• Engel und Heilige von jedem Tag
  • Bücher der Liebe, Bd. 1
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  • Bücher der Liebe, Bd. 4
  • Bücher der Liebe, Bd. 5

Donnerstag, den 1. Januar 1948, Neujahr, Beschneidung des Herrn

Im Gebet ging das alte Jahr von mir, ebenso kam das neue Jahr. Ich will es lieben, weil es das neue Jahr des Heiligen Geistes ist. Mit den Worten des Tages gehen wir hinein: "Alle Länder der Erde schauen das Heil unseres Gottes. Darum jauchzet Gott, alle Lande. Der Herr hat kundgetan sein Heil. Er offenbarte seine Gnade vor den Augen der Völker."

 

Freitag, den 2. Januar 1948, Jesu Namen

Im Namen Jesu beuge sich jedes Knie, im Himmel, auf Erden und unter der Erde, und jede Zunge bekenne, daß der Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit des Vaters ist. Mit dem himmlischen Hof feiere ich Jesu Namen. St. Gabriel: "Ziehe an dein Brautgewand und eile hin zu deinem König. Festtag ist heute. Bringe Ihm die schönsten Blumen der Liebe."

Auch die himmlische Mutter kam. In dieser Begleitung durfte ich Jesus mein Namenstagsgeschenk überreichen. "Herr", sprach ich, "mein Herz und meine Seele sind Dein. Mein Leben gehört nur Dir allein. Mein Leben gebe ich heute Dir für den Heiligen Vater. Er darf noch nicht sterben. Die Kirche braucht ihn doch. Schenke ihm neue Kräfte, gib mir die Schwäche seiner Krankheit. Nimm auch die Blumen, die ich im Laufe des Jahres gesammelt habe, göttlicher Herzenskönig. Nur Deinen Segen möcht ich erflehen für alle, die in Liebe mit mir vereint sind."

Jesus breitet seine Hände aus und segnet alle, für die ich gebetet habe. Weiter spricht Er: "Dein Wunsch sei dir erfüllt. Ich kenne deine Gedanken. Für das neue Jerusalem machtest du den Lebenstausch, damit Mein Name auf der ganzen Welt verherrlicht werde. Doch ehe dies geschieht, muß erst die Ernte eingefahren sein. Bis dahin bete viel mit deiner treuen Schar, daß bald werde ein Hirt und eine Herde."

 

Samstag, den 3. Januar 1948

St. Genoveva ist bei mir. Sie freut sich und spricht: "Du hast erfaßt, was ich wollte von dir. Nimm den Kampf auf mit den Mächten der Finsternis. Fürchte nichts. Wer alles für Gott hergibt, alles in Seine Hände legt, der braucht die Hölle nicht zu fürchten. Liebe, Demut und Reinheit erringen überall den Sieg."

 

Sonntag, den 4. Januar 1948

Maria erscheint nach der hl. Kommunion und spricht: "Ihr, die ihr nun einen Bund der Liebe geschlossen habt, ihr sollt in einem besonderen Gebet mit mir vereint sein. Betet die Gebete von Fatima und diese, die der Engel die Kinder lehrte. Betet viel den Rosenkranz der sieben Freuden. Ich wünsche, daß die Reliquie in Prozession nach Nievenheim gebracht wird. Zeit und Stunde gebe ich noch bekannt. Betet viel für die Bekehrung der Sünder."

 

Dienstag, den 6. Januar 1948, Dreikönigstag

Leiden war der vorhergehende Tag. Meine Kräfte nehmen so ab, aber es freut mich. Ich weiß ja, für wen. Herr Mühlens begegnete mir. Er geht mit mir ins Hochamt. Die Muttergottes gab ihn uns für unseren Bund. Ich weiß bis jetzt nicht recht, wie ich ihn nehmen soll. Von allen Seiten bringt man ihm ein gewisses Mißtrauen entgegen. Man meint es gut mit ihm, aber es ist etwas Unklares da. Selbst ich stelle es fest. Ich möchte nicht schlecht denken. "Hilf mir doch, Immaculata, dieses Rätsel zu lösen."

Um 3 Uhr geht er wieder fort. Mit den hl. drei Königen will ich mich vereinen, aber eine Schwäche kommt. Ich fühle, ich werde wieder krank. "Herr, wie Du willst."

 

Donnerstag, den 8. Januar 1948

Zu meinem Jesus wollte ich, aber ich bin so schwach, und Schmerz ist in meinem ganzen Körper. Gegen 10.30 Uhr bringt man eine Besessene zu mir. Nun weiß ich, warum ich leiden muß. Ich bitte um Kraft. Dann kommt sie auf mich zu und steht mit forschenden Blicken vor meinem Bett. Sie schnuppert ein wenig und dann sagt sie: "Was soll ich hier? Sie riechen ja nach Alkohol!" Zu ihrer Begleiterin spricht sie: "Komm, laß uns wieder gehen." Ich bete den Bannspruch und segne sie. Sie lacht gellend auf, schreit und kommt doch wieder zu mir. Ich fasse sie bei der Hand und spreche in Liebe und Güte: "Warum wollen Sie denn fort? Ich will Ihnen doch gut sein, will ihnen helfen, daß Sie wieder froh werden. Sie sind so krank. Sie brauchen eine Schwester, eine Samariterin." Da unterbricht sie mich und ruft: "Bin ich krank, Gertrud? Ich bin nicht krank, was soll ich hier?" Wieder nehme ich ihre Hand in die meine und sage: "Doch, Sie sind krank. Die Seele ist krank. Ist sie krank, so wird auch mit der Zeit der Leib krank, wenn ihn das Gewissen quält wegen begangener Schuld. Wenn aber die Schuld nicht so groß ist, so ist Gottes Barmherzigkeit noch größer. Jede Schuld kann auf Erden noch vergeben werden, wenn der Mensch bereut und gutmachen will." Unter diesen Worten wird sie ein wenig ruhiger und schaut mich mit großen, fragenden Blicken an. Dann kommt es wieder über sie und sie ruft: "Mich stört alles hier. Ich will fort. Die Blumen hier, was ist das schon. Das stört mich." Ich segne sie und rufe ihr nach: "Sie kommen wieder. Der Herr hat mir Ihre Seele geschenkt. Sie kommen nicht weit und gehen nicht eher, bis ich es will." Dann kommt sie wieder zurück und liebevoll spreche ich zu ihr: "Hier ist kein Alkohol. Das brauche ich nicht. Die Blumen hier wirken auch nicht störend. Die Blumen, die Sterne und die reinen Kinderaugen, das ist noch ein Stück vom Paradies, das uns geblieben ist. Darum hat Jesus auch die Blumen gern." Seltsam schaut sie auf mich. Sie wendet sich ab, fällt auf die Knie vor der Krippe und ruft: "Ich will ja beten; ich kann nicht."

Es folgten Ausrufe, die unverständlich sind. Ich bete immerfort und bitte den Sohn Davids: "Erbarme Dich ihrer. Mein Jesus, Barmherzigkeit. Nimm meine Hände, Herr, und gib mir Deine Kraft." Dann lege ich die Hände über sie und rufe: "Fahre aus, böser Geist und kehre nie mehr in dieses Haus zurück, in das Jesus einziehen will."

Seltsame Töne höre ich. Dann betet sie das Vaterunser. Währenddessen laß ich ihr den Rosenkranz meiner Jugend, mit dem ich schon mal den Teufel bannte, auf die Füße legen. Sie bleibt knien und betet. Ich darf zweimal für sie die Kreuzigung leiden. Als ich aufwache, steht sie auf und kommt zu mir. Sie sagt: "Jetzt ist es genug, ich gehe heim." Sie will fort, aber das Kreuz hat Gewalt und holt sie wieder zurück.

Dann sagt sie: "Kann ich nicht mit Ihnen allein sein?" Ich schicke alle fort und bin mit ihr allein. Sie sieht mich fragend an und spricht: "Kennst du mich?" "O ja, ich kenne dich." Sie: "Weißt du was von mir?" Ich: "Ja, ich weiß alles. Ich will Dich aber nicht verurteilen, sondern ich will Dir helfen." Sie: "Dann sag mir, was der Heiland dir in der Ekstase gesagt hat." Ich: "Es ist oft nicht gut, alles zu sagen." Sie: "Wenn Gott aus dir spricht, muß du es wissen." Ich: "Gut, so wisse, daß du vom Teufel besessen bist. Stimmt es, hast du diese Sünde begangen?" Ich sage ihr die Sünden. Sie: "Du hast Recht, das habe ich getan. Ich wollte nicht immer, mußte aber doch. Wenn die zwei immer in mir streiten, dann weiß ich nicht, was ich tun soll."

Ich: "Du hast nicht mit zweien zu streiten, sondern vier Teufel hast du in Dir." Sie faßt sich an den Kopf, ruft mit weinender Stimme: "Ja, ja, vier sind es. Jetzt kommen sie wieder." Ich: "Wollen wir beten, dann gehen sie wieder fort." Ich segne sie und bete. Sie wird wieder ruhig und der Ausdruck ihrer Augen wird friedlich. Ich: "Geben Sie mir Ihre Hand und lassen Sie uns Schwestern in Jesus sein." Sie tut es und fragt: "Muß ich noch lange hier bleiben? Ich bin so aufgeregt. Kann ich jetzt heimgehen?" Ich: "Ja, es soll für heute gut sein. Ich helfe aus der Ferne, denn Ihre Seele ist doch mein, solange, bis ich sie Jesus wiederschenke. Ich warte nun, bis Sie von selbst zu mir kommen. Es wird wieder alles gut werden. Dann gehen wir zum Beichtvater und die Seele wird den Frieden wiederfinden."

Dann wendet sie ein: "Der Beichtvater will mich nicht, weil ich mich immer so ungebührlich benehme." Ich erwidere: "Soll ich dann mitgehen und sprechen für Sie? Wir können ja einen Fremden nehmen. Ich führe Sie hin und sage ihm alles, nur die Beichte, das müssen Sie allein machen. Das kann ich nicht, und ich will auch nichts wissen. Das ist doch nicht so schwer, wenn ich vorarbeite für Sie." Sie reicht mir die Hand und sagt: "Ich denke daran. Auf Wiedersehen."

An der Tür dreht sie sich nochmals um und lacht mir zu. Ich bin allein. "Viel, Herr, hast Du schon getan. Sie kommt und muß kommen. Ein Lächeln hast Du, Jesus, doch auf ihre Lippen gezaubert. Würde es so bleiben. Noch will ich nicht ein außerordentliches Wunder verlangen. Dein Wille geschehe, Herr. Wir kennen nicht Deine Gedanken und Wege, aber ich bitte Dich, heile sie, liebster Jesus. Ich danke Dir für die Gnaden des Tages. Wenn ich für sie noch mehr leiden muß, dann bin ich bereit." So durfte ich den ganzen Tag und die Nacht leiden. So gern möchte ich am anderen Morgen zum Hause des Herrn. Auf meine Bitten gibt Jesus mir wieder Kraft und Stärke. "Wie glücklich machst Du, Liebster, mich."

 

Freitag, den 9. Januar 1948

Julian und Baselissa sind heute meine lieben Hochzeitsgäste. Sie stehen mir treu zur Seite und trösten: "Fürchte die Welt nicht und ihre Anfechtungen. Einer ist Erlöser, einer zieht voran den Leidensweg. Es ist Jesus, unser Heiland, unser Emanuel. Liebe die Reinheit. Nur reine Seelen läßt der Herr hineinschauen in seine Geheimnisse. Bleibe ein Tempel des Heiligen Geistes. Warum ist die Menschheit so arm? Weil sie den unreinen Geistern dient, die alle in den Abgrund der Hölle ziehen."

 

Montag, den 12. Januar 1948

Leidenstage sind hinter mir. "Ach, Jesulein, ich bin so elend, so schwach, ich bin wirklich wie ein Kind. Stärke mich doch wieder mit Deiner großen Kraft." Einen besonderen Tag habe ich heute. "O, liebe Muttergottes, du gabst mir den Bruder Heinrich Mühlen. Du gabst mir ein besonderes Zeichen. Wie soll ich es nehmen?" Alles steht im Widerspruch. Da muß ein Wunder geschehen, wenn er Priester werden soll. Aber bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Um 12.30 Uhr fahre ich nach Dollendorf. Ich gehe zum hochw. Herrn Pfarrer, um Auskunft über meinen neuen Bruder zu holen. Hochwürden ist nicht für ihn eingenommen. Er sieht ihn im Gotteshaus fast nicht. Man kennt hier nur den Mann mit dem Koffer. Man rät mir, doch seine Wohnung aufzusuchen und gibt mir eine Familie an, die ein wenig seine Verhältnisse kennt. Hier erfahre ich nun, daß die Frau von Herrn M. nicht krank ist, sondern in Stellung ist in Oberkassel und daß sie sich scheiden lassen will. Man stellt sie als eine brave Frau hin, den Mann aber als eine Person, die nicht arbeiten will. Das betrübt mich und ich rufe die himmlische Mutter um Hilfe an. Ich gehe, da ich es versprach, nochmals ins Pastorat zurück, wo mir Hochwürden noch Ratschläge gab. Nach allem, was ich hörte, muß Herr M. durch seine religiöse Haltung die guten, frommen Seelen irreführen. "O, liebe Gottesmutter, ich werde irre an mir und den Zeichen, die du mir gabst für jenen Menschen. Nein, so etwas kann doch kein Priester werden, oder es müßte aus einem Saulus eine Paulus werden."

Sie antwortet mir: "Bei Gott ist nichts unmöglich. Ich schicke dir ja nicht die Heiligen, sondern die Sünder. Batest du nicht den Heiland, Er solle die Sünder zu dir schicken? Wenn Er sie nun schickt, dann wird Er dir auch die Kraft und Gnade geben, diese Sünder zu führen. Das Zeichen für Heinrich Mühlens bleibt."

Dann fuhr ich um 5.30 Uhr nach Oberkassel zu Frau Erna Mühlens. Sie selbst öffnet die Tür. Sie staunt, daß ich sie schon kenne und fragt, woher ich sie kenne. Ich antworte: "Durch eine Photographie, die mir Ihr Mann zeigte. Ich habe Sie ja eigentlichen in Bonn im Krankenhaus besuchen wollen, aber man verwies mich nach hierhin." Da sagte sie: "Ich war noch nie dort im Krankenhaus. Ich bin seit acht Monaten hier in Stellung." Sie lud mich ein, mit ihr ins Haus zu gehen. Ja, da höre ich auch von der Frau, daß der Mann nicht arbeiten will. Das müsse sie tun, um leben zu können. Sie erzählt weiter, daß sie die Ehescheidung eingereicht habe. Sie will mit dem Mann keine Gemeinschaft mehr haben. Ihren Leidensweg höre ich nun und erkenne, daß es eine große Seele ist, wenn sie auch andersgläubig ist. Ich habe sie gern und die Muttergottes wohl auch, weil sie diese Seele mit in unseren Bund nahm. Trotz all ihrer Leiden sagt sie flehend: "Wenn es Ihnen gegeben ist, meinen Mann auf gute Wege zu führen, so tun Sie es doch. Er ist ja so ein armer Mann, der Hilfe braucht. Ich verstehe ihn oft selbst nicht. Oft habe ich schon gesehen – wenn er meinte, ich schlafe –, daß er aufsteht und stundenlang betet und über seinen Büchern liegt. Das muß doch echt sein?"

 

Dienstag, den 13. Januar 1948

Mit zwei Begleiterinnen ging ich in aller Frühe nach Siegburg-Seligenthal zur 800-jährigen Franziskaner-Kirche. Das Allerheiligste war ausgesetzt. So bin ich in Anbetung versunken. Nach der hl. Messe bete ich beim hl. Franziskus und beim hl. Antonius in meinem schweren Anliegen. Antonius gefällt mir nicht in der dunklen Ecke. Da geht auf einmal ein Licht an. Nun kann ich alles so recht betrachten. Weil ich allein bin, spreche ich laut: "Mein liebes Brüderchen, du bist ganz nett, aber du gefällst mir nicht, alles so dunkel und die Lilie fehlt dir auch."

Da vernehme ich neben mir eine Stimme: "Wie gefällt Ihnen unser Antonius? Die Lilie bekommt er noch. Die habe ich im Pfarrhaus." Ich bin erstaunt, daß der Herr Pastor hier ist und meine Fragen beantwortet. Er muß gehört haben, was ich sagte.

Dann lerne ich den Vater der Besessenen kennen. Er sagt mir, daß seine Tochter in der vergangenen Nacht zum erstenmal ruhig geschlafen habe. Ich weise ihn darauf hin, daß das Haus ausgesegnet werden muß, weil dort Spiritismus betrieben wurde und der Teufel sich dadurch in sein Kind hineingesetzt habe. Es würde noch solange belastet bleiben, bis das geschehen ist.

Herr Mühlens kommt auch, und ich muß ein ernstes Wort mit ihm sprechen. Er ist ja erstaunt, daß ich alles weiß, doch gebe ich zu erkennen, daß ich nicht richten, sondern helfen will. Will er Priester werden, muß er Vorbild sein und jede Lüge fallenlassen. Das wird noch schwer werden. Der Teufel ist mit aller Macht hier eingeschlichen, aber ich fürchte ihn nicht. "Heiland, gib mir die Seele, daß ich sie formen darf zur Priesterseele."

 

Montag, den 19. Januar 1948

Meinem Versprechen gemäß, treffe ich Heinrich Mühlens in Dollendorf. Gemeinsam wollen wir zu seiner Frau gehen, daß seine Ehe wieder in Ordnung kommt. Wir gehen die Hauptstraße von Oberkassel hinein. Da sagt Heinrich Mühlens: "Ich gehe solange in die Wirtschaft. Sie können ja allein zu meiner Frau gehen und meine Sache in Ordnung bringen." Ich: "Ich habe zugesagt, daß wir gemeinsam hingehen. Wollen sie jetzt nicht, kehre ich um." Ich flehe auf der Straße: "Muttergottes, hilf du doch und zeige dem Mann, was eine Pflicht ist." Im selben Augenblick ruft Mühlens erschreckt: "Meine Frau! Meine Frau!" Schon stand Frau Mühlens bei uns und sagte, zu ihrem Mann gewandt: "Was willst du hier, Heinrich? Du weißt, daß ich dich nicht mehr sehen will." Ich erkläre, warum wir hier sind und bitte um eine Aussprache. Sie nimmt uns mit ins Haus. Da höre ich nun soviel Schmutziges und Häßliches, daß ich zu dem Mann sage: "Sie haben diese Frau nicht verdient, die Sie immer belogen und betrogen haben." Die Frau wendet sich an mich und sagt: "Wenn Sie noch etwas Vernünftiges aus ihm machen können, würde ich mich freuen. Wenn er sich wirklich bessert, ziehe ich die Scheidung zurück, aber ich bleibe allein."

 

Donnerstag, den 22. Januar 1948

Die Muttergottes erscheint mir wie am 28. November 1947, so wie in Fatima und spricht: "Das heutige Fest wird im Himmel 8 Tage gefeiert. Die heilige Agnes ist meine Tochter. Mit dem heutigen Tag sind alle deine Brüder und Schwestern in den Bund aufgenommen, den ich schloß am 28. November 1947 mit der kleinen Schar. Wo immer du hingeführt wirst, da bin ich mit dir und alle sind dann eingegliedert in den Bund. Ich habe Großes vor, bete viel für Heede. Der Teufel wütet dort. Heede muß aber zuerst durch diese Hölle gehen, denn alles Echte und Wahre wird von Satan zuerst angegriffen." Die Muttergottes ist in Begleitung der hl. Agnes.

 

Montag, den 22. Februar 1948

Erfreut kommt Heinrich Mühlens und zeigt mir die Aufnahme ins Kloster Maria Wald für April, in der Karwoche. Er hat vom Abt noch eine andere Bescheinigung für Kleidung. Weil er mittellos ist, sollen die Wohltäter helfen. Das ist alles gestempelt und glaubwürdig, aber ich habe gewisse Hemmungen. Um 4 Uhr fahre ich mit ihm nach Siegburg zu all den guten Seelen, die ihm viel gegeben haben. An 10 Stellen waren wir. Überall hat er gegessen und getrunken. Das konnte unmöglich gut enden. Gegen Abend waren wir zurück bei Frau Leyendecker, wo wir beide über Nacht blieben. Er aß noch einmal. Er sollte in der Küche schlafen und ich im Schlafzimmer mit der Frau. Heinrich Mühlens bat um Kerzen, weil er von 12 bis 1 Uhr die Matutin beten wollte und dann weiter bis 3 Uhr das Brevier.

Ich bat ihn, mir das einmal zu zeigen, weil ich auch ein Laienbrevier habe. Er zeigt mir das Offizium. Ich sage: "Das ist doch kein Brevier. Das bete ich auch, weil ich im 3. Orden bin."

Ich stehe kurz vor 2 Uhr auf um mich zu überzeugen, ob er wirklich betet. Ehe die Frau es hindern kann, bin ich in der Küche. Er schnarcht und wälzt sich hin und her, wegen des vielen Essens. Die Luft ist verpestet. Mich ekelt es an. So ein Unmäßiger und Lügner will Priester werden. Es ist mir ein Rätsel, wie der Abt von Maria Wald so schnell ihm glaubte.

 

Dienstag, den 2. März 1948

Drei Tage litt ich für Heinrich Mühlens die Schmerzen der Annagelung. Seit gestern bin ich in Bonn bei der großen Leidensseele Elisabeth Ewig. Heute kommt ein guter Priester zu ihr, Pater Dohmen. Er ist Herz-Jesu-Priester. Güte und Liebe sind ihm ins Gesicht geschrieben. Ob es eine Bedeutung hat? Ich war in einer Ekstase über Mirebeau. Ich muß für diese Sache eintreten, die erneut ins Leben gerufen wird. Ein Priester wird mir zu Seite stehen, da unser Weg nach Rom weist. Als ich zu mir komme, ist mein Kopf gestützt in diese Priesterhände. Ich bitte um Entschuldigung. Er aber sagt: "Ich freue mich, daß ich Sie so kennenlerne."

Nachtrag: Am 21. Januar sprach die Muttergottes noch: "Denke noch mehr an Margarete." Bonifaz Müller schrieb mir am 28. Dezember 1947 folgendes: "Man hat gegen Grete Gansefort einen schmutzigen Prozeß geführt. Bezüglich des Prozesses, den die Bruns gegen die Mutter der Grete geführt hat, kann ich mitteilen, daß derselbe mit einem Vergleich geendet hat, in dem jeder seine Kosten trug. In dem zweiten Prozeß, den sie gegen Grete selbst angestrengt hatte, wollte sie denselben zurückziehen, wenn ihr eine Ehrenerklärung gegeben würde, der ihren guten Namen wiederherstelle und daß sie nicht Unrecht getan habe. Darauf ist ihr geantwortet worden, daß sie die Erklärung von der Grete nie bekommen werde, da sie wahrheitswidrig sei. Wie die Sache nun weiterläuft, ob die Bruns den Prozeß weiterführt, ist noch ungewiß. Soweit der jetzige Stand."

Bruder Bonifaz berichtet von einer Krankenheilung in Heede. Die Kranke, die er selbst dorthin brachte, hatte noch acht Tage vorher einen Selbstmordversuch gemacht.

Am 11.2. sprach die Muttergottes zu mir: "Ich werde nach den Tagen der Trübsal einer verborgenen Seele das Geheimnis von Heede zeigen. Dann wird Heede der Ort für die Sünder. Viele werden dort ihre Schuld beweinen."

 

Palmsonntag, den 21. März 1948

Mit Jesus durfte ich 14 Tage die Kreuzesleiden tragen. Heute bin ich auf der Marienburg beim hochw. Herrn Rektor Kurtenbach. Er ist ein großer Opfer- und Leidenspriester. Er gibt mir Einsicht in sein Leben, das fast nur Leiden ist. Er hat Lähmungserscheinungen und wird viel verleumdet. Ich will ihm gut sein.

 

Karfreitag, den 26. März 1948

Ich darf ganz mit Jesus vereint am Kreuz sein. St. Gabriel ist mein Trost. "Bist du nicht mit den Sünden der Welt beladen?"

"Ja, ich bin es und leide gern mit Dir, oh meine gekreuzigte Liebe. Wenn sie doch erkennen würden und alle Dich liebten." Jesus spricht vom Kreuze die heiligsten Worte.

 

Dienstag, den 30. März 1948

Heute mache ich viele Krankenbesuche. Die Mutter von Anna Hilker schenkte mir ein blutgetränktes Corporale, das bei Abbé Vachére von den kosekrierten Hostien, die bluteten bei der hl. Wandlung, durchtränkt wurde. Ich lege es den Kranken auf, darunter ist Karl Feld, ein kranker junger Mann von 21 Jahren, dessen Mutter am 8. November 1947 wunderbar geheilt wurde.

 

Herz-Jesu-Freitag, den 2. April 1948

Erhalte Besuch, der mir mitteilt, daß sich Heinrich Mühlens seit Wochen bei meiner Mitschwester Elisabeth Jarzina in Köln aufhält. Als ich wieder allein bin, bete ich den Exorzismus über ihn.

Um 2 Uhr nachts spricht die Muttergottes: "Das Zeichen bleibt für die Seele, weil sie dieses Zeichen trug. Noch ist sie von Satan gefesselt und liegt im Banne der Sünde. Betet für sie. Je größer die Sünde, desto größer muß Gottes Barmherzigkeit sein." Ich frage: "Geht er jetzt ins Kloster?" Antwort: "Nein." Ich: "Soll ich ihn ausliefern?" Maria: "Nein, ich sende andere Hilfe. Überlasse alles seiner Frau. Gott weist andere Wege. Betet weiter. Das Gebet vermag alles."

 

Sonntag, den 4. April 1948

Heute spricht die Muttergottes: "Voller Dornen ist die Erde. Windet Rosen darin für eure Königin. Macht die Erde zu einem Rosengarten. Seid ganz meine Kinder. Ich bin der vollkommene Weg zu Jesus. Betet und sühnt. Seid demütig. Enthaltet euch der Sünde."

 

Dienstag, den 6. April 1948

Ein Brief von Elisabeth Jarzina kommt. Sie fragt an, ob Herr Mühlens bei mir Abschied nahm. Das wollte er tun. Sie hätten ihm noch einen Brief für mich mitgegeben mit 20 Mark Inhalt. Seit dem 2. April sei er ins Kloster eingetreten. Er sei 4 Wochen bei ihnen gewesen, was viel Geld gekostet habe. Bei mir war er bis jetzt nicht und den Brief habe ich auch nicht.

 

Dienstag, den 13. April 1948

Nachricht von Köln: "Da Mühlens nicht bei mir war, hat man von dort in Maria Wald angefragt. Er ist nicht eingetreten, also auf und davon. Der hochw. Herr Abt bedauert, daß er so hereingefallen ist. Er hat ihm die Eintrittspapiere ausgestellt. Da kann er noch viel Schwindel mit treiben."

Mühlens hat dort schon vor 20 Jahren angefragt. Dann machte er alles rückgängig wegen der erkrankten Eltern, für die er sorgen müßte. Nun bat er wieder um Aufnahme, da er allein stände. Er konnte solch Mitleid erwecken, daß der Abt auf ihn hereinfiel. Seine Ausweispapiere wollte er am anderen Tag bringen und alles andere, was noch benötigt wurde. Er kam aber nicht mehr.

 

Sonntag, den 30. Mai 1948

Maria spricht: "Mein Kind, den geschlossenen Bund werde ich noch inniger verbinden durch besondere Gnaden. Kämpfe und Anfechtungen werden noch viel über euch kommen, denn ich habe mir ja Streiter erwählt, die kämpfen für die Ehre der heiligsten Dreifaltigkeit. Diese Schar schütze ich. Ihr werdet erfahren, was die Liebe einer Mutter vermag. Sie kommen zusammen, dort, wo mein göttlicher Sohn Seinen Thron aufschlug. Werdet nicht irre, wenn ich die Sünder zu euch schicke. Für sie kam ja der Retter auf diese Erde."

 

Montag, den 31. Mai 1948

Ich bin in Nievenheim. Vor der Reise weckt mich der hl. Engel: "Wache auf. Der König wartet." Dann naht Maria und spricht: "Bevor du mit der kleinen Schar die Wallfahrt machst, darfst du dir eine Seele aus dem Fegefeuer wählen, die frei wird." Das war eine große Freude für mich. Dann sehe ich einen Heiligen, der wie ein Bischof aussieht. Ich frage: "St. Georg, bist du es?" Er: "Ich bin Georg, der Neffe deiner lieben Mutter Anna. Ich darf euch Wege führen, die dienen zur Rechtfertigung von Abbé Vachére. Die Schuld redet, die Unschuld schweigt. Sie wird schweigen bis zu dem Tage, an dem die Reden verstummen."

Eine gewaltige Stimme erschallt und verkündet: "Jerusalem ist nicht mehr. Ein neues Jerusalem, von Gott gegeben, steigt vom Himmel hernieder auf die Erde. In ihm wird wohnen der lebendige Gott, dem alle dienen werden."

Es ist ein Uhr. In der Prozession tragen wir, wie Maria es wünschte, eine Reliquie in die Wallfahrtskirche und singen: "Viel deiner Schäflein sind nun angekommen." Dann überreiche ich die Reliquie dem hochw. Herrn Pfarrer als Geschenk.

Ich schaue die himmlische Mutter als Königin. Sie trägt ein weißes, wallendes Kleid und einen blauen Mantel, der ein wenig zurückgeschlagen ist. Eine Krone trägt sie mit 15 Zacken. Je drei wirken wie eine Blume, in deren Mitte ein Kreuz ist. Von jeder Zacke geht eine Reihe herrlichster Edelsteine, die kleinen Sonnen gleichen, aufwärts. Der Petersdom schmückt die Spitze der Krone. Mit einem verklärten Lächeln breitet sie segnend die Hände über den Priester aus, dann über alle.

 

Dienstag, den 1. Juni 1948

Nachtrag vom 16. Mai 1948. Mit den Brüdern und Schwestern von der Bruderschaft der heiligsten Dreifaltigkeit sind wir beisammen in Bonn bei Elisabeth Ewig. Hochw. Herr Pater Dohmen ist auch anwesend. An dem Tag sehe ich ihn zum dritten Mal. Er sitzt mir gegenüber. Da steht auf einmal die Muttergottes hinter ihm. Wie golden sehe ich ihr Herz, von dem ein Strahl ausgeht. Er dringt durch den Priester und kommt herüber zu mir. Er bleibt auf meinem Herzen haften. Das sieht aus wie eine Verbindung. Am anderen Morgen bei der hl. Messe bitte ich Jesus, mir diesen Priester als Seelenführer zu geben. Er zeigte mir wohl vor einem Jahr ein anderes Gesicht und sagte: "Er ist Ludwig Maria. Dann wirst du viel leiden auf deinem Zimmer und einsam sein." Ich erkenne, daß das jetzt noch ist. Jesus sagt: "Bittet und ihr werdet empfangen." Ich bat: "O, Du sagst es mir, Herr. Dann gib ihn mir." Jesus sagt: "Schreibe ihm alles, was du erlebtest und warte seine Antwort ab." Das tat ich.

 

Herz-Jesu-Freitag, den 4. Juni 1948

Nach der hl. Messe bin ich fast allein in der Kirche. Jesus naht und spricht: "Meine Seele, noch weiß du nicht, was dein König von dir will. Als Opfer hast du dich für Mein Schlachtopfer angeboten. Was will Ich mehr, als daß du dich opferst. Du sahest zu irgendeiner Stunde oder an irgendeinem Ort Mein blutendes oder königliches Antlitz. Es ist Mein Wunsch, daß dort, wo Ich Meinen Königsthron aufgeschlagen habe, auch Mein blutendes Antlitz und Herz verehrt wird. Es kostet Kampf. Wenn die armen Sünder vor ihrem blutigen König niederknien und ihre Schuld beweinen, dann werde Ich, der König der Glorie, sie segnen. Hier ist Tabor, hier ist Golgotha. Hier bin Ich, die leuchtende Sonne, nach den Tagen der Trübsal, die alles neu belebt. Deine Mutter Anna, die Ich an deine Seite stellte, nahm den Kampf für Mich auf, ob des Zeichens, das Ich ihr gab. Es erfreut Mein Herz, daß sie alle Leiden für Mich trug und noch trägt. Eine schöne Krone liegt für sie bereit. Im Monat, der Meinem heiligen Blute geweiht ist, holet das Bild. Mit diesen Worten tretet vor jene Seelen, die es besitzen." (Blutendes Bild von Mirebeau.)

 

Samstag, den 5. Juni 1948

Heute kommt lieber Besuch aus Siegburg. Es sind zwei Mütter mit ihren Leidenskindern, Karl F. und Anita B., beide 19 Jahre alt. Es sind Engel auf Erden, die immer in Unschuld wandeln. Sie werden so bleiben. Wenn der Herr ihnen auch nicht den Verstand gab für ein Wissen und Können in der Welt, aber desto schöner stattete er diese reinen Seelen mit dem Odem Seiner Gottheit aus. Es sind die Blumen, die nur ein Lächeln in ihren Zügen tragen, die still und rein blühen für den Dreifaltigen Gott. Am Nachmittag bin ich mit Mutter Anna und Schwester Anna in Knechtsteden bei der Schmerzreichen. Das Bild der Apostel lebt.

Rechts sehe ich ein großes, leuchtendes Herz. Darin Pius X. und Abbé Vachére. Über der schmerzhaften Mutter steht eine Hostie. Maria spricht: "Diese beiden Seelen sind Diener meines Herzens. Du verstehst es noch nicht, warum du sie in meinem Herzen sahest. Pius X. und das Schlachtopfer meines Sohnes sind auch von Schwertern durchbohrt worden. Darum schloß ich sie besonders in mein Herz. Die leuchtende Hostie deutet an, daß nach den Tagen der Trübsal der eucharistische Heiland König und Mittelpunkt aller Herzen ist."

 

Sonntag, den 6. Juni 1948

Mit Mutter Anna gehe ich zur Beichtkapelle. Ich erzähle ihr mein Erlebnis vom vergangenen Jahr, da ich die Geißelwunden an dem Bild sah. Ich bin erstaunt. Heute sehe ich das Bild klar. Dann, nach einer Weile, sehe ich die Wunden zuerst durch das Lendentuch leuchten. Dann treten sie am ganzen Körper, an Armen und Beinen und zuletzt im Antlitz hervor. Es sieht so aus wie im vorigen Jahr. Ich frage Anna, aber sie sieht nichts.

Dann spricht die Muttergottes: "Groß ist die Zahl der Sünder, die hier knieten, die meinem göttlichen Sohn von neuem Geißelwunden zufügten. Sie beteten und sühnten. Groß ist noch die Zahl derer, die heute noch mein Kind geißeln. Auch diese werden kommen und ihre Schuld beweinen."

Jesus naht im einfachen, braunen Gewand mit weißer Kordel. Er spricht: "Meine Seele, Ich will dir sagen, was die Geißelwunden versinnbilden. Ich bin der Acker, in dem ein kostbarer Schatz verborgen liegt, Mein hl. Blut. Durch die Geißelung wurde dieser Acker aufgerissen und der Schatz Meines kostbaren Blutes der Welt geschenkt, als Sühne für die Sünden des Blutes."

 

Montag, den 7. Juni 1948

Ich will heimfahren, aber der Herr Pfarrer (Knorr, Nievenheim) drängt mich, nach Düsseldorf zu fahren. Es ginge dort um einen Maler, den er für die Kirche haben wollte. Ich könnte am Abend noch heimfahren. Das Auto, das mich um 9 Uhr holen sollte, kam erst um 11 Uhr. Gegen Mittag bin ich bei Baron und Baronin von Othegraven. Man führt mich in Begleitung von Mutter Anna in einen großen Empfangssaal. Ein großes Herz-Jesu-Bild wird leuchtend. Jesus sagt: "Ich begrüße euch in der Liebe Meines heiligsten Herzens. Seid willkommen." Ich frage, was das für ein Bild sei. Es müsse schon ein Gnadenbild sein. Ich erfahre, daß das der Maler gemalt hat, mit dem ich sprechen soll und der hier bei der Familie wohne. Dann lerne ich ihn kennen. Er liegt zu Bett mit einer Grippe. In der Staffelei steht halbfertig ein Herz-Jesu-Bild von Mirebeau. Ich sage zu dem Maler: "Sie sind nicht berufen für Mirebeau. Das Bild wird nicht fertig. Mit Ihnen kommt eine große Wende." Er glaubt es nicht. Mutter Anna malt er in einer Viertelstunde ein Brustbild der hl. Anna und mir in 10 Minuten einen Christuskopf. Es ist ein Gesicht, wie ich es schon oft schaute. Er sagt: "Das sah ich. Alles, was ich male, sehe ich wie lebend vor mir. So brauche ich kein Modell."

Er ist Asiat, 24 Jahre alt und konvertierte vor einem Jahr. Er bat um meine Hilfe und Anschrift. Ich sagte nochmals, daß es anders käme, daß wir uns nie schreiben würden. Er trüge wohl Christus in den Händen und Augen, aber nicht im Herzen. Das müßte er tun, in der hl. Kommunion, wenn seine Kunst anderen etwas bedeuten soll. Er weinte.

Ich hörte, seine Mutter sei Schauspielerin gewesen. Er wurde aufgezogen von seiner Großmutter. Um vier Uhr sitzen wir am Kaffeetisch. Unter dem Herz-Jesu-Bild steht eine Kredenz mit Photographien. Vom Herzen Jesu geht ein Lichtstrahl aus, der haften bleibt an einer Photographie. Ich höre: "Nimm dich dieser Seele besonders an." Auf meine Frage, wer das sei, erfahre ich von den Eltern: "Das ist unser Sohn Friedhelm." Ich sage: "Wenn ich mich dieser Seele besonders annehmen soll, stimmt etwas nicht mit ihm." Dann bin ich versetzt in die Seele des Sohnes. Ich sehe, es geht um den Maler. Er brachte ihn ins Haus, aber er mag ihn nicht. Ich höre: "Ich mag die Bilder an den Wänden nicht mehr sehen. Die müssen heraus, samt dem Maler."

Jesus gibt mir einen Auftrag, daß ich dem Baron eine besondere Frage stellen muß. Zuerst sage ich ihnen, was in ihrem Sohn vorgeht. Sie sagen mir, daß er in letzter Zeit sehr seltsam sei. Dann stelle ich die Frage: "Herr Baron, ich sehe hier nur Prunk und Reichtum um mich. Würden sie immer so gut und religiös bleiben, wenn der Herr ihnen alles nimmt, bis auf diesen Empfangssaal? Diesen aber, wird er in einer kurzen Zeit auch noch aufteilen." Man schaut mich seltsam an und kämpft mit sich. Dann sagt er: "Ja, auch dann bleibe ich so, wenn nur die Familie nicht leidet."

Man will mich über Nacht halten. Das ist nicht der Wille Gottes. Ich möchte heim. Herr von Othegraven geht mit zur Elektrischen. Sie kommt erst nach zwei Stunden. Es war etwas passiert mit dieser Linie. Wir fahren danach zur Bahn, aber der letzte Zug nach Nievenheim war fort. Eine Frau Heitkamp nahm mich mit. Ihr Sohn hat eine größere Bäckerei. Ich erkannte noch nicht den Willen Gottes.

 

Dienstag, den 8. Juni 1948

Kam heute auch nicht heim. Es ist Leidenstag für mich, die Leiden der Kreuzigung. Sie sind für den Sohn und noch andere im Hause der Familie. Lerne sie auch kennen. Es geht ihnen ein Licht auf über das Leiden Jesu.

 

Mittwoch, den 9. Juni 1948

Man will mir Brot und Gebäck und andere Lebensmittel mitgeben. In dieser Woche gibt es auf Karten nur zwei Pfund Brot. Ich bitte, mir doch nur die Scheine zu geben, weil mir das andere zu schwer ist. Das tut man und gibt mir noch 150 Mark mit den Worten: "Wenn man auf diese Scheine kaufen will, muß man auch Geld dafür haben." Ich wollte soviel nicht annehmen, aber man drängte es mir auf. Ich sagte: "Dann wird der liebe Heiland mir schon helfen, wie ich das Geld anwenden soll."

Um 11 Uhr bringt man mich zur Bahn und weist mir auch den Zug an, der schon bereitsteht. Man bleibt bei mir im Zug bis zur Abfahrt. Es sind nur zwei Stationen von Neuss bis Nievenheim. Ich denke, daß es die Nächste ist. Der Schaffner kontrolliert die Fahrkarten. Man hat mich in einen verkehrten Zug gesetzt. Die nächste Station ist Grevenbroich. Ich muß aussteigen und den nächsten Zug abwarten. Ich steige aus. Es ist kein Bahnhof da, weil noch alles zerstört ist durch den Krieg. Ich gehe über die Bahngeleise auf eine Bank zu. Da trifft mich ein lichter Strahl.

Jesus ist bei mir und sagt: "Hier habe Ich auf dich gewartet." Er ist fort. Noch kann ich mir die Worte nicht erklären. Ich setze mich auf die Bank. Am anderen Ende sitzt ein Mütterchen. Sie hustet oft und so hohl. Es ist auch so windig und kalt heute. Ich spreche sie an: "Mütterchen, Sie dürfen nicht so in dem kalten Wind sitzen. Das schadet Ihnen, denn ich höre, daß Sie einen Lungenhusten haben."

Sie sagt: "Sie haben recht. Ich lag lange im Krankenhaus wegen der Lunge. Bin erst drei Wochen heraus. Es ist schon gleich, wo ich bin. Mein Bodenzimmer ist auch klein und undicht das Dach. Da regnet es auch durch. Ich lebe mit meinem Sohn zusammen. Der Winter war bös, weil wir kein rechtes Bett hatten. Nun haben wir ein paar Decken. Ich bin Flüchtling. Lieber sterbe ich hier, als den Russen in die Hände zu fallen. Wie oft schwamm ich durch einen Fluß. Davon bekam ich es an der Lunge. Man konnte die Kleider doch nicht trocknen. Sie haben mich aber nie in ihre Gewalt bekommen. Zuerst ging es uns hier besser, als der Sohn arbeitete. Er ist nun auch schon lange krank. Das Krankengeld ist nicht viel und ich bekomme 25 Mark im Monat. Da kann man nicht viel mit machen. Diese Woche gibt es auch nur zwei Pfund Brot und Kartoffeln sind auch zu wenig. Mein Sohn fuhr heute nach Kevelaer herauf, für Kartoffeln. Darum sitze ich schon die Stunden hier und warte jeden Zug ab, der von dort kommt. Hunger tut doch so weh."

Ich hörte eine große Leidensgeschichte, die mich zu Tränen rührte. Jetzt wußte ich, daß Jesus mich hier erwartete, in dieser Frau. Ich teilte meine Brot- und Lebensmittelkarten und gab ihr 20 Mark dazu. Sie sagt mit Tränen in den Augen: "Das kann ich doch nicht annehmen. Sie kennen mich doch nicht. Warum tun Sie das?"

Ich antwortete: "Ich tue das, weil sie mein Nächster sind, dem ich helfen muß. Ob wir uns kennen, das gilt wohl nicht bei Gott. Sie sollen einmal einen guten Monat haben. Ihr Sohn wird auch Kartoffeln bringen und dann werdet ihr euch freuen."

Ich erzähle ihr, wie man mich beschenkt hat und wie ich hierhin kam. Weiter sagte ich: "Gott hat es so gelenkt. Niemand hätte Sie so beachtet und Ihnen geholfen. Ich freue mich nun, daß ich teilen kann." Dann gab ich ihr noch 50 Mark. Da flossen die Tränen noch mehr. Die Zeit ging um. Mein Zug kam. Sie dankte und weinte. Ein weißes Taschentuch flatterte im Winde. In Neuss hatte ich gleich Anschluß. Um 6 Uhr war ich in Nievenheim. Ich mußte doch mein Gepäck von dort holen. Ich erzählte dem guten Pfarrer alles. Er gab mir einen Brief, den ich daheim lesen sollte. Er sagte: "Ich habe noch eine Kleinigkeit hineingetan, wenn wieder einer am Weg sitzt, dem sie helfen wollen."

 

Donnerstag, den 10. Juni 1948

Spät gegen 12 Uhr kam ich in Köln an bei meiner Schwester Elisabeth. Heute ist Leidenstag. Bin nicht fähig, heimzufahren.

 

Samstag, den 12. Juni 1948, zweite Seelenführung

Ein Brief von Pater Dohmen, Oberkassel, habe ich während meiner Abwesenheit erhalten. Mit Freuden übernimmt er meine Seelenführung. Im Brief ist alles klar. Die Muttergottes hat ihn schon eher auf mich aufmerksam gemacht und ihm geoffenbart, daß ich sein Seelenkind würde. Er mußte auf die Stunde warten, daß ich ihn darum bat.

 

Mittwoch, den 16. Juni 1948

Zum ersten Mal bin ich bei meinem Seelenführer. Er ist mir wie ein liebevoller Vater, dem ich alles sagen kann. Alle drei Wochen werde ich hier im Kloster sein für einen Tag. Das ist Einkehr der Seele. Ich darf an der Anbetung teilnehmen.

 

Sonntag, den 5. Juli 1948

(Es geht um Mirebeau.) Jesus spricht: "In diesem Jahr darfst du mit deiner Mutter Anna ihren Namenstag feiern. Mein Wunsch ist es, das blutende Bild zu holen. Es bedeutet Kampf. Willst du den Kampf aufnehmen für deinen Heiland?" "Ja Herr, alles tue ich für Dich." Jesus: "Fahre zwei Tage vorher zuerst zu deiner Schwester Elisabeth im Elisabeth-Haus."

 

Sonntag, den 31. Juli 1948

Im Willen Gottes lag noch für diese hl. Sache für den 30. oder 31. eine Wallfahrt nach Kevelaer. Das sagte ich gleich. Mutter Anna meinte, der 30. wäre geeignet. Es kam aber anders. Einige fuhren gestern nach Münster, um das blutende Herz-Jesu-Bild zu holen. Dann kam Anna Kosner und bat, ob wir nicht Sonntag, den 31., fahren könnten. Sie konnte sich dann freimachen, weil am Samstag in einer Metzgerei viel zu tun ist. So wurde der heutige Tag festgesetzt. Wir waren sieben Personen. Nach der hl. Kommunion sehe ich ein Kreuz. Die Querbalken hängen tief herunter. Der Heiland ist sehr blutig. Ich höre eine Stimme: "Maria, vor diesem Kreuz wirst du knien und beten. Es wird dir ein großer Trost sein." Wo mag das sein? Dann knie ich vor dem Gnadenbild und ringe um die Wahrheit. Man kam gestern mit der Nachricht zurück, daß ich das Bild nicht bekäme. Ich werde für unecht erklärt. Es sei auch gefährlich, solch ein Bild zur öffentlichen Verehrung in einer Kirche aufzustellen.

Maria spricht zu mir: "Von hier aus wirst du noch mehr als Leidensopfer zurückgehen. Dein Herz wird zum Vater rufen, bis Er stillt die Sehnsucht in der Vereinigung mit Ihm."

Dann fühle ich einen Leidenszustand in mir. Ich bitte um Kraft am Altar der hl. Familie. Für all den Spott, Hohn Verachtung und Verleumdung darf ich im Leidenszustand den Kreuzweg gehen. Ich bin blutig vom Hinfallen. Zerrissen sind meine Kleider. Bei der 13. Station darf ich ruhen in Marien Schoß. Ich sehe mich im weißen Brautkleid.

 

Montag, den 1. August 1948

Mit Mutter Anna bin ich in Essen. Fräulein Henniges ist Lehrerin und lebt mit ihrer Schwester zusammen. Sie zeigen mir ihre Räume. Mich fesselt eine Kreuzigungsgruppe, die als Wandbild wunderbar gestickt ist. Ein Licht trifft mich rechts. Ich gehe darauf zu und sage erfreut: "Da ist ja Alwine Schof, die unbekannte Heilige von Essen. Ich sah sie in einem Herz-Jesu-Bild und auf dem Friedhof." Es wird mir von Frl. Henniges bestätigt, daß sie es ist. Dann höre ich, daß sie hier im Hause gelebt und gelitten hat und gestorben ist. Frl. Henniges erzählt, daß sie selbst lungenkrank gewesen sei. Sie habe keinen Schulunterricht mehr erteilen können. Alwine sei in ihr Haus gekommen und habe sie gepflegt. Sie habe sich für sie geopfert. Sie sagt: "Ich wurde wieder ganz gesund und konnte auch in die Schule gehen. Alwine aber bekam meine Krankheit. Ja, sie bekam ein großes Loch in der Lunge. Meine Schwester und ich pflegten sie bis zum Tode. Sie war so lieb und geduldig in ihrem Leiden." Dann zeigte man mir das Bett, indem sie gelitten hat und gestorben ist. Bei der Mahlzeit erhielt jeder einen schönen Apfel.

Jesus ist bei mir und sagt: "Du wirst in der Bahn sein. Ein Kind kommt zu dir und schaut dich unschuldig an. Diesem Kind schenke den Apfel."

 

Mittwoch, den 3. August 1948

Dunkelheit hüllt mich ein. Ich ringe um die Wahrheit. Es kamen immer wieder Besuche. Dreimal war man schon in Münster und hat auch die Worte Jesu vorgelegt. Ich finde keinen Glauben, nur Verurteilung. Der Schlaf flieht mich. Es ist 1 Uhr nachts. Ich stehe am offenen Fenster. Schwarz ist der Himmel, kein Stern zu sehen. Ich schreie es fast in die Nacht hinaus: "Vater, Dein Kind ruft Dich, Dein Kind weint. Bin ich wirklich ein Kind der Lüge und des Betruges? O, hab Erbarmen mit mir. Warum bleibe ich noch? Alles steht gegen mich."

Da, auf einmal durchbricht die Dunkelheit ein wunderbares Licht, und ein ganz leuchtender, heller großer Stern zeigt sich. "Was ist das?" Der hl. Engel ist bei mir und sagt: "Verzage nicht. Alles wird klar. Es ist der Stern des Vaters, den du da siehst. Du wirst ihn von heute ab oft sehen. Dann segnet dich der Vater."

Ruhe kommt über mich. Ich segne mich und danke für den Trost. Dann sehe ich ein großes weißes Schattenbild. Das ist der Vater, der gütige, liebevolle. Der Stern geht zurück. Dunkelheit ist wieder. "Gute Nacht, Vater. Nun kann Dein Kind zur Ruhe gehen."

 

Donnerstag, den 4. August 1948

Ich bin in der St. Michaels Kirche. Mein Beten ist nur um Klarheit und Wahrheit. Nach der hl. Kommunion spricht Jesus: "Von Ewigkeit weiß Ich alles. Du mußt den Weg der Verurteilung gehen. Verstehst du, warum das Licht auf die Schwester fiel, die allein vor meinem Tabernakel spielte? So sollst du werden. Von der himmlischen Mutter gesegnet, wirst du Mir allein dann singen und Mich anbeten Tag und Nacht. Die Kinder der Welt werden dich noch weniger verstehen. Der Priester, den Ich an deine Seite stellte wie einen Vater, dem wird Einsicht und Verstehen gegeben. Sei nicht traurig ob des Widerspruchs. Ich ließ es zu, damit du die Absichten und Gesinnung derer kennen lernst, die dich umgeben, nur um etwas zu erfahren für ihren Vorteil. Schon lange wäre etwas geschehen zum Segen der Menschheit. O, daß Ich immer sagen muß, daß man schweigen soll, bis Gott das entscheidende Wort spricht. Ich habe gesagt, daß die schweigen sollen, die die Geheimnisse kennen, bis Gott das Schweigen bricht. Ich habe gesagt, daß ihr Mein hl. Bildnis im Monat Meines hl. Blutes holen sollt.

Ich tat es auf das Drängen deiner Mutter Anna. Sie meint, es muß so sein, wie sie es will. Wenn sie gelernt hätte, in allen Dingen den Willen Gottes zu erkennen und zu befolgen, wäre ihr schon lange Gnade zuteilgeworden. Ein großes Werk wächst nur in der Stille. Das Bild ist Eigentum der Mutter Anna, von Mir gegeben. Ich gab ihr das Zeichen, nicht denen, die es besitzen. Es gehört den Gläubigen und Meiner hl. Kirche. Die es besitzen, habe ich auch erprobt. Du siehst, man kann sich nicht trennen, weil Gnade damit verbunden ist, die Ich nehmen werde. Zur Stunde, die Ich bestimme, wird wahr, was Ich dir sage. Wenn die Heimsuchungen kommen, werden jene Unruhe und Angst haben. Es ist dann zu spät. Man höhnt, spottet und lacht über Meine Opfer. Es wird jedes Wort nach eigenem Gutdünken gedeutet. Der einzelne nimmt sich heraus, was er für gut befindet. Soll man sich von etwas trennen, gibt es Uneinigkeit, anstatt zu beten und Gottes Willen zu erfüllen. Wo ist hier das unbegrenzte Vertrauen? Man bangt für die kommende Zeit. Man zittert vor Meinen Priestern. Ich stehe doch über allem Geschehen. Die Stunde Meiner Verherrlichung ist noch nicht da. Ich forderte nur die Trennung von dem, was Mein ist. Sie meinen, an ihrem Ort sei das Bild geschützt wie in vergangenen Tagen. Sie ahnen nicht, was dort kommt. Ich nehme ihnen ihren freien Willen nicht. In den Tagen der großen Trübsal werden sie erkennen, was der allweise Gott in Seiner Liebe und Güte gewollt hat. Das Opfer, das jetzt gebracht wäre, es wäre tausendfältig belohnt worden.

Sei gesegnet und halte aus in deinen Leidensstunden. Mehr lenke Ich den Sinn derer von dir ab, die dir nur schaden. Nach der Mahlzeit fahre hin zu deinen Schwestern nach Köln. Wenn du kommst, steht der Zug bereit. Ich halte dich frei von Leiden. Spreche mit niemandem über diese Worte. Nur deinem Seelenführer darfst du sie geben. Du darfst noch Abschied nehmen bei deiner Schwester Anna."

Man sah mir an, daß ich wieder froh war und fragte mich, ob ich etwas Besonderes wisse. Ich sagte nur: "Ich darf niemandem, außer meinem Seelenführer, etwas sagen. Ich bin als Opfer der Verurteilung nach Essen geschickt worden und als Opfer der Verurteilung muß ich wieder heimfahren." Um drei Uhr fahre ich heim. In Duisburg steigt ein Ehepaar zu mir. Ein Mädchen von fünf Jahren sitzt mir gegenüber. Auf einmal springt es auf, setzt sich auf meinen Schoß und schaut mich mit leuchtenden Augen an. Ich denke gleich an Jesu Worte, als ich den Apfel in Essen bekam. Ich schenke ihn diesem Kind und noch etwas. Es hat eine große Freude. Die Eltern sind erst ein wenig entrüstet über die Handlungsweise des Kindes, weil es sonst nicht so vertraulich mit Fremden ist. Schnell habe ich sie beruhigt. Wenn sie wüßten, daß Jesus das bewirkt hat. Drei Stunden später bin ich in Köln. Sie freuten sich sehr. Morgen fahre ich wieder heim.

 

Sonntag, den 15. August 1948

Heute, Maria Himmelfahrt, erhalte ich im Kloster Ommerborn durch den hochw. Herrn Pater Erwin Deppich die Laienpriesterweihe. Es ist ein großer Tag für mich. Daran hatte ich nicht gedacht. Ich war mit anderen da, die sie erhielten.

Hochw. Herr Pater fragte mich: "Sie wollen doch auch die Weihe haben?" Ich erwiderte: "Ich weiß es nicht, ob es der Wille Gottes ist und ob ich würdig bin. Da hängt ja das Kreuz. Beten Sie für mich, Herr Pater. Jesus wird es Ihnen schon sagen."

Er betet mehr als eine Viertelstunde. Dann steht er auf, legt mir die Stola um, zeichnet mit Chrisam ein Kreuz auf meine Stirn und eins in die Innenflächen der Hände. Er spricht lateinisch. Dann sagt er: "Von nun an müssen sie viel segnen und den Priestern helfen. Ihr neuer Name ist Maria Magdalena vom Kostbaren Blute."

Ich bin erfreut und bewegt, solch hohe Weihe zu erhalten. Mich wundert es, daß er mir den Namen gab, weil die anderen den Namen wählen konnten. Nun ist mir der Name schon zweimal gegeben, als Ordensname und nun noch einmal mit dem Zusatz, 'Vom Kostbaren Blute'. Es ist ein Freudentag und Danktag heute.

 

Mittwoch, den 1. September 1948

Sechs Jahre ist es her, seit der Verlobung mit Jesus. Ich sehe Ihn im weißen Gewand. Er spricht: "In diesem Monat soll deine Freude mit den Engeln sein. Dein Kreuzweg wird bis zum 5. Oktober unterbrochen. Von anderen Leiden mache Ich dich nicht frei wegen der Verdienste. Schon 1000 Jahre bin Ich in dieser Gemeinde, die Ich dir als neue Heimat gab, der verborgene Gott und König. (St. Pankratius-Oberpleis) Für die Welt ist es eine lange Zeit. In Freud und Leid schaute Ich hinein. Maria, eure himmlische Mutter, ist hier die Königin, der eine Welt huldigen wird. Satan lauert überall, um zu vernichten, was hier in der Stille wächst. Halte dich fern, wo eine Masse beisammen ist. Du weißt ja, wie die Menschen sind. Sie wollen Propheten, die ihnen Zukünftiges sagen über Ereignisse, die bevorstehen. An das wirklich Wesentliche, das sie mehr heiligt und hinführt zu Gott, denken die wenigsten. Die ihnen auferlegten Kreuze sollst du ihnen abnehmen. Die aber kommen in Demut, Reue und Liebe, die habe Ich in Mein Herz geschlossen. Vor der Neugier, dem Wissensdurst, werde ich deine Lippen verschließen und dich schützen vor denen, die wie Pharisäer dich auf Echtheit und Wahrheit prüfen. Folge dem Rat Meines Priesters, den Ich dir in Meiner Liebe zur Seite stelle. Ich erleuchte ihn. Er wird dir in dieser Zeit Schutz, Hilfe, Berater und Bruder sein. Sein Herz werde Ich noch mehr erfüllen mit einer großen Liebe zu Mir. Sie wächst mit jedem Tag für die Ehre Meines Namens, für die Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und die Verehrung Meiner und eurer Mutter, die so Großes vorhat. Bete alle Tage für ihn. Die Opfer Meiner Liebe verfolgt die Hölle. Nun sei mit deinem Priester gesegnet. Dienet Mir weiter in Demut, Reinheit und Treue."

"Ich danke Dir, Herr. Warum bist Du so gut? Ja, mache uns beide heilig, damit noch viele heilig werden."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 3. September 1948

Das göttliche Herz ist so schön heute. Es leuchtet aus einer Sonne. "Oh, Du Feuerbrand der göttlichen Liebe. Sei meine einzige Liebe, die Liebe aller Menschen. Leuchte, Du, meine eucharistische Sonne. Ich habe ja nur Dich allein. Immer weniger versteht mich die Familie, besonders der Mann. Einsam und unverstandener werde ich mit jedem Tag. Wie eine Henne ihre Kücklein um sich sammelt, so möchte ich gerade die Meinen um mich scharen. Es tut mir, lieber Jesus, so weh, aber ich weiß, daß ihre Augen gehalten bleiben, bis die meinen sich schließen. Ich muß das Kreuz tragen, das man mir zimmert, ja, ich will es aus Liebe tun. In allem muß ich Dir gleichförmig sein. Du genügst mir allein."

 

Montag, den 5. September 1948

Heute darf ich im stillen Kloster sein bei meinem Seelenführer und Pater Josef. Noch bin ich allein im kleinen Zimmer. Ich betrachte das Bild der Pieta. Seltsam, wie heute die Wunden des Heilandes so rot sind.

 

Montag, den 17. Oktober 1948

Ein Zwiegespräch halte ich mit Jesus. Es geht um den Rosenkranz des kostbaren Blutes, den viele langweilig finden. Ich: "Lieber Heiland, ich kann es nicht verstehen, daß Beten langweilig wird. Du opferst Dich jeden Tag und nie ist bei Dir Langeweile. Die Menschen brauchen im Beten und Betrachten oft andere Anregungen. Oh, könntest Du mir etwas sagen, was diesen Rosenkranz noch schöner macht und vervollständigt? Wenn man doch erkennen würde, wie wertvoll die Aufopferung Deines kostbaren Blutes ist."

Mein Herz-Jesu-Bild belebt sich. Eine große Sonne erscheint darüber. Daraus vernehme ich Jesu Stimme: "Kleine Seele, es betrübt dich, daß Dein Heiland so wenig verstanden wird. Ich tue dir Meinen Willen kund. Ich gab deinem Seelenführer den Gedanken ein, jeden Tag 10 Wundenrosenkränze zu beten mit seiner Schar. Nichts ist kostbarer als die Aufopferung und Verehrung Meines hl. Blutes. Sind doch die Sünden des Blutes jetzt so groß, daß sie unaufhörlich zum Himmel schreien. Durch diesen Rosenkranz wird schon viel Sühne geleistet.

Höre nun, was Mein Wunsch ist. Der Eingang der Geheimnisse beginnt mit dem Zeichen der Erlösung und den Worten: Der Name des Herrn sei gebenedeit, von nun bis in Ewigkeit. An jeder großen Perle wird gebetet: Oh, Jesus, bedecke mit Deinem kostbaren Blute die ganze Welt. Wasche ab allen Sündenschmutz und erneuere sie durch den Heiligen Geist. An den kleinen Perlen: Mein Jesus, Dank, Verzeihung und Barmherzigkeit um Deines kostbaren Blutes willen.

Im ersten Rosenkranz betrachtet Mich im Ölgarten. Nach jeder 10. Anrufung folgt der Zusatz: Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an Mir vorüber, doch nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe.

Im zweiten Rosenkranz betrachtet Mich an der Geißelsäule. Nach jeder 10. Anrufung: Wehe den Menschen um der Ärgernisse willen. Es müssen zwar Ärgernisse kommen, aber wehe den Menschen, durch die sie kommen.

Beim 3. Rosenkranz betrachtet Mich bei der Dornenkrönung. Nach jeder 10. Anrufung: Im Namen Jesu werden sich beugen die Knie derer, die im Himmel, auf Erden und unter der Erde sind, denn es ist den Menschen kein Name gegeben, durch den sie selig werden können, als der Name Jesus.

Beim 4. Rosenkranz betrachtet Mich auf dem Kreuzweg. Nach jeder 10. Anrufung: Wer Mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach.

Beim 5. Rosenkranz betrachtet Mich am Kreuze. Nach jeder 10. Anrufung: So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, selig wird und das ewige Leben hat.

Bei den folgenden 5 Rosenkränzen betrachtet Meine heiligen 5 Wunden.

1. Rosenkranz wird gebetet für Europa.
2. Rosenkranz wird gebetet für Amerika.
3. Rosenkranz wird gebetet für Asien.
4. Rosenkranz wird gebetet für Afrika.
5. Rosenkranz wird gebetet für Australien.

Die Betweise ist: "Herr Jesus Christus, für uns am Kreuz gestorben, durch die hl. Wunden Deines rechten Fußes, erbarme Dich über Europa." Die gleiche Anrufung bei der Verehrung der anderen Wunden, des linken Fußes, der rechten Hand, der linken Hand und Meiner Herzenswunden. So werden die anderen Rosenkränze weitergebetet mit Nennung der Erdteile. Nach jedem Gesetz, wird ein 'Ehre sei dem Vater' gebetet. Am Schluß werden sieben 'Ehre sei dem Vater' gebetet, zu Ehre Meiner sieben Blutvergießungen."

"Dank, o Jesus, ich werde Deinen Willen kundtun."

 

Samstag, den 20. November 1948

Nun bin ich wieder daheim. Von Mittwoch, den 3. November, bis heute war ich in Alsdorf, wo meine Geschwister wohnen und in Doveren. Viel konnte ich wirken für das Seelenheil. Wenn es nur Wurzeln faßte. Meine Schwester Guste ist sehr krank und liegt im Josef-Krankenhaus in Erkelenz. So werde ich gebeten, meinem Schwager für die Zeit den Haushalt zu führen. Er hat sich wieder ganz dem Kommunismus zugewandt. Er versucht, mich zu überzeugen und von meinem Glauben abzubringen.

Durch den Heiligen Geist erleuchtet, widerlege ich ihm alles. So sitzen wir halbe Nächte in Gesprächen über die Wahrheiten des Glaubens. Ich sage ihm immer wieder, daß er seine Gesinnung ändern wird, und daß ich nicht aufhöre, für seine Bekehrung zu beten. Er wird oft sehr böse, aber immer von neuem tritt er an mich heran. Mein Weg führte mich zu manchen anderen Kranken, um sie zu trösten.

Am 19. November wurde mir der Tod von meinem Bruder Heinz bestätigt. Er ist seit 1945 nicht vermißt noch tot gemeldet. Ich sehe ihn wie gekreuzigt auf Eisschollen in Ostpreußen liegen. Er liegt so mit vielen Kameraden, die alle erfrieren und dann versenkt werden in die Tiefe der Gewässer. Niemand weiß von ihrem Tod, der nicht gemeldet wird. Es sind Märtyrer.

 

Sonntag, den 21. November 1948

Jesus zeigt mir Seine 5 Wunden. Von den Füßen lösen sich Strahlen ab und durchbohren meine Füße. Von den Händen lösen sich Strahlen ab und durchbohren meine Hände. Ein Schmerz durchzieht die Glieder. Jesus sagt: "So geschmückt, darfst du zum Throne hinschauen." Ich sehe einen König, dessen Thron ein Regenbogen einhüllt. Er hat die schönten, leuchtendsten Farben. Von diesen leuchtenden Farben geht ein Strahlenmeer von Licht aus. Das ist des Vaters Thron. Rechts von des Vaters Thron ist Jesu Thron. Auch Ihn sehe ich als König. Sein Thron weist oberhalb die Form des Kreuzes auf. Wunderbar ist das Lichtmeer, das vom Kreuze dieses Thrones ausgeht. Links von des Vaters Thron ist auch ein Thron mit einem König. Sein Thron weist oberhalb die Form einer Taube auf. Sie ist rot und weiß in strahlendem Licht. Dann ist es, als ob die Throne brennen. Es wird zu einem Thron. Die drei Könige kommen einander näher und gehen in eins auf. Einen Thron sehe ich, einen König, von dem drei Gesichter ausgehen. Dann ist es wieder ein Gesicht. Das ist gewaltig groß. So liebt Gott sich selbst. Es ist alles so weit, wie ein Punkt am Horizont.

Im Hochamt sehe ich Jesus im weißen Gewand wie 1933. Unter seinem Gewand wird die Herzgegend rot und leuchtend. Ein feuriger Strahl geht aus und durchbohrt mein Herz. Ein Schmerz durchdringt mich. Jesus sagt: "Einen Bund der Liebe schließe Ich mit dir und verbinde durch Meine Herzenswunden die Herzen, derer du gedenkst. Ich bin die Liebe selbst, die sich veräußert. Wer es erfaßt und dem der Vater es gibt, der gelangt zu einer Liebe, die den Cherubinen und Seraphinen gleicht. Wie könnte Ich da ob solcher Liebe nicht besondere Beweise Meiner Liebe geben." – "Danke, mein Jesus, ich will mich ganz Deiner Liebe würdig erweisen."

 

Montag, den 27. November 1948

Ich sehe Jesus wie Licht. Seine Stimme höre ich: "Mein Wunsch ist größer geworden, weil ein Meer von Sünden die Welt überflutet. Große Gnaden werden dir, Meine Seele, zuteil, wenn du zu den zehn Rosenkränzen des kostbaren Blutes noch drei dazu betest.

Der 11. Rosenkranz: Nach jeder 10. Anrufung wird gebetet: Herr Jesus Christus, für uns am Kreuz gestorben, durch die hl. Schulterwunden und die Wunden Deines Hauptes versöhne uns mit dem Vater.

Der 12. Rosenkranz: Nach jeder 10. Anrufung: Herr Jesus Christus, durch Dein hl. Blut, das vom Kreuze floß und noch immer fließt auf alle Altäre, versöhne uns mit dem Vater.

Der 13. Rosenkranz: Nach jeder 10. Anrufung: Ewiger Vater, wir opfern Dir auf das kostbare Blut Deines vielgeliebten Sohnes, unseres Erlösers, und bitten durch die Fürsprache der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria, bekehre die Sünder, rette die Sterbenden und erhöre unsere Bitten und Anliegen durch das sich opfernde Heiligste Herz Jesu." – "Herr, ich werden Deinen Willen erfüllen."

 

Dienstag, den 7. Dezember 1948

Lumen Dei, der große Engel spricht: "Der Friede wird verkündet, aber noch nicht geschlossen. Die Waffen werden ruhen. Nach jenen Tagen aber, die im Ratschluß Gottes noch verborgen sind, wird die Zornesschale von den Engeln ausgegossen. Betet und sühnt viel, damit der Zorn Gottes besänftigt wird."

 

Dienstag, den 14. Dezember 1948

Nun habe ich mein Zimmer allein. Mit offenem Haß und Abneigung steht mein Mann gegen mich. Wirtschafterin und Dienstmagd darf ich noch sein. Jesus sagt: "Ich mache dich ganz frei für Mich. Wandle dieses Zimmer in eine Kapelle um. So bist du nicht allein, weil Ich bei dir bin."

 

Mittwoch, den 20. Dezember 1948

Ich bin auf dem Weg zu meinem Seelenführer. Ich bete. Dann schaue ich einmal auf und sehe die Häuserreihe des anderen Dorfes. Ich gehe langsamer, weil ich bald an der Bushaltestelle bin. Ich schaue wieder auf und bemerke, daß ich noch lange nicht soweit bin. Was ist das nur, wo ich Häuser sah, wo keine waren? Ich muß mich beeilen. Es war zu spät. Der Bus war fort. Ich kehre um und sage: "Muttergottes, du wirst meinem Seelenführer sagen, warum ich nicht kam." Ich stehe im Rahmen der Küchentür und erschrecke. Da steht die Muttergottes links am Fenster, ganz weiß. Auf ihren Händen hat sie einen silbernen Stern. Ehe ich noch etwas denken kann, ist sie wieder fort. Ich fühle mich krank. Unterwegs bekam ich schon Schüttelfrost und Schwindel. Ich gehe an die Arbeit. Über dem Herd will ich ein Stück zerrissene Leine abmachen, die über der Schlafzimmertür befestigt ist. Ich stehe auf dem Spültisch. Ich wanke, weil mich Schwindel ergreift. Dann steht wieder die Muttergottes da an der Tür. Sie hat jetzt einen goldenen Stern auf den Händen. Sie ist fort. Ich bin aber in Gedanken, was das bedeuten soll. Dann steige ich auf einen Stuhl, um die Leine über der Tür zu lösen. Ich weiß nicht, wie es kam. Ich hing in der Luft, dann ein Aufschlag und ich liege auf dem Boden. Als ich zu mir komme, liege ich auf dem Sofa. Als das geschah, hatte ich ein Gefühl, als ging ich durch die Tür. Man sagte mir, der Stuhl habe sich gedreht. Ich hing in der Luft und sei dann mit dem Magen auf die Stuhlkante gestürzt. Dabei habe ich mich im Liegestuhl verfangen, schlug auf dem Hinterkopf auf, riß mir das linke Schienbein und den linken Arm auf. Ich danke Jesus für diese Leiden, weil ich Ihm meine Weihnachtsfreude für die Kranken und Hilflosen geopfert habe.

 

Freitag, den 24. Dezember 1948, Heilig Abend

Wegen des Unfalls konnte ich die ganzen Tage nicht aufstehen. Sehnsucht habe ich nach Jesus. "O könnte ich wenigstens in die Christmette gehen, morgen früh um fünf Uhr." Da schwebt auf einmal eine Hostie zu mir. Ich durfte meinen lieben Jesus empfangen. Ich danke und bete Ihn an. In diesem Augenblick ertönt von Ittenbach die Wandlungsglocke. Ich sehe Jesus und höre die Worte: "Sei nicht traurig. Ich bin bei dir. Laß Mich deine Freude sein. Ich machte dich so arm, daß du reich in Mir bist. Schaue nun, was mich in Bethlehem umgab."

Ich sehe Maria eingehüllt vom Heiligen Geiste. Sie trägt ein weißes Gewand. Die Sonne ist golden wie am Tage. "Leuchte ihnen wie das Morgen- und das Abendrot. Es kommt eine Zeit, da du nur noch rot leuchten wirst, genährt vom Blute des Herrn. Zuvor muß aber dein Blut vergehen." Sie läßt mich mit meinen Gedanken allein. Ich fasse die Bedeutung dieser Worte noch nicht.

 

Mittwoch, den 5. Januar 1949

Ich fahre zu Gretchen und Johann Schäfer nach Geistingen. Jesus will es. Es ist das erstemal. Sie freuen sich und holen mich ab.

 

Donnerstag, den 6. Januar 1949, Fest der Heiligen Drei Könige

Es ist noch Nacht. Jesus zeigt mir einen Priester mit einem bestimmten Meßgewand. Früh um sechs Uhr bin ich in der Klosterkirche (Geistingen/Redemptoristen). Da sehe ich diesen Priester P. L. Er wird wohl irgendeine Bedeutung haben.

 

Samstag, den 8. Januar 1949

Über die Worte, die Maria mir am 3. Januar sagte, dachte ich viel nach. Heute gebe ich mich der Muttergottes noch mehr hin: "Was du willst, liebe Mutter, will ich immer tun. Hilf mir, daß ich wachse in allen Tugenden. Laß mich noch opferbereiter sein, noch mehr Liebe und Demut üben, ganz Anbetung sein vor Gott. Wenn ich durch deine Führung so werde, dann werde ich als Stern allen leuchten können, die du mit mir verbunden hast. Du führst uns dann zur ewigen Vereinigung mit Gott." Die Muttergottes ist bei mir: "Ich werde dich zur Höhe führen. Bleibe nur treu. Du darfst jetzt keine Reise mehr ohne Begleitung machen. Ich bin mit dir."

 

Montag, den 7. Februar 1949

Bin in Oberkassel bei meinem Seelenführer. Er fragt, ob ich noch leide an den Folgen des Unfalls vom 20. Dezember. "Ja, ich leide noch am Magen. Feste Speisen drücken und quälen." Der Pater gibt mir ein kleines Fläschchen Lourdeswasser. Ich soll es gleich austrinken. Da bekomme ich einen furchtbaren Schmerz, als würde mir innen alles verbrennen. Nach einer Zeit wird es mir auf einmal ganz wohl. Jeder Druck und Schmerz ist fort. Ich bin wieder geheilt. Dank der lieben Gottesmutter für dieses wunderbare Wasser. Und Dank meinem guten Seelenführer.

 

Montag, den 28. Februar 1949

Es ist Nacht. Ich weiß nicht, wie spät es ist. Ein Licht weckt mich aus dem Schlaf. St. Hedwig steht vor mir. Sie trägt einen goldenen Mantel und eine goldene Krone. Nach unten ist der Mantel seitlich gerundet, so daß die Falten eines weißen Kleides zu sehen sind. Zwei Engel in hellblauen Gewändern sind an ihrer Seite.

Sie spricht: "Deiner Schwester Hedwig und dir bringe ich Gruß und Segen vom Herrn." Dann spricht Jesus: "Viel wird geredet und doch nicht verstanden. Weil du aber reine Absichten hast, soll dir gegeben werden, was anderen verborgen bleibt, wo alle Kunst und Wissenschaft scheitert. Deine Schwester Hedwig ist ein reines, unberührtes Kind, ein Wohlgefallen der Heiligsten Dreifaltigkeit. Weil sie aber zum Opfer erwählt ist für die Priester, für die Kinder und für die unreine, sittenlose Welt, so muß sie, damit Seelen gerettet werden, auch den Weg Meines hl. Kreuzes gehen, Verurteilung und Anfeindung auf sich nehmen. Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Die von Mir gewählten Opfer sind Mein Eigentum. Niemand hat ein Recht, über sie Gericht zu halten. Um der Verurteilung willen, ist es Mein Wille, daß Meine Braut, die vom Arzt verordnete Medizin (Morphium) nimmt. Ich bin es aber, der nur Linderung in dem Medikament zurückläßt. Allen anderen, für den Geist schädlichen und nachwirkenden Bestandteilen entziehe ich die Wirkung. Kann Ich nicht tun, was Ich will? Wahrlich, Ich sage euch, die ihr suchet um der Wissenschaft willen und forschet, ihr werdet sehen und doch nicht sehen, hören und nichts verstehen. Nur den Kleinen, die reinen Herzens sind, wird es gegeben."

St. Hedwig und die Engel neigen sich mit dem Gruß: "Der Friede sei mit euch."

 

Donnerstag, den 3. März 1949

Seit gestern bin ich mit Anna bei meiner Schwester Maria Wewerink in Dülmen. Ein Fauchen wie von einem Tier schreckt mich aus dem Schlaf. Es ist Satan. Die Muttergottes naht und verjagt ihn. Heute am Nachmittag sind wir im Emmerich-Haus. Ich habe von Katharina Emmerich noch nichts gelesen. Was ich weiß, kenne ich durch Erzählen. Die Wand rechts zeigt viele Fotos. Ganz oben ist jemand, der trägt ein großes schwarzes Kreuz auf der Stirn. Ich frage die Ordensschwester, die uns führt, was das bedeutet. Sie ist erstaunt und sagt: "Wer ist es? Ich sehe kein Kreuz. Das sind alles Persönlichkeiten, die im Leben von Katharina standen."

Ich zeige ihr, wer das Kreuz hat. Da sagte sie: "Das ist Clemens von Brentano, der ihr Leben aufzeichnete."

Wir sehen uns den Schrank an mit den blutenden Tüchern. Dann werden wir in das Stübchen geführt, wo Katharina gelebt und gelitten hat. Ich fühle, als wäre ihre sterbliche Hülle hier. Ich sehe eine Falltür. Darüber steht ein Tisch mit einem kleinen Sarkophag. Ich sage der Schwester, daß Katharina hier ist. Sie wird unruhig und umgeht meine Frage und sagt, daß wir mit ihr kommen sollen. Sie wollte uns eine Reliquie schenken.

 

Freitag, den 4. März 1949

Katharina erscheint mir diese Nacht und sagt, daß sie für eine Zeit hier in dem Hause gewesen sei, dort, wo ich es wahrnahm. Wegen der politischen Unruhen habe man ihren Körper aus der Erde geholt.

Dann sehe ich Kain und Abel. Mit neidischen Blicken schaut Kain auf Abels Opfergabe. Der Zorn kommt über ihn. Er springt auf den Ahnungslosen zu und schlägt auf ihn ein mit einem Gegenstand, der wie eine Keule aussieht. Er blutet sehr. Kain erfaßt Angst. Er bemüht sich, Abel aufzurichten und ruft ihn bei seinem Namen. Er erkennt nun: So sieht der Tod aus.

2. Bild: Ich sehe Abels Leiche umstanden von Adam und Eva und einer Anzahl Töchter. Sie tragen lange weiße und auch andere Gewänder. Sie fassen es zuerst nicht, daß so der Tod aussieht. Dann höre ich die Anklage von Adam und Eva: "Das ist der Tod. Das wird weiter so sein durch unsere Schuld." Sie nehmen den Leichnam auf eine einfache Bahre, mehr ein Brett, und tragen ihn in eine Felsöffnung, die offen ist, so daß man Abel sehen kann. Sie beten alle und weinen.

3. Bild: Adam und Eva kommen mit den Töchtern oft zum Grabe, beten und weinen. Dann sehen sie, wie der Tote zerfällt und verwest. Da vermauern sie die Felsöffnung.

4. Bild: Ich sehe Kain, der von Gott gestraft ist wegen des Brudermordes. Er wandert und wandert, einsam und flüchtig. Kain hat eine dunkle Hautfarbe und schwarzes krauses Haar. Abel war blond und hatte schöne Züge, als sei er eine nordische Rasse.

5. Bild: Kain hat sich in der Einsamkeit der Urwälder niedergelassen. Ich sehe fern ein dunkles Mädchen wandern, eine der jüngsten Schwestern von Kain. Sie liebt diesen Bruder und sucht ihn. Sie findet ihn, und erfreut geht sie auf ihn zu. Er wehrt ab und sagt: "Gehe fort von mir. Ich bin ein Mörder und Geächteter. Willst du auch den Fluch auf dich laden?" Sie antwortet: "Ich habe dich gefunden. Ich gehe nicht mehr zurück. Ich teile das Los mit dir. Ich fürchte den Fluch nicht."

6. Bild: Friedlich und glücklich sehe ich beide sitzen mit einem Negerbüblein in der Mitte, etwa anderthalb Jahre alt.

 

Samstag, den 5. März 1949

Jesus zeigt mir ein Kreuz, auf dem ich blutig liege. Was mag das bedeuten? Dann sehe ich die Muttergottes im hellblauen Gewand und weißem Schleier: "Ich bin so auf Erden, wie es Jesus war. Ich bereite das Reich Christi und Seine Wiederkunft vor. Darum erscheine ich oft an verschiedenen Orten." Ich bitte um Segen. Jesus erscheint wieder mit einem Kreuz. Je näher Er kommt, desto größer wird das Kreuz. Es wird wie lebend und trägt den Schmerzensweg Marien. Ich werde damit gesegnet. Maria sagt: "An diesem Kreuz wirst du erkennen, wenn meine Erscheinungen echt sind."

 

Montag, den 7. März 1949

Ich bin heute mit Josefa Burchard (Schwester von Mitbruder Heinrich Burchard) in Wanne-Eickel bei meiner Tante, Schwester meiner Mutter. Durch die Kriegsereignisse ist sie seit Jahren irre. Ihre vier Söhne verlor sie auf tragische Art. Der 1. wurde mit 16 Jahren von einer Lokomotive überfahren. Der 2. starb nach 14 Tagen an giftiger Angina, 21 Jahre. Der 3. starb mit 29 in 6 Tagen durch Blutvergiftung. Der 4. fiel auf dem Schlachtfeld bei Leningrad, 26 Jahre alt.

Ich begrüße sie. Sie sitzt wie stumpfsinnig in einem Lehnstuhl. Der Onkel sagt zu mir: "Helfe du mir doch. So sitzt Mütterchen schon über 2 Jahre und sagt kein Wort. Ich will alles tun, wenn sie doch noch ein liebes Wort mir sagen würde."

Ich antworte: "Das liegt nicht in meiner Macht. Ich will beten." Ich versuche alles. Sie ist teilnahmslos. Dann lege ich ihr das blutende Herz-Jesu-Bild von Mirebeau auf und flehe das göttliche Herz um Gnade und Erbarmen an. Auf einmal wird der Blick anders. Ich rufe sie an mit Namen. Sie schaut mich an, erkennt mich und spricht mich mit meinem Namen an. Der Onkel weint Freudentränen. Alles ist bewegt und erfreut. Ich sage, daß die Kranke viel Liebe braucht und daß alle mit mir danken sollten für diese Gnade. Dann habe ich noch die Freude, daß der 13-jährige Jürgen von meiner Cousine Cläre in die katholische Kirche aufgenommen wurde. Er ist schon zur 1. hl. Kommunion gegangen und wurde auch gefirmt.

 

Mittwoch, den 9. März 1949

Bis heute blieb ich in Wanne-Eickel. Ich durfte Freude bringen und Segen. Nun muß ich heim, da der Herr mir Leiden ankündigt. Auf der Tabernakeltür sehe ich Jesu Antlitz. Er schaut traurig, und doch trifft mich ein wunderbarer Glanz, der mich fast blendet.

 

Donnerstag, den 10. März 1949

Heute geschieht etwas Eigenartiges beim Empfang der hl. Kommunion. Mein Mund ist auf einmal mit Blut gefüllt. Ich bin ein wenig beängstigt. Da ist die Muttergottes bei mir und sagt: "Mein Kind, es sind Anfänge von den Worten, die Wahrheit werden, die ich vom roten Stern zu dir sprach am 3. Januar. Laß es dein Geheimnis bleiben. Genieße das hl. Blut, das Jesus dir schenkt zu neuem Leben mit Ihm und in Ihm."

 

Freitag, den 11. März 1949

Am 11. März spricht Maria: "Der Wissenschaft und den Forschenden wird wenig geoffenbart, nur denen, die demütig und reinen Herzens sind. Wenn schon Jesus sagt: 'So ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich eingehen', wie sollen denen die Geheimnisse des Allerhöchsten kundgetan werden, die nicht den Glauben und die Einfalt des Kindes besitzen. Ich habe soviele Beweise durch reine, durch einfältige, oft ungeschulte Kinder gegeben. Wenn ihr schon nicht glaubt, wie soll die große Masse glauben, die mit leeren Händen und leidgeprüften Herzen dasteht. Betet viel für jene und führet sie auf den Weg, der das göttliche Herz mit meinem unbefleckten, durchbohrten Herzen mit der Menschheit verbündet. Seid gesegnet, die ihr steht unter meinem Banner."

 

Sonntag, den 20. März 1949

Begegnung mit dem Todesengel. Zehn Tage durfte ich die Kreuzesleiden tragen. Bin sehr geschwächt heute. Ich freue mich aber der Leiden und des Opfers, damit viele Seelen gerettet werden. Ich sehe den Todesengel und frage ihn, ob er auch ein Schutzengel sei. Er sagt: "Ich bin aus dem Chor der Throne. Ich wollte ein Schutzengel sein, aber Gott wollte es nicht. Ich wurde traurig. Da sagte der Herr: "Von dieser Stunde sollst du nicht einen Menschen haben. Du sollst in des Menschen letzter Stunde aller Menschen Engel sein, der sie zum Gerichte führt."

 

Donnerstag, den 24. März 1949

Jesus sagt mir heute: "Am Montag in der Karwoche mußt du in Köln auf dem Generalvikariat sein. Ich bin mit dir. Es sind falsche Anklagen."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 1. April 1949

Schaue Jesus blutbedeckt. Ich frage: "Herr, wer hat Dich so zugerichtet?" Jesus sagt: "Weine nicht über Mich. Weinet alle über eure Sünden. Ja, weinet über eure Kinder, die sich erheben, die ihre eigenen Wege gehen, die des Verderbens."

 

Sonntag, den 3. April 1949, Geburtstag

Mein hl. Schutzengel sagt heute: "Jesus sah von Ewigkeit deine Liebe zum Vater. Als einjähriges Kind legte ich dich auf die Opferpatene und sprach: Wachse auf als Gott wohlgefälliges Opfer, das zur Stunde bereit sein wird, wenn er Opfer fordert. Jesus möchte die Liebe Seines Herzens in dein Herz senken, damit du liebest die Sünder, so wie Er. Maria, deine himmlische Mutter, sei immer im Leben dein Leitstern."

Die ganze Woche durfte ich leiden für die Heiligung der Priester, noch bis zum Palmsonntag.

 

Montag, den 11. August 1949

Ich bin sehr elend durch die Kreuzesleiden. Ich muß aber zum Generalvikariat. Dismas, der gute Schächer, umgibt mich. Bruder Heinrich hat mir den Bericht überlassen, den ich ihm mitteilte. So brauche ich ihn nicht zweimal zu schreiben. Am Schluß meiner Vernehmung sagte der hochwürdige Herr Prälat Cleven: "Bleiben Sie so, wie Sie sind."

 

Dienstag, den 12. April 1949

Ich falle im Leidenszustand auf einen Stein und schlage mir das Gesicht auf. Bin eine Zeit besinnungslos. Dadurch muß ich bei meiner Schwester Elisabeth in Köln bleiben.

 

Sonntag, den 17. April 1949, Ostern

Kam eben zur Kirche. Muß dann wieder liegen. Jesus sehe ich, Seine verklärten Wunden durchdringen meine Glieder und heilen den Schmerz. Wie gut ist der Herr.

 

Mittwoch, den 25. Mai 1949

Heute treffe ich ein bei Familie Grah in Köln. Alles ist in freudiger Stimmung, denn Fritz Grah wird heute ein Kind der katholischen Kirche. Ich begrüße alle, bis auf eine Frau, die am Spültisch steht, als wäre sie allein und gehörte nicht zur Gesellschaft. Ich gehe zu ihr, berühre sie sanft an der Schulter und sage: "Schönen guten Tag, liebes Frauchen, darf ich Sie begrüßen?" Sie dreht sich um, ein entsetzter Blick trifft mich, dann folgt ein Schrei und sie läuft fort. Alles ist bestürzt. Das habe ich nicht gewollt. Gott läßt mich aber erkennen, daß schwere Schuld diese Frau drückt. So sage ich: "Laßt sie gewähren. Sie kommt wieder. Wohl dem, dem Tränen der Reue gegeben werden." Nach einer halben Stunde kommt sie wieder, ganz verstört. Ihre Schwester sagt: "Offenbare dich doch dieser Frau, sie wird dir helfen."

Ich darauf: "Ich will gar nichts wissen, ich weiß, wie schwer es oft fällt. Ich bete besonders für Sie, daß Sie den Frieden der Seele wiederfinden."

Die Schwester spricht weiter: "Soll ich es dieser Frau sagen?" Die andere, Margarethe, winkt, was ein 'Ja' bedeutet. Dann höre ich die Geschichte.

Margarethe ist über 10 Jahre verheiratet. Sie hat keine Kinder und ist aus gutem Elternhause. Die Mutter hatte eines Tages zu ihr gesagt: "Bewahre, was du noch hast. Ich möchte nicht erfahren, daß du eines Tages heiraten müßtest. Dann brauchst du nicht mehr heimzukommen, die Tür wäre für dich verschlossen."

Es geschah doch etwas. In ihrer Angst ging Margarethe zuerst zu einer Hebamme. Alle Mittel wurden versucht, aber ohne Ergebnis. Man versuchte es jeden Monat, aber ohne Wirkung. Margarethe wurde irgendwo untergebracht unter dem Vorwand auswärtiger Beschäftigung. So wußten die Eltern nichts. Es waren schon 7 Monate der Erwartung. Es wurde ein Arzt zu Rate gezogen. Mit der Hebamme machte er eine Lösung von Schmierseife, die eingespritzt wurde. Das Kind kam. Es lebte. Es hatte keine Haut, sondern nur rohes Fleisch. Es wimmerte vor Schmerzen und seine klagenden Augen sahen die Peiniger an. Das konnten sie nicht ertragen. Man legte das Kind in eine Kiste, die man verschloß. Das Kind erstickte. Margarethe wurde sehr krank und lag anderthalb Jahre im Krankenhaus. Die inneren Organe waren derart verbrannt, daß kein Kind mehr zu erwarten war.

Ich bin erschüttert über das Gehörte. Ich weise die Seele auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit hin. Ich biete mich an, mit ihrer Erlaubnis den Beichtvater vorzubereiten, damit es ihr nicht so schwerfällt. Da aber die eigene Schwester anwesend ist, bitte ich sie, diese Liebestat zu tun. Damit ist Margarethe einverstanden. Mit dem Taufpaten und dem Konvertierten gehe ich zur Kirche. Die anderen wollten nachkommen. Als Fritz Grah in die katholische Kirche aufgenommen war, legte er die Beichte ab. In dieser Zeit betete ich besonders für Margarethe.

Auf einmal wird es am Hochaltar so hell. Jesus steht mit ausgebreiteten Händen und spricht: "Ich stehe bereit und warte, daß Ich die arme schuldbeladene Seele in Meine Arme schließen kann." Dann sehe ich ein Meer mit Blut gefüllt. Ich frage: "Herr, was bedeutet das?" Jesus sagt: "Du siehst Mein hl. Blut, das in diesem Augenblick von den Altären fließt. Darin wird die Seele jetzt reingewaschen."

Dann sehe ich ein Lichtkreuz, das sich segnend bewegt. Ich höre Jesu Stimme: "Alle Schuld ist vergeben. Sie ist wieder ein Kind der Gnade."

Ich schau noch zu dem Kreuz hin und bin noch ganz im Gebet. Da fällt jemand über mich her, umarmt mich, drückt mich, und erfreut höre ich Margarethes Stimme: "Du, du, das hast du getan. Jetzt bin ich nach all den Jahren wieder froh und glücklich. O wie gut war der Beichtvater." Er sagte: "Du armes Kind hast dich über 10 Jahre mit solcher Schuld herumgetragen. Nun ist alles wieder gut. Von neuem kleidete dich der Herr in das Gewand der Taufunschuld. Bewahre nun, was du empfangen hast und sündige nicht mehr."

Dann sehe ich Jesus, der spricht: "Es freuen sich die Engel im Himmel. Einen Platz gab ich der Seele in der Mitte Meines Herzens."

 

Donnerstag, den 26. Mai 1949, Christi Himmelfahrt

In der Antoniuskapelle Köln-Merheim ist dieser große Festtag. Die Vinzentinerinnen haben alles so schön geschmückt. Engel umgeben den Altar. Zwischen diesen kniet ein kleiner Engel, das Kind im weißen Gewand. Den Glücklichen, den Konvertierten, führt es zum Altar.

Jesus ist bei mir und sagt mir etwas für Fritz Grah: "Wie eine Leuchte stehst du vor Mir, Meine Seele. Ich ging dir nach und löste Dich aus der Verwirrung. Gnade fandest du durch Sühne, Opfer, Gebet und Leiden. Eile an Mein Herz, damit dein Herzschlag mit dem Meinen eins werde. Bringe mir die Opferkerze, damit Ich sie anzünde am Feuer Meines Herzens. Ich will sie auf den Leuchter stellen, damit die Verirrten dein Licht schauen.

Bleibe ein Licht und gedenke deiner Brüder und Schwestern, die noch von Dunkelheit eingehüllt sind. Sei und bleibe gesegnet, bis Ich komme und dir die Wohnung schenke, die für Dich bestimmt ist." Freude ist der ganze Tag, Jesus weilt ja unter uns.

 

Mittwoch, den 1. Juni 1949

Jesus erscheint mit dem Kreuz und dem Leidenskelch und spricht: "Nimm dieses Zeichen Meiner Liebe. Leide mit Mir in dieser Zeit der Einsamkeit und Verlassenheit. Die Herzen sind verhärtet und hängen mit einer Liebe an dem, was allen gehört. Es geht um die große Sache, das Bild (von Abbé Vachére). Ich kann denen, die es besitzen den freien Willen nicht nehmen. Satan will es hindern, daß den Menschen mehr Gnade gegeben wird. Du bist und bleibst das Zeichen des Widerspruches. Wenn man glaubt, dich zu verstehen, kommen sie in Verwirrung, grübeln, urteilen, verwerfen und lehnen dich ab. Es dient dazu, dich zu stärken in der Demut. Es soll dich nicht die Liebe anderer umgeben, sondern Ich bin deine Liebe. Du sollst nur deinen Gott lieben. Was ist für dich das Urteil und die Liebe der Welt, wenn Ich allein nicht deine Sehnsucht und Liebe bin? Bis zum Feste der Himmelfahrt Mariens wird ein trostloser Zustand deine Seele einhüllen. Unverstanden mußt du sein, sonst kannst du die Süße Meines liebenden Herzens nicht verkosten. Bewahre diese Worte in deinem Herzen. Nur dein Seelenführer wird dich verstehen. Offenbare ihm alles. Ich erleuchte ihn durch den Geist der Wahrheit. Für ihn liegt auch ein Kreuz bereit, das erst bitter erscheint, dann aber süß wie Honig wird."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 3. Juni 1949

Ich sehe das Herz Jesu vom Flammenmeer umgeben. Ich höre Jesu Stimme: "Siehe, Mein Herz. Ich brenne vor Liebe, suche Gegenliebe. Wie würden Kälte und Härte schwinden in dem Glutofen Meines Herzens, wenn jeder sein Herz anzündet an Meinem."

 

Samstag, den 4. Juni 1949

Heute spricht Maria nach der hl. Kommunion: "Gedenke besonders der Priester, die leiden für Christus und Seine Kirche. Sie werden gebildet nach Seinem Herzen. Viele Hirten sind erwählt, ihr Leben für ihre Braut, die Kirche, und für die ihnen anvertraute Herde herzugeben. Ihr Blut wird der Samen heiliger Priester werden."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 1. Juli 1949

Eine Zeit der Verlassenheit und der Leiden liegt hinter mir. Ganz vereint war ich mit dem Herzen Jesu. Jesus zeigt mir heute meinen Seelenführer im Gebet. Jesus umgibt ihn im Lichte und hüllt ihn ein. Er spricht: "Ich werde ihn ganz mit dem Feuer Meiner Liebe durchbohren."

 

Mittwoch, den 6. Juli 1949

Schwerer Leidenstag für die Ordensschwestern im Fegefeuer. Ich sehe eine große Zahl. Jesus sagt: "Ihre Zahl ist so groß, weil sie im Kloster nicht Demut und Liebe übten, sondern herrschen wollten über jene, die mit ihnen auf gleicher Stufe standen. Wahrlich, Ich sage euch, im Reich der Liebe gibt es keinen Rang und Stand. Ein jeder sei des anderen Knecht oder Magd. Nahm Ich nicht Knechtsgestalt an und wurde der Geringste unter euch? Wurde nicht Maria zuerst Magd des Herrn? Herrschen werdet ihr erst mit Mir, wenn ihr das Kreuz traget, das euch auferlegt ist. Die Welt verachten wollen, mir zu dienen, dann aber herrschen wollen, das ist nicht Gottesliebe, sondern Selbstliebe. Wer ihr zum Opfer fällt, wird diese Sünde im Fegfeuer büßen."

"Ach, lieber Jesus, ich bitte Dich für alle, die in den Klöstern dienen, daß sie ihr Herz rein halten von dieser Sünde."

 

Donnerstag, den 7. Juli 1949

Heute ist der Tag für Kranke und Schuldbeladene. Gütig neigt sich Jesus vom Kreuz und schenkt mir eine Seele, für die ich leiden darf. Wer es ist, werde ich erkennen.

Am Nachmittag bringt mir mein Mann einen großen Blumenstrauß und sagt: "Den gab mir der H. Flink." Ich frage erstaunt, wie er dazu komme, mir Blumen zu schenken, da ich mit dem Mann noch nie ein Wort sprach.

 

Sonntag, den 24. Juli 1949

Ich bin in der Kupfergasse in Köln, wo die Statue der Schwarzen Muttergottes ist. Ich stehe nachdenkend und betrachtend davor. Dann sage ich: "Liebe Muttergottes, so schwarz hast du nie ausgesehen mit deinem Kind."

Die Muttergottes lächelt und sagt: "Ich bin auch nicht schwarz. An dieser Stätte aber werde ich schwarz bleiben. Viele Sünder haben hier schon ihre Schuld beweint. Mit und durch mein Kind nahm ich das Schwarze ihrer Seelen von ihnen. Wir schenkten ihnen etwas von unserem Kleid, vom Leuchten unseres Herzens. Das Leid macht auch trübe. Wieviel Leid und Not wurde hier schon gelindert. All das Dunkle nahmen wir von jenen und schenkten ihnen von unserem Licht. Das Jesulein nimmt auch das Dunkle von den Kinderseelen, damit sie leuchten. In der zweiten Zeit werden uns die schwarzen Priester und Christen huldigen. Sie werden sich freuen, daß die Mutter der Christenheit mit ihrem Kind ihre Hautfarbe in diesem Bildnis tragen. Siehe, so liegt vieles im Plane Gottes zum Heil und Wohl der Menschen. Gehe nun gesegnet von dieser Stätte. Dein Opfer für Afrika ist angenommen. Viele Heilige wird Afrika dem Herrn schenken."

Am Abend bin ich daheim. Jesus sagt: "Setze dich einmal dahin, wo dein Kind saß. Schaue mich an und bete ein 'Ave'."

Nach einer Weile verändert sich das Bild. Ich sehe ein leidendes, schönes Antlitz, das zeitweise leuchtet. Zuletzt trägt es einen Kranz von weißen Rosen.

Auf meine Frage sagt Jesus: "Es ist Alwine Schuf, die Geliebte Meines Herzens. Sie ist ein Edelstein ihres Landes und ein Juwel im Himmel. Sie tat viel für ihre Heimat, aber still noch mehr für Mich."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 4. September 1949

Jesus spricht zu der Schar der Laienpriester und Laienpriesterinnen: "Freuet euch und haltet euren Festtag an Meinem hohen Feiertag (Fronleichnam). Bereitet euch neun Tage vor mit einer Novene zu Meiner Herzenswunde. Sie soll sein zur Heiligung der Priester. Segnet, betet und sühnt viel. Ihr seid Erwählte Meines Herzens. Segnet besonders die Kinder. Nehmet dem Fürsten der finsteren Macht dadurch die Gewalt, daß noch viele Kinder vor der großen Erntezeit zu den Engel gezählt werden. Habet auch acht auf alles Geschehen der Zeiten, die gegeben werden. Es ist alles der Anfang von der Erneuerung der Erde. Das Wehen des Heiligen Geistes erschreckt die Menschheit. Ihr aber, die ihr gesalbt seid, in und durch Seine Kraft, fürchtet nichts. Ihr werdet besonders gestärkt werden. Der Friede sei mit euch."

 

Dienstag, den 15. September 1949

Ich bin in Ittenbach auf dem Ehrenfriedhof. Jesus vertraut mir die Seele eines unbekannten Soldaten an. Dann gehe ich zurück zur Kirche und bete für die Sterbenden der Gemeinde, die plötzlich abberufen werden. Eine Stunde später erfahre ich, daß Frau Schröder tot umgefallen ist.

 

Mittwoch, den 16. September 1949

Heute spricht Jesus: "So ist und so bleibt der Ort, in dem du lebst dein Nazareth. Was die Mutter ertrug, muß und kann das Kind. Wer Marienkind ist, muß Marienleben führen und leben."

 

Montag, den 21. September 1949

Jesus sagt heute: "Ich habe dein Zimmer besonders gesegnet durch Meine Gegenwart. Ich habe diesen Raum zum besonderen Segen für alle erwählt, die zu dir kommen. Auch Meine hl. Mutter soll besonders begrüßt und verehrt werden." Da ich wieder sehr leide durch eines der Kinder, sage ich, als Satan mir heute nahe kommt: "Du hast mich wieder einmal gut getroffen durch mein Kind, aber du erreichst nichts." Er antwortet: "Ich bringe dich mit deiner Sippe zu Fall. Mein seid ihr doch. Ich quäle dich, wo ich kann, bis du mutlos bist." Ich darauf: "Niemals wirst du das können. Weiche Satan und fahre zurück in die Hölle."

 

Sonntag, den 4. Oktober 1949

St. Franziskus sagt heute: "Meine Schwester, deine Glieder werden noch mehr durchbohrt werden, damit du Jesus immer ähnlicher wirst. Alles legst du ab und findest nur Freude in Gott und Freude mit Jesus, zu leiden für andere."

 

Samstag, den 17. Oktober 1949

Jesu Worte zu seinen Laienpriestern und -priesterinnen, die es wirklich sind: "Seid gesegnet. Ich erwählte euch als Apostel der Endzeit. Ihr seid die Freude Meines Herzens. Satan ist mit großer Macht am Werk, alles Heilige und Gottgeweihte zu vernichten. So will er das Fundament, die Familie, ganz zerstören. Ich wünsche, daß mehr Familien gleich der von Nazareth gegründet werden, wo der Mann Josef und die Frau Maria ist. Ich will das Kind sein, von beiden in die Welt getragen zu den Kranken und Notleidenden. Nicht nur Priester will Ich haben in der Welt, die die ihnen anvertraute Herde leiten, sondern auch priesterliche Ehegefährten. War nicht auch Josef Priester und Maria Priesterin? Ich suche sie, wo Ich der Mittelpunkt bin, in der Mitte stehe, wie im Hause Nazareth."

 

Montag, den 19. Oktober 1949

Jesus erscheint mir heute und sagt: "Du kennst den Photographen in Köln. Ich habe einen Auftrag. Das Bild Meines Herzens, das ich auf Beten deiner Mutter Anna bluten ließ, muß auf 60 x 40 vergrößert werden. Es muß nach Rom. Ich gebe noch andere Anweisungen für diesen Gnadenweg."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 2. Dezember 1949

Für eine Seele, die es noch nicht erkennt, darf ich heute die Leiden der Annagelung ertragen. Jesus will sie als Opferseele bereiten. Opfer bringe ich auch für die Schwestern unserer Burg. Sie leiden Not. Ich bitte, mit mir eine Novene zum hl. Josef zu halten.

St. Josef spricht: "Ich bin der Beschützer dieses Hauses. Werdet nicht mutlos ob der Hindernisse und der Opfer, die gebracht werden müssen. Ein großes Werk wächst in der Stille. Es kommt aber erst zur Blüte nach dem Sturm, der über die Erde gekommen ist. Große Opfer müssen noch gebracht werden. Durch das Unbefleckte Herz Marien werden Priester und die Gemeinschaft zur geschlossenen Einheit. Bleibt treu und laßt euch nicht irreführen. Du sahest, kleine Seele, ein Licht um mich wie ein Ei. So geschlossen wie ein Ei sollt ihr verschlossen sein und im Verborgenen wachsen. Erwählte seid ihr, die Maria berief für ihr Reich. Auch ich helfe so gern. Kommet zu mir in euren Nöten und Sorgen."

 

Donnerstag, den 8. Dezember 1949, Maria Empfängnis

Heute, am hohen Feste, bin ich auf der Burg zum Einkehrtag. Die Novene zum hl. Josef ist noch nicht zu Ende. Die Schwestern erzählen mir freudig, daß der hl. Josef schon wunderbar geholfen hat. Von verschiedenen Stellen kam die Hilfe. Auch hochw. Rektor Josef Kurtenbach erzählt es mir mit großer Freude. So danken wir besonders dem hl. Josef.

 

Samstag, den 24. Dezember 1949, Heilig Abend

Jesus hat ein großes Opfer gefordert. Heute am Heilig Abend bin ich beim Aufbau der Krippe sehr unglücklich vom Stuhl gestürzt. Ich kann nicht zur Christmette. Das tut mir mehr weh als die Schmerzen. So will ich die Freude opfern.

 

Sonntag, den 25. Dezember 1949, Weihnachten

Mein heiliger Engel spricht zur mir: "Du hast dich doch für einen Priester geopfert. Er wäre gefallen und hätte das hl. Opfer nicht feiern können." Da kommt eine große Freude über mich. Ich darf für den Priester leiden. Weiter sagt der hl. Engel: "Du darfst mit den Märtyrern Weihnachten feiern. Opfere deine Leiden auf für alle Priester, die leiden und das hl. Opfer nicht feiern können. Gedenke besonders jener, die in diesen Tagen als Märtyrer ihr Leben lassen."

Dann sehe ich die hl. Kommunion, aus der das göttliche Kind strahlt. Der Heilige Geist hüllt es ein, und Maria reicht es dem Himmlischen Vater.