Keine selbstgewählten Opfer

11. Januar 1952

Ich verlange nicht die Bußwerke und Aszese der Heiligen von dir; dazu bist du zu zart und es würde dir nur schaden. Was du Mir geben kannst, sind die täglichen kleinen Nadelstiche, die dich vielleicht noch mehr verwunden und quälen als eine selbst gewählte große Buße.

Laß Meine großen Heiligen Lilien und Rosen sein in meinem Garten. Du erquicke Mich mit dem Duft und der Bescheidenheit des Veilchens. Auch wisse, daß in selbstgewählten Opfern stets die Gefahr des Stolzes und der Überheblichkeit lauert. In den Opfern jedoch, die Ich dir biete, liegt weitaus größere Liebe, wenn du Mir getreulich zurückgibst, was Ich dir ausgesucht.

 

Priesterleben

12. Januar 1952

Wie ein guter Priester sein soll? Es ist notwendig, daß sie in ein persönliches Verhältnis zu Mir kommen. Daß sie das innerliche Gebet pflegen, – daß sie in all ihren Amtshandlungen innerlich bleiben und nicht der Macht der Gewohnheit verfallen, – daß sie sich gleichsam immer wieder erheben lassen von den Mysterien, – daß ihre Lebensweise einfach, zurückgezogen und vorbildlich sein soll. So viel sie an sich selbst arbeiten, werden sie die Gemeinde mitziehen.

Daß sie heute so gehetzt sind, – auch dem Gesetz der Müdigkeit und Erschöpfung unterworfen – das macht, daß so viele ihren Weg verfehlen und ermatten. Und doch bin Ich ihre Kraft und Stärke, wenn sie nur kommen und Mich anrufen.

 

Der Wille

29. Januar 1952

Ich sage es dir ganz eindringlich: In allem suche Meinen Willen und wahrlich, du wirst mit allem fertig werden ohne Bitternis, vielmehr wird freundliche Ruhe dein Herz erfüllen.

Ich weiß, was dich so sehr bedrückt. Dich habe ich bestimmt, zu helfen und zu heilen und die Ordnung herzustellen. Du siehst und fühlst mehr als die anderen, weil dein Ohr an Meinem Herzen ruht, und lauscht. Das ist eine Last – aber bedenke wohl, es ist die Liebeslast Meines Herzens, das Seufzen des Heiligen Geistes.

Schließe dich in jedes Meßopfer ein; so kannst du jeden Augenblick unter dem Kreuze stehen und Mein kostbares Blut sammeln zum Heil für viele. Bete, bete doch immer. Glaube Mir, kein einziges Wort von dir geht verloren. Ich höre sie alle, wenn du dem Seufzen des Heiligen Geistes in dir nachgibst.

Nichts Besonderes verlange Ich von dir, Kind, nur das geduldige Ertragen dessen, was Ich dir jeden Augenblick biete. Es verlangt heroische Aufmerksamkeit und Liebe von dir, – ein gänzliches Lassen von dir. Verlange nichts nach deinem Willen und verweigere auch nichts.

 

Wunder der Liebe

27. Februar 1952

Ja Mein liebes Kind, also liege Ich vor dir, klein und bescheiden in der Gestalt des schimmernden Brotes. Betrachte Mich gut und es werden dir viele Anmutungen kommen. – Ich gebe dir Meine überreiche Gnade – weil Ich will, daß du ein Wunder Meiner Liebe seiest in dieser kalten, gottlosen Welt. Erschrick nicht ob dieser Verheißung. Du brauchst nur "Ja" zu sagen und Mir in allem zu folgen. Vertraue, daß Ich dir immer helfen werde. Ich halte Mein Versprechen, auch wenn du versagen solltest.

So sehr liebe Ich dich, daß ich alles machtvoll füge in deinem Leben, auch jetzt wieder! Weil du erblühen sollst als Wunder Meiner Liebe, – und in Meiner Welt. Um die andere Welt kümmere dich wenig, Kind. Sie verwirrt dich nur und entzieht dich Meinem Einfluß. Deshalb verschließ dich nach innen und lausche der anderen Welt. Sie ist deine Befreiung.

Nein, Ich zürne dir nicht ob deiner Schwäche. Ich kenne doch deine Natur und Zerbrechlichkeit und wie sehr du zu leiden vermagst. Du hast Mir deine Qual gegeben, – Ich gebe dir dafür Meine Liebe.

 

Empfangen und beten

27. Februar 1952

Du mußt elastischer und fügsamer werden im Hinhören auf die Stimme des Heiligen Geistes. Wenn Dir Eingebungen kommen, mußt du sie festhalten und ausführen ohne Rücksicht auf die Wehleidigkeit deines "Ich" und sein Bluten. Auch das immerwährende Gebet übe in dem felsenfesten Vertrauen, daß du Mein Herz damit tröstest. – Glaube, daß Ich dich den Tod der Liebe sterben lasse.

 

16. März 1952

Bleibe gelassen. Denk an das einfache Beispiel, daß man von einem unkundigen Kinde nicht das Schreiben verlangen kann. Wohl aber kann man ihm die Hand führen. So ist es auch mit den Seelen: Aus euch selbst seid ihr nichts. Ich aber führe euch wohl. Preiset euch also glücklich, so schwach und hilflos zu sein – umso mehr Liebe habt ihr zu erwarten.

 

28. März 1952

Ja durch deine Versäumnisse hast du Mir die Hände gebunden und manches verdorben. Aber Ich verdamme dich nicht, bist doch ein Kind in all diesen Dingen. Weine nicht! – Es macht dich nur wachsamer! Siehst du ein, warum Gebet und Opfer so notwendig sind? – Du weißt nun auch, wie du dagegen angehen mußt. Der Böse schmeichelt natürlich deiner Natur, während Ich verlangen muß, was ihr zuwider und anstrengend ist. Es kommt jetzt nur darauf an, daß du deine Natur bezwingst aus Liebe zu mir, – auf den Entschluß im rechten Augenblick.

Ja durch die Gnade siehst du nun, wie unendlich klein und fehlerhaft du bist und wie unendlich geduldig und langmütig Ich zu dir bin, – wie sehr Ich dich liebe! – Aber auch, wie sehr du ernst machen mußt, um Mir die Freiheit zu geben, dich als Werkzeug benützen zu können. Ein ganz strenges Maß ist notwendig, das du an dich selbst legen mußt und unerbitterliche, straffe Zucht. Nur niemals verzagen! Niemals sich entmutigen lassen. Immer anfangen, ohne zurückzuschauen. Bei Mir ist es nie zu spät!

Ich brauche dein Gebet, wenngleich du es kaum zu stammeln vermagst vor Trockenheit und Öde. Gewiß es wäre süß, die Stunden in Zwiesprache mit Mir zu verbringen – aber das kann nicht immer sein! Du darfst nie ein ungezügeltes Verlangen darnach tragen, wie es der Böse einzuimpfen versteht. Dann bist du nämlich dir selbst preisgegeben. Nach Mir seufzen und dich sehnen darfst du dich, Kind, das ist natürlich, – aber du mußt alles Mir überlassen.

Ja, die Welt ist schrecklich geworden. Die Menschen höhnen Meiner und schweigen mich tot. Sogar in den Herzen der Kinder bin Ich nicht mehr daheim.

 

Jesus, der Retter.

1. April 1952

Laß dich nicht verwirren, Kind. Das ist Versuchung! Du bist keinen einfachen Weg gegangen, das ist wahr. Du hast Mich gesucht mit einem brennenden Verlangen. Und Ich habe Mich finden lassen. Habe Ich dir nicht gesagt, auch wenn deine Schuld rot wäre wie Blut, Ich würde dich dennoch lieben und erlösen?

Gewiß, diese Liebe ist unfaßlich für ein kleines Menschenhirn. Überdenke doch einmal wieder, wie wunderbar Ich alles gefügt habe in deinem Leben, weil Ich dich eben liebe und Meinen Plan mit dir habe.

Du warst damals (1942-1944) in einer furchtbaren Glaubenskrise. Und dein Beichtvater hat es nicht erkannt und ernst genommen. So bist du krank geworden an deiner Seele. Auf den Tod krank. Es kam alles darauf an, dich zu retten. Ich habe es mit allen Mitteln getan. Ich habe dich von deinem Beichtvater getrennt und dem andern übergeben, der die Befähigung hatte, dich mit Liebe zu überwinden und zu retten. Worte allein waren nur dazu angetan, dein Herz noch mehr zu verhärten und zu quälen. Du brauchtest das Signum der Tat um dich aus deiner Verfinsterung der Skepsis und Lethargie zu retten. Vater hat seine Probe bestanden und es ist wirklich so, daß du ihm durch Meinen Willen alles verdankst. Er bedenke: eine Todeskrankheit ist nicht von heute auf morgen überwunden. Du bist unendlich zart und anfällig geblieben und wirst immer wieder unter den Nachwehen leiden. Du hast noch manche Krise zu überstehen. Deshalb wache Ich eifersüchtig darüber, daß du so oft als möglich bei Vater bist und er Gelegenheit hat, dich zu beobachten und dich aufzufangen.

Ja nun ist wieder alles wie am Anfang, Kind. Gehe ruhig weiter ohne umzusehen. Habe keine Angst! (Schwere Angst ist ihr gleichsam angeboren.) Natürlich sollst du dich an die andere Welt anschließen – aber nicht aus tödlicher Angst vor dieser Welt – obwohl du mit dem Glauben an Meine Welt deine tödliche Angst allein überwinden kannst! Du sollst dein Herz im Himmel halten, weil Ich es gerufen habe, Kind. Und Ich habe es gerufen, weil Ich alles Schwache und Ängstliche rufe und an Mich ziehe, um Mich darin zu verherrlichen. Aus Liebe zu dir habe ich alles so gefügt. Fürchte dich also nicht, geh nur auf Mich zu mit deinen Kinderschritten und glaube immer, daß Ich dich mit geöffneten Armen und liebevollem Herzen an Mich nehme. Ich bin Dein Heiland gestern, wie heute und morgen ebenso.

 

Nicht mutlos werden! Vertrauen.

7. Mai 1952

Tue alles, was der Vater dir sagt. Er muß dich führen auch durch die Nacht. Glaube Mir: Auch wenn das Gebet und die Heilige Messe mit Kommunion dir zuwider ist und beinahe wie ein Krampf erscheint, an dem dein Herz unbeteiligt und enttäuscht ist – wenn du dennoch getreu bist, fließen alle Gnaden dir zu – auch dann noch, wenn du sie nicht einmal wolltest. – Laß dich also nicht täuschen! Werde nicht mutlos! Setze jetzt den Glauben ein und wisse, es ist ihm zum Heile, daß er nun vom Gefühl befreit ist. Es ist viel für dich, Mein kleines Kind, aber Ich trage dich dennoch.

Noch würdest du die alles verzehrende Liebe nicht ertragen. Darum schone Ich dich. Habe trotzdem das Vertrauen, daß auch die letzte Wand eines Tages zwischen Jesus und dir zerfällt und deine Seele ganz untertaucht in Meiner Liebe, um darin zu sterben.

Jetzt sollst du blühen und kannst es nur, wenn du dich ganz verströmst und deinen wirklichen Beruf erfüllst, nämlich: die Liebe.

Ich weiß, wie sehr du unter Zerstreuung, Lärm und Geschäft leidest, Mein Kind, weil es deiner Natur zuwider und dich von der Innerlichkeit abhält. Denke, daß das augenblicklich die Opfer sind, die du Mir schenken kannst. Ich liebe auch dein Straucheln, wenn du nur dein Herz Mir offenhältst. Ich führe dich, langsam aber sicher.

Die Loslösung von allem ist so wichtig. So lange das nicht der Fall ist, muß die betreffende Seele große Schmerzen und Zerrissenheit auskosten. Aber nicht verzweifeln. Auch Meine Heiligen brauchten oft Jahre dazu.

 

Mit sanfter Gewalt

13. Mai 1952

In allem spürst du den Hauch der Vergänglichkeit und dein Herz zittert dabei in verhaltenem, unbegreiflichen Weh. Doch das ist Gnade, um dich an Mein Herz zu ziehen mit sanfter Gewalt.

Groß ist die Eigenliebe und wie schwer zu töten. Also mußt du frohlocken über jede Gelegenheit, die dir geboten, sie zu unterdrücken. Vater liebt dich gerade dann am allermeisten, wenn er dich demütigt.

 

15. Mai 1952

Alles in dir dürstet nach Mir und du möchtest Mich festhalten mit jeder Faser deines Herzens. Diese Meine Gegenwart zu kosten, ist ein großes Glück und noch mehr Gnade. Du siehst, wie nur ein geringes Entgegenkommen deinerseits Mein Herz bezwingt.

Habe keine Angst vor dem Kreuz, wenn du es lieben lernst, wird es dich tragen. Niemals ist die Bürde schwerer, denn die Kraft, sie zu tragen. Je schwächer du bist, desto liebreicher nehme Ich dich auf die Arme um dich zu tragen, wie eine Mutter ihr Kind. Du mußt nur deine Schwäche einsehen und Meiner Liebe vertrauen.

Ich werde dich niemals enttäuschen. Ich habe ja dieses Verlangen nach Abtötung und Buße in dein Herz gelegt, zum Ausgleich Meiner unaussprechlichen Tröstungen. Wenn du getreu bist und all die kleinen Schmerzen und Opfer auf dich nimmst und willig den Einsprechungen Folge leistest, kann Ich auch unaufhörlich bei dir sein, und dich mit Meinen Aufmerksamkeiten und Tröstungen überhäufen. Du darfst es nur nie verlangen! Aber vertrauen darfst du, daß Ich es dir geben werde.

 

Gnadenwirkung

Du hast schon immer mehr gesehen und gefühlt als andere. Deine süßesten Augenblicke galten dem Schauen auf die Monstranz. Du hast dich nur verwirren lassen durch das Erkennen, daß andere Menschen ganz gleichgültig sind. Das hat dich verwirrt und du wußtest nicht mehr, was Wirklichkeit ist.

Warum Ich dich erwählt habe? Jede Erwählung ist ein Geheimnis. Ich habe die Sehnsucht, Mich zu verherrlichen in einem Meiner kleinsten Geschöpfe. Fürchte dich nicht, danke Mir einfach und hänge Meinem Herzen liebevoll an. – Nimm eine der besonderen Blumen! Sie ist nicht aus sich selbst, was sie ist. Der Schöpfer hat sie so schön gemacht. Sie fragt jedoch nicht, warum gerade sie so schön ist. Sie blüht einfach und haucht ihren Duft mit großer Natürlichkeit aus bis sie verwelkt. – So sei auch du! Blühe, dufte und frage nicht und ängstige dich nicht. Erschließe den Kelch deiner Seele einzig und allein Mir und empfange wie eine Blume den köstlichen Tau Meiner Gnade, auf daß er wie eine Perle ruhe auf dem Grunde deiner Seele und alle deine guten Kräfte entfalte.

Sage dem Vater, daß er heute getan, wie er immer wirken und für dich entscheiden sollte, da du zu schwach, die Initiative zu ergreifen. V.'s eigene Seele geht ja dabei auch niemals leer aus. Dein Weg ist ja auch sein Weg, wenn auch in anderem Maße. Ihr sollt Hand in Hand hineingehen in Mein Herz.

Warum es mit dem Priesterstand heute so aussieht? Jedem werden bei der Priesterweihe besondere Gnaden verliehen: Der eine hält sie fest und wird heilig, der andere verliert sie gar bald. Ein großes Unglück ist es auch, daß Meine Priester wohl von Anfang an einen Beichtvater haben, jedoch gänzlich der Seelenführung entbehren von einem gotterleuchteten, erfahrenen Mitbruder. So verflachen sie schnell.

Ja, Mein liebes Kind, es kommt immer darauf an, Gott nicht einen einzigen Wunsch abzuschlagen und jeder, auch der geringsten Einflüsterung der Gnade zu folgen ohne Aufschub. Wer das tut, kommt sehr rasch in Meine Nähe.

Macht doch, Vater und du, eine Zeit aus, da ihr beide, wenn auch getrennt, vor Mir euch niederwerft zum Gebet und so eure Herzen in Mir vereint sind. Es fließen Euch große Gnaden daraus zu.

 

Priestergefahr

(Was andere Frauen betrifft, die den Priester für sich, für ihre Unerfülltheit gewinnen wollen.) Eine Freundschaft mit Frauen ist für einen Priester von Übel. Sie ist nur erlaubt zwischen 2 Menschen, die Gott verbunden hat, entweder durch das Sakrament der Ehe oder durch eine außergewöhnliche Fügung, nicht aber allgemein.

Diese Worte sind allgemein gesprochen für alle Meine Diener! Ein Priester muß auch einmal sogar grob und hart sein um der besseren Einsicht willen. Diese Seelen sind nicht in Gefahr, verlorenzugehen, dazu haben sie sich viel zu viel Versicherungen geschaffen für ihr Heil. Heilig werden sie sowieso nicht! Sie lieben nicht Mich, sie lieben sich selbst!

 

Licht von oben

18. Mai 1952

Mein liebes Kind, sättige sich wieder an Meinem Licht. Bete, bete viel!

Nimm dir vor, lieber zu sterben, als im Gehorsam lau zu sein. Glaube, der Gehorsam bringt dich Stufe um Stufe ins Licht, neben Buße und Abtötung.

Meine liebenswürdige Mutter liebt dich unaussprechlich und vermittelt dir alle Gnaden, wenn du in Gefahr bist. Erkenne sie als deine Gebieterin auf dem Weg zu Mir an. Das Gedenken an Sie in das tägliche Gebet einflechten, ebenso zu deinen heiligen Engeln! – Sieh den Weihrauch! Also wirst du emporsteigen zu Mir in unvergleichlichem Duft. Ich werde dich ebenso verzehren zu Meiner Ehre. Du mußt nur stillehalten und dich gänzlich Mir überlassen.

Nimm den Anblick Meiner Gegenwart (Monstranz) noch einmal fest in dich auf, ehe Ich deinen Blicken entzogen werde. Es soll ein Schmerz sein, wenn du von Mir scheiden mußt. – Will Ich dich doch in Liebe verbrennen.

 

Ruhe nur in Jesus

19. Mai 1952

Mein liebes Kind! Der heutige Tag (sie war in der Ausstellung in Friedrichshafen) zeigt dir, wie schädlich solche Zerstreuungen für den Verkehr mit Mir sind! Wenn ich den Menschen an Mich ziehen will, dann führe Ich ihn in die Einsamkeit. Nur dort kann ich zu ihm reden. Du hast heute einen Abglanz der Lockungen der Welt gesehen, der nur zu ungezügeltem Hunger nach Besitz führt.

Sage dem Vater er vollziehe im Herz-Jesu-Monat eine feierliche Erneuerung deiner Weihe gleich einer Profeß mit der förmlichen Ablegung der Gelübde.

Deine unerklärlichen Leiden sind ein ernster Beweis für die Echtheit Meiner Absichten bei dir. Du sollst immer bereit sein, solche Qualen auf dich zu nehmen, wenn Ich es für notwendig halte. Du wirst deine Ruhe nur in Mir finden. Warum verlangst du Mich nicht ganz und unverhüllt? Auch wenn du dich dafür selbst töten mußt – kannst du denn noch etwas anderes verlangen, denn aufgelöst zu werden in Mich? Glaube doch, daß Ich es tun werde, wenn du stillehältst. Ich werde dir die Gnade dazu geben.

 

Zweiter Himmel

20. Mai 1952 – Vor dem Tabernakel

Ich werde alles tun, dich in Mein Herz zu versenken. Ich will Meinen zweiten Himmel in deinem Herzen aufschlagen. Gehe also nachher nicht weg ohne schmerzliches Losreißen und tausend kleine Liebesbeweise von Mir, wenn du Mich wirklich lieben willst.

 

22. Mai 1952

Ich schone dich (mit Ansprachen) nur immer wieder, weil du todmüde bist, und am Ende deiner Kräfte. Aber sei getrost: Du wirst es auch noch lernen, den Körper auch im Elend mit dem Geist zu beherrschen. Es kostet nur alles Kampf! War Ich in Meiner Erdenzeit nicht auch müde und betete trotzdem?

 

Läuterung

24. Mai 1952 – Vor der Monstranz

Mein Anblick wird allen Aufruhr in Dir zum Schweigen bringen und stillen. Auf deine Wunden wird es herniederströmen wie wundersamer Balsam. Ich will dir alles klären und sagen, wonach du brennst.

Der Zustand gestern und heute ist vor allem reine Läuterung. Es ist wirklich ein "Sterben", – wie du es gestern nanntest. Und zwar soll die menschliche Natur dabei vernichtet werden, damit du zu Mir erwachen kannst. Diese Todesnot und Qual machen alle Menschenkinder durch, die bereit sind, sich Mir zu nähern und gänzlich auszuliefern. Das geht nur unter Schmerzen. Du bist jetzt wie in Todesnot. All deine Nerven liegen bloß wie ein einziger verwundeter Strang. – Ich kann dir das nicht ersparen, mein süßes Kind, Ich muß dich läutern, auch wenn deine Zartheit fast zerbricht. – Es gibt da keine andere Hilfe für dich als zum Vater zu gehen, daß er dir helfe. In diesem Zustand darfst du ihn nicht schonen. Dich aufzufangen vermag ihm eine Wohltat zu werden.

Das Dämonische bei diesen Qualen ist die Versuchung bis zur Verzweiflung. Du hast es doch schon so oft erlebt, Mein Kind. Das ist Zulassung kraft Meiner unerforschlichen Weisheit. Auch darfst du nicht glauben, daß Satan mit Freuden zusieht, wie du auf Mich zugehst. Gerade in diesen "Todesstunden" vermag er dir zuzusetzen. Deshalb verlangte ich, daß du zum Vater hingehst, daß er über dich bete. Wenn du dich so überwindest (das Hingehen zum V. fällt ihr oft sehr schwer) und dem Bösen widerstehst, hast du alles gewonnen.

Schäme dich deiner Tränen nicht! Sie bezeugen doch nur die Überfeinerung deiner Seele und die ungeheure Ansprechbarkeit deines so vielen Erschütterungen preisgegebenen Herzens. Bleibe ruhig das hilflose Kind und weine und suche Trost, wie du es brauchst.

 

Ihr Engel beim nächtlichen Heimgang

26. Mai 1952

Fürchte dich nicht! Ich, dein Engel bin bei dir. Ich habe die Macht und den Auftrag, dich vor allem Unheil zu schützen. Sieh nicht zurück und ängstige dich nicht an den Schatten: du bist in Begleitung von mehreren Engeln ... Ja, du denkst wenig an Mich – ich denke immer an dich und bin nach Jesus dein bester Freund. Nenne Mich "Laetare", weil Ich die Freude in deinem Leben bin, die dich zur Seligkeit führen darf. Meine Augen schauen ins Licht. Gott ist das einzige Licht. Du wirst es sonst nirgends finden, denn in Ihm. Nenne Mich nicht Deinen Lehrer. Jesus allein ist es für dich in einzigartiger Weise und Ich beuge Mich in Freude vor diesem wunderbaren Geschehen. Folge Ihm, liebe Ihn, wie Er es verdient. Ich diene dir mit Freuden, besonders, wenn Jesus in deinem Herzen ist. O könntest du es schauen, welche Gabe der Andacht und Anbetung wir Engel besitzen, wie sehr würdest du dich erbauen, und dein Herz zur Ehrfurcht erziehen.

Glückliches Menschenkind, das du Gott genießen darfst und mit Ihm dich vereinen ... O könntest du sehen, was eine einzige Heilige Kommunion bewirkt! Du würdest niederfallen, wie wir und Gott im Staube anbeten und verherrlichen und Ihn nie mehr beleidigen. Wenn du fehlst, nimmst du Mir Freude, denn ich liebe Gott unaussprechlich und eifere für Seine Ehre. Daran denke, wenn du in Versuchung bist. Ich mahne dich immer! – Siehe, Ich habe dich sicher zurückgebracht und deine Furcht ist geschwunden, weil ich durch Gottes heiligen Willen dich trösten durfte und stärken. Vergiß nicht Ihn zu preisen und zu danken. Liebe Gott allein!

 

Sühne für Priesterversagen

27. Mai 1952

Viele, viele Priester sind durch Frauen in schrecklichem Irrtum. Aber du kannst das weiße Kleid eines Priestertums erneuern. So oft du verzichtest, schwindet ein Riß oder Flecken und die alte Schönheit steht auf. – Die wahre fruchtbare Sühne liegt nur im Verzicht dessen, womit Ich vorher so beleidigt wurde. Das kann Ich dir nicht ersparen, Mein armes Kind. Aber denke daran, daß Ich es dir tausendfach mit der Süße Meiner Liebe ersetzen werde.

Ich habe das zum Gebot gemacht: Alles, was außer der Ordnung geschieht, ist Sünde. Und daß gerade Meine Priester nicht die Kraft besitzen, sich reinzuhalten, da sie doch Vorbild sein sollen, das verwundet Mich tief! Und ich sage für alle: Wenn sie nur den Versuch machten, zu kämpfen, wären sie schon gerettet, denn ich stehe allen bei, die um Meines Namens willen sich kreuzigen.

Ihr habt den besseren Teil erwählt und sollt es einmal erfahren, was es heißt: der Wahrheit zu dienen und lieber zu sterben, denn auch nur einen Hauch der Sünde zu dulden. Selig, die reinen Herzens sind! Dieses Mein Wort gilt gestern wie heute – und niemand kann es verwischen.

 

Göttliche Weisheit

1. Juni 1952

Mein liebes Seelchen, du bist heute wie ein Vöglein, dessen Federn vom Sturme zerzaust. Glaube, daß Mein Herz für dich schlägt, das dich mehr liebt als jemals ein Mensch auf Erden zu lieben vermag. Die Liebe allein erlöst und bezwingt dich und heilt deine zahlreichen Wunden. Das ist keine Schande, Mein Kind, – daß nur die Liebe bei dir alles vermag, – das ist glückliche Fügung Meiner Weisheit. Bist du doch auf die Liebe hin erschaffen und bestimmt, die Liebe in ihrer ganzen Tiefe und Fülle zu erleben, wie sonst kaum jemand. Sei also deshalb nicht verwirrt. Und fürchte dich nicht vor der Qual des heutigen Tages; dein Engel ist bei dir und bereit dir zu dienen und dich zu stützen. Denk nur, daß du alles für Mich tust und alles ist gut und in Ordnung.

 

Am Herzen Jesu siegen

3. Juni 1952

Du hast keine einfache Natur, Mein Kind. Ihre Vernichtung ist viel schwieriger und wehtuender als bei anderen Menschenkindern! Aber bin Ich nicht dein Heiland? Komme also an Mein Herz, – so, wie du in diesen grauenvollen Minuten bist – verwirrt und gelähmt, verzweifelt und krank und mit tausend Schmerzen. Und wolle nicht anders sein. Ich weiß um alles tausendmal besser als du. Schließe deine Augen und tu, was dir der Gehorsam noch eingibt.

 

5. Juni 1952

Vergiß alles, was dich bedrängt und eile zu Mir. Ich bin die Wahrheit und jedes Meiner Worte bleibt bestehen – auch für diese Zeit. Mein Himmel und Meine Seligkeit ist Wirklichkeit, Kind, auch wenn die Welt zur Hölle geworden ist. Halte dein Herz im Himmel! Bleibe in Meinem Frieden, den ich dir gebe.

Wenn du Mich liebst, werde ich alle deine Bitten erfüllen; denn Mein Herz dürstet nach Liebe und Verstehen. Wenn Mich jemand liebt, bin Ich wie eine Mutter, die schwach wird angesichts ihrer Lieblinge und kein Nein zu sagen vermag.

Vergiß alles, was du immer nach deiner Ansicht verkehrt gemacht und freue dich nur am Augenblick. Ich habe dir doch Meine Verdienste gegeben zum Ersatz für jegliche Versäumnisse. Was grämst du dich also?

 

Im Gehorsam siegen

6. Juni 1952

Ist es diesmal nicht schon viel besser, Kind? Bist du nicht heimgegangen, obwohl es fast über deine Kräfte ging und hast du nicht sofort auf Meine Stimme gehört und aufgeschrieben, obwohl du kaum erfaßtest, was Ich zu dir sagte? Und nachher alles tatest im Gehorsam. Ein Sieg über dich selbst, der dir Kraft geben soll für die Zukunft.

 

Himmlische Goldmark

8. Juni 1952

Siehe, wenn immer du etwas tust oder duldest und es ist wie nur ein Pfennig von dir – Ich bin immer bereit Meine Verdienste dazuzutun wie eine Goldmark – und dein kleines Opfer wird groß und wertvoll durch Mich und Du kannst Vieles damit bezahlen.

 

Kraft und Hilfe

9. Juni 1952

Sei nicht traurig über deinen Zustand. Gewiß du bist sehr krank und manchmal ein kleines Heldenmädchen und niemand wird es erkennen; Ich allein weiß um den Namen deiner Krankheiten. Aber Ich gebe dir auch Kraft, über deine Kraft zu leiden. Habe keine Angst: Deine Engel sind dir nahe und helfen dir! Glaube an Mich und eile Mir entgegen – und du wirst immer gekräftigt sein.

 

Der Wunsch

10. Juni 1952

Heute will Ich dir etwas schenken, Kind. Was du dir wünschest, will Ich dir gewähren, wenn es zu deinem Heil ist.

(Maresa: O Jesus, ich wünsche mir alles, was Du Dir wünschest, das ich wünschen soll! Und ich glaube fest, daß ich es erhalten werde, auch wenn ich nicht weiß, was es sein soll!)

Das hat der Heilige Geist dir eingegeben, Kind, und es ist die trefflichste Antwort auf Mein Angebot. Vertraue also. Nütze die Gnadenstunde! Ich gewähre dir ja diese Augenblicke und Erlebnisse, Kind, wie jetzt; sie sind nicht mit Gold aufzuwiegen. Das ist der Friede und die Liebe inmitten einer haßerfüllten Welt. – Du fühlst, daß nur eine alles verzehrende Liebe dich zu erfüllen vermag, die eben die Liebe Gottes ist. – (Für dich) bin Ich allein alles, weil du auf Meine Liebe hin erschaffen bist.

Laß dich also nicht verwirren durch Meinen Widersacher, der alle Wege geht, dich zu entmutigen und dich zu hemmen, er lügt! Du bist rein und wirst es bleiben! Versuchung und Verwirrtheit ist nicht ein Fall. Sei ruhig! Mein Name ist "Seligmacher" auch für dich!

 

Auch Jesu Schweigen ist Güte

13. Juni 1952

Vertraue Mir vollkommen. Auch wenn ich Mich verberge, bin Ich doch innig bei dir. Schau, damit zeige Ich dir nur immer wieder, daß du allein so schwach und hilflos bist und daß Meine Liebe übergroß, wenn sie sich fühlbar zu dir neigt, – damit du ganz vertraut wirst mit diesem Gedanken und alles von Mir erwartest, dich selbst aber immer mehr vergißt. Sei also nicht traurig. Wirf dich trotzdem in Meine Arme und sage Mir deinen Kummer – und Ich lege Meine Verdienste dazu und irgend eine Seele ist wieder gerettet.

Auch muß Ich dich von Zeit zu Zeit schonen. Du darfst deinen Körper auch nicht vollkommen vergessen, Kind; ein wenig mußt du schon noch Rücksicht auf ihn nehmen. Eine zu große Schwäche hindert im Geistigen wach zu sein. Darum die Tugend der Mäßigkeit. Bei dir sind die Grenzen rasch überschritten, weil du ohnehin so zart und zerbrechlich bist. – Wenn du elend bist, dann tue einfach alles, was dir hilft und sage einfach Ja dazu und alles ist gut. Nicht sich über die Schwäche erregen und den Mut verlieren. Das hilft dir nicht.

Mein liebes Kind! Du hast auch ganz recht empfunden, daß dich all diese äußeren Dinge nicht glücklich machen. Darum halte dich von allem frei. Eine Seele muß ganz leer sein, wenn Ich sie erfüllen soll. Bitte Mich unentwegt um diese Gnade! Nur Ich allein bin imstande dein Herz zu erfüllen und zu besänftigen.

 

15. Juni 1952

Ich neige Mich nur zu dir, um dich an Mich zu ziehen. Auch wenn Ich schweige, gieße Ich Meine Gnade über dich aus in unverändertem Maße. Schaue nicht auf Meine Heiligen, wie Ich mit ihnen umgegangen bin. Habe Ich nicht die Macht, Mich in jeder Weise zu verherrlichen? Du hast die Seelennacht doch auch schon gekostet, mein Kind, und so, daß du nur mit Schaudern daran denkst.

Denke zurück an deine Jugend: Während deine Kameradinnen in der Vollkraft ihres Aufblühens sich vergnügten, gingst du unter grausamen Schmerzen und unverstandener Qual deinen Weg. Das war deine Läuterung.

Du bist nicht für diese Welt. Du kannst nur atmen in Meinem Licht und besonderer Obhut. – Ich liebe dich unaussprechlich und deine Zartheit und Schwäche rührt Mich zu außergewöhnlichen Beweisen Meiner Liebe. Du brauchst nur anzunehmen und deine Seele dabei lächeln lassen, die Geborgenheit genießen, die du so dringend brauchst.

 

Ich bin dein Herz

16. Juni 1952 – Vor der Monstranz

Ja, laß Mein Licht wieder über dich hinfluten, Kind, wie eine sprudelnde Quelle des Heils. Trinke doch, da du dürstest. Ich bin bei dir, – ja Ich möchte sagen: Ich bin dein Herz.

Laß die Bilder und Ahnungen nicht Herr werden über dich. Das ist eine Gabe, Kind, die in deiner Zartheit liegt, daß du alles fühlst und vorlebst mit großer Intensität. Das ist es auch, was deine Kräfte erschüttert. Halte nur Mich fest, Ich trage dich! Ich will deine Hände mit himmlischem Reichtum füllen. Darum scheue dich nicht vor der Gelübdeablegung (als Karmelitin). Deine Sehnsucht wird wachsen. Vollbringe du mit deinen schwachen Kräften, was du vermagst; alles andere wirke Ich. Ich schmücke dich für den Himmel.

Ich weiß, was du in deiner Hilflosigkeit brauchst. Bedenke, daß du auf den Tod krank und gequält warst. Das heißt aber nun nicht, daß du nun schon ganz gesundet bist; du bist noch sehr anfällig und zerbrechlich. Deshalb darfst du die Arznei nicht verschmähen. Erst wenn du gekräftigt bist, darfst und wirst du das Opfer bringen, Ich kenne dich, wie niemand dich kennt. Ich weiß auch um das Namenlose in dir und führe es heim. Dazu brauche Ich deine Bereitwilligkeit.

 

Der freie Geist verliert

19. Juni 1952

Deine Niedergeschlagenheit ist deine größte Gefahr. Sie führt dich immer in die Vergangenheit, anstatt die Gegenwart dich mit vollen Zügen genießen zu lassen. – Siehst du nun, wieviel du eigentlich beten solltest? Wie wunderbar dann jeder Augenblick ausgefüllt? Bedenke doch: über 20 Jahre warst du gefangen in deinen Phantasien und Gedankengängen, ohne daß du davon und von ihrer Schädlichkeit wußtest. Nun kannst du nicht aus eigener Kraft dich davon befreien. Rückfälle müssen immer kommen. Bitte Mich, Ich werde dir helfen.

Mache morgen wieder mit Vater den Tagesplan. Nichts ist unzuträglicher für dich, als uneingehaltene Vorsätze und Gebote. Du brauchst eine starke Hand, die dich eisern festhält und leitet. Dann kannst du leisten. Allein fällst du zusammen.

 

Die Gabe

20. Juni 1952

Etwas muß Ich dir noch sagen: Diese Erkrankung ist ein liebevolles Geschenk Meiner Güte, damit du bei deiner Weihe Mir etwas zu geben hast, sonst wärest du allzu unglücklich. Sage nicht, daß das gar nichts wäre. Ich weiß, wie dir zumute ist und wie nur äußerste Anstrengung dich aufrecht hält, und wie gerne du bei Vater nachgeben würdest. Aber du willst tapfer sein.

 

Verhängnis

22. Juni 1952

Lies gerne die ewigen Wahrheiten. Dein Brevier ist ein schönes Lehrbuch. Nimm es täglich zur Hand. Dann wirst du froh. Das ist das Verhängnis des Menschen, daß er die Welt wichtiger nimmt als Mein Reich und Meine Wahrheit. Weltliche Beschäftigung und Körperpflege geht vor. Wenn er im Beruf versagt, schämt er sich, vor Gott schämen sich die wenigsten ihrer Lauheit. Wie töricht! Da die Welt nicht das letzte Ziel ist.

Wenn du für deine eigenen Bedürfnisse keine Zeit mehr verwendest, wirst du reich sein an Zeit!

 

So nahe

27. Juni 1952

Es ist keine Täuschung, Seelchen, Ich bin bei dir wie dein Atem. Du siehst ihn nicht, du fühlst ihn nur und hörst ihn, wenn du aufmerksam bist. So hörst und empfindest du auch Mich. Jage also die Zweifel von dannen. Du bist keinem Wahn verfallen. Du taumelst nur in Meine Arme und Meine Liebe hinein, weil Ich immer bereitstehe, dich aufzufangen.

 

Vereinfachen, folgen

28. Juni 1952

Sei nicht ungeduldig auf dich selbst, Seelchen. Um in der Tugend voranzuschreiten braucht der Mensch sein ganzes Leben dazu. Dein Unglück ist ja nur, daß du so viel vor dir siehst und alles auf einmal zwingen willst. – Du mußt vereinfachen. Jede Woche einen Punktvornehmen, deinem Seelenführer dein Leid und Zappeln klagen. Überwinde so das Gefühl des Verlorenseins und des Überdrußes. Du kannst nicht immer auf Wolkenpfaden weilen, Seelchen. – Du mußt durch den Vater mehr an den Gehorsam gebunden werden. Fange wieder mutig an. Bete! Glaube! Vertraue!

Glaube, alles, was dich jetzt so mißtrauisch und kritisch (gegen dich selbst) macht, kommt nicht von Mir. Sich nicht darum kümmern! Sage dir heute nur immer das Wörtchen: Trotzdem!

Abends

Wie gut, daß du dich heute überwunden und zum Vater gegangen bist trotz deines Aufruhrs im Herzen. Du hast Fehler gemacht, gewiß, du kennst dich ja. Du kannst niemand widersprechen und bist im Augenblick immer verwirrt, sodaß du nicht mit Überlegung antworten kannst. Dann bist du zu Tode unglücklich und möchtest eine kleine Einsiedlerin werden, anstatt zu kämpfen! – Du bist nicht allein mit dieser Veranlagung. Es ist nicht Falschheit, es ist Schwäche, die deiner Natur zugrundeliegt.

Bete noch für alle die Betreffenden (die ihr Böses nachgesagt) und segne sie – und für dein Versagen sprich zu Mir, wie Vater dir so schön angelernt: "Jesus, ich danke Dir, daß Du mich gedemütigt hast!" Ich bin doch die Sonne in deinem Herzen und diese Sonne geht niemals unter! – Vater möge darüber wachen: Tüchtig essen, sorglos schlafen und von Herzen fröhlich sein! – Gäbe es etwas, das deinem Wesen mehr mangelte als diese goldene Regel der Karmeliter, was dein Wesen mehr entfaltete und schützte als dies? Du brauchst eine Regel, – eine äußerst einfache – das ist sie! Das andere kommt später. Sei also ohne Angst und Unruh. Es geht jeden Tag besser.

Bemühe dich um Offenheit zum Vater, auch wenn große Hemmungen in dir sind. Mit dieser Überwindung schüttelst du die Macht des Bösen von dir ab und bereitest Mir große Freude. Ich habe dich doch an Mich gezogen in überströmender Liebe und Erbarmen, Kind!

Es geschieht mit Meiner besonderen Fürsorge, daß Vater allein die Weihe an dir vollziehen soll. Er soll an den Gnaden und an deinem Glück in vollem Maß Anteil haben. Er verdient es um dich und damit nimmst du ihn noch inniger hinein in dein Licht. Du bist ihm nähergerückt, Mein Seelchen, hinein in einen geweihten Stand. Ebenbürtig steht ihr nun vor Mir zu gesegnetem Wirken berufen.

 

Querschläge

1. Juli 1952

Deine Natur bäumt sich in diesen Tagen auf und macht dir Schwierigkeiten, weil der Böse auch sie betört. Das muß dich nicht beunruhigen. Schau vorwärts: Ich stehe vor dir, um Mich dir zu vermählen. Freue dich und wirf alle falsche Drangsal ab. Diese Weihe ist Anfang und vermittelt die großen Gaben des Heiligen Geistes. Erwarte alles von Mir – und du wirst alles erhalten.

 

4. Juli 1952 – Herz-Jesu-Freitag (Vor der Weihe)

Ich habe alles weise gefügt. Gewiß es ist viel Störung dabei. Ich lasse es zu, daß du dich an Äußerlichkeiten nicht verfängst. Das Äußere ist unwichtig, Mein Kind, so schön und erhaben es auch sein soll. Es soll aber auch nicht mehr sein als Sinnbild der alles übersteigenden Wirklichkeit, die nur die Seele zu fassen vermag. Ich habe dich ja bereits geschmückt mit dem hochzeitlichen Gewand der heiligmachenden Gnade (gestern bei der Generalbeichte), mit dem Schleier der Jungfräulichkeit, mit der Krone des ewigen Lebens, mit dem Ring Meiner unbegreiflichen Treue. Das sollst du in den äußeren Symbolen sehen, Mein Kind. Ich will mit meinem ganzen Frieden bei dir sein.

Nur niemals grübeln und den eigenen Gedanken nachhängen, weil dann immer auch der Böse sich einschaltet. Um das zu vermeiden, beschäftige dich mit Gebet, Lektüre oder Arbeit.

Natürlich sollst du auch deinen Namen erhalten bei der Weihe und Vater nenne ihn auch bei der Weihe: Maria Theresia von der Barmherzigkeit Jesu und vom Heiligsten Antlitz. – Das bedeutet, daß du vor allem immer über Meine übergroße Barmherzigkeit nachdenken sollst und daß du dich ganz in Mein heiligstes Antlitz versenken sollst, das in übergroßer Liebe zu dir erstrahlt.

Vor der Weihe ruhe noch etwas. Als Profeßurkunde gilt deine frühere Weihe, die du noch mit der Gelübdeformel ergänzen kannst. Dann ist alles echt, Mein Seelchen es gilt genau so, wie wenn du in einem Kloster eingekleidet würdest.

 

Vermählt mit Christus

6. Juli 1952

Mein liebes Kind, wünsche dir in der (Weihe-)Oktav was immer du begehrst und bitte Mich darum – und Ich werde es dir gewähren. – Du bist Mir nun vermählt und mit dem Segen der Kirche geweiht und dein Name ist: Braut Christi. Betrachte, welchem Bräutigam du deine Jungfräulichkeit geopfert! Und dann frohlocke! Fürchte dich nicht mehr! Ich lenke alles zum Besten. Warum kannst du nicht daran glauben Kind? So sehr hat man das Vertrauen deines armen Seelchens mißbraucht und zerschlagen. Doch Ich werde es besiegen! Ruhe in Meinen Armen als Mein vielgeliebtes, kleines Kind! Ich hüte dich liebreicher denn eine Mutter.

 

Weihe ist nicht Tabor

13. Juli 1952

Daß es bei deiner Weihe so gegangen, Mein Kind, habe Ich in weisester Klugheit gefügt. Es sollte niemals der Gedanke aufsteigen können, auf den Wellen einer schnellen Begeisterung oder im Zwang einer Stimme oder Vision gehandelt zu haben. Du solltest die Gewißheit haben, daß es ein reiner Willensakt war ohne jede Taborstimmung. Das gibt dir die Sicherheit in späteren Zweifeln für die Echtheit deines Entschlusses. Wende deinen Blick jetzt vorwärts, deine Vergangenheit ist untergegangen in Mir. Gib alles aus den Händen, damit du Mich festhalten kannst; denn Ich allein bin Deine Liebe.

 

17. Juli 1952

O Kind, wenn du wüßtest, wie nahe dein Gott dir ist und wie angenehm deine Gefühllosigkeit Ihm ist! Das ist Läuterung, Kind, und zu deinem Nutzen. Verzichte also gern auf die Taborstunden von früher und lerne Mich um Meiner selbst willen lieben, ohne ungestüm Trost und Süßigkeit zu erwarten.

Ich bin dennoch derselbe! Nur du sollst dich ändern, um mündig zu werden. Sei getreu und Ich werde dir mit ewiger Treue vergelten.

Wenn du versagt hast, dann sei demütig, das heißt, auch wieder mutig zum Gutmachen.

 

Den Augenblick leben

20. Juli 1952

Mein liebes Kind! Durch diese Gedanken von vorher (nicht mehr genügend Zeit), laß dich nicht verwirren. Sie sind Versuchung, um dich zu lähmen. Ein einziger Augenblick vor Mir genügt, um ein ganzes Leben zu ersetzen. Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit du noch zur Verfügung hast, sondern nur, wie du diese Zeit benützest: Lebe nur den Augenblick!

Auch kommt es auf Erhebungen und besondere Gnadenerweise nicht an. Sie sind nur Dreingabe für die menschliche Schwachheit. Vertraue Mir, daß Ich weiß, was jedes braucht.

 

23. Juli 1952

Ich habe dich lange mit Milch und Honig genährt und tue es noch. Du weißt, wie sehr dein Wesen aus Gefühl und Gemüt besteht; also mußte es erst von dieser Seite her erobert werden. Quäle dich also nicht und vergewaltige dich nicht! Ich allein bin dein Ratgeber.

 

Nur für den Himmel

30. Juli 1952

Mein Seelchen, warum zweifelst du wieder und lebst in Angst? Freilich bist du am Ende deiner Kräfte, Kind, und daher fühlst du dich auch den andern Menschen gegenüber unterlegen und ausgeliefert. Das ist eine natürliche Reaktion. Schenk Mir dieses Leid! Ich bereite dich nur für Meinen Himmel; deshalb lasse Ich es zu, daß du dieses neue Leid erfährst, von den Menschen dich verkannt zu glauben, – jedoch nur in ganz geringem Maße, deinen schwachen Kräften angepaßt. Auch Ich bin diesen Weg gegangen in ungleich schwerer Form. Ich liebte dich nicht, wollte Ich dich diese Bitternis nicht kosten lassen.

 

3. August 1952

Jeder Mensch ist Stimmungen unterworfen. Die Kunst der Heiligen war es, gerade darauf nicht zu achten und unbeirrbar das zu tun, was ihnen geboten. Versuche es nochmals und werde nicht mutlos. Daß du dich so schwach fühlst, soll dich nur Meinem Herzen näherbringen. – Ja, so wie du dich am Samstag geschaut, sollst du sein: Ein heiteres, unbeschwertes, reines Kind! Mein Kind!

 

4. August 1952

Ich kenne deine Fehler und Schwächen. Ich habe dich dennoch erwählt. Es ist dir ja nicht gleichgültig. – Du leidest ja, das ist dein Kreuzweg, daß du dich aufscheuerst an dir selbst. Ist das nichts, Seelchen? – Komm doch zu Mir und trinke an den Quellen Meiner Liebe und wirf allen Kummer auf Mich.

 

Immer ganz im Dienste Jesu

5. August 1952

Du kannst aus dem Zustand, der über dich verhängt ist, nicht herauskommen. Mein Wille ist einzig, daß du stillehältst. Der Zustand ist wie ein Kleid, das du angezogen bekommst und das man dir auch wieder auszieht, in dem du dich selbst nicht bewegen kannst und sollst. Jage diese verzweifelten Gedanken fort und höre auf, dich selbst anzuklagen. Bedenke auch deine übergroße körperliche Schwäche. Wenn Meine Kraft dich nicht hielte, wärest du längst zusammengebrochen. – Solltest du nicht im Grunde deines Herzens jubeln, daß Ich dich an Mich gezogen und geliebt, um dich zu retten und heimzuführen? Ich sehe weiter – Ich wirke nur zu deinem Heil!

Auch wenn du glaubst, du müßtest verworfen sein, Kind – es ist nur Läuterung. Auch Meine Heiligen haben diese Zustände oft erst später erkennen können. Zur Zeit der Läuterung waren auch sie im Dunkel. – Warum dir Meine Stimme plötzlich so zweifelhaft erscheint, hat auch dieser Umstand zu Folge, daß dir dabei jeder Genuß genommen ist. Es bleibt nur das gesprochene Wort, ohne daß deine Seele emporgehoben wird wie früher. Du spürst diese Änderung schmerzlich. Deshalb ist es doch Meine Stimme. Früher waren diese trostreichen Begleiterscheinungen notwendig um dich anzulocken und festzuhalten. Aber das Wesentliche sind sie nicht.

Im Gegenteil! So bist du weniger Täuschungen unterworfen, wenn dein Gefühl und Gemüt unberührt bleibt. Dann bleibt nur die einfache Wahrheit.

Bin Ich nicht der weiseste Seelenführer, darfst du Mir nicht blind vertrauen? Wenn du wüßtest, wie lieb Mir deine Seele ist, Meine kleine Braut!

Auch wenn du nicht daran denkst, ist alles, was du tust, durch deine Weihe in besonderer Weise Mir anheimgegeben und dargebracht. Es gibt keine Minute mehr in deinem Leben, die nicht Meinem Dienste geweiht wäre – auch wenn du nie mehr daran denken würdest. Selbst deine Ruhe dient Mir zum Lob. – Suche nicht ängstlich nach allen möglichen Übungen, das ist überholt. Tue einfach, was der Augenblick dir gebietet.

Was immer auch kommt – es ist nur Durchgang zu eurem Heil! Du fühlst nur alles mit entsetzlicher Wucht, weil du zart und ansprechbar bist von jeher. Aber damit hilfst du auch anderen – wie du auch deiner Ärztin geholfen, als ihr Leid auf dich übersprang. Das ist keine Einbildung oder eine Verrücktheit, das gibt es wirklich. Du bist von Anfang an dafür vorbereitet, weil Ich es so wollte. Andere haben andere Gaben, du hast eben diese und sollst sie ganz natürlich ertragen. Du geh unbeirrt deinen Weg, – auch wenn niemand an dich und deine Mission glaubt. Im Himmel wird es einmal offenbar werden, wer den besseren Teil erwählt. Bleibe also in Ruhe und Gelassenheit. Nur blinden Gehorsam bis ins Kleinste und völlige Preisgabe der eigenen Meinung und des Willens! Schlafe jetzt sorglos!

Bedenke, wie müde du bist und kaum mehr fähig zu schreiben. Wenn es aus dir selbst käme, könntest du in diesem elenden Zustand nicht mit solcher Schnelligkeit Meine Gedanken zu Papier bringen, Kind. Glaube Mir und quäle dich nicht mehr!

 

Sich vertrauensvoll unterordnen

8. August 1952

Versprich Mir, von nun an dich jeder eigenen Meinung zu entäußern und deinen Willen unter Vaters Willen zu beugen, als Meinem Stellvertreter und zwar bedingungslos. – Das ist die einzige Möglichkeit deine Seele aus diesem Sumpf der Zweifel und Verwirrungen zu lösen. Deine Seele wird erst dann gesunden, Kind, wenn du dich ganz dem Vertrauen hingibst und kraft der vielen Beweise an Meine Vorsehung glaubst, die dir gleichsam die Hände unter die Füße breitet, damit du dich nicht verletzest. Sorge dich um gar nichts mehr und du wirst Mich zwingen für dich zu sorgen wie eine Mutter für ihr Kind.

 

Alles zur Verherrlichung Jesu

9. August 1952

Schreibe manchmal auch deine Worte auf, Kind, die du zu mir sprichst. Es ist gut für später!

(Maresa: O Jesus, ich habe heute Abend die Gewißheit, daß Du immer so gut zu mir sein wirst. Es ist fast wie ein Wunder, da ich doch durch so viele Ängste gehe. O Jesus, warum fühle ich Dich heute wieder, – so nahe?)

Weil ich es Dir gegeben habe aus Barmherzigkeit, um dir zu helfen. Damit dir das Glauben leichter fällt. Die Hemmungen in den kritischen Zeiten sind ja gerade die Versuchung. Was Du jetzt durchmachst, ist ganz große Anfechtung und ebenso das Spiel deiner überzarten, durch die Krankheit stark angegriffenen Nerven. In diesem Zustand bist du immer an der Grenze und findest kaum Linderung, nicht einmal durch die Aussprache beim Vater.

Man muß dich behandeln wie ein krankes Kind mit sehr viel Liebe und Zartheit. – Du wünschtest dir heute Abend sehnlichst, Vater möchte doch anrufen. Hat er es nicht bald darauf getan? War das nicht wie Balsam für dein Herz? Damit habe ich dich auch gerettet und deine todkranke Seele geheilt. O Kind, siehst du denn nicht, wie dein kleines Leben in Meinen Händen liegt? Wie du vertrauen darfst und deine tödliche Angst beschwichtigen? Ich weiß doch, wovor du dich so namenlos fürchtest. Alles, was zart ist und fein, unterliegt dieser Versuchung, besonders: sich zu fürchten. Weil es nicht für diese Welt geschaffen ist, leidet es unsäglich an der Welt. Wenn du Angst hast, koste sie – Ich habe sie auch angenommen. Für alles, wofür du keinen Namen findest, habe Ich die Erklärung. – Das ist dein großer Fehler, daß du an allem hängen bleibst und dich verletzest. Für dich gilt buchstäblich, daß du nur im Augenblick leben sollst.

(Maresa: O Jesus, warum kann ich nicht so vertrauen und warum muß ich immer so Angst haben?)

Weil das in deiner Veranlagung liegt, Mein Kind, und weil deine Seele schon tödlich daran erkrankt war, als sie ohne Führung und Hilfe. (1942-1944) Das ist wie eine Eisschicht, die erst durch viele Bemühungen gesprengt wird. – Glaube Mir, gerade deine Veranlagung dient Mir dazu, Mich in einem Menschenkind wunderbar zu verherrlichen.

 

Lebensregeln

10. August 1952 – Heilige Messe

Fehler heilen oft mehr und sicherer, als eine unverdiente Tugend. Es ist heilsamer für den Menschen, dann und wann wirklich zu stolpern, als erhaben zu sein über Fehler, weil es ihn viel demütiger hält. Ich liebe nur, wer sich Mir demütigen und zerknirschten Herzens nähert.

 

11. August 1952

Wirf alles auf Mich, auch das quälende Spiel deiner überempfindsamen Nerven. Du fühlst nun einmal den leisesten Nadelstich, während andere erst auf einen Stoß reagieren. Das geschieht aber mit Meinem besonderen Willen, Kind, weil du Meine Worte sonst gar nicht vernehmen könntest und auch nicht den Zustand der anderen Seelen empfinden und erkennen. Wenn es dir so unerträglich wird, komm doch zu Mir!

 

Mitleiden

13. August 1952

(Maresa: O Jesus, warum quält mich das geringste Leid der Mitmenschen weit mehr als mein eigenes? Es ist so entsetzlich ...)

Weine nicht, Seelchen, es ist dir auferlegt und liegt in deiner Empfindsamkeit. Sei tapfer und trage es still, auch deine namenlose Angst. Glaube Mir, dein leibliches Elend ist an vielem schuld. Je schwächer du bist, umso empfindsamer und verwundeter wirst du.

(Maresa: Jesus, warum ist die Welt so ohne Sicherheit?)

Du fühlst es besonders, Kind, wie unzuverlässig alles ist. Du sollst ja mehr an den Himmel denken und dich in Meine Geborgenheit flüchten. Etwas anderes wird dein Grauen nie lindern können.

Auf das Wunder der Liebe hoffen

 

17. August 1952

Der blinde Gehorsam ist das einzige wirksame Mittel gegen die Gewalt der inneren Finsternis. Was hat Vater dir befohlen? Über nichts mehr nachdenken. Du bist wie in einem Netz gefangen, aus dem dich nur ein anderer befreien kann!

Die furchtbaren Ängste sind dir auferlegt, um dich zu prüfen und zu reinigen. Es wird noch schlimmer kommen. Doch Ich führe dich. Habe ich dich nicht bei diesem Namen gerufen "Braut Christi"? Deshalb verzage nicht.

Gerade die Kleinen sind Meine Lieblinge. Ich liebe sie sehr, wenn sie nur Meinen Namen lallen und wie ein Hündlein auf Meine Hände sehen, ob ihnen nichts zufällt. Ihre Schwäche entzückt Mich, wenn sie demütig sind und alles von Mir erhoffen. Hoffe auch du auf das Wunder Meiner Allmacht und Liebe und laß dich nicht täuschen durch die Gedanken der Finsternis.

Gewiß, du wirst noch viel zu leiden haben – aber es wird dir immer süßer werden, im Leid dich zu versenken. Wenn das Leid dir süß vorkommt, Kind, dann hat es auch seinen Schrecken verloren. Merke dir: Überall bin Ich. – Und Ich nenne dich Mein Kind, Mein Töchterchen, Meine Braut und Mein Blümchen, Meine weiße Taube, Meinen Augenstern. Ich trage dich an Meinem Herzen und nähre dich mit Liebe. – Willst du nicht endlich daran glauben und sorglos schlafen?

 

23. August 1952

Tue nie mehr, als du froh vermagst. Wenn etwas nicht geht, dann erwarte Ich nur deine Geduld und Sanftmut im Aushalten.

 

Welche Wirkung

26. August 1952

Mein liebes Kind, du mußt Vater noch alles sagen, auch wenn es dich demütigt. Denke, daß du dadurch einem wirklichen Sünder die Zunge lösest. Und daß du Mir damit Freude machst, Kind weil du dein Ich dabei bezwingen lernst. Rede deshalb immer schnell (nicht hinausschieben). Gerade diese Überwindung ist wertvoll. Wenn du dir als große Sünderin vorkommst und dich schämst vor dem Vater, dann gibst du mit dieser Demütigung einem armen Sünder die Reue.

(Maresa: O Jesus, ich mache Dir so viel Kummer und Du bist so gut!)

Ich bin die Liebe, Ich bin alles, was du suchst. Nichts wird dein Herz befriedigen, denn Meine Liebe.

 

27. August 1952

Du sollst nicht anders sein wollen, als du bist, Mein Kind. Gib dich nie anders. Sei ruhig klein und schwach und hilflos und blamiere dich nach deiner Ansicht; gerade diese deine Kleinheit soll durch Meine Gnade deine Größe werden zu Meiner Ehre.

Dein Wesen muß sich entfalten. Das ist natürlich und es erfüllt sich damit Mein Wort, daß du kämpfen sollst um die Reinheit und gerade das wird ein Teil der Sühne sein. Darum bleibe ruhig bei allen Anfechtungen.

 

28. August 1952

Die Jungfräulichkeit ist ein hohes Gut und unerläßlich jenen die Mir nahekommen wollen. Ihr Lohn ist unvergleichlich und für keinen Menschen zu fassen.

 

2. September 1952

Um deine volle körperliche Kraft zurückzubekommen, dazu bist du nicht hier, Mein gutes Kind. Deine Seele sollte gesunden und sie wird es auch.

 

Leid ist Liebe

3. September 1952

Ein Menschenkind soll nie seinen Herrn und Schöpfer fragen nach dem Warum. Sein kleines Hirn ist nicht imstande, Meine Weisheit zu verstehen. Das Leid, das ich zulasse, ist Meine unermeßliche Liebe. Schlimm ist das Leid, das ohne Mich getragen wird, weil es unfruchtbar ist.

Was du dir jetzt hier angewöhnt hast (im Urlaub), setze dich damit zu Hause durch: Heilige Messe, Brevier, Besuchung des Allerheiligsten. Das ist das Element deiner Seele; soll sie leben, mußt du es ihr gewähren.

 

4. September 1952

Vater und Ich wissen um dein Martyrium, das genügt. Je mehr du verkannt wirst, umso süßer suche Ich dich heim. Ertrage Demütigungen aus Liebe zu Mir. Von Menschen erwarte keine Rechtfertigung.

Du selbst verzichte vor allem auf deine eigenen Ansichten und Einfälle. Es hilft dir nur blindes Vertrauen. Damit entzückst du Mein Herz.

 

10. September 1952

Ihr kleinen Menschenkinder glaubt immer, ihr müßtet etwas leisten vor Mir und euch anstrengen. Ich liebe den Menschen aber wie er ist. Natürlich heische Ich Ehrfurcht. Aber wenn du müde odertraurig bist, warum dann sich verbergen anstatt gerade in diesem Zustand Mich zu suchen? Darauf warte Ich ja, daß man Meine Barmherzigkeit in Anspruch nimmt.

 

Harte Schule aus Liebe

18. September 1952

Ich bin es, der zu dir spricht. Ich habe vor, dich ganz zu vernichten, um Meiner Gnade Raum zu schaffen.

Du wirst noch öfters Dummheiten machen, um dich vor Vater recht demütigen zu müssen, wobei du jedesmal glauben wirst, es nicht fertig zu bringen. Ich will es aber. Alles, worauf du stolz bist, will Ich dir knicken, weil Ich dich liebe. Du wirst auch deine heutige Schwäche dem Vater sagen. Das ist die Sühne, die Ich verlange. Du sollst daraus lernen, eine Karmeliterin zu sein und trotzdem sorglos schlafen und vertrauen, daß Ich jede Dummheit von dir auszulöschen und gutzumachen vermag. Also nicht zurückschauen. Weiter kämpfen. Opfere deine Gebete und Schmerzen auf für deine heutige Schwäche und ziehe damit den Schlußstrich. Es ist der Böse, der dich unruhig machen will.

 

Fürsorge für Zartheit

26. September 1952

Jesus sorgt für alles. Jesus kann seiner kleinen Braut keinen Wunsch abschlagen. Du sollst gänzlich geborgen sein. Siehe, so sehr buhle Ich um dein Vertrauen mit allen Mitteln, damit deine arme, gequälte Seele endlich gesunde in Meiner Fürsorge. Freue dich also!

Ich bin die wahre Sonne allen Lebens und das Licht! Tauche darin unter wie das Tröpfchen im Meer und vergiß, daß du bist! Folge der Liebe!

 

Vor der Blutreliquie

Mein armes Kind, du bist gequält von Unruhe und geplagt von Hemmungen. Es sind Versuchungen des Bösen. Es wird sogar noch schlimmer werden, weil Ich es zulasse. Dafür mußt du dir merken: Je eher du in diesem Zustand zu Mir findest, umso besser für dich! Das mußt du lernen. Berichte darüber auch dem Vater und sage ihm, daß du ihn immer mehr brauchen wirst. Du bist so unendlich zart und schwach und empfindsam wie eines der feinsten Pflänzchen. Ein einziger zu starker Windhauch könnte dich zu Tode knicken. Weil ich dir trotz deiner Schwäche die Prüfungen eines Heiligenlebens nicht ersparen kann, habe Ich dich dem Vater anvertraut, als ein überaus zerbrechliches, kostbares Gut.

Das sind deine Opfer, die Ich von dir fordere. Mit ihnen schenkst du Mir Seelen und stillst Meinen Durst.

 

Wert des Verzichts

28. September 1952

Versuche es nur einmal, Mein Seelchen, auf deine Gedanken zu verzichten. Ich helfe dir. Wende dich Mir zu – und wahrlich, damit leistest du mehr, als wenn du 8 Tage fasten und büßen würdest. Dies bringt dich Meinem Herzen in einer einzigen Minute näher, als Jahre angestrengter Arbeit. Damit erquickst du Mich unendlich und erringst einen herrlichen Sieg. Denn es ist immer Versuchung des Bösen, der alles daransetzt, dich von deinem Heil abzubringen. Ich habe unendliches Mitleid mit deinem Seelchen, das sie Mir (1942-1944) so sehr verdorben haben und Ich ruhe nicht, bis es wieder hergestellt. So wirst Du Vaters Krone in seinem Priestertum.

 

Um der Demut willen

30. September 1952

Vater hatte keine Zeit mehr für dich. Dein Ich ist dadurch getroffen. Du mußt eine von Mir geschaffene Gelegenheit darin sehen, die innere Abtötung zu üben, indem du das Unbehagen still erträgst. Dein Seelengrund muß dabei unberührt bleiben und dein Lächeln unverändert.

 

1. Oktober 1952

Mein kleines Kind, Du mußt dir schon gefallen lassen in der Nacht der Empfindungen zu sein und gleichsam von einem Abgrund in den andern zu stürzen. Blind vertrauen! Das heißt ja, in diesem Zustand unvermindert an Meine Liebe glauben.

Auch das Empfinden, alles verkehrt zu machen – es ist dies Mein Wille – läßt die Demut aufblühen. Ich will niemals, daß du "fertig" bist und das Empfinden hast, alles geleistet zu haben in vollkommener Weise. Du sollst immer dein Unvermögen fühlen. Da sage doch einfach zu Mir: Siehe Mein Jesus, ich habe wieder alles verdorben und nichts zuwegegebracht. Nun mußt Du für mich einspringen. Ich überlasse mich dabei ganz Deiner Liebe und Güte. – Laß Mich doch Wiedergutmacher deiner Fehler sein! Wenn du wüßtest, welche Süßigkeit es Mir bereitet, deine Fehler gutzumachen.

 

Sich ausliefern zur Entfaltung

22. Oktober 1952 – Beim Ansehen des Heiligsten Antlitzes

Höre Töchterchen: Wenn immer du zu diesem Bild deine Zuflucht nimmst und Ich sehe dich dabei an, werde Ich auch zu dir sprechen. Und wenn Ich dich nur beim Namen nenne. Du mußt aber vertrauen! Sage Vater, er achte zur Zeit mit außergewöhnlicher Sorge auf dich, um eine Dummheit zu verhüten. Du bist hart an der Grenze.

(Es gärt in ihr). Beuge dich Meiner Vorsehung. Ich weiß, warum Ich diesen Sturm über dich kommen lasse: Damit du aufblühen mögest zu vollendeter Schönheit und Reife. Vertraue, vertraue, vertraue! Du sollst das Wunder Meiner Liebe werden; dazu ist es notwendig, daß auch die letzten Hemmungen und Verkrampfungen sich lösen. Du mußt erst ganz Mensch sein, um ganz Heilige sein zu können. Sei also immer alles ganz und verleugne die Natur niemals. Halte sie nur in Zucht! Kämpfe freudigen Herzens, verzage nicht – der Lohn ist ewig!

 

Die Lebensstille

1. November 1952

Du brauchst eine sorgsame Führung, weil alles in dir darauf angelegt ist. Allein würdest du bald knicken. An den Gehorsam gebunden, wirst du dich wunderbar entfalten.

Laß dich nicht überwältigen von der Zeitkrankheit, daß die Menschen die Stille nicht mehr ertragen können. Wahrlich, es wird der Tod ihrer Seelen sein.

Du tu nur, was dir der Gehorsam erlaubt. Hierin bin Ich streng.

 

Um ein Lächeln

10. November 1952

Sei ganz ruhig und habe nur den Willen zur Offenheit gegenüber Vater und unbedingten Gehorsam. Dann kannst du nicht irre gehen. Und merke dir: Alles, was dir geschieht, kommt von Mir und ist in weisester Absicht ersonnen. Ich wirke kein Unheil. Ich spende Liebe auch im Leid. Dich, Meine zarteste, süße Blume, dich überschütte Ich nur mit Liebe und wenn Ich ein Wunder dazu wirken muß; Ich tue es, um Dich am Leben zu erhalten; denn Ich allein vermag zu ermessen, wie zart und unendlich schwach deine Kräfte sind. Meine Wonne ist es dich lächeln zu sehen, weil ich weiß, wie schwer es Dir fällt. Fliehe in Mich, verbirg dich in Meinem Herzen und vertraue siegreich in der Angst. Wer Mir vertraut, für den habe Ich jegliche Sorge übernommen. Tröste dich also, Mein armes Kleines, und bezwinge Deinen Jesus mit einem stürmischen, unermeßlichen Vertrauen.

 

Läuterung

15. November 1952

Alles dient zu deiner Läuterung, Kind! Daß du dabei unbegreifliche Qualen erduldest, ist natürlich, Kind! Kein Mensch kann das ermessen, als dein Jesus allein. Ihm zeige deine Wunden und Er wird Balsam in sie gießen.

 

27. November 1952 – Nachts

Ja, nun siehst du es selbst ein, Mein Kind, wie du selbst nichts vermagst. Auch das Gebet ist Gnade. Niemand kann Mir etwas geben, was Ich ihm nicht zuvor geschenkt. Erwarte deshalb alles von Mir, von dir selbst jedoch nichts. Ich will dich die Abhängigkeit von Mir lehren.

Meine Kraft ist es, die dich zu diesem Gebet (vorhin) befähigte. Und Ich sage dir: Nur 5 Minuten jetzt in dieser Verfassung die du dem Gebet widmest, bringen dir mehr Verdienste ein, denn ganze Nächte im Überschwang des Gefühls und dem eitlen Hochgefühl einer selbst gewählten Aszese. Du sollst nichts leisten, ohne Mir allein das Verdienst zuzuschreiben. Wenn es Mir beliebt, dich vor Ohnmacht stöhnen zu lassen, dann sei ruhig. Ich weiß,was Ich tue. Du aber sollst sorglos sein.

 

Immer vereint

8. Dezember 1952 – Vor der Monstranz; nach der Anbetung

(Maresa: Jesus, nun muß ich mich von Dir trennen. Wie weh das tut!)

Ja, Mein Kind, das ist das Leid der Liebe. Aber gib Mir dein Herz und laß es bei Mir im goldenen Schrein – und Ich werde es voll Liebe an Mich ziehen.

 

13. Dezember 1952 – Nachts; nach Küssen des Kreuzes

O daß du vielmals das Zeichen Meines Leidens und Sterbens so verehren wolltest, – es tröstet Mich sehr. Auch Deine Anstrengung um Andacht, dein Frieren und Wachen tröstet Mein Herz, weil nur die Liebe das zu geben vermag.

(Maresa: O Jesus, lehre mich beten, ich kann es nicht mehr!)

Mein gutes Kind, nun bist du dir zum erstenmal bewußt, wie sehr du nichts vermagst in Meinen Augen. Deine Bitte rührt Mich. Deine frühere Leichtigkeit, dich mit dem Gebet zu beschäftigen – worauf du manchmal stolz sein wolltest – war einzig und allein das Geschenk Meiner Gnade. Ebenso deine Unschuld. – Sei also nicht verzagt, wenn es dich Mühe kostet – lerne nur die Demut dabei.

(Maresa: O Jesus, möchten doch meine heiligen Engel für mich im Gebet vor Dir verharren, wenn ich es nicht kann oder verhindert bin!)

Sie tun es längst für dich, Mein Kind. Wenn du wüßtest, mit welch zarter Liebe sie dir dienen. Hab nie mehr Angst, sie sind beständig um dich und bist ihrer Liebe und Obhut sicher.

 

31. Dezember 1952

Werde nicht zappelig, daß dir weniger gelingt als einer Benigna, – weil du ein Schmetterling bist und unbeständig. Ich liebe auch Meine Schmetterlinge – wozu hätte Ich sie denn geschaffen, wenn sie nicht auch Mein Lob verkündeten? Gerade dieses dein Schmetterlingswesen vermag Mich zu entzücken, weil es dich nur immer kleiner macht und hilfloser und ratloser und um Barmherzigkeit und Geduld bettelnd.

Du darfst nie mehr der Angst so gänzlich verfallen. Glaube, daß du Mich in den Versuchungen nicht beleidigen kannst, weil Ich es bin, der das zuläßt, daß dich der Böse bedrängt. Das letzte Wort spreche immer Ich. Wenn der Weg auch dunkel ist, vertraue, daß Ich weiß, daß es für dich der beste Weg ist. Liebling Meines Herzens, sage einfach zu Mir, daß ich alles an dir wirken muß, weil du noch schwächer und unbeständiger als eine Benigna seiest. Und glaube Mir, Ich wirke noch größere Wunder an dir als an jener. Denn nichts ist Mir wohlgefälliger, als ein kleines hilfloses Seelchen, das sich Meiner Liebe überläßt.

 

Verdemütigung

Siehe Ich bin es, der alles so gefügt, auch mit Oma, daß sie dich gänzlich auf die Seite stellt und du liebst, ohne daß diese Liebe Anerkennung findet. Am Anfang schmerzt es – aber je mehr du Mich liebst, umso mehr Süßigkeit wirst du in diesen Gelegenheiten zur Verachtung finden. Damit wirst du Meinem Herzen ähnlich.

Auch mit F. ist es so. Ich lasse es zu, daß sie dich wie eine dumme Gans behandelt und jeden Anstand vergißt, damit du an Demut gewöhnt wirst. Es trifft dich sehr, weil du überempfindsam bist. Aber du sollst nur mehr Meine Anerkennung suchen. Auch habe ich dir immer gesagt, daß du den Preis für andere bezahlen mußt.

Es ist eine ungewöhnliche Herablassung von Mir, wenn ich durch ein kleines Menschenkind andern eine Botschaft zukommen lasse und wie sehr es Mich dann schmerzt, wenn diese Menschen es nicht ernst nehmen mit Meinen Worten. Deshalb ist es notwendig, daß du das Opfer bist, um ihnen diese Gnade der Unterwerfung zu erkaufen.

Wenn Vater dich einmal scheinbar übergeht, so schmerzt dies deine Natur wohl. Aber du kannst die Eigenliebe damit wunderbar töten.

 

Reinigung von der Eigenliebe

3. Januar 1953 – Nachts

Ich hungere danach, den Seelen zu helfen. Wie wenige lassen Mich das tun. Sie sind erwachsen auch vor Mir und verschmähen Meine Einmischung, die doch nur brennende Liebe ist für ihr Heil. Du kleinste Blume Meines Herzens, verstehe Meinen Schrei nach kindlichen Seelen und leiste ihm Folge. Nichts sollst du vollbringen, als diese Kindschaft, die reine Liebe ist.

O, man kommt auch zu Mir ohne Geißelung und Nachtwachen und Fasten. Ich bin nicht düster, wie ihr Mich hinstellt. Größer ist es, Mich selber die Seele reinigen zu lassen mit Meinen Mitteln, weil es größere Demut erzeugt. Ihr wißt ja nicht, wie selbstgefällig die Eigenliebe ist und welche Wege sie ersinnt, um euch zu überlisten. Würdet ihr euch ganz Mir überlassen, wäre sie bald getötet. Ihr kleinen Seelen, wie liebe Ich euch!

Selbst, wenn du noch nichts fertiggebracht hättest von allem, was Ich dir geboten – Ich liebte dich deshalb nicht weniger. Wenn du nur klein bist und dein Unvermögen Mir anheimstellst! Ich verzeihe dir alles und heilige dich trotzdem. Du mußt es nur von Mir erwarten. Mein süßes kleines Kind, Meine kleine Braut.

 

4. Januar 1953

Diesmal eine Lehre über die Krankenkommunion. Ich sage das nicht nur für Vater allein, Kind. Höre: Wenn Meine Diener mit Mir zu den Kranken gehen, dann sollen sie selbst ganz durchsichtig sein. Denn meist werden sie selbst mehr erwartet als Ich.

H. haben deshalb abgesagt, weil Vater diesmal nicht soviel Zeit für sie gehabt hätte. Schau, um einer menschlichen Regung willen versagen sie Mir den Eintritt. Doch Ich sage: Alle jene, für die Vater keine Zeit übrig hat, empfangen weit größere Gnaden und Tröstungen, als jene, die scheinbar von ihm bevorzugt werden, indem er sich Zeit für sie nimmt und mit ihnen verkehrt.

Abends

Halte deine Regel: Sorglos zu schlafen – und du tust mehr, als wenn du deine Sorgen überdenkst. Ich habe sie zu den Meinen gemacht. Das gebe dir Ruhe!

 

Nicht vergelten! Lieben!

12. Januar 1953

S. hat dir sehr weh getan und du hattest dich so auf sie gefreut. Habe du die größere Liebe und werde nicht irre. Liebe sie zu Mir hin! Laß nicht merken, wie sie dich mit Füßen tritt und demütigt – strahle sie unvermindert an mit deiner Fürsorge und Liebe. Vater erzähle ihr alles, was du, das schwache in ihren Augen so minderwertige, daneben geratene Kind auf sich genommen hat für sie. Er gebiete ihr aber, weiterhin dich so behandeln und zu verwunden, als ahnte sie nichts. Sie hat es sich bereits verscherzt, deine Freundschaft zu genießen. Du mußt auf sie verzichten – damit erkaufst du ihr den Frieden. – Gerade, weil du eine Aufgabe an ihr zu erfüllen hast, ist es notwendig, daß du gedemütigt wirst und von der natürlichen Anhänglichkeit befreit. Dafür bin Ich dein!

 

Dem Lamme folgen

25. Januar 1953

Denk auch an deine heiligen Engel. Sie sind wirklich hier bei dir in diesem Raum und beschützen deine Zartheit wohl. Und von ihnen hebe deinen Blick zum Himmel. Du sollst einmal bei jenen sein, die dem Lamme folgen. Deine Krone für diese Erdenmühsal ist dir sicher.

Ich habe dir keine großen Schrecknisse vorbehalten, weil sie deine Zartheit zerbrechen und damit Mein Werk zerstören würden. Darum hüte Ich dich wohl.

Jene, die dem Lamme folgen sollen, müssen die Jungfräulichkeit bewahrt haben von Anfang an bis zum Ende, Kind.

Lebe wieder von innen nach außen, nicht umgekehrt! Meine Welt, ist dein Element, in dem du zu leben vermagst. Deshalb habe Ich dich so oft an das Krankenbett gefesselt, um dich vor der Welt zu behüten. Das Irdische macht dich krank. Ich habe dich für Mich geschaffen.

 

Seelennahrung

3. Februar 1953

Mein Seelchen, du mußt mehr beten. Diese Nahrung braucht deine Seele. Du darfst dich nicht so sehr in Äußerlichkeiten einspinnen lassen, sonst muß Ich dich wieder krank werden lassen, denn deine Seele ist Mir inniger am Herzen gelegen als dein Leib.

 

Zuneigung Jesu

5. Februar 1953

Armes Kind, du hast keine Schuld. Es ist dein Elend und deine Natur, daß all diese Ängste dich so sehr angreifen und überwältigen, daß du an Mich und Meine Welt nicht mehr zu denken vermagst. So schwach bist du und hilflos preisgegeben. Ich verstoße dich deshalb nicht, sondern neige Mich in Mitleid und Liebe über dich und behüte dich wie Meinen Augenstern. Ich lasse nicht zu, daß du strauchelst. Wenn du dich zu Mir nicht wenden kannst, dann fliehe zu Vater. Bei ihm bist du wenigstens für Stunden frei von deinen Bedrängnissen und Meiner Welt nahe. Sonst könntest du es nicht ertragen. Darum ist dir diese Heimat (der Vater) gegeben.

 

Gelassenheit gegen Ränkespiel

17. Februar 1953

Es gibt eine Tugend: die Gelassenheit! Wenn du sie übtest, wärest du ein Schrittchen weiter auf dem Weg zur Heiligkeit, Mein Kind. Das heißt nur: Ganz ruhig bleiben in allen Situationen und alles (wie sonst) tun, als wenn nichts geschehen wäre. – Es sind Prüfungen, Versuche des Bösen, dich von Mir zu entfernen. Er sieht, daß Ich Meinen Triumph in dir vorbereite, – nun ist er am Werk, dich zu verwirren. Doch du sollst dich nicht verwirren lassen. Überlaß dich Mir!

Nun bitte Ich dich, Mein Seelchen, sei in dieser Fastenzeit so froh, wie du noch nie warst und ohne Sorgen. Damit machst du dem Himmel unendliche Freude. Wenn Ich dir die Erkenntnis gebe, wirst du sehen, daß all diese Sorgen und Ängste nur ein großangelegtes Ränkespiel des Bösen sind, um deinen Geist von dem einzig Notwendigen, von Mir und Meinen Worten, abzulenken. – Ich wache eifersüchtig darüber, daß nichts und niemand die Blume Meines Herzens stört. Im Verborgenen soll sie sich entfalten. Ihre Sonne sei die Liebe.

 

Heiligste Erziehung

25. März 1953

(Maresa: O Jesus, sprichst Du wirklich wieder zu Mir? Ich weiß, daß ich nicht würdig bin!)

Ich liebe dich unvergleichlich. Mit ewiger Liebe liebe Ich dich. Ich habe geschwiegen, um dich zu prüfen. In der nächsten Woche, der Leidenswoche, will Ich dich mitnehmen von Station zu Station; fürchte dich nicht: Mein bitteres Leiden ist die heiligste Vollkommenheitsschule. Bereite dich vor!

 

26. März 1953

Seelchen, du mußt es lernen ohne Menschenfurcht Meinem Willen zu folgen. Du brauchst Meine Gegenwart. Dazu gebe Ich dir ja einen Teil deiner Gesundheit zurück, damit du Kraft hast, dem Drängen der Gnade nachzugeben.

Wie Ich dich liebe! Deshalb ermahne Ich dich ernst und innig, doch nunmehr von allen Nachläßigkeiten und der Untreue auch in unbedeutendsten Dingen abzulassen; (denn) das ist der Anfang der Lauheit und eine große Gefahr für die Seele. Dein Wille wird dir helfen.

 

6. April 1953

Siehst du, wie Ich dich liebe? Daß alles – Meine Wege der Liebe sind? Und was gibst du Mir dafür?

(Maresa: Ich habe nur mich selbst!)

Gewiß, aber du kannst dich Mir ganz schenken und ungeteilt. Zögere nicht, um Meinetwillen alles dahinzugeben und Mir zu folgen. Laß dich nicht davon abbringen. Selbst wenn man dich lästern und schmähen würde und alle das Haupt über dich schütteln – du müßtest gehorchen. Du darfst Vater und Mutter nicht mehr lieben als Mich.

 

9. April 1953

(Maresa: Jesus, ich bin so niedergeschlagen und gefühllos.)

Kümmere dich nicht darum, Kind! So bist du Mir wohlgefälliger, als wenn du in Ekstase wärest, weil es dich Überwindung kostet zu beten und die heiligen Geheimnisse zu feiern. Bei dir will ich es sichtbar machen: Suchet zuerst das Reich Gottes und alles andere wird euch dazu gegeben werden. Du sollst nur vertrauen und lieben und fröhlich sein.

 

15. April 1953

Überwinde dich, Kind (zum Gebet). Bedenke: Kein Blümchen vermag zu blühen, ohne daß es begossen wird. Auch keine Menschenseele vermag zu gedeihen ohne den Tau der Gnade. Du weißt aber, Gnade erhält man durch Gebet und Sakramente.

 

Kostbares Weh

29. April 1953 – Kommunion

(Maresa: O Jesus, warum bin ich so empfindlich?)

Glaube, daß Ich es in einer einzigen Minute von dir nehmen könnte. Doch Ich will es nicht; denn das Weh deiner Empfindsamkeit ist unendlich kostbar in Meinen Augen, – auch weil es dir Demütigungen verschafft.

 

2. Mai 1953

Höre Mein Kind! Ich verlange nun etwas sehr Schweres von dir. Ängstige dich jedoch nicht. Du kannst alles, wenn Ich dich stärke. Du sollst von nun an mit all deinen Kräften dazu beitragen, deine Natur zu überwinden, um fröhlich zu sein. Auch du sollst heroisch werden durch Meine Gnade – dann bist du Mir ein Stück näher gekommen. Traue dir jedoch selbst nichts zu. Erwarte alles von Meiner Liebe. Immer wieder werde ich Rückschläge über dich kommen lassen um dich demütig zu erhalten. Wenn immer du in Zukunft etwas tun willst, dann bitte Mich zuerst (um Hilfe) darum. Das ist eine Übung wahrer Demut und von sehr heilsamer und lehrreicher Wirkung.

 

Brandopfer gesucht

4. Mai 1953

(Maresa: O Jesus, die Welt!)

Noch ist die Stunde nicht gekommen, aber wehe, wenn sie einbricht.

(Maresa: Jesus, was kann man dagegen tun?)

Tut Buße und geht in euch! Betet!

(Maresa: O Jesus, wie kann man unser Deutschland retten?)

Wenn nur 10 sich opferten in reiner Absicht, würde Ich ein ganzes Volk retten. Doch reine Brandopfer heische ich. Wo aber finde ich jene, die sich opfern, das heißt, auch ihre Natur, um Mir Genugtuung zu leisten? Deshalb bitte Ich die Meinen, daß sie beten und Buße tun, damit noch einige gerettet werden. Mein Zorn ist furchtbar – Meine Liebe aber unendlich!

 

Staub vor Gott

19. Mai 1953 – Nachts

Ihr kleinen Menschenkinder lebt in der irrigen Vorstellung, wenn ihr glaubt, vor Gott gelten zu können! O daß ihr einsehen lernen wolltet wie ihr ohne die Gnade Staub in Meinen Augen seid! –Aber je kleiner du bist, umso mehr ziehst du die Gnade an, wie eine Blume anzieht durch ihren Duft. Nur öfter dein Herz zu Mir und dem Himmel erheben – das wird dich stärken.

 

Nachfolge

20. Mai 1953 – Bei der Heiligen Kommunion

Du hast gestern (betr. der bevorstehenden Reise des Vaters) richtig gefühlt und erlebt, wie es sich abwickeln wird bei Vater und diesen Menschen und bei dir. Und deine Seele zitterte davor. Habe Ich nicht auch gezittert am Ölberg? Warum soll das Schande sein? Es zeugt nur von deiner außergewöhnlichen Leidensveranlagung und Empfindsamkeit. Daß du dann zu Vater flüchtest und weinst, – o das ist keine Schande. Bin Ich nicht auch am Ölberg zu Meinen Jüngern gegangen? – Deshalb sagte Ich dir gestern, dein Gefühl sei echt und klar. Du solltest Vater sagen, daß ich dieses Erlebnis nicht umsonst dir auferlegt habe. Ich wollte damit Vater einen Fingerzeig geben.

 

Die ganze Natur schenken

30. Mai 1953 – Nachts

Nicht verzagen! Weißt du nicht, daß die Reue vieles zu ersetzen vermag und gutzumachen? Ebenso Buße und Sühne! Außerdem hat das Opfer wohl Raum in deinem Leben.

Wenn du zweifelst, bist du auch im Gehorsam wankelmütig und dadurch unruhig. Glaube ist alles, Kind! Schenke Mir deine Natur ganz, Mein Kind, – vor allem deine Gedanken! Mühe dich immer wieder darum, denn Großes kannst du dadurch wirken. Denke, dein Jesus wartet auf dieses Opfer, um Seelen retten zu können.

Ich will keine besonderen Opfer und Leistungen von dir; Ich will nur deine ganze Liebe. Du sollst den Weg zum Himmel nehmen, den Ich dir von Ewigkeit her vorgezeichnet. Schaue deshalb nicht auf andere.

 

Innere Leere

1. Juni 1953

Mein Kind, Ich schenke dir zarteste Aufmerksamkeit, indem Ich dir sage, daß es an Fronleichnam regnen wird. Nimm diesen leisen Wink Meiner Liebe dankbar an. Damit ist dir viel Mühe abgenommen.

(Maresa: Jesus, warum?)

Sieh, Mein Kind! Eure Prozessionen und Bittgänge sind Mir nicht mehr wohlgefällig und angenehm, weil sie gar wenig der Ehre Gottes dienen. Fühlst du es nicht selbst? Ist nicht alles nur Äußerlichkeit? Dies verletzt Mein liebevolles Herz allzusehr; denn nur Kälte erwarten Mich und Unverstand.

Sammle die Kinder um dich, Seelchen, und führe ihre Herzen Mir zu. Bete mit ihnen und mache sie zu kleinen Aposteln Meiner Liebe. Ich werde Meine Gnade dazuschenken – schenke du dich selbst dazu.

 

5. Juni 1953

Du bist nicht hilflos ausgeliefert der Masse und dem Geschehen der Zeit. Ich habe deinen Weg bestimmt. Sei also ruhig und wie ein Vogel im Nest, so geborgen. Ich vollende dich, wie Ich verheißen.

 

Nicht sich nachgeben

(Maresa: O mein Heiland!)

Ja ich bin dein Heiland und werde es die ganze Ewigkeit hindurch sein, mit unaussprechlicher Liebe. Dann erst wirst du ruhig sein, wenn du auf ewig ruhest in Mir und all deine Sehnsucht in Mir sich erfüllt.

(Maresa: Jesus, meine Schwäche ...)

Es fällt dem Menschen schwer, sein wirkliches Elend gelassen zu ertragen. Glaube Mir doch, wenn du dein Versagen geduldig hinnimmst und trotzdem heiter durch deine Tage gehst, entzückst du Mein Herz weit mehr, als wenn du dich im Bewußtsein deiner Vollkommenheit befindest. Sei fröhlich auch im Fallen und habe den Mut deine Schwäche ganz auszukosten, – und Mich um Hilfe und Verzeihung anzuflehen ohne auszusetzen. Damit gibst du Mir die Ehre. – Es ist nur die Eigenliebe, die sich wehrt gegen Unterdrückung. Sei froh, daß Ich dich kleinmache, denn den Kleinen nur kann Ich Mich im Übermaß schenken.

Nachts

Mein gutes Kind! Immer wieder muß ich dich auf die Notwendigkeit des Gebetes aufmerksam machen. Dein Fehler liegt darin, daß du immer noch allzusehr vom Gefühl abhängig bist. Du mußt lernen, gleichsam blind zu beten. Das Gebet und die Sakramente vermögen in aller Stille und Unempfindlichkeit zu wirken – wie die aufgenommene Nahrung im Körper. Wie du aus Gewohnheit ißt, – so sollst du auch aus Gewohnheit beten – und nicht verwirrt sein, wenn es dich wie eine mechanische Handlung anmutet und du nichts, aber auch gar nichts empfindest dabei. Tue es einfach, weil du weißt, daß es notwendig ist. Das Gefühl trügt! Der Verstand kann nicht irren, wenn du ihn Mir unterwirfst.

Es ist so, Mein Kind: Satan hält furchtbare Ernte. Sein Werk ist es, dem Menschen die Zeit geraubt zu haben, wenn der Mensch Zeit hat. Das tötet die Seele und Meine Stimme, die so leise ist wie das Säuseln des Windes. Der Mensch vermag nicht mehr das Gebot der Ruhe einzuhalten. Alles bietet Satan auf, diese Ruhe zu stören (Illustrierten, Kino, Fernsehen, Sportplatz, Lärm, Verkehrsmittel). Aber Meine Getreuen müssen gegen diesen Strom schwimmen. Sie müssen inmitten dieses Tosens sicher stehen und ihr Herz im Himmel halten. Mit Meiner Gnade geht es!

 

Nichts erzwingen!

10. Juni 1953

Du hast nicht Unrecht getan: Du darfst dich nach Mir sehnen und Mich erwarten. Nur etwas erzwingen darfst du nicht! Du bist heute nur übermüdet durch die Arbeit und Überanstrengung. Schlafe, Seelchen, und alles ist wieder gut! – Es ist auch gut, daß du mit Vater über alles gesprochen. Offenheit ist ein wunderbares Heilmittel.

 

12. Juni 1953

Trockenheit und Dürre ist nur Prüfung. Überlaß dich in dieser Zeit ganz dem Vater und dem Gehorsam. So überwindest du deine Natur und lernst Mich in reiner Absicht lieben, – Vertraue! Ich lasse nur zu, was dich Meinem Herzen näher bringt. Gerade, wenn du nichts fühlst, fühle Ich deine Liebe reiner.

Wundere dich nicht, wenn du gänzlich durcheinander bist, Mein armes Kleines: je feiner ein Kunstwerk, umso feiner die Auswirkungen eines Stoßes.

Fürchte dich nicht: Ich pflücke Meine Blume nicht eher, denn bis sie vollendet, wie Ich sie immer geschaut.

 

Liebe gesucht

14. Juni 1953

Ja Mein liebes Kind, es ist so: Selbst die Besten schließen noch Kompromisse, du weißt es ja! Das aber verletzt Mein Herz gar bitter. Darum suche Ich deine Liebe als Ersatz fürall die Kälte und Nichtbeachtung derjenigen, die noch zu den besten zu zählen sind.

(Maresa: Jesus, ich sollte noch viel mehr beten. Wie schrecklich viel Zeit habe ich vertan und wie bange ist mir deshalb.)

Glaube nicht, was dir der Böse einflüstert, daß man es nicht gutmachen könne, weil es längst zu spät sei. – Du kannst gutmachen durch einen einzigen Augenaufschlag: Ich messe dich nur mit dem Maßstab Meiner Liebe. Mut! Du bist längst in Meinen Händen verwurzelt.

 

25. Juni 1953

Ich allein sehe, daß du manchmal zu schwach bist zu allem. Warum sprichst du nicht mir Mir darüber? Wenn du unfähig bist, den Rosenkranz zu beten, dann sage zu Mir: "Jesus, ich kann nicht beten! Nimm dafür ein Ave an, das Dir die gleiche Liebe geben will und ersetze mit Deinen Verdiensten, was meiner Schwachheit fehlt!" Glaube Mir, Ich werde es tun, weil Ich dich liebe.

 

Barmherzige Liebe

17. Juli 1953

Deutschland geht noch einmal dem Dunkel zu, da es seine Stunde nicht genützt. Um barmherzig zu sein, muß Ich die Menschen schlagen. Umso mehr aber erwarte Ich Vertrauen von den Meinen, die Ich liebe. Ich schütze und lenke sie mit zärtlichster Weisheit.

Falle in Meine Arme, daß sie dich tragen. Es ist dir ja nur auferlegt, Mein Kleines, daß du das Dämonische in allem fühlbar wahrnimmst ... Du darfst deshalb nicht irrewerden. Immer bin Ich mächtiger und Herr auch über die Finsternis.

Du sollst lernen nach dem Himmel zu seufzen, nachdem es dir wie eine unerträgliche Qual erscheint, diese Erde noch länger zu ertragen. Fliehe in Mein Herz! Dort ist der Balsam für alle Wunden!

 

Mimosen-Natur

21. August 1953

Vater kann alles für dich in Ordnung bringen, dazu ist er da. Du gehe weiter, als schliefest du; das heißt, kümmere dich nur um ewige Dinge. Du zweifelst nun wieder an allem, Kind, und es ist so einfach.

Du bist viel kränker und elender, als jemand ahnt; ja als du selbst ahnst. Außerdem bist du dazu geschaffen, alles und jegliches zu fühlen und empfinden zu müssen, was andere Menschen nicht einmal ahnen. Dadurch ist dein kleiner zarter Körper in dauernder Vibration und Aufruhr. Daran kannst du nichts ändern: das ist dein Kreuzweg. Außerdem habe Ich dir eine so zarte Seele gegeben, die diesen Schwingungen ebenfalls unterworfen ist. Das geht Hand in Hand und ist auch das Geheimnis deiner Aufzehrung, die niemand ahnt. Und dann bist du eben ein Kind, ein wirkliches Kind, das seine Kinderschmerzen und Kümmernisse hat, die von den Erwachsenen nicht ernst genommen werden wollen und die doch dein kleines Leben treffen bis ins Mark. Was tut da ein Kind? Es verbirgt seine Tränen nicht, flieht zur Mutter um Schutz und Hilfe. Das ist das ganze Geheimnis deines kleinen Lebens.

Es gibt für dich keinen anderen Weg, denn den des Gehorsams, des blinden Gehorsams. Gerade darin zerstöre Ich dein Ich, indem Ich dich unfähig mache, auch nur im Geringsten selbständig zu sein oder etwas zu leisten. Denke nur täglich an Mich und daß es nur darauf ankommt Meinen Willen zu tun.

Wenn du Angst hast, dann habe Angst, und wenn du verwirrt bist dann sei ruhig – das ist dein Leben, das du zu leben hast und niemand kann sagen, es müßte anders sein! Vertraue auf Mich und glaube, daß Ich dich liebe, wie du bist.

Ich sage es dir noch einmal: Du bist so zart wie eine Mimose und es liegt in diesem, deinem zerbrechlichen Wesen, daß alles dich angreifen und verwirren muß und nur in Liebe wieder ausklingen kann. Niemand wird das ändern. Nur Meine Liebe wird dich tragen. Sie (die andern) sollen dich lieben und froh machen.

 

Jesus allein

22. August 1953

Mein Kind, es geschieht mit Meinem Willen, daß du dich in den Augen der andern unbrauchbar, untauglich und seltsam fühlst. Ja, Meine süße Blume, es wird noch schlimmer und schmerzlicher werden. Doch, wenn du wüßtest, wie anziehend diese Demutsübung dich Meinem Herzen macht, dann würdest du es gerne auf dich nehmen. Das ist das Sterben der Natur, Meine weiße Taube, und wie weh es tut, weiß Ich wohl. Auch dazu habe Ich dich hierher geführt, daß du auch darin dich üben könntest. Deine Natur sucht noch geschöpfliche Liebe, – aber ich will sie dazu führen Mich allein zu suchen! Auch sollst du immer mehr fühlbar erkennen, daß du aus dir selbst nichts bist, daß du einzig von Mir allein Hilfe zu erwarten hast. – Das ist ein Läuterungsweg, meine Blume, und er ist sehr schmerzlich. Aber denke an das Ziel: Ich werde dich dafür aufheben aus dem Staube deines Nichts und mit göttlicher Liebe an Mich ziehen. Sei also Mein weißes Lamm und laß dir alles gefallen und wehre dich nicht – dulde!

 

24. August 1953 – In der Kapelle, abends

Sei nicht verwirrt. Dies ist das Sterben der Natur, das Absterben den irdischen Dingen und Geschöpfen. Doch dadurch kommst du Mir unendlich näher. Daß es deine zarte Natur erschüttert, ist nicht ungewöhnlich. An diesen Dingen wirst du dich ja verzehren wie ein flammendes Licht. Weißt du nicht, daß Ich Mich in deinem Opfer verherrlichen will? Es ist wunderbar, für Mich hingeopfert zu werden.

 

Spiegel Gottes

30. August 1953

Die Welt heute tötet den Vorsehungsglauben mit ihrer Technik und Wissenschaft. Deshalb habe Ich mir in dir eine Blume der Barmherzigkeit und Liebe geschaffen, um den Menschen Mein wahres Wesen wieder zu zeigen, dessen Bild sie ganz verloren haben.

Laß Mich für dich sorgen. Wenn dein Vertrauen wächst, wächst auch Meine Macht, für dich zu sorgen. Ich verlasse dich nicht. Du sollst ja ein Wunder Meiner Barmherzigkeit sein.

 

31. August 1953

(Maresa: O Jesus! Heute Nacht ...!)

Du hast Dinge gefühlt, die andere nicht fühlen. Es ist auch Anteil an Meiner Todesangst und -not. Gerade du, Meine kleine, zarte, schwache Blume hast soviel Anteil daran kraft Meiner Gnade.

(Maresa: Jesus, warum greift es mich an, wenn Du mit mir sprichst?)

Ich will dich ja aufzehren in der Zeit, die Ich Mir dazu vorgesehen.

(Maresa: Jesus, bilde ich mir nicht alles ein?)

Diese Dinge kann man sich nicht einfach einbilden. Sei nur recht demütig, gehorsam und offen, dann ist alles gut.

 

Kindliche Ohnmacht

1. September 1953

(Maresa: Jesus, warum muß ich diesen Weg gehen?)

Weil die Macht heute in den Himmel wachsen will: Die Macht und Selbstsicherheit und der Stolz des heutigen Menschen beleidigen Mich sehr. Da habe Ich Mir ein Wesen geschaffen, das bereit ist, Zeit seines Lebens die Ohnmacht des Kindes zu tragen und klein zu sein und hilflos, – das auch bereit ist, deshalb unverstanden, einsam und gedemütigt zu sein, wie die meisten Kinder. Du sollst als erwachsener Mensch den Weg des einsamen Kindes gehen, auf dessen Pfad die Demut blüht, denn das entzückt Mein Herz.

 

3. September 1953

(Maresa: Jesus verzeih mir; es war unrecht!)

Gib mir deine Fehler und Armseligkeiten und verzage nicht! Ich gebe dir dafür Meine Barmherzigkeit.

 

Verborgenheit bis zum Tod

11. September 1953

Glaube an Meine Liebe. Auch wenn du vor Verlassenheit stöhnen möchtest. Diese Nacht ist eine Meiner größten Gnaden, wodurch Ich ein Menschenkind läutere. Laß keine Gelegenheit vorübergehen, dich vor der Mutter zu demütigen.

Ich will, daß deine Gnaden verborgen bleiben hinter deiner Armseligkeit und deinem Versagen. Erst bei deinem Tode soll es offenbar werden – nicht um deinetwillen – um Meiner Ehre willen! Denn alles ist von Mir.

 

Armut

25. Oktober 1953 – Christkönigsfest (Kommunion)

Du hast Mir Armut versprochen. Du wirst deshalb tiefere Freuden genießen, Kind. Du sollst auch heute den Festtag einmal wieder fühlen, auch als Braut!

 

21. November 1953

Wenn Ich in deiner kleinen Seele Nacht werden lasse, dann ist es nur um deines ewigen Heiles wegen.

(Maresa: O liebst Du mich noch?)

Ich liebe dich mit unverminderter Liebe. Aber es ist Zeit der Bewährung. Ich bin nicht unzufrieden mit dir, Kind. Deine mühsamen Psalmen und Gebete rühren Mich zutiefst. Ich weiß wohl, wie sehr du unter dieser Nacht leidest und am kommenden Winter – alles, alles will Meine Blume knicken. Aber Ich bin doch bei dir in jeglicher Not!