1. Oktober – St. Mirachiel 7. Chor

Mit einem ganz starken Licht, das nicht nur von außen her auf unsere Sinne wirkt, sondern vielleicht noch mehr von innen nach außen bricht und die Seele weitet und dehnt, steht dieser große Engel, der heute unser Fürbitter ist, vor uns. Es ist St. Mirachiel, der Engel der Glaubenskraft. Der Chor der Mächte, dem er angehört, ist einer der für uns am schwersten verständlichen. Er liegt an der obersten Grenze des Ringes der Erlösung, und man könnte ihn am ehesten mit einem Umspannwerk vergleichen, das ebenso sehr die Kraftströme des Himmels in die Erdspannung, die uns Menschen erträglich und notwendig ist, umleitet, wie auch unsere Antwort mit jener Himmelsmacht versieht, womit sie lebendig und ungeschwächt durch diese Himmelszonen vor den Thron Gottes gelangen kann. Alle oberen Chöre – vom ersten bis zum sechsten – sind Träger eines großen Kraftstromes, entweder der Liebe oder des Wortes oder des Lebens. Die anderen beiden Kraftströme treten immer stark hinter diesem einen Hauptkraftstrom zurück. Hier aber, im Ring der Erlösung, fließen alle drei Ströme wie in ein gemeinsames breites Strombett zusammen.

Innerhalb des Chores der Mächte haben wir die sieben Mächte des Glaubens, welche den Strom des Lebens über die Throne und Fürsten empfangen; die sieben Mächte der Hoffnung, welche den Strom des Wortes über die Cherubim und die Gewalten empfangen; und den Strom der Liebe, welcher über die Seraphim und die Herrschaften auf die sieben Mächte der Liebe herabkommt. Die zwölf Mächte der Kirche empfangen bereits alle Ströme gleichzeitig und ebenso die unter ihnen stehenden Erzengel und Engel.

Der Chor der Mächte ist in seiner Erkennbarkeit von den anderen Chören unterschieden durch die schweigende Kraft des Göttlichen "Werde!", das er trägt, und durch das innere Anspannen, Weiten und Umformen der Seelen. Die Mächte des Glaubens gleichen in ihrer Statik einem vielfach geschliffenen Kristall, welcher das Gotteslicht mit großer Intensität aufnimmt und ebenso machtvoll nach allen Seiten ausstrahlt. – Die Mächte der Hoffnung könnte man eher einem quellenden Samenkorn vergleichen, das mit großer, innerer Kraft seine Hüllen dehnt und zum Licht strebt, und bei den Mächten der Liebe wird man an einen unbezwingbaren, himmlischen Glockenton denken, der das Herz weitet, dass es glaubt, zerspringen zu müssen.

St. Mirachiel trägt als Symbol einen solchen ganz hell leuchtenden Kristall, bei dessen Lichtkraft man nicht unterscheiden kann, ob er dieses Licht innen oder außen hat. Dies bedeutet die Glaubenskraft, welche, von Gott ihr Licht und ihre Macht empfangend, die Seelen weitet und stärkt, alle Verdunklung aufhellt, alle Verworrenheiten in der Klarsicht auf Gott überwindet und die Kraft gibt, die Schlinge des Bösen, mag sie noch so fein verdeckt sein, zu zerreißen.

Gebet: Du großer Engel der Glaubenskraft, hilf uns in diesen Zeiten der Verdunklung und Verworrenheit, dass unsere Kraft nicht ermatte, unser Bekennertum immer stärker werde und wir für unseren Glauben lieber sterben, als ihn verleugnen. Amen.

 

2. Oktober – St. Ezechiel 6. h. Chor

Viel haben wir ihm zu danken, diesem guten Engel. In seine stillen und gütigen Hände hat der Allmächtige Gott ein Samenkorn gelegt, das er heute dem Herrn hinhält: Es ist das Schutzengelamt.

"Lobpreiset den Herrn, ihr alle Seine Engel, ihr Kraftgewalten! Vollstrecker seid ihr Seines Wortes, sobald ihr Seiner Weisung Laut vernommen."

Wenn ein Schutzengel vom Herrn aufgerufen wird, das heißt also, sobald einer der Millionen Engel vom Herrn zum Schutzengelamt berufen wird, eilt er mit Blitzesschnelle zum Thron des Allerhöchsten. Dort übernimmt er den Befehl, die Weisung. Dann wendet er sich zu seiner Königin. Sie ist die Mutter der Lebendigen, sie wird nun, da er Bruder eines Menschen werden soll, auch seine Mutter. Unter ihren Augen legt er alles ab, was ihn bis jetzt zierte: Alle seine Pracht und Macht. Er kniet nieder im einfachen Arbeitskleid, das alle Schutzengel gemeinsam haben. Nur seine Wesenheit, seine Aufgabe bleibt ihm in dem abgeschwächten Grad eines Engels des 9. Chores. Und dann nimmt ihn die Mutter an. Er darf durch sie, die über der Erde und über dem Himmel und über allem Geschöpflichen steht, hindurch ziehen wie durch einen Dom, wie durch das Elternhaus, und nun sieht er mit anderen Augen hin zum Bruder, für den der Herr am Kreuze verblutete, nicht mehr hinab zum Menschen. Seine Seligkeit, die ihm unverändert bleibt, hat jetzt eine neue, wunderbare Färbung bekommen. Es ist, als wäre er irgendwie Mutter geworden; er darf nun selbst das Opfer erleben, das sonst ein Engel nicht erlebt. So ist das Schutzengelamt, das den Engeln nach ihrer Prüfung eröffnet wurde, die Vollendung; in ihrem den Mensch-nahe-Werden erleben sie in diesem Amt das Begleiten des Herrn zum Erlösungswerk auf Erden.

St. Ezechiel, der Hohe Fürst, steht in seiner Stellung zu zweit mit dem Erzengelfürsten St. Jophiel. St. Jophiel ist der Engel der Tiefe und Innerlichkeit, der "Umpflüger", der Engel der Buße und Sühne. St. Ezechiel ist der Engel der Statik, der Zielstrebigkeit und Standhaftigkeit. In dem wunderbar harmonischen Aufbau des Chorteiles der Hohen Fürsten gibt ein Engel dem zweiten durch seine eigene Wesenheit die Färbung und Formung. So gibt St. Jophiel seinem Bruder St. Ezechiel die große Sehnsucht nach Gott, den Willen zur Sühne, das Streben nach Innerlichkeit; St. Ezechiel aber gibt seinem Bruder St. Jophiel die Statik in der Tiefe, die Zielfestigkeit beim Umpflügen, die starke, ruhige Hand. Beide zusammen sind im siebenfarbigen Regenbogen der Königin das Violett, das sich einerseits zum Blau der Treue, anderseits zum Rot der Hingabe neigt. Sie sind der Akkord der Sehnsucht und Einfachheit, den wir mit a-moll bezeichnen können. – St. Jophiel trägt als Symbol die Muschel des Rauschens der Meere, das sowohl Bild der Sehnsucht zu Gott als auch Bild der Wanderschaft zu Gott ist. St. Ezechiel aber trägt als Symbol den einen Denar, denn eines nur ist notwendig: Gott; Einer ist unser Lohn: Gott. Dieser eine Denar ist heute das Samenkorn, das St. Ezechiel dem Herrn hinhält. So wird in der unaussprechlichen Liebe Gottes das Schutzengelamt zum einen Denar, den jeder Engel – ob zur ersten oder zur letzten Stunde – erringen kann und in dem Sich der Herr Selbst verbirgt, Er, der einzig wahre Lohn all der Seinen.

Gebet: Großer gütiger Freund und Engel mit dem einen Denar, richte unser Leben nach diesem einen Grundsatz "Gott allein genügt!", und lasse uns Schutzengel werden für unsere ganze Umgebung. Amen.

 

3. Oktober – St. Schemmajim 4. h. Chor

Die Liebe singt heute an allen Ecken und Enden, die sehnsüchtige und die erfüllte, die eifersüchtige und die ruhevolle, die brennende und die nüchterne, immer aber die ewige Liebe des Schöpfers im Zusammenklang mit der antwortenden Liebe des Menschen.

Ein wunderbarer Engel steht vor dem Thron des Allerhöchsten, anzusehen wie Morgenhimmel, anzuhören wie Glocken- und Orgelton. Es ist St. Schemmajim, der Engel des bräutlichen Jubels, aus dem Chorteil der Herrschaften von Hoher Gewalt.

Er steht hier als Zeichen des Friedens und der Versöhnung Gottes mit den Menschen. Er hat die Arme ausgebreitet, um den ganzen Jubel des liebenden Gottes über die Erde zu verströmen, damit sie aufwache aus ihrem Schlaf: "Komm, meine Schöne, es ist Zeit!"

So, wie ihn sein Name bezeichnet: "Vereinigung des Göttlichen Feuers mit dem Wasser des Lebens", so ist er auch in seiner Wesenheit und in seiner Aufgabe. Das Göttliche Feuer brennt alles weg, was der Göttlichkeit nicht entspricht, wenn sie sich zur Menschlichkeit herab neigt. Das Wasser des Lebens aber reicht die Mutter, alles Wunde heilend, und sie reicht es hinauf in die Göttlichkeit. So ist St. Schemmajim wie der Sieger, der das Irdische überwinden macht und alles in die Hände der Mutter legt. Sie, die ewige Braut, der ewigen Gottheit schönste geschöpfliche Krone und Zier, sie spiegelt sich in diesem Engel wider, der mit seiner mit Saiten bespannten Flöte Töne empor zujubeln imstande ist, welche eben nur zu diesem Göttlichen Geheimnis, das da ist die Braut Gottes, passen. St. Schemmajim, der Engel des Liebesanrufes Gottes, und St. Alphareth, der Fürst der Antwort, sind außerdem die Träger des "Regenbogens". Der Regenbogen über Maria bedeutet den Weg der Gnade Gottes zu den Menschen als Zeichen des Bündnisses Gottes in Liebe über Maria. So gehen die Gnaden alle über Maria, so gehen sie über den bräutlichen Jubel abwärts zur Erde und ragen in ihrer Antwort auf bis zu dieser Höhe in St. Alphareth, der sie wiederum in die Hände seiner Königin legt. Sie ist ja die einzig gültige Antwort der Schöpfung an den Schöpfer, die Mittlerin aller Gnaden, sie ist selber der Regenbogen des Friedens, den Gott über uns Sünder gespannt hat.

Weil St. Schemmajim ein Engel Mariens ist, so liegen auch über ihm der Schleier und der Duft des Geheimnisses der Liebe Gottes. Man darf sich nun aber nicht vorstellen, dass alle jene Menschen, welche St. Schemmajim irgendwie zu betreuen hat, nun ununterbrochen glückstrahlend in bräutlichem Jubel einhergehen würden. Gott verbirgt seine Geheimnisse unter dem Schutzmantel der Magd des Herrn, der Madonna della Strada. Er belässt die Seele im trockensten Alltag, in der bittersten Armut, in Verdemütigungen und Dunkelheiten. Nur in der Nacht der Sinne kann sie für Augenblicke das strahlende Glück erahnen und die innige Verbundenheit mit dem Herrn und Seiner Mutter. Jetzt führt sie St. Schemmajim im Gehorsam und in der Treue, blindlings und bedingungslos, dort aber, an der Pforte der Ewigkeit, harrt er mit der Brautkrone des Herrn.

Gebet: Du heiliger Engel des verborgenen, so unsagbaren Jubels, Magd sein zu dürfen, nimm mein armes Stammeln und lass es mit deiner Flöte zusammenklingen, mit deinem Jubel, mit deiner Anbetung, damit der Herr auch durch das ärmste, elendste Geschöpf, das ich bin, gelobt werde. Amen.

 

4. Oktober – St. Aralim Enneth 3. Chor

O Gott, Du sagtest einmal von ihm: "Der schwächste der Throne ...", und nun ist alles in ein Feuermeer getaucht, als wäre die Welt in Flammen aufgegangen. Ist das Dein Engel, Dein Thron St. Aralim Enneth?

Aus diesem wogenden Meer löst sich eine Gestalt: Der Tagesfürbitter! Er ist anders als der Cherub St. Samaliel, der mit dem blauen Mantel der Mutter aller Geschöpflichkeit sich so gütig herab neigt und alles mit einer demütigen Gebärde vor den Thron Gottes legt. Er ist auch anders als der Engel Mariens auf dem Herzen Gottes, der in seiner Demut überströmt wird von den unendlich flutenden Wassern der Liebe aus dem Herzen Gottes. Er steht hier, herauf gerissen von einer Macht, über die er selbst nicht Herr ist, der Macht des Willens Gottes. Aber auch er selbst ist Wille. Er ist Wille zu Gott. Er ist Wille zum Ja-Sagen, zum Leben Gottes, zum Wort Gottes, zur Liebe Gottes. Er steht einfach in Gott, er kann nicht anders, er will nichts anderes als dies. Er steht heute hier im Namen Mariens. Er trägt ihren braunen Mantel, den der Minderbrüder, der Brüder der Straße, er hat das schlichte Kleid der Schutzengel. Gott zeigt St. Aralim Enneth heute in dreierlei Gestalten: Das erste Mal in seiner Wesenheit als Thron vor Gott, zart neben den anderen wuchtigen Thronen, die den Raum zwischen Himmel und Erde ausfüllen, schwankend von der Last der Aufgabe, den Willen Gottes über Luzifer und sein Reich zu tragen, noch mehr schwankend zum Glück, "Thron Mariens" zu heißen unter den Engeln. Das zweite Mal zeigt ihn Gott in seiner Stellung zu seiner Aufgabe, als gewaltige, überzeitliche, apokalyptische Gestalt mit Löwenpranken und riesigen Flügeln wie Torflügel, der Laut aus seinem Mund kommt herausgefahren wie Feuer und grollt wie hundert Donner.

Das dritte Mal steht er heute als Schutzengel und Fürbitter vor Gottes Thron. Immer noch gewaltig, ist dies doch seine schlichteste Gestalt. Er hält in der Hand einen zerbrochenen Reif, den Stirnreif Luzifers. Mit beiden Händen deckt er die Enden des Reifes zu, aber trotzdem quellen ununterbrochen schwarze züngelnde Flammen aus den Reif-Enden zwischen seinen Fingern hervor. Noch gibt das höllische Reich keine Ruhe, noch lebt es bis in die letzten Instanzen. Aber hat nicht St. Franziskus auch in einer Zeit gelebt, wo die höllischen Flammen an allen Ecken und Enden gezüngelt haben? Ist St. Franziskus nicht auch von der Glut Gottes empor gerissen worden, zart und schwach, aber mit dem klarsten Willen zum Ja-Sagen bis in die letzte Folgerung? Die Flammen der Liebe Gottes haben ein so bereites Herz gefunden, dass die Glut der Liebe in diesem schwachen Körper mit Recht eine seraphische Liebe genannt wurde. Damit ist die höchstmögliche geschöpfliche Liebe gemeint gewesen. Es kommt ja nicht darauf an, was wir sind, sondern was Gott aus uns macht, und das allein sollen wir sein vor Gott. Das sei auch unser Ziel: Bedingungslos ja zu sagen wie St. Franziskus, wie St. Aralim Enneth.

Gebet: Herr und Gott, Du hast in Deiner Weisheit und wunderbaren Güte den schwächsten Deiner Engel der Throne zum Thron Mariens während des Gerichtes bestimmt, gib ihm bis zu jener Zeit, dass er an uns das vollbringe, um was wir heute unsern seraphischen Vater Franziskus beneiden: Den glühenden Willen zu Deinem Leben, zu Deinem Wort, zu Deiner Liebe. Amen.

 

5. Oktober – St. Zurael 6. n. Chor

Die heiligen Engel kümmern sich um die ganze Schöpfung, auch um die Heiden. Und selbst wenn diese in ihrer Gottesdunkelheit keinen Weg zum wahren Licht, Das in die Welt kam, finden, so haben sie doch ein Gespür gerade für übersinnliche Wesen, für gute und böse Geister, die sie ziemlich genau unterscheiden können.

Um die Ärmsten aller Armen und die in dieser geistigen Nacht oft ganz unschuldig Lebenden kümmern sich sieben der Stillen Fürsten. Sie sind auch Schutzengel der heiligen Kirche wie alle Stillen Fürsten. Aber diese sieben sind Engel der ganzen Menschheit, vor allem des unwissenden Volkes, der Gottfernen und Heiden.

Der Chor der Fürsten, der sechste der neun Engelchöre, ist der Chor der Verwaltung. Die Verwaltung liegt am deutlichsten auf den Hohen Fürsten, die wie zwölf Doppelsterne zu zweimal zwölf um Maria stehen. Auch die Versiegelten Fürsten sind Verwalter, doch in der Hauptsache Verwalter der Baustoffe oder Gegebenheiten der Erde. Die Fürsten von Niederer Gewalt, die "Stillen Fürsten", verwalten und helfen. Sie sind wie die Mütter, die überall anpacken, wo es fehlt, und alles können. Bei einer Mutter spricht man auch kaum von "verwalten", obwohl sie alles zu verwalten hat, sondern man braucht sie einfach, und sie kommt und hilft.

St. Zurael ist der Engel der kleinen Dinge, des Alltags, der Lebensnotwenigkeiten. Die Heiden sagen zu ihm "Zura" (Suhrah) – "Gott in der Schüssel", das heißt: Das ist der gute Geist, der uns nahe ist in unserer Armut, in unserer täglichen Arbeit, der uns zu unserem täglichen Brot verhilft.

Welche Willenszucht muss es für einen so großen Engel sein, den Heiden keinen klaren Weg zeigen zu dürfen, auf dem sie zu Gott und zur Kirche finden, kein Wunder wirken zu dürfen, damit diese an Ihn glauben! Ist das nicht auch eine Art Passion, Gott um Gottes willen zu verlassen?

So steht St. Zurael hier, der Stille Fürst, der den Alltag heiligen hilft, und bittet für uns bei Gott. Er hält in der einen Hand ein Brot, in der anderen einen Fisch. Er hebt beiden empor zu Gott. Er lehrt den Menschen nicht nur, dass es einen Schöpfer gibt, den wir auch im Alltag erkennen und lieben können, er lehrt die Seelen der heiligen Kirche auch, dass wir zwei geistige Arme gebrauchen sollen in unserem Alltag:

Den einen Arm der Zucht der Liebe, den anderen Arm der Großmut der Liebe. Die Zucht der Liebe müssen wir zuerst an uns selbst erfahren als das Göttliche Maß der Ordnung. Die Großmut der Liebe soll Tat vor Gott sein, dann wird Gott mit noch größerer Großmut antworten.

Gebet: Du Stiller, heiliger Fürst des Alltags, gib mir die Kraft, den Alltag zu ertragen und großmütig zu sein gegen die Forderungen Gottes, damit auch Gott mir einst großmütig vergebe. Amen.

 

6. Oktober – St. Pachad 2. Chor

Siehe, Mensch, den Cherub! Er lehnt sich an St. Oriphiel, den Keltertreter, an und leiht ihm sein Antlitz, und St. Oriphiel leiht ihm seines. Und um die Strenge dieser beiden auszugleichen, hat Gott einen dritten dazugestellt: St. Razael, der mit der Liebe Gottes die Gerechtigkeit Gottes versöhnt. Dieser leiht beiden sein Antlitz, und beide tun ihm desgleichen, und so sind sie drei in einem und eine Widerspiegelung der Göttlichen Majestät und Sendung des Wortes in seiner unerbitterlichen Folgerung von Liebe und Gerechtigkeit.

Dies gehört zur Wesenheit der Cherubim: Das dreifache Antlitz. Sie sind als Cherubim Engel des Wortes, und das Wort entspringt aus dem Mund, dem Angesicht. So sind sie die Widerspiegelung Gottes im Wort.

St. Pachad trägt die Ehrfurcht Jesu vor Seinem Vater im Himmel und damit die Gottesfurcht der ganzen Menschheit.

Er trägt das Donnergrollen des ehrfurchtgebietenden Wortes des Vaters, die unbedingte und unbeirrbare Gültigkeit des lebendigen Wortes Gottes. Die Sendung St. Pachads – der Gottesfurcht und Gerechtigkeit im Wort – erhält durch den zweiten Cherub, St. Oriphiel, die Kraft des lebendigen, fließenden Lebens auch über Prüfungen, Schmerz und Tod hinaus. Der dritte Cherub, St. Razael, aber gibt beiden von seiner Dynamik der Weisheit der Liebe und lässt sie Brücke und Wandlung sein von der unbeirrbaren Gerechtigkeit Gottes zur Kraft der Liebe Gottes über Christi Blut.

So wird die Gerechtigkeit im Wort durch die Ehrfurcht der Geschöpfe vor dem Wort Gottes von der Strenge gelöst und dem liebenden Sühnewillen zugeführt. Das Donnergrollen – symbolhaft von St. Pachad getragen – wendet sich nach abwärts der Menschheit zu; aber ihm kommt bereits das "Sanctus" und das "Kyrie eleison" der Menschen entgegen: Die Liebe Gottes war schon schneller und hat den Menschen die Augen geöffnet und das Herz entflammt. Immer kann durch die liebende Sühne, durch die Reuetränen die Gerechtigkeit Gottes in Liebe und Barmherzigkeit umgewandelt werden!

Gebet: Gerecht ist, was Du tust und verfügst, o Herr! Schlage mich nur und brenne mich, aber schone meiner in der Ewigkeit. Denn ich liebe Dich und werde in alle Ewigkeit nicht aufhören, Dich zu lieben, zu loben und zu preisen. Amen.

 

7. Oktober – St. Akaba 1. Chor

Ununterbrochen fließt und rauscht der Strom von Liebe und Güte aus dem Herzen Gottes, man kann ihn nur anbetend ahnen und wird ihn nie ermessen können.

Immer aber fließt er zuerst zu Maria, der Gnadenmittlerin, und aus ihren Händen empfängt heute jener Seraph, der wie eine Sonne am Himmel aller Geschöpflichkeit zu sehen ist, seine Aufgabe. Sein Name ist gleich seiner Aufgabe: "Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes." Dies der Schöpfung zu zeigen und zu beweisen, steht er hier: St. Akaba, der Seraph des Geistes. Die Seraphim sind so sehr Licht und so sehr Weite, dass es keine Grenzen dafür gibt und kein Maß auf Erden. Gott allein kann sie zählen und wägen und messen in der Göttlichen Ordnung. Und doch sind sie unendlich weit schon von Gott entfernt, Der nur Selbst Sich ertragen kann in Seiner Göttlichkeit. Immer deutlicher erkennt der Mensch die von Gott Sich Selbst gegebene Notwendigkeit, Selbst ins Geschöpfliche hinabzusteigen, um dem Menschen nahezukommen, der hinauf geholt werden soll in die Anschauung Gottes. Wie weit ist der Weg von der Majestät Gottes bis zu den Seraphim, den obersten Geschöpfen! Und wie ferne sind diese uns noch! Darum hat uns Gott die Mutter hingestellt, Maria, die Königin aller Engel. Wie es ihre Freude ist, zu spielen vor dem Angesicht Gottes, allzeit zu spielen, so ist es ihr ein leichtes, den ringenden Menschen die Güte und Milde und Liebe Gottes zu offenbaren. Darum steht sie auch hier und füllt St. Akabas Hände mit der Fülle des Regenbogens des Friedens, der wahrhaftig Bild der Güte und Menschenfreundlichkeit Gotte ist. Maria ist ja das Urbild der reinen Liebe, und so sind ihr auch alle Engel der Liebe ganz besonders zugeordnet.

St. Akaba ist dreifach und doch einfach. Dreifach ist er in seinen beiden Brüdern St. Elchai und St. Jah. St. Elchai ist der Seraph des Vaters und der Träger der Milde, St. Jah heißt "Guter Gott", er ist der Träger der erlösenden Liebe, die keine Schranken kennt; er ist Seraph des Sohnes. Und alle drei Seraphim sind trotz ihrer Dreiheit eins, Träger der Güte Gottes.

Gebet: Lasst uns die Güte und Barmherzigkeit Gottes preisen in Ewigkeit! Unermesslich ist Seine Milde, und unzählbar sind die Taten Seiner Liebe. Geführt von Seinen Engeln und geborgen im Herzen der Mutter wollen wir danken und danken und Kind sein des Einen, des Vaters Gott! Amen.

 

7. Oktober – St. Scheadar 6. v. Chor

Ein gewaltiger Engel, hoch wie eine Wolkenwand, doch von solch leuchtendem königlichem Aussehen, dass man ihm sofort den Engel Gottes, den Fürsten des Himmels ansieht, steht heute als unser Fürsprecher vor dem Thron des Allerhöchsten. Es ist St. Scheadar, der Versiegelte Fürst der Ernte. Die Fürsten, die den 6. der neun Chöre der heiligen Engel bilden, tragen die Verwaltung der ganzen Schöpfung. Sie haben also nicht nur unsere Erde und kleine Teile der Erde wie Länder, Bistümer und Pfarreien in Verwaltung, sondern auch kleinste Teilgebiete wie Pflanzen, Tiere, Steine oder Rohstoffe der Erde – eben die ganze Schöpfung. So kommt es, dass auch alle unsere Gestirne bis zu den fernsten und unbekanntesten Sternen unter der Verwaltung der heiligen Engel des 6. Chores stehen. Gott lässt ja kein Geschöpf aus seiner liebenden Obhut fallen, wenn es sich nicht – wie Engel oder Mensch – bewusst und freiwillig von Ihm abkehrt. Und so können wir in all den funkelnden Sternen nicht nur die Größe und Allmacht Gottes bewundern, sondern wir können auch jene heiligen Engel grüßen, denen diese Sterne anvertraut sind.

Beim Anblick des funkelnden und in allen Farben glitzernden Sterns, den wir alle kennen und "Sirius" benennen, können wir auch jenen Engel grüßen, der nicht nur ihn behütet, sondern auch auf unserer Erde eine Aufgabe hat. Diese ist die Verwaltung der Jahreszeit des Herbstes. St. Scheadar nennt sich selbst: "Der auf der Schulter trägt." Doch trägt er nicht nur eine kleine Garbe, er trägt die Frucht und das Ziel aus der Garbe: Das Heiligste Brot, den Herrn in Brotsgestalt. Und das ist so schwer, und oft tropft Blut aus diesem Brot, so dass der gewaltige Engel alle Mühe hat, beim Tragen nicht zu wanken. Ist nicht der Herr Selbst unser Lohn, die Frucht unserer Mühen? Ist das Heiligste Brot nicht die Erntegabe der Welt, das wir alle im Corpus Christi Mysticum ein Leib sind, ein Samenkorn, zermahlen in der Mühle Gottes, geformt durch die nüchterne Liebe Gottes, gebrannt im Feuerofen der Liebe?

So müssen wir St. Scheadar sehen. Der Stern, den er behütet, funkelt vor unseren Augen in allen Farben. Alle Ernte der Welt soll vor den Augen Gottes ein Funkeln in allen Farben sein, denn die Ernte des einen leuchtet in Reuetränen und die des anderen leuchtet im Blut der Hingabe, die dritte ist wie Stahl und Fels im Ansturm der höllischen Mächte geworden, und die vierte wieder funkelt golden, ausgefüllt von Anbetung und Preis Gottes. So kann man schauen und zählen, man kommt an kein Ende. Und alle Ernte der Welt, alles wunderschöne Farbenspiel des Herbstes, alle Ruhe des Gereiftseins nimmt St. Scheadar mit vor den Thron Gottes: "Herr, alles ist Dein!"

Gebet: Heiliger Engel Gottes, lass durch deine Hilfe und Fürsprache auch uns reifen in der Sonne der Liebe Gottes, damit du auch uns einmal auf deine Schultern nehmen und Gott darbringen kannst. Amen.

 

8. Oktober – St. Orel 4. v. Chor

Der Engel der Versiegelten Liebe Gottes als Barmherzigkeit über den Kindern der Endzeit ist heute vor Gottes Thron unser Fürbitter. Er hat über seiner Schulter fünf Siegel nach vorne hängen, und man sieht, dass zwei daraus fehlen: Ein viertes und ein sechstes. Von seinen Füßen gehen zwei Lichtbahnen aus: Die eine zurück in die Vergangenheit, die andere voraus in die Zukunft. Es ist St. Orel, der fünfte der sieben Engel, die ausgehen, die Gemeinden zu siegeln, zu bewahren für ihren Herrn.

Er ist aus dem Chor der Herrschaften, dem vierten der neun Chöre und zugleich dem obersten der drei mittleren Chöre, die sich weit über die ganze Schöpfung im Ring der Ordnung und Allmacht Gottes spannen. St. Orel gehört den Engeln der Endzeit an, welche in diesem Chor in der Mitte wie ein Kern, versiegelt und gebunden, dem Befehl Gottes entgegen harren.

Es sind in diesem Drittteil drei und sieben und nochmals drei und sieben Engel der Gemeinden, drei Ernte-Engel und sieben Zornschalen-Engel. – Die Engel der sieben Posaunen (siehe Geheime Offenbarung) kommen nicht aus dem Chorteil der Versiegelten Herrschaften, sondern werden aus anderen Chören gerufen. Die Siegel bedeuten ein Verschließen.

Sieben Engel gehen aus zu den Gemeinden:

Der erste wird das Wachsen und Werden in der Liebe Gottes in ihnen versiegeln, damit es dort in Sicherheit bleibe, wo in der Kirche in Liebe und Treue verharrt wird. Denn draußen hört das Wachstum auf.

Der zweite ist der Engel des Strebens und der Sehnsucht in aller Bedrängnis; er wird die Gemeinden siegeln und bewahren für den Herrn.

Der dritte wird die dem Bösen verfallene Schönheit der Welt vernichten und nur die Schönheit der Braut Christi bewahren.

Der vierte verschließt das Bewusstsein der Pflichten und Treue zu Gott in den Gemeinden, denn in der Welt stirbt es aus.

Der fünfte, der heute unser Fürbitter ist, St. Orel, wird die Barmherzigkeit wie ein Netz vom Schiff der Engel auswerfen und die Beute Gottes einholen, damit sie bewahrt bleibe, da die Werke der Welt kalt und tot sind.

Der sechste ist der Engel des dunklen Glaubens, der Sicht auf Gott. Er siegelt das Schiff der Engel, das mit Maria zieht, er siegelt die Gemeinde, damit ihr Auge sich nicht von Gott abwende und so der dunkle Glaube den anderen zum hellen, wegweisenden Licht werde.

Der siebte bindet Liebe und Maß des Anfangs an Liebe und Maß des Endes, denn Liebe und Maß und Gerechtigkeit und Gesetz sind die Waage des Gerichtes.

Gebet: Herr, nur in Bildern hast Du uns die Kennzeichen der Endzeit vor Augen gestellt, aber das Herz spürt mit Gewissheit, dass Deine heiligen Engel uns sicher durch diese Zeiten führen.

Lass diese Deine Engel unsere Herzen, unsere Lippen und unsere Augen siegeln, lass sie uns zu einer Gemeinde zusammenführen und verschließen für Dich, damit wir Dein bleiben für alle Ewigkeit. Amen.

 

9. Oktober – St. Lechitiel 6. v. Chor

Es ist eine Hauptaufgabe im Reiche der Finsternis, dem Menschen die Gabe der Unterscheidung zu trüben, zu schwächen und schließlich zu rauben, so dass er Böses nicht mehr von Gutem, ja schließlich Gott nicht mehr vom Teufel unterscheiden kann.

Die Gabe der Unterscheidung ist dem Menschen mit dem Verstand von Gott gegeben als die Grundlage für Rechtfertigung und Gericht. Jeder gesunde und normale Mensch kann unterscheiden. Die Unterscheidung wird zu einer heiligen Gabe, wenn sie im Reich Gottes und zum Heile der Seelen angewendet wird; die ganze Heilslehre ist auf der klaren Unterscheidung aufgebaut. Es heißt auch im Evangelium: "Der isst und trinkt sich das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht von den anderen Speisen unterscheidet."

Zur Stärkung unserer Unterscheidungsfähigkeit haben wir von Gott unseren heiligen Schutzengel zur Seite gestellt bekommen. Je größer die Liebe zu unserem heiligen Schutzengel wird, desto klarer werden wir seine Weisungen hören, die zumeist auf der Unterscheidung aufbauen: Was Gott liebt und was Er nicht liebt, was wir sollen und was wir nicht sollen, welcher Weg der rechte und welche Entscheidung die richtige ist.

Im Chor der großen himmlischen Verwalter aller Güter sind es gleich drei Fürsten, welche die Scheidung zu verwalten haben:

St. Nariel von den Hohen Fürsten, der neben St. Raphael steht und mit ihm dem Menschen das erhellende Licht bringt in die geistige Dunkelheit und Weglosigkeit, in die Gefahren der höllischen Verschleierungen und Angriffe; St. Nadar aus den Versiegelten Fürsten der Gezeiten, welcher die Zeiten voneinander scheidet und sie unterscheiden lässt, Tag von Nacht und Winter von Sommer. Der dritte dieser Fürsten steht heute für uns vor Gottes Thron: St. Lechitiel, einer der zwölf Versiegelten Fürsten über den Aufbau der Erde.

St. Lechitiel ist der Fürst über alle Scheide- und Trennmittel im Aufbau der Schöpfung. Immer wird sich zum Wohle der Menschheit ein Baustoff der Erde vom anderen trennen müssen: Das Wasser von der Erde oder von der Luft, ein Stoff wird den anderen zerlegen und für eine andere Verbindung oder ein anderes Gebilde aufschließen, wie wir es vom Licht und von der Erde, der Luft, dem Wasser und dem Feuer wissen.

Aber jeder Engel hat eine himmlische Aufgabe zum Heil der Seele, zur Ehre des Schöpfers, so auch St. Lechitiel: Er ist der Verwalter jener Schmerzen und dunkeln Stunden, in denen sich die Seele von der Welt, von den Menschen trennt und allein den Weg zu Gott geht.

Der Engel reißt in den Seelen die klaren und schmerzhaften Erkenntnisse von der Notwendigkeit des Opfers auf, vom Wert der Sühne; er bringt aber auch die Gotteskraft, zu tragen, was Gott will, wann und wo und wie Er es will.

Gebet: Herr, Der Du gesagt hast, dass Du gekommen bist, den Sohn vom Vater und die Tochter von der Mutter zu trennen durch Dein Schwert, lass uns durch Deinen Engel, der Dein Schwert führt, zu unserem Heil von allem getrennt werden, was uns von Dir abhält als von unserem Ziel. Amen.

 

10. Oktober – St. Beroel 5. h. Chor

Der Wille Gottes des Vaters zum Wort war von Anfang an, denn "im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort". Ehe aber das Wort Fleisch wurde, hat der Vater jahrtausendelang den Boden vorbereitet. Unser Herr Jesus Christus, das menschgewordene Wort, sollte ja in der Mitte der Zeiten, also in der Fülle, im Höhepunkt und Wendepunkt der Zeiten kommen.

Dies spiegeln die zwölf großen Engel von Hoher Gewalt wider, aus deren Reihen heute einer vor dem Thron des Allerhöchsten als Fürbitter steht: St. Beroel, in der Mitte der ersten sechs Hohen Gewalten, die den Willen Gottes in den alten Bund trugen.

St. Beroel steht hier inmitten dieser Gewalten für die Könige Israels im Alten Bund. Er steht hier für den König David. Als dieser in den Tempelbau schreiten wollte, erging an ihn die Weissagung: "Gott wird dir ein Haus bauen, und ein Sohn von dir wird den Thron besteigen und herrschen in Ewigkeit." So hat der Vater schon die Stammlinie bezeichnet, in der das Wort Fleisch werden sollte. Damit ist auch David geheiligt für alle Ewigkeit, und es ist kein Wunder, dass der Heilige Geist gerade diesen Mann mit Seinen sieben Gaben bedachte, besonders mit jener der reinen Gottesverehrung und des Gotteslobes. Bis auf den König David können die Menschen der Endzeit die Einführung des liturgischen Gottesdienstes zurückverfolgen, ebenso die Hinleitung der Dichtung und Musik zum Gotteslob. Die Psalmen Davids haben Ewigkeitswert, und im Bußpsalm "Miserere" betet David bis ans Ende der Zeit mit und bittet für sein abtrünniges Volk.

Die Königswürde Davids und aller Könige Israels trägt St. Beroel vor Gottes Thron. Diese Würde ist Symbol für die ewige Herrscherwürde Jesu Christi, des Sprosses aus dem Hause Davids. Auch der Bau des Tempels hat symbolhafte Bedeutung. Dort, wo der Würgengel über Jerusalem schaute, legte David den Grund zum Tempel; er gründete ihn in seinem Fundament, Salomon baute ihn auf. Dort in Jerusalem, wo der gefallene Engel des Hauses Israel, Ahasver, stand, triumphierend über den Gottesmord durch sein Volk, dort gründete unser Herr Jesus Christus Seine Kirche, das Haus Gottes, in dem Er bis zum Ende der Zeiten wohnen will. Der Heilige Geist baut an diesem Haus von der Gründung bis zum Gericht.

So liegt auch in diesen zwölf großen Engeln von Hoher Gewalt, welche den Willen Gottes zum Wort vom Anfang der Schöpfung bis zum Ende der Zeiten tragen, ein hoher Sinn: Sie tragen die Geschichte des Wortes und Seiner Menschwerdung in ihrer ganzen Gewalt, sie sind die lebende Chronik des Wortes innerhalb der Schöpfung: Sechs von ihnen tragen das Bündnis Gottes mit den Menschen für die Zeit vor der Menschwerdung und sechs für die Zeit bis zum Gericht.

Gebet: Heiliger, großer Engel. Lehre uns die Freude an der Lobdichtung und dem Lobgesang zu Gott, die Freude an der heiligen Liturgie zur Ehre Gottes.

Lass uns ein Volk sein, die Una sancta catholica Ecclesia, geführt von dem einen König: Jesus Christus. Amen.

 

11. Oktober – St. Jehove 1. Chor

Die Seraphim sind die geschöpflich höchsten und für uns schon unfassbaren Träger der Liebe Gottes. Hier spiegelt Sich die Liebe Gottes. Hier spiegelt Sich die Liebe des Vaters in der des Sohnes und die Liebe des Geistes im Vater und im Sohn. In der Liebe tritt uns die heiligste Dreifaltigkeit am nahesten entgegen, denn in der Kraft würden wir sie nie ertragen können, und das Leben der heiligsten Dreifaltigkeit können wir überhaupt weder fassen noch erklären.

Die Seraphim stehen zu dritt, als Widerspiegelung des Dreieinigen Gottes. Ein Seraph schaut zum Vater, einer zum Sohn, einer zum Geist und alle drei zum Dreieinigen Gott, der Eins ist in Dreien. So sind auch die Seraphim eins in dreien.

Das muss vorausgeschickt werden, wenn wir diesen Seraph, der sich wie eine Urwelt voll Sonne und Liebe vor dem Thron Gottes hin- und her bewegt, wenigstens an der Peripherie begreifen oder erahnen wollen.

St. Jehove heißt er. Er ist Seraph des Sohnes. Er spiegelt den hochheiligen Namen "Schöpfer Gott", die Schöpferkraft, das zeugende Leben, dem Sohn in die Hände gelegt. Tausend Augen trägt er, die nach innen schauen, auf das Bild der Gottesmutter, die der Dreieinige Gott heute ehrt in ihrer Mutterschaft. Tausend Augen trägt er, die nach außen schauen auf den Sohn, Der in dem Schoß der Gottesmutter Seinen Thron errichtet als Schöpfer-Gott und Mensch zugleich. – Als Schöpfer-Gott macht Er in und durch Maria alles neu. Es beginnt eine neue Zeit; als Mensch lässt Er Sich in tiefster Demut durch Sein Geschöpf nach Seinen Gesetzen bilden. In der Mutterschaft Mariens ehrt der liebende Gott, der Sohn, die Schöpfung.

Der liebende Vater steht gleichsam im Seraph St. Esch daneben. St. Esch heißt auch "Das brennende Feuer", "Der brennende Gott". Brennen ist das Bild für das liebende Leben. So sehr hat der Vater Seine Schöpfung geliebt, dass Er Seinen einzigen Sohn ihr opferte. Und der liebende Geist steht im Seraph St. Alphai neben St. Jehove und St. Esch; er heißt "Der das Licht ist". St. Alphai legt das Licht des Heiligen Geistes Maria zu Füßen; in ihr und durch ihre Mutterschaft kam das Licht in der Finsternis der Welt. Und alle drei Seraphim tragen die Glut der Liebe des Dreieinigen Gottes, sie sind Spiegel der Liebe, der Kraft und des Lebens des Dreieinigen Gottes. Diese Liebe verzehrt sich selbst, um immer wieder neu zu werden, damit sie sich verzehren kann. Und diese Kraft ist so urgewaltig, dass sie Welten schafft und zerschlägt, um sie wieder neu werden zu lassen. Und dieses Leben umkreist die Mutter aller Mütter, Maria, und trägt sie hinauf zu Gott und hinab zur Erde, um sie immer wieder einzutauchen in die Glut der brennenden Göttlichen Liebe.

Gebet: Himmlische Mutter und Königin, die du gelobt und gepriesen wirst von allen Chören der heiligen Engel, nimm auch unser Lob und unsere Liebe in Gnaden an. Amen.

 

11. Oktober – St. Juditiel 9. Chor

Wir beten im Tischgebet: "Alle Augen warten auf Dich, o Herr. Du gibst Speise und Trank zur rechten Zeit, Du tust Deine milde Hand auf und erfüllst alles, was da lebt, mit Segen ..."

Das klingt wie eine Antwort auf die Bitte im Vaterunser: "Gib uns heute unser tägliches Brot .... Es ist eine Antwort des Vertrauens. Ja, Gott gibt schon alles zur rechten Zeit, wenn wir Ihn voll Ehrfurcht, Vertrauen, Demut und Beharrlichkeit anflehen.

An diese Bitte und die Antwort darauf werden wir in ähnlicher Weise bei jenem Engel erinnert, den uns der himmlische Vater in Seiner Güte heute vor Augen stellt. Dieser Engel ist St. Juditiel, der uns lehrt, den Willen Gottes zu tun zur rechten Zeit. Beten wir nicht im Vaterunser: "Dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden ..."? Dieser Engel sagt uns: "In der Gnade Gottes will ich euch lehren, wie der Wille Gottes an euch geschehen kann, wie ihr ihn tun sollt zur recht Zeit."

Der Engel trägt in jeder Hand eine Schale; die eine ist aus Gold, die andere ist aus Holz. In der goldenen Schale ruht symbolhaft der Wille Gottes, die hölzerne Schale trägt unseren Willen. Rücken wir unseren Willen mit unseren geöffneten Händen der Bereitschaft hart an den hölzernen Rand der Schale, dann kann der Wille Gottes wie eine Muschel darin Platz haben, und wir können ihn hinaustragen ins Leben und in den Alltag wie ein kostbares Pfund, mit dem wir wuchern können. Ballen wir aber unseren eigenen Willen wie zu einer Faust zusammen, so hat der Wille Gottes nimmer in unserer Schale Platz, und unser Wille nimmt auch den Willen Gottes nicht auf; in die Faust kann nichts hinein.

St. Juditiel ist Engel des 9. Chores und trägt doch eine ganz gewaltige Aufgabe. Denn wenn wir gelernt haben, den Willen Gottes zu tun zur rechten Zeit, dann sind wir schon weit vorangekommen. Tun wir diesen Willen Gottes denn nicht? Und wie können wir das "zur rechten Zeit" verstehen und lernen?

Wir können es lernen, wenn wir jenen Engel zu verstehen suchen, dem St. Juditiel dient. Es ist ein Engel der Liebe, ein Engel von Wort und Antwort: St. Jesirach, der elfte der zwölf. Er trägt die Stärke Gottes aus der Frucht aller Schöpfung hin zum Thron Gottes, er trägt sie im Geheimnis "Maria". So führt uns St. Juditiel hin zum Willen Mariens. Genau so, wie ihr Wille war, muss unser Wille sein: Rein wie eine Blütenknospe, geöffnet wie eine leere Schale, spiegelklar und sofort auffangend und vollbringend den Willen Gottes im "Ecce ancilla Domini".

Der Wille Gottes ist der Anruf. Er wird uns durch die heiligen Engel nahe gebracht, genau so, wie er Maria durch St. Gabriel gebracht wurde. Und der Wille Mariens ist das Maß für unsere Antwort. Der Wille Mariens ist schlechthin das Maß dafür, wie viel ein Geschöpf aufzunehmen und umzuformen imstande ist. Maria hat im Höchstmaß der geschöpflichen Leistungskraft den Willen Gottes erfüllt in der Aktivität wie in der Passivität, an sich selber wie an den anderen, wenn sie selbst wollten, und immer zur rechten Zeit, nie zu spät und dadurch halb, nie voreilig und dadurch halb, immer dann, wenn Gott es wollte; dann aber mit aller Kraft und aller Liebe.

Gebet: Heiliger Gott und Vater im Himmel, Der Du Deinen Sohn durch die Reihen der Engel hinab zur Erde sandtest, dass Er Mensch werde und so Seine Mutter uns zur Mutter schenke, erwecke immer wieder glühende Marienverehrer, damit sie mit seraphischer Liebe Deinen Willen, o Gott, zur Mutterschaft Mariens preisen. Amen.

 

12. Oktober – St. Nobe (Nubiel) 9. Chor

Nichts im Leben des Menschen und nichts auf Erden entgeht dem Auge des Herrn. Alle Freude und alles Elend, alles Glück und alle Schmerzen, alles Wachsen und Vergehen liegt unter dem gütigen Vaterauge geborgen und wird umgeben von der Hilfe und dem Schutz der heiligen Engel. Es ist das kleinste Ding nicht zu klein vor Gott und der Ärmste nicht so arm, dass ihm nicht Hilfe würde. St. Nobe ist die "Wehmutter" unter den Engeln. An jedem Krankenbett steht dieser Engel mit seinen Helfern. Alle Heilkräuter behütet er, den Kindlein hilft er auf die Welt und den Sterbenden reißt er den Blick in die ewige Herrlichkeit auf. Die Einsamkeit des Krankenstübchens füllt er mit stillen, himmlischen Freuden und Tröstungen, am Schmerzenslager bringt er den beruhigenden, erlösenden Schlaf. Keine Ungeduld des Kranken stößt ihn fort, kein Jammer wird ihm zu viel. Er dient in der Stille, und niemand dankt ihm. Immer ist er da, wo die Not und der Schmerz zu Gott aufschreien. Merke es dir, Seele, und denke daran, dass du nie, nie allein bist in solchen Stunden!

St. Nobe (Nubiel) ist aus dem 9. Chor der Engel und zugeteilt dem Stillen Fürsten St. Phatiel, dem Engel der dienenden Barmherzigkeit. Die dienende Barmherzigkeit – Gott zuliebe – ist vor allem in der Kirche zu finden in all den verborgenen Lastträgern und Opferseelen, den Müttern und Gottgeweihten, in den stillen Dienstboten, Knechten und Mägden. Ihnen steht dieser heilige Engel bei, der uns heute als unser Fürbitter vor Augen gestellt wird. Lebensnah und warm ist er uns mit seiner weiten Schürze, mit seinem Krüglein voll linden Balsams, mit seinem Arm voll Kräutern, die herb und würzig duften.

Nicht gering dürfen wir ihn schätzen, denn er bekommt über seinen Fürsten den Strom des Lebens vom herrlichen Thron Mariens in der Schöpfung: St. Aralim Enneth. Maria trägt ja das leuchtende, glühende Herz unseres Herrn Jesus Christus, Das in die tiefste Tiefe all unserer Not und unserer Schmerzen stieg, um unser Elend zu heilen und zu heiligen, um uns wie Lazarus heimzuholen in das himmlische Vaterhaus.

Gebet: Wollest uns gnädig behüten, o heiliger Engel, wenn es dunkel um uns wird! Wollest uns führen, heiliger Engel, in den Stunden der Schmerzen. Wollest uns heilen, heiliger Engel, wenn es Gottes Wille ist. Amen.

 

13. Oktober – St. Senachar 4. n. Chor

Die Zahl Drei und die Zahl Sieben werden in der Struktur der himmlischen Hierarchie sehr oft gebraucht in einem tieferen Sinn. Die Zahl Drei steht immer als Symbol des Dreieinigen Gottes in Seiner Widerspiegelung bis auf die Erde. Die Zahl Sieben steht immer als Symbol des geheiligten Geschöpfes, von Gott her gesehen, wie die Zahl Zwölf als Symbol der geheiligten Schöpfung gilt, vom Menschen her gesehen gegen Gott.

So zieht sich die Zahl Sieben durch alle Chöre: Es sind dreimal sieben Seraphim und dreimal sieben Cherubim. Es sind zweimal drei und sieben Throne. Und es sind vier und sieben und zwölf Herrschaften und Gewalten und Fürsten in jedem der drei Chöre im Ring der Ordnung Gottes. Es sind dreimal sieben Mächte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, und es sind sieben Erzengel. Und der Chor der Engel ist in Siebenteilen aufgeteilt. So steht in jedem Engelchor das von Gott her geheiligte Geschöpf vor seinem Herrn.

Jener Engel, der heute als unser Fürsprecher vor Gottes Thron steht, gehört einer solchen Siebenergruppe an: Er ist einer der sieben Opferschalen-Engel aus dem Chorteil der Herrschaften von Niederer Gewalt: St. Senachar, der das Weiheopfer trägt. Im Chor der Herrschaften stehen drei solche Siebenergruppen rangweise übereinander: Im Chorteil der Hohen Herrschaften sind es die sieben Leuchter vor Maria, die sieben großen Engel mit den Schalen voll der Gaben des heiligen Geistes. Unter ihnen stehen die sieben Siegelengel, jene mit dem Siegel der Endzeit verschlossenen Engel, welche ausgehen, die Gemeinden Gottes zu siegeln für ihren Herrn, sie zu bewahren vor dem End-Angriff des Bösen.

Unter diesen stehen inmitten der Herrschaften von Niederer Gewalt die sieben Opferschalen-Engel, welche die Antwort des Menschen an Gott tragen im Symbol ihrer Opferschalen.

Sie tragen diese Antwort zweifach: Im Namen des Alten Bundes und im Namen des Neuen Bundes. So ist es auch hier bei St. Senachar. Er trägt das Weihe-Opfer ebenfalls zweifach: Er trägt es im reichen Prunkgewand Melchisedechs, des ersten Hohenpriesters der Gott-zugehörenden Menschheit, und er trägt es mit dem schwertdurchbohrten Herzen Mariens, welche ihr Kind im Tempel darstellte im Wissen um Seine Erlöserpflicht. St. Senachar trägt in seiner Schale das Wachs der Weihebereitschaft, der Hingabefähigkeit und des Hingabewillens. Hoch hält er seine Schale dem Herrn entgegen; in seinem Wachs liegt unser aller Wille zur Weihe an Gott beschlossen.

Gebet: Herr und Gott! Lass uns wie Wachs sein in den Händen Deiner Engel, damit sie uns als lebende Kerzen der Liebe anzünden und uns verbrennen können zu Deiner Ehre. Amen.

 

14. Oktober – St. Josuel 5. n. Chor

Fragend schaust du, Seele, den Engel an, der heute als Fürbitter vor dem Herrn steht: Eine hohe Gestalt, scheinbar mehr Mann als Engel, mit seinen energischen und doch gütigen Zügen. Und er holt mit der Hand aus – es ist, als würde er eine Wolkenbank vom Himmel wegschieben. Dann siehst du hinunter auf die Erde, wie die Menschen hin- und hereilen. Alle eilen sie den Vier Letzten Dingen zu. Nur wenige haben jetzt schon die klare Linie auf Gott, die sie der Welt und dem Ich sterben heißt, die sie schon im Leben vor das Gericht Gottes stellt. Diese wenigen – unter Millionen sind zehntausend immer wenig – haben ihre Augen auf diesen Engel gerichtet, der hier steht, auf St. Josuel, den Führer der Menschen zu Gott. Wir kennen ihn nicht, aber er kennt uns. Unsere körperlichen Augen sehen ihn nicht, aber unsere Seele sieht ihn an, denn er ruft sie und er führt sie, wie Gott es will und wohin Gott will.

St. Josuel ist Gewalt. Er kann die Bahn für Tausende von uns freimachen von allen Hindernissen, er kann uns so sicher führen, wie er die Israeliten durch das Rote Meer geführt hat. St. Josuel ist nicht Hohe Gewalt, er ist also nicht wie eine schimmernde Hochburg, voll Kraft und Spannung; er ist auch nicht versiegelt für die Endzeit. Er ist Gewalt des Heiligen Geistes, Gewalt der Ordnung. Er trägt den Willen Gottes hinein in die Schöpfung als Führer der Menschen hin zu ihrem einzigen wahren Ziel: Zu Gott!

Wir brauchen nur den Weg des Gnadenstromes zu verfolgen, der zu ihm kommt und von ihm weitergeht, so sehen wir an den Engeln, über welche dieser Gnadenstrom fließt, deutlich, was St. Josuel uns gibt und uns zu sagen hat. Der Gnadenstrom kommt über die Engel des Wortes herab, er ist also Kraft des Wortes. Er fließt über den Cherub des Geistes, der "Kraft der Göttlichen Sendung" heißt und mit dem Engel der Klarsicht und dem Engel des Maßes im Wort ein Cherub in dreien ist. Unter St. Josuel steht der Engel der Mächte der Lieben, der die Klugheit der Liebe trägt. So wissen wir nun in tiefer Dankbarkeit gegen Gott, dass Er uns Seine Engel entgegengesandt hat, die in der Sendung Gottes, im Maß des Gottes-Wortes ist, und in der Liebe uns heimführt.

Aber St. Josuel hat noch eine zweite Aufgabe: Er sagt zu uns: "Auch du sollst Führer sein deinem Bruder, deiner Schwester!" Ja, das will Gott von uns. Jeder von uns soll ein heiliger Engel Josuel im Kleinen sein. Er soll keinen seiner Brüder oder Schwestern am Wegrand liegenlassen oder verachten. Er soll Lastträger sein für die anderen, sie auch sich selbst aufladen, wenn es nicht anders geht. Er soll führen im heiligen Geist, in der Güte und Milde des Wortes, in der Gewalt des Willens Gottes; dazu zeigt uns Gott diesen Engel.

Gebet: Wir können nur andere führen, wenn du uns führst, heiliger Engel, wenn du uns die Sicht auf Gott freilegst und uns die Kraft erbittest, ohne Wanken den einen Weg zu gehen: Den Weg des Willens Gottes. Amen.

 

15. Oktober – St. Aralim 3. Chor

Ein Thron steht für zwei Feste auf Erden: Das Kirchweihfest der heiligen Kirche und das Fest der großen heiligen Theresia. Beide haben eines gemeinsam, das auch diesem gewaltigen Engel eigen ist: Die Kirche ist die gebündelte Kraft ihrer Säulen, die heilige Theresia ist eine dieser Säulen. Der Thron St. Aralim, der uns heute dargestellt wird, steht für die gebündelte Kraft der Säulen, das Haus Gottes, die Kirche, wie die ganze Schöpfung.

Die Throne sind die Engel des Lebens: Das Kirchweihfest ist ein Fest des Lebens in der heiligen Kirche, es ist Erntedankfest. Die heilige Theresia hat das lebendige Leben in der heiligen Kirche wahrhaft erneuert, sie ist Lebensbringerin in geistiger Hinsicht gewesen.

St. Aralim ist einer der sieben Throne, welche das formgebende "Es werde!" tragen, in ihnen wird alles Geschöpfliche Form. Diese sieben Throne sind voll Göttlichen Lebens, sie stehen mit ihren Häuptern von oben herab gegen die Schöpfung zu. Auch die heilige Kirche steht, fest verankert im Herzen, mit ihren Augen gegen die Schöpfung zu, denn sie ist ja der Mittelpunkt der Schöpfung und hat die Verantwortung. Auch die heilige Theresia ist fest verankert im Herrn, im Kreuz. Das ist die Kraft der Säulen – das Kreuz! Vom Kreuz aus geht ihre ganze Aktivität, und das soll wohl St. Aralim, das soll die heilige Kirche, das soll uns Maria mit ihrem Kind Jesus, Das St. Theresia in ihren Armen hält, sagen: Im Kreuz liegt alles "Es werde" im Leben und in der Kirche. Immer geht das "Es werde" vom Zentrum aus, vom Herrn und über Seine heiligen Engel und Seine heilige Kirche mit ihren Heiligen.

St. Aralim trägt den Bau der Schöpfung. Die heilige Kirche trägt mit der Macht ihrer Säulen den Bau der ewigen Schöpfung; St. Theresia trägt die heilige Kirche als einer ihrer Säulen. Maria aber steht über allen, sie trägt alles, vorab den Herrn, vorab das Kreuz. So trägt sie auch als erste das "Werde" in die Seele in der Kraft Gottes über uns.

Danken wir, danken wir dem Herrn für die Gnade, diese fassen zu dürfen. Danken wir, dass wir eine heilige Kirche haben. Danken wir auch, dass wir eine heilige Theresia haben durften, die sagte: "Leiden oder sterben", die die Größe und Macht des Kreuzes erkannt hat. Danken wir nicht zuletzt für unsere großen Helfer, die heiligen Engel, die Säulen Gottes, die auch uns Stütze sind, Halt und Torbogen zur Heimat.

Gebet: O Gott, Den der Engel Schar wie Säulen umsteht, Du hast Deine Wohnung bei uns genommen; inmitten unserer Armseligkeit stellst Du Deine Engel um Dich und um uns. Wenn Du abwischen wirst unsere Tränen, o Herr, dann sprich über unsere Seelen Dein "Werde", damit wir endlich werden vor Deinem Angesicht, so wie Du uns willst. Amen.

 

16. Oktober – St. Rasdael 6. v. Chor

Sie könnten Brüder sein dem Namen nach, der Engel St. Lasdael und der Engel St. Rasdael, umso mehr als sie beide die Großmut Gottes tragen. Aber wie sehr sind sie verschieden!

St. Lasdael ist ein Engel aus dem Chorteil der Niederen Gewalten. Er trägt die schenkende Liebe Gottes, er ist in den Königsmantel Mariens gehüllt, er trägt den einen Denar in der Torheit des Kreuzes als Symbol des wahren Gotteslohnes: Jesus Christus.

St. Rasdael ist ein Fürst mit dem Siegel der Endzeit, das heißt, noch ist seine Aufgabe versiegelt, verborgen. Er hat, wie alle Fürsten, eine dreifache Aufgabe: Die Verwaltung einer großen fernen Schöpfung Gottes, die Verwaltung eines Baustoffes auf der Erde – hier die Kohle – und eine geistige Aufgabe. Seine geistige Aufgabe ist auch eine Verwaltung. Er verwaltet die unscheinbare, dunkle Großmut des Menschen gegen Gott.

In dieser Großmut wird der Mensch selbst zu einem Denar für seinen Herrn und Gott. In dieser Großmut kann der Mensch warten, bis Gott ihn hebt, wie die unscheinbare Kohle gehoben wird, um zur Ehre Gottes zu verbrennen. Ja, Kohle, denn St. Rasdael hat diesen Baustoff der Erde, die Kohle, auch unter seine gütige Obhut genommen. Er behütet nicht nur die Kohle selbst, sondern auch die Bergwerke mit ihrer schweren Arbeit, die Bergarbeiter tief unter der Erde, die das Schwarze Gold heben. Menschen, die schwer arbeiten und schwer tragen, werden, wenn sie richtig tragen, still und gütig, ja großmütig. Man kann unter solchen Arbeitern oft viel mehr verborgenes Heldentum, verborgene Hilfsbereitschaft finden als dort, wo leichtere Lebensbedingungen sind.

Im großmütigen Menschen lebt unser Herr, und so ist auch der großmütige Mensch Träger der Großmut Gottes. Er hat oft eine Arbeit wie in einem Bergwerk, unbeachtet und schwer, aber Gott findet ihn überall, und Gott lässt Sich an Großmut nie übertreffen. Gott hebt den Menschen, der von der Welt unbeachtet und eben notwendig zur Arbeit wie die dunkle Kohle ist; Gott formt ihn zu Gold und zieht ihn, der Seine Großmut trägt im Opfer, in der Pflicht, auf verlorenem Posten, am Krankenbett, in der Verlassenheit, an Sich ins Licht der Liebe.

St. Rasdael, der durch sein Siegel die Großmut Gottes nur im abgeschwächten Maße tragen kann, wird erst bekannt werden, wenn in den Wirren der Endzeit die Siegel gelöst werden. Dann wird er die Großmut Gottes wie ein weites Fischernetz über die ganze Erde werfen, und alle Engel Mariens werden das Netz heben. Und die Parabel des Evangeliums vom verlorenen Sohn wird zum Hohenlied der Liebe und Großmut Gottes werden. Wenn die in Gottes Licht getauchten Seelen in armseligen Arbeitskleidern vor Ihm knien und beschämt fragen werden: "Herr, wir waren doch nie großmütig, Du warst es ja in uns", dann wird St. Rasdael, der Große, Dunkle, auf den Wink des Herrn hin all das wieder erstehen lassen vor den Augen Gottes und den Augen der Seinen, was geopfert und gelitten, schweigend getragen und großmütig dargeboten wurde. Großmut ist Liebe, Liebe aber ist Gottes-Lohn.

Gebet: Lass uns, heiliger Fürst, im Dunkel und Verborgenen hineinwachsen in die Großmut Gottes, damit wir so weit werden, dass wir den Gotteslohn der Großmut – die Liebe Gottes – zu tragen imstande sind. Amen.

 

17. Oktober – St. Malachim 3. Chor

Die Unterschiede zwischen den drei obersten Chören sind die grundlegendsten und schwersten. Je näher die Chöre der Engel dem Menschengeschlecht kommen, desto begreifbarer werden sie und desto fassbarer und milder werden auch die Unterschiede.

Die Ungeheuerlichkeit der Unterschiede in den höchsten Regionen der heiligen Engel können wir an diesem Engel, den uns der barmherzige Herr in seinen Umrissen erschauen lässt, wohl nicht fassen, aber erahnen: An St. Malachim, dem Thron des Sohnes. Die Throne, dem dritten Chor und dem obersten Ring der Anbetung zugehörig, sind wie Torflügel von Gott zur Geschöpflichkeit. Sie sind nicht mehr so einheitlich wie Seraphim und Cherubim, dreimal sieben; sie haben schon die Gegensätzlichkeit Gott-Geschöpf und sind daher Träger des "und". Sie sind in ihrer Zahl drei und sieben und nochmals drei und sieben und einer.

St. Malachim gehört zu den zweiten drei. Die ersten drei sind der Thron Gottes über allen Himmeln, der reinen Geistgeschöpflichkeit. Die zweiten drei aber sind schon die ganze, auch irdische, sichtbare Schöpfung einbeziehend, der Thron Gottes in der Schöpfung. In einer ganz scharfen Unterschiedlichkeit von allen anderen Engelgruppen sind sie einesteils der Thron der heiligsten Dreifaltigkeit, aber auch Bild der Heiligsten Familie, anderenteils die drei Throne der Gegensätzlichkeit, die wichtigsten Träger des göttlichen "Und"-Gedankens. Als solchen müssen wir auch St. Malachim erkennen:

Er ist nicht mehr drei in einem, er trägt die durch die lebendige, liebende Kraft Gottes des Sohnes geschaffene geschöpfliche Gegensätzlichkeit. Er fährt wie ein Schwert, den Cherubim gleich, in seinen Kraftstrahlen nach abwärts und steht doch fest; er ragt von unten herauf wie ein Kreuz, und es ist in ihm, als ob Blut ränne, Blut Christi nach abwärts und nach aufwärts. Er steht hier für das Wort, das Fleisch wurde, und für das Wort Gottes. Er trägt sowohl die Aktivität des Kreuzes als Schwert, wie die Passivität der Torheit des Kreuzes als Brot. Er ist der Thron des Gottmenschen Jesus Christus, unseres Herrn. Auch unser Herr ist zwei in einem, Gott und Mensch, so ist Er auch Herr und Knecht, Wurm und Sieger. Und jeder von uns muss das sein, wenn wir als Christi Blut hier in diesem Thron aufwärtssteigen wollen.

Gebet: Herr, wir tragen ja selber die Fülle und die Leere, die Weite und die Enge, das Werden und Vergehen in uns, lass uns hier in dieser Tiefe auch Deine letzten Throne sein. Amen.

 

18. Oktober – St. Pari 2. Chor

Die Vier Lebenden Wesen, welche uns vor dem Thron des Allerhöchsten kreisend dargestellt werden, sind gleich und doch nicht gleich. Das Bild und Gleichnis des heiligen Evangeliums von St. Markus und er selbst, der Löwe, entsprechen der Wesenheit der Dynamik, wie sie die Cherubim haben. Dreimal kreist der Löwe – ein Sinnbild des Löwen von Juda – um den Thron des Allerhöchsten: Im Ring der Anbetung, im Ring der Allmacht Gottes, im Ring der Erlösung. Das Wort des Herrn kreist hier um Gott, um die Schöpfung, um den Menschen, alles einbeziehend in die Anbetung des Dreieinigen Gottes.

Das Bild und Gleichnis des heiligen Evangeliums von St. Matthäus und er selbst, der Mann Gottes, entsprechen der Wesenheit der Statik, des Stehens vor Gott. Es beginnt ja auch tatsächlich dieses Evangelium mit seinem Sein vor Gott, mit dem Aufzählen der Väterreihe bis Joseph, bis Maria.

Heute stellt uns die heilige Kirche den Evangelisten St. Lukas zur Feier vor Augen, wie der Herr zu den Aposteln sagte: "Was immer ihr auf Erden bindet, das soll auch im Himmel gebunden sein ...", so entspricht auch dem Feiern der Kirche auf Erden ein Feiern im Himmel. Nur herrscht dort die Gelöstheit der Sinne von aller ihr wesenseigenen Schwere. Die Erkenntnis Gottes, die Anbetung Gottes, die Liebe zu Gott bewegt sich in ganz anderen Räumen und Maßen. Das Lebende Wesen mit den vielen Augen außen und innen, den vielen kurzen aber mächtigen Flügeln, mit dem wuchtigen geneigten Haupt eines Stieres, ist eines der am schwersten verständlichen himmlischen Wesen, umso mehr, als es die Hingabe an Gott, die Antwort der Erde an den Schöpfer, die harmonische, gefühlsmäßige Bindung des Geschöpfes an den Schöpfer bedeutet. Freilich gilt uns der Stierkopf als Bild des Überrennens aller Hindernisse, des Sich-nicht-beugen-Wollens, ja, als ein Bild des Jähzornes und der Wut in negativem Sinn.

Aber wenn man den heiligen Arzt und glühenden Marienverehrer St. Lukas im Evangelium betrachtet, mit welchem Zartsinn er von der Frau spricht, mit welchem Mitgefühl von den Kranken, so müssen wir wirklich unsere irdischen Parallelen zwischen Stier und St. Lukas fallenlassen und das "Opfertier" als das würdige Gottesopfer-Symbol von der Erde her nehmen. Der Stier war im Alten Bunde das Opfertier, das besonders die Sünden der Priesterschaft mit seinem Blut zu sühnen hatte. Wir wollen in diesem leuchtenden himmlischen Wesen, vielgeflügelt, vieläugig, wie ein Feuerrad vor dem Herrn, die Heimholung der Erde durch das Wort des Herrn, durch das Göttliche Wort, sehen und niederfallen und Gott anbeten:

Herr Jesus Christus, durch Deine vier Evangelisten ist uns die Frohbotschaft Deiner Worte überliefert worden. In Deiner Liebe zu Deinen Engeln hast Du schon die Propheten des Alten Bundes jene Engel erkennen lassen unter dem Bild der Vier Lebenden Wesen, die uns in der Kraft Gottes des Geistes Dein Wort über den Menschenmund der Evangelisten lebendig erhalten. Selig, der diese Worte hört und befolgt. Lass darum St. Pari die Worte des Evangelisten Lukas uns naherücken und durch sie die heilige Kirche – und Maria, die Mutter der Kirche – in Dankbarkeit immer mehr lieben und verehren. Amen.

 

19. Oktober – St. Aljoim 5. v. Chor

Es gibt so viele Wege zu Gott, als es Menschen gibt. Für jeden hat Gott Seine Hand und Sein Herz und Sein Vaterhaus offen, wenn der Mensch nur guten Willens ist, wenn er nach wahrer Gotteserkenntnis strebt und nach der erkannten Wahrheit Gottes lebt.

Aber der Weg ist manchmal weit. Man braucht lange vom Mantelsaum Gottes, der über der Erde liegt, bis zum Angesicht Gottes, das wir mit dem Eintritt in die Ewigkeit schauen dürfen. Auf diesem Weg hat uns Gott viele, viele Helfer gegeben; nicht nur Sich Selbst im Heiligsten Brot, auch Sein Kreuz, Sein Siegeszeichen, Seine heilige Kirche mit ihren Hirten, mit ihren Sakramenten und Gnaden, Weihen und Segnungen. Und auf diesem Weg steht immer die gütigste Mutter mit ihrem weiten Schutzmantel, mit ihren mildreichen Händen und ihrem schwertdurchbohrten, unbefleckten Herzen. Auf diesem Weg, den die Seele mit ihrem Schutzengel wandert, stehen aber auch immer heilige Engel bereit, zu helfen oder Gottes Befehl an der Seele zu vollführen.

St. Aljoim ist ein solcher Engel, der Gottes Befehl an der Seele auszuführen hat Er ist Gewalt, versiegelt für die Endzeit, er ist einer der Sieben Brüder der Seele. Diese Sieben Brüder haben der Seele zu helfen, dass sie alles lasse, dass sie sich bedingungslos Gott anheimstelle, damit an ihr geschehe, was Gottes Liebe will. St. Aljoim hat die Seele, das Samenkorn Gottes, in den Boden zu legen, zu treten.

Er ist ein gütiger Engel trotz seiner unbesiegbaren Gewalt. Der Boden, in den die Seele kommen muss, das ist das Dunkel. Dunkel sind die Verdemütigungen, die vernichten können, dunkel ist die Einsamkeit und Verlassenheit, dunkel ist das Weggeholtwerden aus der lichten Welt, aus der Familie und Gemeinschaft in die Krankheit, die Hilflosigkeit, die Unfähigkeit; dunkel endlich ist die Gottferne, die Kälte, die Trostlosigkeit, Dürre und Weglosigkeit. In diesen Boden muss die Seele, wenn sie Frucht bringen soll für die Ewigkeit. Denn nur, wenn das Samenkorn in den Boden fällt und stirbt, bringt es Frucht.

St. Aljoim weiß wohl um seine schwere Aufgabe. Aber er sieht darüber in die Herrlichkeit, die uns erwartet. Er hat schon Tausende von Seelen Gott aus tiefstem Herzen danken gehört für die Gnade, dass sie ein Samenkorn sein dürfen, dass Gott sie durch Seinen Engel geläutert hat und reif gemacht. In jeder Verdemütigung flüstert er in unser Herz hinein: "Danken, danken!" In jeder Dunkelheit zeigt er uns Maria, die Mutter, den Morgenstern der Seligkeit. In jeder Angst der Gottverlassenheit hält er uns vor: "Gott ist!" Er breitet seinen weiten, dunkel Mantel wie einen sinkenden Abendhimmel über unsere Müdigkeit, er lehrt uns den Boden lieben, den stillen, verborgenen, er ruft seine Brüder, die das Samenkorn aufbrechen lassen und heimholen ins Herz Gottes.

Gebet: Heiliger Engel, Bruder meiner Seele, der du in der Gewalt des Willens Gottes meine Liebe und Sehnsucht zu Gott erst in den Boden trittst durch Prüfungen, Verbote und Verzichte, dass ich das "Ja" zu allem bedingungslos sage und dadurch die echte Tapferkeit und Beharrlichkeit lerne, halte mich fest und lasse mich gerade und fest wachsen, damit ich eine gesunde Ähre auf Gottes Weizenfeld werde und Frucht bringe. Amen.

 

20. Oktober – St. Geburah 4. h. Chor

Die Liebe Gottes verbindet Himmel und Erde im Symbol der Ecksäulen. Die Ecksäulen sind durch und durch Symbol. Sie stehen in der Torheit des Kreuzes, in der unbegreiflichen Gegensätzlichkeit Gottes auf einem einzigen Engel auf Erden, dem Engel "Maria".

Dieser Engel "Maria" ist gesetzt für die zarteste Braut, die Unbefleckt Empfangene. Durch sie ist er gleicherweise gesetzt für das ganze Corpus Christi Mysticum, für die heilige Kirche, für die ganze Menschheit. Maria ist die Trägerin aller Verbindungen zwischen Himmel und Erde und so ist sie auch Trägerin dieser vier großen Himmelsstützen, der vier großen Himmelsströme, vom Thron Gottes über die Mauern der Stadt Gottes, der Schöpfung, hinab zur Erde.

Diese vier Ströme sind jeder für sich eine Himmelsleiter:

Der erste leitet den Gnadenstrom von der Göttlichen Heiligkeit herab auf die Erde und trägt die Antwort der Kirche in der Reinheit, in der Anbetung – in das Göttliche Maß gehüllt – wieder empor.

Der zweite fließt von der Göttlichen Weisheit herab auf die Erde und trägt die Antwort des Menschen in der Hoffnung – in die Armut des Geistes gehüllt – wieder empor.

Der dritte fließt von der göttlichen Allmacht herab auf die Erde und bringt die Treue Gottes mit und den Glauben an Seine Schöpfung. Er trägt die Antwort des Menschen in dessen Treue und Glaubensbekenntnis – in Bekennermut gehüllt – wieder empor.

Der vierte göttliche Gnadenstrom endlich fließt von der Göttlichen Gerechtigkeit auf die Erde herab. Der Engel St. Geburah trägt ihn. Es ist erschütternd für die Schöpfung, dass der Heilige, Weise, Allmächtige Gott die vierte Ecksäule nicht die Liebe, nicht die Barmherzigkeit, nicht die Langmut und Milde und Güte Gottes sein lässt, sondern die Gerechtigkeit, die wir am meisten fürchten.

Aber schon im nächsten Engel, der unter St. Geburah steht, leuchtet in diesem Gnadenstrom der flammende Anruf der Liebe Gottes hervor, der dann über den Engel des Widerspruchs herab als reiner Liebesstrom zur Erde fließt und die Antwort des Menschen als Liebe und Gehorsam wieder empor trägt.

Und so schreckt uns St. Geburah nicht mehr. Der große Engel aus dem Chor der Herrschaften ist immer verhüllt, in das Wolkendunkel getaucht, das den Ring der Ordnung der Schöpfung vom Ring der Anbetung trennt. Die wahre Gerechtigkeit Gottes wird uns bis zum Jüngsten Gericht immer verhüllt bleiben. Es wird uns nur die Liebe Gottes bis zu diesem Zeitpunkt langmütig und erbarmend, gütig und heilend überströmen.

Gebet: Herr, gib uns die Kraft, Deine Gerechtigkeit zu lieben, denn wenn wir uns Deinem Gericht voll Liebesreue stellen, begegnen wir Deiner Liebe am klarsten. Amen.

 

21. Oktober – St. Georah 5. n. Chor

Wie sehr die Schönheit in die Schöpfung nach dem Willen Gottes eingebaut ist "tota pulchra es, Maria!" – (Maria ist die reine Schöpfung in ihrer Schönheit!), sieht man an den Aufgaben der heiligen Engel. Ein Engel aus dem Chorteil der Niederen Herrschaften, ein Engel von Wort und Antwort trägt in die Blüte aller Schöpfung die Schönheit. Ein Engel mit dem Siegel der Endzeit versiegelt die Schönheit der Braut Christi für den Herrn. Jener Engel, der heute vor uns steht als Fürbitter an Gottes Thron, St. Georah, aus dem Chorteil der Niederen Gewalten, trägt die Schönheit der Göttlichen Liebe in den Ablauf der Zeiten.

Bei Gott ist die Schönheit gleich der vollendeten Harmonie, der vollendeten Heiligkeit, dem vollendeten Siege. Wenn ein Heiliger zu sprechen wagt: "Schönheit der Wunden unseres Herrn", so schaudert dem Menschen der Welt. Und doch ist es im Himmel so: Nichts ist so strahlend, so sieghaft, so anbetungswürdig wie die Wundmale unseres Herrn, die Er dem Himmlischen Vater hinhält als Lösepreis für die Seinen.

Mit diesen Augen müssen wir St. Georah und seine Aufgabe sehen. Die Schönheit der Göttlichen Liebe hat nichts mit einer Venusgestalt der Welt zu tun. Sie ist die sieghafte, geistige Schönheit der vollendeten Liebe, wie wir sie auf den verklärten Gesichtern gottgeeinter Menschen erblicken, die uns aufrüttelnd an unseren Herrn Jesus Christus, den Sieger erinnern, an Maria, an Heilige, denen wir vom Anfang bis zum Ende der Zeit immer wieder begegnen. Wir sehen diese Schönheit durchschimmern, in Briefen und Aufzeichnungen brennender Menschen, wir sehen sie über einem Leben, das nach außen verborgen ist und vor Gott wie ein Spiegel daliegt. Wir sehen diese Schönheit aufblühen in jungen Ordenspflanzungen, ja sogar in einzelnen gütigen Handbewegungen und demütigen Verneigungen, in frohen Augen; wir sehen sie am schönsten im Heiligsten Sakrament – wer es zu fassen vermag –, wir sehen sie am begreiflichsten an Maria.

So, wie Gott die Liebe ist und die Gerechtigkeit, so wie Er die Güte ist und die Wahrheit, so ist Er auch die absolute Schönheit, die Heiligkeit, die Summe aller vollendeten Wesenheiten im höchsten, im göttlichen Maß. Und so, wie Gott bis zum Ende der Zeit in Seiner Kirche bei uns sein wird, so wird auch die Schönheit der Göttlichen Liebe bis zum Ablauf aller Zeiten bei uns wohnen, sie wird blühen und wird versiegelt werden im Endkampf und wird unverletzt und ungebrochen am Jüngsten Tag den Richter über Tod und Leben zieren.

Gebet: Herr, Du kannst auch noch in unserem Bettlergewande die Schönheit Deiner Liebe sehen, wenn wir reinen Herzens sind. Sieh hin auf unsere Sehnsucht und unsere Bereitschaft zu Dir, umgib sie mit Deiner Schönheit, damit sie einst unser Hochzeitskleid werde. Amen.

 

22. Oktober – St. Ammiel 9. Chor

Der ist es, der an der Türe steht mit dem gerüttelten Maß all deiner Taten, mögen sie noch so unscheinbar gewesen sein, doch eingebettet in die Hände der Mutter, getragen von deinem Schutzengel. Hier liegen sie, wohlgeborgen, und er, St. Ammiel, trägt dieses Maß und wartet auf dich.

Wenn wir uns am Abend in der Gewissenserforschung wie der verlorene Sohn vor die Füße des Himmlischen Vaters hinknien und sagen: "Ich bin nicht wert, Dein Kind zu heißen", wenn wir uns freiwillig dem Gericht und der Gerechtigkeit Gottes stellen, um Gott die Ehre zu geben, die Ihm gebührt, dann wird dieser Engel an unsere Seite treten. Er steht an jeder Tür, die zu Gott führt und vor der wir als Sünder, als Zöllner knien. Er trägt das Maß. Wir sehen an diesem Maß die Fülle der Barmherzigkeit Gottes, die Fülle der Gaben und Gnaden, die uns wurden – und was haben wir dafür geleitstet? Wie haben wir das Pfund, das uns anvertraut wurde – sei es die Gabe zu predigen, zu erziehen, zu führen, zu raten, zu helfen, zu heilen oder zu lieben –, genützt? Besteht nicht unser Leben aus lauter Fahrlässigkeiten, aus lauter Tun-wollen und Nicht-getan-haben? Da fallen wohl die Reuetränen aus unseren Augen, und wir beten: "Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch!"

Aber Gott macht das Maß Seiner Taten, Seiner Liebe an uns auch immer voll. Er neigt Sich zu diesem stillen Engel an der Türe und nimmt ihm das Maß ab. Da liegen auf unseren kleinen Scherben die Blutstropfen unseres Herrn, die Schweißtropfen der Todesangst unseres Herrn, womit Er all unsere Schuld und unser Unvermögen zugedeckt hat. Und da liegt das Unbefleckte Herz unserer Mutter, deren Kinder wir sind, und das Mutterherz ist so groß und weit, dass es das Maß füllt bis oben, und obendrauf legt noch unser Engel sein Sanctus, das er mit uns und für uns und statt uns ununterbrochen betet, und nun ist das Maß gerüttelt voll.

Und Gott tut das Unbegreifliche: Er nimmt es an, als sei es von uns, Er schließt uns in Seine Arme, gerade so wie den verlorenen Sohn. Er gedenkt unserer Erbärmlichkeit nimmer – o Liebe über Liebe!

Gebet: O heiliger Engel, nun weiß ich, dass du vor dem Gericht an der Türe stehst mit dem vollen Maß der Liebe und Barmherzigkeit Gottes und meiner himmlischen Mutter. Lass mich mit dir Gottes Barmherzigkeit ununterbrochen loben und preisen. Amen.

 

23. Oktober – St. Onophriel 6. v. Chor

Von hundert Kindern umlagert, sieht St. Onophriel, der Versiegelte Fürst, voll Liebe über sie hin und hinauf zu seinem Herrn und Gott, von Dessem Angesicht er sich niemals löst. Aber es liegt etwas im Hintergrund dieser Augen wie ein Schmerz, soweit man bei einem Engel überhaupt von Schmerz sprechen kann. Herr, Du weißt es!

St. Onophriel ist einer der zwölf Versiegelten Fürsten, die Gott mit der Verwaltung der Baustoffe der Erde betraut hat. Diese Aufgabe steht aber immer in einem geistigen Zusammenhang mit einer ideellen Verwaltung: Hier verwaltet St. Onophriel den Zucker und die Stärke als Baustoff der Erde, aber auch als geistige Aufgabe alle Süßigkeiten der Seele.

Kinder fliegen auf Süßigkeiten. Es sind also wirkliche und geistige Kinder, welche St. Onophriel durch den Zucker, die Süßigkeit der Liebe Gottes für die Seele, betreut. Er tut es mit der Innigkeit einer Mutter, mit der Geduld eines Vaters. Zucker ist Aufbaustoff für den Körper, aber geistig auch für die Seele. Ohne Süßigkeit und Stärke bleiben Kinder im Wachstum zurück, ohne Süßigkeit des Trostes bleibt der Weg zu Gott herb und dunkel. Doch gleichwie die Kinder nicht zu viel mit Zucker gefüttert werden dürfen, damit sie nicht Schaden leiden, so wird auch die Seele nicht zu viel mit geistigen Süßigkeiten, mit Tröstungen beteilt, weil es ihr schadet. Das Salz ist für den Körper ebenso notwendig wie die Reuetränen für die Seele. Es heißt nicht: "Wen Gott liebt, dem gibt Er die Süßigkeit Seines Trostes", sondern es heißt: "Wen Gott liebt, den züchtigt Er." Und dies gilt ganz besonders den wirklichen und geistigen Kindern, den ersten Anwärtern auf Zucker und Süßigkeiten.

Jeder Baustoff der Erde ist etwas Natürliches, nicht Künstliches, und sendet als Zeichen seines Lebens mehr oder weniger starke Strahlen aus, welche uns von den heiligen Engeln bildhaft als verschieden lange, parallele oder gekreuzte, als verschieden gefärbte, starke oder schwache Strahlen gezeigt werden. Dies tut auch heute der Engel, und es ist eine Art Anschauungsunterricht, für den wir heute vielleicht noch keinen Schlüssel haben; denn er sagt: "Siehe, der eine Strahl ist der von innen heraus, der andere ist der von außen herein, der dritte ist die Auswirkung beider in der Schöpfung." Um diese drei liegt eine durchsichtige Hülle (und die Auswirkung setzt sich periodisch fort).

Was St. Onophriels Augen schmerzlich macht, ist der Blick auf die Kinder, denn sein Baustoff wird, wenn sein Siegel gelöst sein wird, an der Zerstörung von Pflanze, Tier und Mensch, von allen Süßigkeiten die Ursache sein. Der Engel wird die Kinder dahinwelken sehen, er, der doch die Kinder so sehr liebt!

Aber über allem steht Gottes Befehl, und alle Süßigkeit wird einst in die himmlische Seligkeit verlagert werden, und keinem Kind bleibt sie vorenthalten.

Gebet: Du gütiger Fürst und Kinderfreund, lass uns immer Kind bleiben vor Gott in alle Ewigkeit, damit wir der himmlischen Süßigkeit nicht entbehren, die da ist Maria, die süßeste, liebste Mutter, die da ist das Herz unseres Herrn. Amen.

 

24. Oktober – St. Raphael 8. Chor

Er selbst nennt sich: "Einer der sieben, die vor dem Thron Gottes stehen." Sein Name ist auch: "Arznei Gottes." Und einem "Liebespfeil Gottes" gleich wird er vom Aufgang bis zum Niedergang der Schöpfung seine leuchtende Bahn ziehen, wohin ihn Gott sendet. Selig der Mensch, der sein in Sehnsucht nach Gott schlagendes Herz von diesem Pfeil getroffen fühlt! Diese Wunde wird nie heilen; sie wird leuchten und brennen, und dieser Mensch wird dadurch befähigt, selbst für seine Umwelt zum Künder der Liebe Gottes und zu einer "Arznei Gottes" zu werden. – So sendet Gott St. Raphael, der in der Mitte der sieben Erzengel steht und heute unser großer Fürbitter ist, mit der brennenden Glut der Gottesliebe hin auf unsere Straßenkreuzungen und Bahnhöfe, in die Operationssäle und Krankenstuben, auf die Autobahnen und an die Klosterpforten. Überall muss die Liebe Gottes eingreifen: Einen klaren Blick verleihen und eine ruhige Hand, das Wesentliche aufhellen und das Abwegige klar erkennen lassen, das Herz für die Armen, die Kranken, die Hilfsbedürftigen weiten und warm werden lassen.

Dreifach ist die Aufgabe St. Raphaels:

Als Erzengel steht er neben St. Michael, dem Engel des Glaubens, und neben St. Gabriel, dem Engel der Menschwerdung, der Botschaft, der Hoffnung und des Friedens. St. Raphael ist einer der drei, welche die heilige Kirche namentlich anruft, der Engel der Liebe, des Trostes, der Heilung und Scheidung. Er wird in der Heiligen Schrift als Begleiter des jungen Tobias und Bezwinger des Dämons Asmodai genannt. So ergibt sich daraus für ihn das Recht der Führung der Menschen in der heiligen Kirche als Engel der Liebe, der Ärzte, der Wanderer und der Reisenden.

Aber er ist auch von Gott als einer der vierzehn himmlischen Nothelfer aufgerufen. Er trägt hier als Symbol ein Horn. Das bedeutet die geistige Abwehr höllischer Angriffe, besonders bei allen Geisteswissenschaften, in Presse, Literatur, Jugenderziehung. Er soll angerufen werden bei wichtigen Entscheidungen, bei Reisen und Operationen, gegen Fehlentscheidungen und Gefangennahme, gegen giftige Speisen und Medizinen, gegen alle Not der Liebe.

Noch eine dritte Aufgabe hat St. Raphael im Dienste Mariens als der Verwalter des sechsten Machtbereiches, der da heißt: "Du wirst der Schlange den Kopf zertreten." St. Raphael hat also alle Schutzengel in seiner Obhut, deren Schützlinge im geistigen Bereich für Gott und Seine Kirche kämpfen müssen. Er vermittelt ihnen die Gabe der Unterscheidung, der Wissenschaft, des Rates, der rechten Erkenntnis, des Starkmutes und der Opferbereitschaft. Nichts Süßliches oder Sensibles ist an ihm, nur Klarheit, Glut, Kraft und Kämpfertum.

Gebet: Heiliger Erzengel Raphael, vervielfältige deine Kraft und die Schar deiner Engelshelfer in dieser Zeit, da es anfängt, an allen Ecken und Enden der Welt zu brennen, damit die Liebe Gottes überall Sieger werde! Amen.

 

25. Oktober – Die vier Rächer

Sie nennen sich "Die Vier Brüder der linken Hand St. Sederinns". Sie sind Engel des 9. Chores von förmlich urzeitlicher Gestalt, sie sehen sich auch ähnlich. So sehr sind sie mit ihrer Aufgabe verwachsen, dass sie gewaltig wirken, als wären sie selber als Gewalten erschaffen. Sie sind St. Sederim zugeordnet, dem Engel des Widerspruches, dem Engel der Gegensätzlichkeit.

St. Sederim steht in der Mitte aller Engel. Er trägt in seiner einen Hand den Schluss-Stein "Weiche!", in seiner anderen Hand den Schluss-Stein "Komme!". Schluss-Stein heißt so viel wie Endsiegel, Gottes Wort oder Befehl ist in dieses Endsiegel eingeschlossen. Das Endsiegel der linken Hand St. Sederims hält das letzte Wort Gottes an die, welche die Prüfung nicht bestanden, das entsetzliche Wort "Weiche!"

Dieses Wort "Weiche!" liegt auch irgendwie den Aufgaben der Vier Brüder zugrunde, die heute als mahnende Gestalten vor das Auge des Menschen gestellt sind. Diese gewaltigen Engel sind die Rächer jener himmelschreienden Sünden, für die die heilige Kirche selber diesen Ausdruck geprägt hat.

St. Henim, er ist der Engel, der einst den aufrührerischen Erzengel Ahaziel, jetzt Ahasver, in die Tiefe stürzte und jeden vorsätzlichen Mörder ihm nachschickt, damit ihn dieser in Unrast treibe von Ort zu Ort. Er geht seit dem Tod des unschuldigen Abel als Rächer jeder solchen Bluttat nach.

St. Michajim, dieser große Engel geht bis zu den Schultern in jener Erde, aus der der Mensch gemacht ist. Er ist der Rächer aller Sünden des Blutes, er ist die rächende Gewalt des Blutes. Er ist es, der das Menetekel auf die Wand schrieb und noch schreibt.

St. Parim, auch er ist rächender Engel, mit dem Schwert schlägt er zu. Er schlug in einer Nacht 185.000 Mann mit der Kraft St. Sederims, er schlug die Unterdrücker mit den Wogen des Roten Meeres. Er rächt mit der Pestilenz, mit der Schärfe seines Schwertes.

St. Phasim, der dunkel Engel der Phase, der vorbeigeht, wenn Gottes Zeichen an Haus und Tür und Stirne sichtbar sind, der aber hineingeht und – wenn das Zeichen Gottes fehlt – alle Erstgeburt schlägt, von Ägypten angefangen bis auf unsere Tage. Er schlägt die Reichen, die dem Goldenen Kalbe anhangen, und holt die Hand Gottes auf das abtrünnige Volk herab, damit sie auf ihm laste, bis Genugtuung geleistet ist.

Gebet: Seid uns nicht Rächer Gottes, ihr Engel, um des Blutes unseres Herrn willen, das ihr an uns seht; seid uns Verteidiger und Retter. Amen.

 

26. Oktober – Die vier Brüder

Engel, welche in einem Rang und in einer gleichen Reihe stehen und zu einer gemeinsamen Aufgabe zusammengehören, nennen sich Brüder. Wir kennen diesen Ausdruck: Die sieben Engel vom Dienst, welche sich "Die Sieben Brüder" nennen, die "Sieben Brüder der Seele", die "Sieben Brüder der Tiefe", u. a. Erst gestern waren die Vier Brüder der linken Hand St. Sederims, die Rächer-Engel, geschart um das letzte Wort des Schöpfers an die Verurteilten, das fürchterliche Wort "Weiche!" – O Gott, bewahre uns vor der Rache dieser Engel, welche die Schmach rächen, die wir Dir angetan haben!

Gott ist kein Gott des Zornes. Er ist ein Gott der Liebe, freilich einer glühenden, heiligen, barmherzigen, aber auch gerechten Liebe. Diese Liebe schlägt, aber sie heilt auch; sie heilt alle Wunden, welche die Lieblosigkeit und Treulosigkeit auf Erden geschlagen, sie ruft im zärtlichsten Ton, in der brausenden Kraft des Siegers: "Komme!" denen zu, welche die Prüfung auf Erden bestanden haben und nun einziehen dürfen mit dem Lamm in das Himmlische Jerusalem.

Vier gewaltige, vor Spannung vibrierende Engel stehen um die rechte Hand St. Sederims geschart, in welcher symbolhaft das letzte Wort des Schöpfers und Richters an Seine Getreuen versiegelt ist, das Wort "Komme!" "Kommet, ihr Gesegneten Meines Vaters und nehmet das Reich in Besitz!" Diese Engel nennen sich "Vier Brüder der rechten Hand St. Sederims". Sie stehen für die Wirksamkeit des Wortes "Komme!"; sie holen die Seelen, welche sich bedingungslos der Liebe und der Gerechtigkeit Gottes überantwortet haben, an den ihnen von Gott zugewiesenen Platz zur Rechten des Richters. Sie sind:

St. Sefanim, er ist der Engel, welcher die Sinne der Seele schlägt, dass ihr die Freuden der Welt schal werden und sie nur mehr in die Süßigkeit der Göttlichen Liebe bleiben mag.

St. Edraim, er ist der Engel, der ringsum alles wegschneidet, was sich als Hindernis zwischen Gott und die Seele stellt.

St. Machirim, er ist der Engel über der Brücke, welcher der Seele die richtige Schau und Werteinschätzung gibt über Himmlisches und Irdisches.

St. Manaim, er ist der Engel, der mit dem Schwert und der Fackel der Seele das Herz öffnet, dass sie zu glühen und zu brennen anfängt und niemand mehr diesen Brand zu löschen imstande ist.

Gebet: Ihr heiligen Engel, wollet bei mir einkehren und eure Gnaden in meiner armen Stube lassen, damit sie hell werde und Gott darin wohnen kann in Ewigkeit. Amen.

 

27. Oktober – St. Hiberiel 4. h. Chor

"Und der Engel entrückte mich im Geiste auf einen hohen und großen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabstieg, erfüllt von Gottes Herrlichkeit. Ihr Glanz strahlte wie kostbarer Edelstein, wie der kristallhelle Jaspis. Sie hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und über den Toren zwölf Engel und Namen der zwölf Stämme der Kinder Israels. Und die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine und darauf die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. Der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir ... der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst." So lautet der Text aus der Geheimen Offenbarung (21,10-20).

Heute sollen wir hinaufschauen zu dieser himmlischen Stadt Gottes, die uns gleichsam schon entgegeneilt im Glanz ihrer Herrlichkeit. Engel stehen über ihren Toren, durch welche die Scharen der Begnadeten, Geretteten, einziehen werden nach dem großen Gericht. Diese Engel sind von Gott als liebende Wahrzeichen für uns Menschen hingestellt, damit wir in ihnen immer die uns Führenden, Begleitenden, die uns Weg und Wohnstatt Zeigenden erkennen sollen. "Glaube nicht, ihn, den Engel, missachten zu können; denn Mein Name ist in ihm!" (Ex. 23,21)

Zwölf Engel stehen über den zwölf Toren. Sie sind Engel der Liebe. Sie sind Engel von Hoher Gewalt, da sie für die siegreiche Liebe Gottes, für die geöffneten Vaterarme Gottes dastehen. Auch dieser Engel, der heute mit seinen ausgebreiteten Armen – in der Silhouette wie ein leuchtendes Schwert – über dem Tor der Stadt Gottes zu sehen ist, bedeutet siegreiche Liebe Gottes, denn das Tor, worauf er steht, heißt: "Tor der Schwerter", und alle werden dort einziehen, die das Schwert der Zucht gegen sich selbst, aber auch das Schwert in Kraft gegen den höllischen Feind richteten.

Der Engel ist St. Hiberiel, der elfte der zwölf Engel. Im Grundstein dieses Tores sehen wir den Hyazinth, jenen blutroten bis bläulichen Stein, der so hart ist, dass er kaum geschliffen werden kann. So hart sollen wir gegen uns selbst werden, dass uns nur die Liebe Gottes schleifen kann, jene Liebe, die auch den heiligen Apostel Judas Thaddäus zu diesem Tor ruft, der so hart gegen sich selbst war und den Pflug gegen das Schwert eintauschte, unermüdlich für Gott arbeitend und kämpfend inmitten Hochburgen des höllischen Feindes.

Diesem Apostel war kein menschliches Anliegen zu gering oder zu schwer für sein felsenfestes Vertrauen auf die Hilfe Gottes, so dass ihn Gott zum wärmsten Fürbitter aller verzweifelten und scheinbar aussichtslosen Anliegen auf Erden gemacht hat.

Wenn uns Gott auf einen harten Weg gestellt hat, der äußerste Willenszucht und Tapferkeit des Herzens verlangt, so sehen wir hinauf zu diesem Tor der Schwerter, auf dem St. Hiberiel für uns bittet. Zwei Engel stehen neben ihm, links und rechts, wie Torflügel: Der eine ist der Hohe Fürst St. Ohriel mit dem Symbol des Rades, der Engel der Geduld und Langmut, – der andere ist St. Aduachiel mit dem Symbol des gebündelten Blitzes, der Engel des Scharfblickes (in allen Dunkelheiten und Bedrängnissen) und des unerschütterlichen Vertrauens. – Kann die Liebe Gottes noch deutlicher zu uns reden?

Gebet: Heiliger Engel des Schwertes, mache uns stahlhart gegen uns selber und so gütig und barmherzig, wie es St. Judas Thaddäus, dein Schützling, war. Amen.

 

28. Oktober – St. Chasel 4. h. Chor

Da ist ein großer Engel der Liebe, überstrahlt von lichten Gnadenströmen. Er gehört zum 4. Chor der Herrschaften, er ist von Hoher Gewalt. Sie sind ihrer zwölf, die der Herr auf die zwölf Tore des Neuen Jerusalem gesetzt hat. Diese Tore sind noch versiegelt, ihre Zeit ist noch nicht angebrochen. Aber der Zulauf zu den Toren ist groß. Hier ist heute das Tor der Lastträger, und St. Chasel steht über diesem Tor. Was ist überhaupt ein Lastträger?

Der Lastträger ist ein Mensch gleich uns, er hat eine unsterbliche Seele und geht über die Erde gleich uns. Aber doch ist er ganz besonders von Gott geprägt: Er ist aus der Liebe des Vaters geformt, aus dieser herzlichen, selbstvergessenden Liebe zum Nächsten, er ist vom Feuer des heiligen Geistes durchglüht und geläutert. Er trägt Christus, den Herrn, als seine liebste Last hinein ins Leben. Das ist die Last des Lastträgers, unser Herr Jesus Christus!

Der Herr ruft den Lastträger, und der Mensch steht auf und folgt dem Herrn, dem Göttlichen Lastträger. Der ist wirklich und wahrhaftig in der Nachfolge Christi, der in den Schritten unseres Herrn geht, denn wer hat eine größere Last getragen als unser Herr? Er ist mit der größten Sündenlast der ganzen Welt vor Seinen Vater getreten und hat die heiligste Sühne für uns geleistet. Und Er trägt in Seinen Lastträgern bis ans Ende der Zeiten an der Last, die wir Menschen fortwährend anhäufen.

So gibt es auch ein Tor im Neuen Jerusalem, durch welches die Lastträger Gottes einmal einziehen werden, alle jene, welche dem Herrn das Kreuz nachgetragen haben von Golgotha weg über alle Kreuzhügel der Erde bis zum letzten Kreuz vor dem Thron des ewigen Richters, an welchem Kreuz alle unsere Schuld hängen wird zur Schau für die ganze Schöpfung. Es ist das neunte Tor, und der heilige Apostel Simon führt diese unermessliche Schar an, Simon, der Eiferer, weil ihm für seinen Herrn nichts zu schwer war. Über diesem Tor steht St. Chasel, licht und leuchtend als Wahrzeichen der Mutter, die ihre Kinder im Elternhaus erwartet. Und neben St. Chasel steht auch so ein Eiferer unter den Engeln, St. Hassiel, der die Rute als Symbol trägt und dessen Name "Pfeil Gottes" bedeutet.

Noch ein dritter Engel steht an diesem Tor; dieser dritte ist St. Amiriel, der "Garbenbinder Gottes", welcher den Schützlingen St. Hassiels den brennenden Eifer (gleich Simon) für den Dienst Gottes und alles, was Gottes ist, vermittelt.

Gebet: O mein Gott, dort über diesem Tor der Lastträger steht in leuchtender Schrift von Deinen Engeln hingezeichnet: "Seht eure Mutter!" Hilf uns, o Mutter, mit allen deinen Engeln, die Tore der Seligkeit zu erreichen! Amen.

 

29. Oktober – St. Habejah 9. Chor

Er ist einer der Tabernakel-Engel. Um jeden Tabernakel hat die Liebe des Vaters Engel gestellt, die den stillen, unscheinbaren, verborgenen Herrn im Brot im Namen der ganzen Schöpfung unaufhörlich anbeten und preisen. Vor jedem Tabernakel aber kniet im Geiste Maria, die Tochter des Vaters, die Mutter des Sohnes, die Braut des Geistes, und betet hier im Namen aller Menschen, für die ihr Göttlicher Sohn diese Gefangenschaft der Liebe erduldet. Jeder Tabernakel ist ein Thron Gottes auf Erden, von uns Menschen errichtet (man kann die Liebe der Menschen zu ihrem Herrn und Gott an der Errichtung und Pflege des Tabernakels erkennen!) und von den Engeln umstellt. Von jedem Tabernakel geht der Ton des Göttlichen Liebesrufes aus wie in schwingenden Wellen rundum nach allen Seiten und Zeiten; er wird von Engel und Mensch beantwortet, – am höchsten von jenem Engel, welcher dem Tabernakel am nächsten steht, uns die Tabernakeltüren öffnet und dem Herrn im Namen der heiligen Kirche Anbetung und Antwort ist. Und so gehen diese schwingenden Kreise des Liebesrufes und die Antwort auf diesen Ruf rund um den Tabernakel über die Mauern der Kirche hinaus in die Weite. St. Habejah hütet auch einen solchen "Schwingkreis", jenen der Sendung.

Gott sendet die Seelen, die sich Ihm bedingungslos zur Verfügung gestellt haben, von Seinem Thron auf Erden, dem Tabernakel, hinaus in die Welt, auf die Schlachtfelder der Liebe. In der Fülle Seiner Liebe sendet Er sie als Opfer. Und St. Habejah zeichnet die Stirne derer, die Gott in Seiner Liebe senden will, mit dem Kreuz. Er öffnet ihnen die Augen, sie sollen nicht blind ins Dunkel gehen, nach dem sie durch das Zeichen des Kreuzes gestärkt sind. Ja, manchen von ihnen gibt er, der hohe, priesterliche Engel mit der bekreuzten kardinalroten Stola, einen Kelch zu trinken, wie ihn unser Herr am Ölberg zu trinken bekam. Es ist das Symbol der Stärkung vor dem Abschied, der Stärkung auf den Weg. Und er nimmt das "adsum" der Seelen entgegen, das "fiat mihi", das "ja, Vater!"; so wird sein Schwingkreis zu einem Einssein des Liebesrufes Gottes mit der Antwort der Liebe aus der Tiefe der ringenden Menschheit.

Auch St. Habejah, der Engel des 9. Chores, ist einem höheren Chor als Helfer zugeteilt, den Ecksäulen aus den Niederen Gewalten, der Ecksäule der Liebe, die über St. Raphael steht, die die Bittopferkraft trägt. So ist St. Habejah im besonderen ein Engel der göttlichen Liebe, der die Verheißung Gottes trägt: "Bittet und ihr werdet empfangen!"

Gebet: Du Engel der Sendung vom Tabernakel aus, St. Habejah, zeichne unsere Stirn mit dem unauslöschlichen Zeichen des Kreuzes, damit wir durch die Kraft dieses Zeichens vor uns selber geborgen seien und eingebettet bleiben in der Liebe des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.

 

30. Oktober – St. Ridanael 9. Chor

Im Haus Gottes – das ist in der Schöpfung – gehen die heiligen Engel ein und aus. Sie weben und bauen, sie reinigen und schaffen, damit alles jederzeit vor den Augen Gottes bestehen kann. Der böse Feind dagegen sät den Unmut und die Unlust, die Unzufriedenheit und die Unzulänglichkeit, die Unordnung und das Unmaß in die Herzen der Menschen wie ein Unkraut und behütet es dort, damit es nur ja recht viel Schaden im Reich Gottes anrichten möge.

Aber auch damit hat Gott gerechnet und hat Seine Engel ausgesandt, den bösen Feind zurückzudrängen und hinauszuwerfen aus den Herzen der Menschen, sobald diese nur wollen, und dafür Freude und Tapferkeit und Kraft und die drei Göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe einzupflanzen. Ein solcher Engel, der von Gott ausgesandt ist, dem Wirken des bösen Feindes in den Herzen der Menschen entgegenzuarbeiten, ist St. Ridanael, der die Freude am Dienst Gottes trägt. Er ist als Engel dem Chor der Mächte zugeteilt, und zwar St. Zephiriel aus den Mächten der Liebe, der die Klarsicht und Nüchternheit der Liebe Gottes trägt.

Wer Gott recht versteht, der weiß, dass die Liebe Gottes den Menschen nicht als Überschwänglichkeit, als Phantasie, als gefühlvolle Tröstung und Stärkung gereicht wird, sondern als eine sehr nüchterne und klare Kraft, die Fundament und Zielrichtung zugleich ist: "Stirb und werde!" je klarer wir Gott – auch in Seiner Liebe – erkennen können, desto klarer müssen wir auch uns selbst in diesem scharfen Licht erkennen in unserer Kleinheit und Erdverbundenheit. Damit wir aber nicht zu Boden geschmettert werden von dieser Klarsicht, hat uns Gott gleich wieder einen Engel vor Augen gestellt, der uns die Freude reicht. Ja, die Liebe Gottes ist Freude. Und Freude ist es, wenn wir Gott lieben und Ihm dienen können, Ihm, dem besten, liebsten, barmherzigsten und gütigsten Herrn. Die Freude soll unser ganzes Tun ausfüllen, Freude sollen und müssen wir haben am Dienst Gottes; dann wird dieser Dienst geheiligt und fängt an zu leuchten vor Gott. Die nüchterne Liebe Gottes ist die klarste Liebe. Sie hilft uns am meisten im Alltag und in der Selbsterziehung. Aber sie soll immer froh erkannt und froh bejaht und froh in alle unsere Arbeit mitgenommen werden, und St. Ridanael wird uns dabei helfen. Er ist ja selbst in seiner Beweglichkeit wie eine wunderbar klingende Glocke: "Gott ist gut, kommet zu Gott!" Und er hat auch eine Glocke in der Hand, silbern und hell; sie spiegelt das ganze Haus Gottes in leuchtenden Farben, und ihr Ton dringt in alle Winkel und bringt Tapferkeit und Freude, Zuversicht und Ruhe des Herzens mit.

Gebet: Herr, lass uns nur immer erkennen, wie gut Du bist und wie langmütig und barmherzig, damit wir Dich mit unserer ganzen Kraft lieben und freudig Dir dienen. Amen.

 

31. Oktober – St. Gedulah 4. n. Chor

Er ist von innen anders als von außen, man möchte sagen, von innen ist er "die" Sonne und von außen "der" Sonne. Immer ist er der eine von Gott geschaffene, völlig ideal harmonische Engel, aber von außen sieht er aus wie eine Feuerflamme in der Form eines Kreuzes (durch seine Arme), die auf der Erde aufsteht (denn er geht vom Thron Gottes weg über die ganze Schöpfung, nimmermüde). Er trägt in seinen Händen die Liebe Gottes, er baut mit dieser Liebe die ganze Schöpfung auf. Fehlt die Liebe, dann fällt jeder Aufbau der Schöpfung, denn dann fehlt ihr das Grundelement, auf dem und mit dem sie wachsen kann.

Innen aber ist er wahr, und kein Geschöpf verliert sich in seiner Weite. Jedes Geschöpf empfindet die Liebe Gottes gerade so weit und so eng, als es sie fassen kann und in ihr glücklich wachsen oder ruhen, sich dehnen und wohlig anschmiegen kann wie das Kind an die Mutter. Innen ist der Engel die mütterliche Güte, die aus sich schöpfende, sich verschenkende, die auch auf kahlen, verbrannten, verdorrten, unfruchtbaren Stellen eben durch die Liebe wieder neues Leben erstehen lässt, neues Wachstum und neues Blühen und Freuen.

Außen trägt er als Symbol der Liebe Gottes auf einer Patene ein Brot. Das Brot bedeutet unsere Nahrung. Wenn wir also im Vaterunser beten: "Gib uns heute unser tägliches Brot", so vergessen wir nicht, dass das Brot das Symbol der Liebe Gottes ist. Er gibt sich uns in der Gestalt des Brotes. Gibt es eine größere Liebe als diese? Gibt es eine aufbauendere Liebe als diese, eine hilfsbereitere, eine totalere?

St. Gedulah ist der vierte der zwölf Engel "von Wort und Antwort" aus dem Chor der Herrschaften von Niederer Gewalt. Diese zwölf Engel tragen Gottes Liebe in allen Wesenheiten in die Schöpfung, sie tragen sie wie Baustoffe, mit denen sie Wurzel und Aufbau, Blüte und Frucht aller Dinge der Schöpfung wachsen und werden und blühen und reifen lassen. Sie nehmen aber auch die Antwort der Schöpfung auf und bauen sie mit dem Göttlichen Anruf zugleich ein in die Schöpfung, so dass das Geschöpf mit Hilfe der Engel selbst mitbauen kann an seinem Haus, das ihm die Vatergüte Gottes geschenkt hat.

So tragen drei dieser Engel das Maß und Gesetz und die Wahrheit als Grundwesenheit in die Wurzel alles Geschöpflichen;

drei dieser Engel tragen die Liebe, die Gottesfurcht und die Gerechtigkeit in den Aufbau aller Schöpfung;

drei dieser Engel tragen die Weisheit, die Schönheit und die Harmonie in die Blüte aller Schöpfung, und

drei dieser Engel tragen die Macht, die Stärke Gottes und den Triumph (Torheit des Kreuzes) über die Schöpfung und aus jeder Frucht der Schöpfung hin vor den Thron Gottes.

Durch St. Gedulah sollen wir Gott sehen in Seiner Liebe wie Vater und Mutter zugleich, das Größte fordernd und das Größte gebend. Gott will, dass, so wie Er das Brot auf der Patene ist, auch wir Brot werden, selbstvergessend uns den andern gleichnishaft als Nahrung hingebend, damit die anderen an uns wachsen und reifen und die Liebe Gottes in ihrer Länge und Breite und Tiefe erfassen können.

Gebet: Du wunderbarer Engel St. Gedulah, der du uns die Liebe Gottes so nahe bringst, lass uns hineinwachsen in diese Liebe und eins werden mit ihr, untrennbar von der Liebe Gottes sein und in ihr bleiben in alle Ewigkeit. Amen.