lebens – durch das Blut der Hingabe und durch das Wasser der Reuetränen. Sein Symbol ist das Fischernetz.

"Er hat sie klein gemacht, Er, Der da ist vor aller Zeit und bleibt in Ewigkeit", beten wir im Introitus, und: "Das vollkommene Opfer nimmst Du entgegen, Weihe- und Brandopfer, auf Deinem Altar." In der Frohbotschaft dürfen wir voll Dankbarkeit erkennen, wie der Herr den reumütigen Zöllner begnadet und ihn über den Pharisäer setzt, "denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden".

Wie viel unbekannte und nur von Gott allein erkannte Martyrer und Heilige gibt es sogar in unseren Tagen in den Ländern der Christenverfolgung und hinter dem Eisernen Vorhang, die, arm und verlassen, geknechtet und gemartert, mit dem Blut ihrer Hingabe ihre Treue zu Gott besiegelt haben. Wir, die wir mitten in satten Ländern leben, wir müssen uns mit dem Wasser der Reuetränen an ihre Seite stellen können. Wir müssen doppelt weinen und sühnen für die, welche in ihrem Wohlleben Gott vergessen und keine Reuetränen finden. Wir müssen das Fischernetz halten mit den Schutzengeln dieser armen Reichen, um so aus dem Sog der Hölle noch zu retten, was zu retten ist; das ist unsere Pflicht in dieser Zeit, heilige Pflicht der Nächstenliebe nach dem Willen Gottes.

 

11. Sonntag nach Pfingsten – St. Geosed 5. h. Chor

Die Ecksäule von Hoher Gewalt, trägt von oben herab die Allmacht, Kraft und Langmut Gottes und hebt ihr von unten herauf den Glauben, den Starkmut und die Demut des Volkes Gottes entgegen. "Gott, Der in Seinem Hause einmütig wohnen lässt die Menschen, Er ist's, Der Seinem Volke Kraft und Stärke gibt", beten wir im Introitus dieses Tages, und: "Allmächtiger Gott, Du gibst im Übermaß Deiner Liebe den Flehenden mehr, als sie verdienen." Wir beten das Credo, und der heilige Apostel Paulus hämmert den Korinthern nochmals die Grundwahrheiten des Glaubens ein, "in Dem ihr auch feststehet; in Ihm werdet ihr selig, wenn ihr es so festhaltet, wie ich es euch gepredigt habe. Sonst hättet ihr den Glauben vergebens angenommen".

Gott will, dass wir wie Petrus Fels werden, voll Standhaftigkeit und Glaubenstreue, damit die Kirche Christi von Generation zu Generation unverändert weitergetragen werde und die letzten Getreuen sich den ersten Christen in ihrer ganzen Wesenheit wie eine gleiche Schließe zur anderen Schließe genau anpassen können als ein Volk, eine Herde, ein Hirt.

 

12. Sonntag nach Pfingsten – St. Aduachiel 6. h. Chor

ist der Hohe Fürst des Weitblickes mit dem Symbol des erhellenden Blitzes; er nennt sich "Zeugnis Gottes". Er steht hier für das Licht des Heiligen Geistes in der Kirche, für das Wort unseres Herrn: "Selig die Augen, die sehen, was ihr sehet! Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen", was wir heute im Evangelium hören. Das Wort als bloßer Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. Darum sagt der heilige Apostel Paulus: "Wenn schon der Dienst des Todes (der das übernatürliche Leben nicht aus sich vermitteln konnte), mit Buchstaben in Stein eingegraben, mit einer solchen Herrlichkeit umkleidet war, dass die Söhne Israels dem Moses nicht ins Auge schauen konnten vor Glanz, um wie viel mehr muss dann der Dienst des Geistes (in der Kirche) voll Herrlichkeit sein!" In der Geheimen Offenbarung zeigt sich dieser Weitblick, den der Geist über die Kirche ausgegossen hat und der Zeugnis gibt, dass es eine Sünde gibt, eine Gerechtigkeit und ein Gericht (Joh. 16,8), ein ewiges Leben, einen Lohn der Guten und eine Strafe der Verderbten.

Herr, gib uns die Augen des Adlers für die Dunkelheit dieser Zeit, aber gib uns, Deinen Kindern, auch ein Herz voll gläubigen Vertrauens, dass "wir unaufhaltsam Deinen Verheißungen entgegeneilen".

 

13. Sonntag nach Pfingsten – St. Kyriel 7. Chor

der erste der sieben Mächte der Hoffnung. Er ist der Engel der Gottesfurcht und betet für uns in der Oratio: "Allmächtiger, ewiger Gott, gib uns Wachstum im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe; und damit wir zu erlangen verdienen, was Du verheißest, lass uns lieben, was Du gebietest."

Von diesem Engel heißt es: "Er lässt die Seele des Menschen wachsen in der Ehrfurcht vor Gott und Seiner Schöpfung; er führt sie hin zum Wandel in der Gegenwart Gottes; er rüttelt sie auf und lässt sie ihre Pflicht Gott gegenüber nicht vergessen."

Was aber ist unsere Pflicht? Den Dreieinigen Gott anzuerkennen als unseren Schöpfer, Erhalter und Retter, unser Leben nach Seinem Wort und Seinem Willen zu formen durch Glauben, Hoffnung und Liebe – in Treue, Gehorsam und Opferbereitschaft – und kraft der Erlösung wieder heimzufinden zu Gott. Wie wunderbar klingt der Psalm hinein in die Aufgabe des Engels: "Wer unterm Schutz des Höchsten wohnt, der ist von Seinen Fittichen beschirmt und unter Seinen Flügeln wohl geborgen. Gleich einem Schild umgibt ihn Seine Treue; er braucht nicht bangen vor dem Grauen der Nacht." "Auf Dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gestellt, Du lässt mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit!"

 

14. Sonntag nach Pfingsten – St. Ariel 6. h. Chor

der Hohe Fürst, "der junge Löwe", der Engel der Freude in Gott, der Engel der Jugend, erhellt uns heute die Messtexte: "Wie lieb ist Deine Wohnung mir, o Herr!" Jugend, werde beheimatet in Kirche und Pfarrei, diene Gott mit Freuden! "Kommt, lasset uns jauchzen dem Herrn, lasset uns jubeln Gott, unserem Heil!" Singe, du junger Mensch und freue dich, Christ sein zu dürfen, sei stolz darauf, Gott dienen zu dürfen! "Niemand kann zwei Herren dienen!" Merke dir dies, du Jugend! Du kannst nicht die Welt in gleichem Maße lieben wie Gott! Du kannst dich nicht der sinnlichen Liebe hingeben und zugleich Gott aus ganzem Herzen lieben, du kannst nicht die Gebote Gottes missachten und dabei auf die Hilfe Gottes warten!

"Sorget nicht ängstlich und saget: ‚Was werden wir essen und trinken und wie werden wir uns bekleiden?‘ Um all das kümmern sich die Heiden. Euer Vater im Himmel weiß ja, dass ihr dies alles braucht. Suchet also zuerst das Reich Gottes, und alles andere wird euch dazugegeben werden." Gehet auf das Wesentliche:

Die charakterliche Formung als Gottesstreiter; gehet auf Maß und Ordnung, Zucht und Reinheit von Leib und Seele, dann wird die Kraft und Schönheit des Gotteskindes immer aus euren Augen leuchten – und alles wird euch kleiden, und alles wird euch zum Heil gereichen!

 

15. Sonntag nach Pfingsten – St. Najim 5. n. Chor

die Gewalt der Wandlung, führt uns als Fürbitter dieses Tages die Mutter von Naim vor Augen, denn immer wieder wird unsere Seele einmal jener der weinenden Witwe gleichen, die allein zurückbleibt, während man ihr Liebstes zu Grabe trägt. Immer bleiben wir hilflos zurück, wie es heute im Introitus heißt: "Herr, neige Dein Ohr zu mir und erhöre mich, denn hilflos bin ich und arm." Aber hat nicht unser Herr gesagt, Er werde jegliche Träne abwischen von ihren Augen? Er wandelt ja nur, Er trennt doch nicht für immer; Er macht sie neu, die vor uns zu Ihm gegangen sind. Er gibt ihnen "ein neues Lied in den Mund, ein Jubellied für Gott". Gott wandelt vom Zerfall des irdischen Leibes, dem wir alle ausnahmslos unterworfen sind, zum Neuwerden unseres ganzen Seins für eine ganze Ewigkeit. Er macht den Alten jung, den Hässlichen schön, den Blinden sehend, weil Er uns liebt. Der Arme wird reich durch Ihn, der Kranke gesund, der Verlassene glücklich.

Immer wird Maria als unsere Mutter uns begleiten, weil wir nicht mitgehen können "vor das Stadttor" des irdischen Lebens. Immer wird sie ihre Tränen um uns hinhalten und ihre Hände ausstrecken, damit der Herr uns erwecke zur Seligkeit, und der barmherzige Herr wird Seiner Mutter nicht widersprechen können und wird unserer Seele sagen: "Steh auf!" Und dann werden die Mutter und alle heiligen Engel uns heimholen dürfen in die himmlische, ewige Gottesstadt.

 

16. Sonntag nach Pfingsten – St. Rachiel 7. Chor

der Engel der Macht der Liebe in der Ordnung Gottes, ist heute unser Fürbitter. Von ihm heißt es: "Er trägt die geordnete, harmonische Liebe Mariens uns als Vorbild heran, die wie ein goldener Reif um Gott liegt, an allen Punkten gleich weit und nah von Gott entfernt. Die Ordnung in der Liebe bringt zugleich das harmonische Wachstum der Seele hervor und löst alle Un-Ordnung, die durch die Sünde kommt. Die Ordnung in der Liebe zieht das Kind zu den Eltern und die Frau zum Mann, zum Herrn, den Menschen zur Heimat und die Formen aus der Vielfalt wieder zur Vereinigung. St. Rachiel weitet das Herz des Menschen zu Ruhe, Weite und Tatkraft und belebt Sinne und Seelenkräfte durch die geordnete Liebe."

An diese Liebe denken wir bei der Epistel des heiligen Apostels Paulus im Messtext dieses Sonntags: "Gott möge euch nach dem Reichtum Seiner Herrlichkeit verleihen, dass ihr durch Seinen Geist dem inneren Menschen nach erstarket ... und dass ihr selbst in der Liebe festgewurzelt und gegründet seiet. So möget ihr mit allen Heiligen begreifen die Breite und Länge, Höhe und Tiefe und auch die Liebe Christi verstehen ...", sie ist nicht maßlos, sondern voll Göttlichen Maßes, das freilich alles Erkennen übersteigt. In dieser Ordnung der Liebe Gottes liegt die Weisheit der Struktur von Kirche und Gesetz, Aufbau und Auswirkung der Gnadenschätze aus der Fülle Gottes.

 

17. Sonntag nach Pfingsten – St. Gratiel 6. h. Chor

der Engel der brennenden Hingabe an Gott. Wenn der Herr ihn schauen lässt, so sieht man ihn immer kniend. Hingabe ist ja das Preisgeben des eigenen Ich, das Verschenken seiner selbst – und ist es da verwunderlich, wenn der Engel der Hingabe uns zeigt, dass wir Gott unsere Gabe kniend darreichen sollen? Wir feilschen ja nicht wie Krämer, wir müssen Gott auf den Knien danken, dass Er uns überhaupt annimmt, so befleckt und wertlos wie wir sind. Die Kraft zur Hingabe ist Gnadenkraft und Berufung. Berufung aber verlangt Befolgung. "Ich bitte euch, wandelt würdig der Berufung, die euch zuteil geworden ist, in aller Demut und Sanftmut. Seid geduldig und ertraget einander in Liebe. Seid eifrig bestrebt, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens." (Epistel) Hingabe ist immer unsere Antwort auf den Liebesanruf des Herrn und wird bestätigt durch die heiligen Gelübde, durch die Priesterweihe, durch den Ordenseintritt, durch das Martyrium und den Tod. Immer sind wir überzeugt, dass die Liebe das erste und größte Gebot ist, die erste und größte Forderung Gottes. Je brennender die Liebe, desto glühender das Verlangen, sich Gott restlos und für immer zu schenken und nichts davon zurückzubehalten. Dies soll auch das Räucherfass in den Händen St. Gratiels bedeuten, dass alles Gott in Ehrfurcht geschenkt sei, Leben und Liebe, Sein und Werk.

 

Quatemberwoche im September – Die Tabernakel-Engel

Der Herr ist der Edelweizen, Den wir als Brot dem Himmlischen Vater zum Erntedank darbringen. Er ist der Eckstein, an Dem sich alles scheidet. In das Wasser des Lebens gefallen, zieht Er ununterbrochen schwingende, lockende, wellenförmig auslaufende Kreise über unser Leben; wir entrinnen Ihm nicht. Nach den gleichen Gesetzen schwingt auch der Schall Seiner Worte und ruft uns zur Antwort auf.

Um jeden Tabernakel sind sieben Tabernakelengel. Der erste, der die Schwingung der Liebe aus dem Tabernakel auffängt, ist St. Chaled, der die Kerzen anzündet und die Matutin betet in dem Jubel des ersten Schwingkreises: "Gott, unserm Helfer, jauchzet zu, stimmt an den frohen Psalm." Als Engel Mariens und aller heiligen Orte hält er das erste und hellste Licht dem Herrn entgegen im Namen der Jugend. St. Tarael singt schon um eine Terz tiefer; er fängt den Lockruf des Herrn an Seine Priester auf, an Seine Gottgeweihten. Früh sollen sie aufstehen und in der Laudes den Herrn loben: "Wer ist wie unser Gott, Der hoch herniederschaut auf Himmel und auf Erde?"

St. Lelajah hat eine Stimme wie eine Morgenglocke. Er betet die Prim im dritten Schwingkreis und ruft die Pfarrfamilie zum Tabernakel: "In jenen Tagen versammelt sich alles Volk um Esdras, den Priester, und bat, er möge das Buch des Gesetzes holen. Und er las laut vor, indes das ganze Volke aufmerksam den Worten des Buches lauschte."

St. Hajim steht in der Mitte als Engel der Wandlung. Er klopft an die Herzen der Menschen, damit auch sie sich wandeln lassen sollen. Er betet die Terz und Sext im Ton der Mutter Maria im vierten Schwingkreis. Es klingt in ihm das Wort aus dem Evangelium: "Wenn du glauben kannst ..., dem, der glaubt, ist alles möglich ..." Glaube, und es wird dir geschehen!

St. Habejah, der Engel der Sendung, liest das Evangelium des Quatember-Freitags mit dem vollen, tiefen Klang von Bischofsworten: "Gerade sind die Wege des Herrn, und die Gerechten wandeln auf ihnen. Die Sünder aber kommen zu Fall." In dem weiten Wellenschlag des fünften Schwingkreises betet er die Non: "Kommt, lasset uns niederfallen vor dem Herrn, denn Er ist ja der Herr!"

St. Frugiel liest die Vesper im Ton des Geopfertseins, steht er ja für die Torheit des Kreuzes hier inmitten der "Frommen", der Pharisäer, die sich auf Kosten der Kirche Wohntürme bauen für ihre Hartherzigkeit, ihren Stolz und ihre Gier. Kein Schwingkreis kann sie erschüttern – bis Gott die Fesseln Seiner Engel löst und sagt: "Sehet den unfruchtbaren Feigenbaum, hauet ihn um!"

St. Phased leitet den letzten, tiefsten Schwingkreis hinaus ins Dunkel des geistigen Todesschattens. Er betet die Komplet an der Türe zur Ewigkeit im Ton des Zöllners und Schächers, der doch vor allen Engeln wie ein tiefer, voller Orgelton klingt: "Herr, wer ist Gott wie Du, Der du die Schuld hinweg nimmst und Deinem Eigentum die Sünden nachsiehst?"

 

18. Sonntag nach Pfingsten – St. Eliazim 6. v. Chor

der Fürst der Gnade, ist wohl einer der schönsten himmlischen Geister, die uns Gott je vor Augen stellte, aber auch einer der am meisten von Dämonen umkämpften Engel. Wie St. Aralim Enneth der schwächste unter allen Thronen ist, so gilt er, der zarteste unter allen Versiegelten Fürsten, einer leuchtenden Blüte gleich, als eine Herausforderung des Himmels an die Hölle. Seine Aufgabe ist schwer: Er steht zu Füßen seiner Königin und lenkt die Gnadenströme in der Richtung ihrer Mutteraugen, ihrer Mutterhände. Und weil er Fürst ist, Verwalter, so kann er auch viele Gnaden in noch verdunkelte Länder leiten zu suchenden Menschen, zu ringenden Seelen, wenn das eigene Volk aus Verschlafenheit, aus Müdigkeit und Gleichgültigkeit nicht nach den Gnadenschätzen verlangt. Immer wird die Gnade bereite Herzen finden durch die nie verlöschende Kraft des zur Erde geflossenen Blutes Jesu am Kreuz.

"Brüder, ich danke meinem Gott allezeit für die Gnade Gottes, die euch zuteil geworden ist in Christus Jesus. Denn durch Ihn seid ihr in allem reich geworden in jeglichem Wort und in jeglicher Erkenntnis ... so mangelt es euch an keiner Gnade."

 

19. Sonntag nach Pfingsten – St. Sesachar 6. v. Chor

einer der sieben Versiegelten Fürsten und Verwalter über die Gezeiten, ruft uns in der Epistel zu: "Brüder, erneuert euch in eurer Gesinnung und ziehet an den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Der Mensch arbeite und erwerbe sich so mit seinen Händen Hab und Gut, um den Bedürftigen davon mitteilen zu können."

St. Sesachar ist der Fürst (Verwalter) des Tages, des Tageslichtes, der Helligkeit überhaupt, aber auch der Tätigkeit. Er ist vor Gott immer Knecht, Arbeiter, immer bereit für einen Auftrag Gottes wie jene Knechte, die in der Frohbotschaft vom König ausgesandt wurden, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Damals wie heute hatten und haben die Menschen nicht Zeit. Für Gott Zeit zu haben, dazu gehört viel Liebe, viel Willenszucht, viel Mut und viel Treue. Wohl finden wir in der Not zu Gott; aber nur dann, wenn wir auch ohne Not Zeit haben für Gott und zum täglichen Hochzeitsmahl kommen in hochzeitlichem Kleid, wird der Herr sprechen: "Dein Heil bin Ich; in jeder Not, in der du zu Mir rufst, will ich dich erhören!"

 

20. Sonntag nach Pfingsten – St. Orphar 6. v. Chor

der Versiegelte Fürst, wird "Der Liegende" genannt, weil er der Fürst (Verwalter) des Schlafes ist, der Entspannung, der Ruhe, aber auch der Dunkelheit, des nächtlichen Gebetes. Er ist der Fürst der Willenszucht, der den Mönchen beim nächtlichen Chorgebet hilft, der den Arbeitern in der Nacht hilft und sie vom Alkohol abhält. "Brüder, sehet zu, dass ihr vorsichtig wandelt, nicht wie Toren, sondern wie Weise. Nützet die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Seid daher nicht unverständig, sondern erkennet, was der Wille Gottes ist. Berauschet euch nicht mit Wein, darin liegt Ausschweifung ..." (Epistel)

Die Nacht ist der Kampfplatz der Mächte der Finsternis. Um diese Zeit fühlen sie sich am wohlsten und mächtigsten. Bitten wir doch diesen großen Fürsten um seinen mächtigen Beistand, wenn wir des Nachts von den Peinigern geäfft, geschreckt, bedroht werden! Gott will, dass wir uns Hilfe erbitten, und Er lässt auch oft harte Kämpfe zwischen Engeln und Dämonen zu, damit sich jedes Geschöpf seiner endlichen Macht und seiner absoluten Abhängigkeit von Gott bewusst bleibe und Er allein den Kampf beenden und den Sieg geben kann. Aber immer ist der Engel – auch im härtesten Kampfe – durchflutet und eingehüllt von der visio beatifica, und schon allein deshalb ist er Mensch und Dämon weit überlegen. Er kann höchstens, wenn wir zu wenig vertrauensvoll und zu wenig gläubig beten, uns zu wenig helfen und abgedrängt werden. Je unerschütterlicher wir aber glauben und vertrauen, desto sicherer wird uns die starke Hilfe der Engel werden.

 

21. Sonntag nach Pfingsten – St. Sabritiel 6. v. Chor

Dieser Versiegelte Fürst hat uns – gerade im Hinblick auf die Messtexte an diesem Tage – viel zu sagen. Er ist der Fürst über den Baustoff der Erde, den wir Kalzium – oder in der Natur Kalk – nennen. Er ist aber gleichzeitig auf uns bedacht, dass wir unserem Willen zu Gott Festigkeit, "Rückgrat", geben und nicht in unserem Eigenwillen versteifen und unser Rückgrat in Hochmut verkalken lassen. "O Herr, in Deiner Macht liegt alles; niemand vermag Deinem Willen zu trotzen" (Introitus); Trotz wäre Verkalkung und Versteifung unseres Willens zum Bösen, denn der Böse sagt uns: "Beuge dich niemandem, nur vor dir selbst!"

Die Waffenrüstung Gottes muss kraftvoll sein, "ergreifet sie, damit ihr am bösen Tage widerstehen und in allem unerschütterlich standhalten könnt". (Epistel) Mit wehleidigen, sich selbst bemitleidenden Menschen, die wie ein Rohr im Winde hin und her schwanken, können die heiligen Engel in den Tagen des großen Kampfes nicht viel anfangen! Wie das "unechte Rückgrat" aussieht und seinen Lohn empfängt, sagt ja heute die Frohbotschaft: Wer wohl vor seinem Herrn Verbeugungen macht, aber hinter seinem Rücken seinen Mitmenschen durch sein "steifes Rückgrat", das sich nicht erbarmungsvoll neigen will, sondern lieber den anderen verletzt, Schaden zufügt, besonders durch Sünden gegen die Liebe, dessen seelische Verkalkung kann nur durch Feuer zerrieben werden.

 

22. Sonntag nach Pfingsten – St. Iriel 6. v. Chor

der Versiegelte Fürst, ist anders als St. Sabritiel, man könnte sagen, der Gegensatz dazu: Er ist der Verwalter des Baustoffes Öl in allen seinen Formen innerhalb der Schöpfung. Er will aber auch unsere Hände gelenkig erhalten für die Arbeit im Reich Gottes und gütig für die Not des Nächsten. Er will unser Herz weich und zugänglich machen auch für leise Mahnungen und Wünsche Gottes, wie für die Anpassung an die Gemeinschaft in Gott durch Friedensliebe und Eintracht. Davon spricht das Graduale: "Sehet, wie gut und lieblich ist's, wenn Brüder traut (in Eintracht) beisammen wohnen. Es ist wie Salböl auf dem Haupt ..." Reich an Frieden sind jene, die Dein Gesetz, o Gott, lieben; es gibt für sie keinen Anstoß. Heilend und heiligend fließt ihre Rede aus ihrem Mund, und alle ihre Wege sind Gott offenbar. Denn Er, unser Herr, ist der Urheber aller Frömmigkeit. Er wird das gute Werk, das wir begonnen mit Seiner Kraft, in uns auch vollenden.

Du großer heiliger Engel, hilf uns, dass Güte, dem Öl gleich, unser Wort und unser Werk bestimme, die Wogen von Streit und Zwietracht wieder glätte und heilend und heiligend für unsere Umgebung sei!

 

23. Sonntag nach Pfingsten – St. Tanael 6. n. Chor

Er ist der Engel der Kinder, auch der kindlich ungestümen Bitten, der kindlichen Liebe zur Natur, der Freude am geheimnisvollen Leben in der Natur, das sich in den Kindermärchen spiegelt, Engel der Fürsorge zwischen Mutter und Kind.

Die Brücke zwischen ihm, der nun die Kinder über ihre ersten großen Schulsorgen hebt und den Müttern die Fürsorge für ihre Kinder eingibt, und den Messtexten an diesem Tage bilden wohl das Evangelium. Unser Herr erweckt das Töchterlein des Jairus wieder zum Leben. "Mägdlein, steh auf!", und es stand auf. Aber unser Herr gibt auch den ungestümen Bitten der kranken Frau nach, die wohl weiß, dass Jesus zuerst lehrend zu den Seinen geht, aber in kindlichem Gemüt das Rechte dachte: "Wenn ich nur den Saum Seines Kleides berühre, werde ich gewiss gesund werden." So denken die gläubigen Kinder, deren Herz noch kein Zweifel berührt hat. Und darum sieht auch Jesus in dieses einfache Herz und sagt: "Dein Glaube hat dir geholfen". Möchten wir doch auch so glauben können.

 

24. Sonntag nach Pfingsten – St. Cassiel 6. n. Chor

In einer großen Gegensätzlichkeit sehen wir heute diesen Stillen Fürsten vor dem Altar stehen. Wohl hören wir, dass unser Herr wiederum heilt und dass Er den kindlich geraden, ehrfürchtigen und festen Glauben des Hauptmannes so lobt, dass wir noch heute täglich die Worte dieses Heiden vor der heiligen Kommunion beten: "Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele (mein Knecht) gesund". Aber schon hören wie die prophetischen Worte Jesu: "Die Kinder des Reiches aber werden hinausgeworfen in die Finsternis ..."

Groß zeigt St. Cassiel auf dieses Wort: Die Schuld der Menschen – die Kinder und Erben des Himmels nicht ausgenommen – wird schließlich zum Himmel schreien. Der Skorpion der Macht- und Geldgier – wir nennen ihn vielfach Materialismus – mit seinen sieben Ringen um den Leib, die da heißen: Verhärtung gegen Gott, Lebensgier und Lebensüberdruss, Willensknechtung, Magie und Sektentum, Betrug (so schön "Diplomatie" genannt), Hohn und Spott gegen Kirche und Religion, dieser Skorpion knechtet heute die Menschheit, sei es im kalten Krieg oder im offenen Blutbad.

Wahrhaft still trägt St. Cassiel den schweigenden Jammer Seines Herrn und des ganzen Corpus Christi Mysticum. "Aus der Tiefe schreie ich zu Dir, o Herr! Herr, höre mein Rufen!" Mit Jesus, mit Seiner Mutter und allen Seinen Engeln halten die Unterdrückten und Geknechteten in allen gottlosen Ländern ihre Arme dem Vater im Himmel entgegen. Und der Vater wird sie alle heimführen aus ihrer Not, aus ihrer Gefangenschaft, "von überall her"!

 

25. Sonntag nach Pfingsten – St. Graphiel 6. n. Chor

Mitten zwischen Weizen und Unkraut, das heute über die ganze Erde wuchert und von dem unser Herr im Gleichnis der Frohbotschaft dieses Tages zu Seinen Knechten (den Engeln) sagt: "Lasset beides wachsen bis zur Ernte", steht der Stille Fürst St. Graphiel mit der Posaune der Endzeit. Das Bösgeistige überwuchert die Intelligenz im Atheismus und Materialismus und Freidenkertum, es überwuchert die breiten Volksmassen im Kommunismus und Klassenkampf. Sogar der Heilige Vater kann über große Teile seiner gefährdeten und verfolgten Kirche keine Übersicht mehr bekommen; er sieht nur mehr mit den Augen der Liebe Gottes und leidet mit dem Herzen unseres Herrn.

St. Graphiel, "Schwertschneide Gottes", steht den Getreuen bei in der Torheit des Kreuzes, das heißt: Zu kämpfen im Bekämpftwerden, zu siegen im Besiegtwerden, zu erreichen durch Verlieren, zu reden durch Schweigen. "Vor allem habet die Liebe, sie ist das Band der Vollkommenheit, und der Friede Christi wohne in euren Herzen; dazu seid ihr als ein Leib berufen", hören wir in der Epistel. Und wenn es in der Apokalypse von diesem Engel heißt, er bekomme den Auftrag, die vier schwarzen Engel an den Ufern des Euphrat (also am Lebensstrom der Menschheit) loszubinden, damit sie Krieg, Seuche und Hunger und Tod über ein Dritteil der Menschen bringen sollen, so wollen wir uns unter den Schutzmantel unserer barmherzigen Mutter, der Immerwährenden Hilfe, flüchten und alles annehmen, was der Herr der Ernte mit uns vorhat. Wenn wir nur Weizen sein dürfen, wenn wir nur Seine Liebe haben, dann ist alles recht.

 

26. Sonntag nach Pfingsten – St. Anophiel 6. n. Chor

Wie St. Graphiel, der Fürbittengel des vergangenen Sonntags, so ist auch St. Anophiel ein Stiller Fürst, ein Schutzengel der heiligen Kirche. Auch er ist Engel der Endzeit und darum auch Engel unserer Tage. Auch er trägt eine Posaune: Die vierte. Von ihm heißt es: "Der Engel stieß in die Posaune, da wurde der dritte Teil der Sonne getroffen (Bild für das Reich Christi und die Erkenntnis der Menschen), und der dritte Teil der Gestirne wurde verdunkelt" (Bild für die gewaltigen Atompilze am Himmel, aber auch für die Reiche auf Erden).

Der Mensch von heute wird sich im Dunkel (vor allem im Dunkel des herrschenden Weltgeistes) entscheiden müssen für oder gegen Gott. Nur die Adler-Seelen vermögen die letztliche, dunkle Liebe Gottes zu erkennen und die verdunkelten Herzen zu finden, sie für die Liebe Gottes zu wecken und durch diese Zeit zu führen. Der Herr ist ja vor uns. Er sagt: "Ihr werdet zu Mir rufen, und Ich werde euch erhören. Heimführen werde Ich euch aus der Gefangenschaft (der Knechtung durch Menschen oder Naturkatastrophen) von überall her." Denket an das Gleichnis vom Senfkörnlein! Auch heute wird ein einzelner Gerufener eine große Schar heimbringen können und eine kleine Herde viele große Gemeinschaften.

 

27. Sonntag nach Pfingsten – St. Alphareth 4. n. Chor

der Fürst der Antwort, der Träger des Regenbogens des Friedens zwischen Himmel und Erde, betet mit allen Engeln und Heiligen für uns: "Brüder, wir hören nicht auf, für euch zu flehen, ihr möchtet erfüllt werden mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller Weisheit und geistigen Einsicht, auf dass ihr würdig und in allem Gott wohlgefällig werdet." Wir wollen danken und uns an das Wort des Herrn in der Communio halten: "Wahrlich, Ich sage euch, ihr möget im Gebete begehren, was immer es sei. Glaubet nur, dass ihr es erhaltet, und es wird euch zuteil werden."

St. Alphareth ist aus dem Chor der Herrschaften und somit Engel der Liebe. Darum muss auch heute, am letzten Sonntag, unsere Antwort an Gott Liebe sein: Liebe als tiefste Anbetung, Liebe als innigster Dank für alles, Liebe als Hingabe und Weihe und endlich Liebe als Fürbitte und Liebesreue. Und selbst wenn wir auf Trümmern stehen sollten – wenn wir die Liebe haben, haben wir alles, und wenn wir die Liebe Gott darbieten, dann sind wir gerettet.

 

Letzter Sonntag im Oktober – St. Elion 1. Chor

ist der Seraph des Vaters, Träger der Liebe und Gerechtigkeit, der Majestät und der Richtergewalt. Er heißt "der Starke" und singt den Introitus: "Gott, gib Dein Richterrecht dem König, dem Königssohn Dein Herrscherrecht!" und: "Sein Herrschertum ist ewiges Herrschertum, nie wird es Ihm genommen; Sein Königtum gehet nie zugrunde".

St. Elion ist mit dem Seraph des Sohnes (Jessi – "Der Held") und mit dem Seraph des Geistes (Amen – "So ist es") zusammen das Feuerrad der Endzeit, der Jüngsten Tage. So ruft der eine: "Angebrochen ist die Zeit des Königs", und der zweite ruft: "Wachet auf! Wachet auf!", und der dritte ruft: "Heilig, heilig, heilig bist Du, Herr, Gott der Heerscharen!" Und wenn die Welt voll Angst beim Brausen der Wasser rufen wird: "Bist Du, Christus, denn wirklich ein König? Also doch ein König?", wie einst Pilatus es sagte, dann wird der Herr auch hier sagen – aber nicht mehr mit dem Spottmantel bekleidet: "Ja, Ich bin ein König! Ich bin dazu in die Welt gekommen, dass Ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Und jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme!" (Joh. 18,48-49).

 

An den Herz-Jesu-Freitagen – St. Belohim 3. Chor

Die Wesenheit aller Throne liegt in der Anbetung. Der Sinn der Herz-Jesu-Freitage liegt in der Anbetung. Anbetung ist das schönste und werthafteste Tun aller Geschöpfe, und das Herz des Herrn ist die kleine Türe – wie das Nadelöhr in der Mauer von Jerusalem –, die imstande ist, die gesamte Schöpfung aufzunehmen in ihrer Anbetung und sie zum Thron des Vaters hin zugeleiten. Die Anbetung in der Höhe der Throne ist für uns nicht fassbar. Würden wir uns die Anbetung des Menschen so in der gleichen Größe vorstellen wie Bethlehem im Vergleich zur ganzen Welt, so haben wir ein Maß. Und würden wir uns die Sonne vorstellen als lebendes Geschöpf, begabt in einer ihr entsprechenden Stimme – und dabei ist sie gegen einen Thron wie eine leuchtende Nuss in den Händen des gewaltigen Engels –, so haben wir wieder ein Maß. Und Gott neigt Sich – neigt Sich am Thron vorbei und an der Sonne vorbei bis tief hinunter, an Bethlehem und Golgotha vorbei bis zu deinem winzig kleinen Sein, o Mensch, und geht in dein Herz ein und wartet in Liebe auf deine Anbetung.

Kannst du diese Spanne der Anbetung messen? In diesem Licht musst du auch St. Belohim sehen, den erschreckend großen Thron, der den Willen aller Geschöpfe zu Gott trägt, ihren Starkmut, ihren dunklen Glauben, ihre Standhaftigkeit. Er ist mit seinem blutroten Gewand von der Erde zum Himmel wie eine rotgolden leuchtende Treppe, die er zu beiden Seiten mit seinen geflügelten Armen abschirmt.

Wie es zwölf Herz-Jesu-Freitage im Jahr gibt, so kannst du zwölfmal diesen Thron, und zwar immer in anderer Beleuchtung, in anderer Sicht sehen, und immer vermittelt er dir eine neue Erkenntnis, eine neue Gnade, die du dir an diesem Tag erbitten kannst.

So kannst du ihn betend betrachten als Träger des Starkmutes in alles Leben der Schöpfung, in die Weisheit und Gerechtigkeit.

So kannst du ihn bewundern, wie das Feuer der Liebe durch ihn starkmütig wird, voll Statik, Glut und Kraft. So kann er dich führen durch Sanftmut und Geduld zum heroischen Starkmut in Prüfung und Leiden.

So zeigt er dir den Willen unseres Herrn Jesus Christus als Gottmenschen zum Gehorsam gegen Seinen Vater. So wird er dich den Willen der Gottesmutter zur Erlösung und zum Kreuz erkennen lassen.

So zeigt er dir den Willen des Vaters zur Genugtuungstat Seines Sohnes als Schwert, das Sein Sohn zerbrechend zerbricht.

So siehst du durch ihn: Die Wurzel aller Standhaftigkeit kommt aus dem Feuer der Liebe. So siehst du durch ihn: Die Blüte aller Standhaftigkeit kommt aus dem Wasser der Gnade. So siehst du durch ihn: Die Frucht aller Standhaftigkeit kommt aus dem Licht der Erkenntnis. Und er wird dir zeigen die Schönheit alles Bekennertums in der Torheit des Kreuzes. Und er wird dir zeigen die Unerschütterlichkeit des Bekennertums im Blut der Martyrer.

Er wird dir zeigen die zwingende Kraft des Bekennertums im dunklen Glauben. Zwölfmal kannst du St. Belohim betrachten, zwölfmal mit ihm anbeten.

 

Erster Samstag im Monat zugleich Herz-Mariä-Samstag – St. Jessim 3. Chor

ist Thron. Von ihm heißt es: "Er trägt das Geheimnis des dunkeln Glaubens, der dunkeln Hoffnung, der dunklen Liebe, der Mystik als fest gefügte Säule hinein in den Aufbau der heiligen Kirche und der gesamten Schöpfung. Er leitet in sich alle geheimen Brunnen und Kraftquellen zu den Heiligen, zu allen heiligen Orten und Zeiten und von ihnen hinauf zum Thron Gottes."

Die Mutter des Herrn trägt in ihrem Herzen die Schwerter, das Unbefleckte Herz Mariä ist nicht bloß mit schönen, süßen, duftenden Rosen umwunden. Die Schönheit des Herzens leuchtet aus den blutroten Wunden, die es um des Sohnes willen, die es um unsertwillen empfangen hat.

Auch das Herz der Mutter ist geöffnet worden. Und der Sohn hat in dieses Herz den Priester hineingelegt, die Kirche und Sein Volk. Wenn wir also heute des Priesters gedenken, des Nachfolgers und Stellvertreters Christi, zu Dem der Vater sagte: "Mein Sohn bist Du", so sollten wir gleichzeitig auch der Mutter Jesu gedenken, zu der Jesus Christus sagte: "Siehe deinen Sohn" und auf Johannes, den Priester Seiner Kirche deutete. Und so ist im reinsten Herzen Mariä die Wohnung für ihren Sohn, den "Hohenpriester nach der Ordnung des Melchisedech", zugleich aber auch die Wohnung für alle Priester, die nach Johannes gekommen sind und kommen werden bis zum Ende der Zeiten. Es heißt in der Epistel: "Obgleich Er Gottes Sohn war, hat Er aus Seinem Leiden Gehorsam gelernt." Seine Mutter hat Ihm schon vor der Geburt das "Ecce ancilla Domini, Fiat mihi secundum verbum Tuum" vorgesprochen, im dunklen Glauben, im dunklen Vertrauen, in der dunklen, blinden Liebe. Darum fließen alle Brunnen und Kraftquellen von Gott her zu Engeln und Heiligen und über die ganze Schöpfung zuerst durch Maria, die im Herzen Gottes wohnt!