• Engel und Heilige von jedem Tag
  • Bücher der Liebe, Bd. 1
  • Bücher der Liebe, Bd. 2
  • Bücher der Liebe, Bd. 3
  • Bücher der Liebe, Bd. 4
  • Bücher der Liebe, Bd. 5

Montag, den 13. Januar 1958

Während einer Schauung in Siegburg von Maria Mevissen notiert: Wir sind am Ende unserer Gebete und singen das Lied 'Mutter Gottes, wie bist du so schön'. Meine Glieder werden schwer und die Muttergottes, ganz in Weiß, wie von Licht durchflutet, erscheint. Ich höre Glocken läuten; es sind die Glocken des neuen Jerusalems. Wie schön! Rechts ist der Vater, links der Heilige Geist, in der Mitte das 12-jährige Königskind. Es segnet sie alle weit und breit. Umgeben ist die Heiligste Dreifaltigkeit von Cherubim und Seraphim. Mit ihren sechsfach ausgespannten Flügeln umgeben sie die Heiligste Dreifaltigkeit. Alles ist wie in ein Flammenmeer getaucht. Licht, nur Licht, was wir nicht fassen können. Hätte ich solch eine Liebe! Ich verneige mich nur. Ich wollte, die ganze Welt hätte Deine Liebe erfaßt, Jesus, Königskind.

Nun kommt sie, Maria, die Unbefleckt Empfangene, zum göttlichen Kind. Jetzt sehe ich eine Schar der reinen Jungfrauen vor die Heiligste Dreifaltigkeit hintreten. Sie tragen goldene Gürtel, auf denen das Lamm zu sehen ist. Und eine fünfzackige Krone. Ich höre, daß die hl. Mutter will, daß die Anwesenden alles aufschreiben sollen zu ihrer Freude. Die Jungfrauen tragen goldene Gefäße wie Schiffchen. Darin befinden sich alle Gebete und guten Werke der frommen und heiligen Kinder Gottes. Sie beten für die armen Sünder, damit ihnen der Friede zuteilwerde, der Friede, der über sie kommen wird, wie der Friede von Bethlehem.

Nun kommt sie, die Schar der großen Heiligen. Ungezählt ihre Zahl. Alle in weißen Festtagsgewändern. Sie verneigen sich und beten die Heiligste Dreifaltigkeit an. Jedes Jahr zur heiligen Weihnachtszeit wird Jesus wieder zum Kinde, damit auch wir Kinder Gottes werden. Jetzt kommen die Gerechten, alle mit Palmen. Sie senken die Palmen und singen. So können nur die singen, die nicht mehr mit der Erde behaftet sind. Die gesenkten Palmen sehen aus wie eine grüne Blätterwiese. Dann kommen die Märtyrer. Sie tragen goldene Gefäße. Das Blut, das sie als Opfergabe bringen, sieht aus wie Rubine. Wie schön! Wir müssen mehr Opfer bringen. Wenn wir mehr Opfer bringen, werden wir einen größeren Blick in die Heiligkeit Gottes haben.

Jetzt kommen viele kleine Engelein. Es ist die Schar der Ungeborenen, die doch getauft wurde durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Im Herzen Gottes, gut und barmherzig, steht es geschrieben: "Vergeßt nie, zu taufen! Euer Lohn wird groß sein." Was weiß die Welt von der verborgenen Liebe Gottes. Wenn wir sie nur erkennen wollen. Ach, wie schön! Wie schön all die kleinen Engelein. Ein wenig will ich lauschen, wie sie singen: "Heilig ..." Mit schöner, zarter Stimme. Dann herrscht Stille im Himmel, wenn der gewaltige Akt der Liebe dem Höchsten dargebracht wird. Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott. Wir beten Dich an, loben und preisen Dich. Sei hochgelobt von nun an bis in Ewigkeit. Jesus, göttliches Kind, Königskind, Sohn des Vaters, Sohn der heiligen Jungfrau Maria.

Ich sehe drei Könige, dann nur ein Licht mit drei Gesichtern, dann drei Lichter und wieder drei Könige. Dieses Geheimnis ist groß. Nur die kindliche Liebe begreift es in dem Maße, in dem sie Gott liebt. Jesus segnet seine Kinder. Wie schön ist dieser Segen. Licht, nur Licht, überall Licht. Jesus wendet sich zu den Armen Seelen hin. Sie haben in der Weihnachtszeit besonders großen Gnaden. Und wir können für sie so vieles tun in dieser Zeit. Wüßten es nur alle. Sie kommen in der heiligen Nacht als besondere Gnade in unsere Gotteshäuser zur hl. Stunde der Geburt Jesu. Wir können es erbeten und viele werden in der Weihnachtszeit erlöst und nehmen teil am Frieden des Himmels. Überall Friede und Freude.

Könige und Fürsten kommen, Bischöfe und Priester. In goldenen Kelchen befinden sich die hl. Kommunionen der Weihnachtskinder. Jede hl. Kommunion trägt verborgen das göttliche Kind. So viele sind es und doch nur einer. Wer kann es fassen. Was tragt ihr Könige dort? Aus goldenen Schalen kommt es wie Flammen. Das ist die Liebe, die wahre Liebe, die auch sie mit dem himmlischen König vereint. Das ist die Liebe der Menschen, die in Flammen auseinandergehen. Anbetungswürdiger Jesus. Geliebter aller leidenden Seelen. Unsere Freude, unsere Wonne, unser Lohn und unsere Seligkeit. Schenk Gnade uns, daß wir Dich mehr lieben, im Vater und im Heiligen Geist. Der Himmel neigt sich zur Erde. Könnte ich Dir, Herr, die ganze Welt schenken, daß alle mit Dir vereint werden, mit Dir verankert würden in Liebe. Maria segnet, alle Engel und Heiligen segnen. Alle heiligen Kinder streuen Blumen, weiße Blumen wie Sterne, die golden leuchten. Dank! Dank! Doch alles ist Gnade. Unsere Herzen verlangen nach Freude. Gebt, daß wir Dich mehr erkennen. Stumm will ich mich neigen vor Deiner Majestät. Die Muttergottes kommt näher. Muttergottes, du bist schön! Wir, die wir zu dir herantreten, sind deiner unwürdig.

Die Muttergottes spricht: "Betrübt bin ich über meine Kinder, die gewissen Dingen nachgehen, die nicht der Heiligkeit Gottes und des Himmels entsprechen. Ich bin auf der Erde. Ich muß es sein, weil ich die Ankunft meines Sohnes vorbereiten muß, Seine heilige Wiederkunft. Doch meine Zeichen sind die Zeichen der Buße und der Heiligkeit. Nicht die Zeichen falscher Propheten, die sich auflösen und vergehen (Scheinwunder). Tragt meine heiligen Zeichen und seid Kinder eurer hl. Kirche.

Laßt euch nicht beirren! Luzifer hat ein großes Licht angezündet. Er spielt mit dem Feuer und verbreitet es in den Seelen. Seine Macht ist groß in euren Tagen. Folgt nicht den Irrlehren. Größere werden noch kommen. Laßt euch nicht täuschen. Auch werden mehr Wunder geschehen ob dieser Macht. Ich bin das Zeichen meiner Kinder und komme mit den Engeln, sie zu führen. Vertraut mir und bleibt treu. Wer auf mich vertraut, geht nicht in die Irre, leidet keinen Schaden."

Ich danke dir, hl. Mutter. Wie bist du so gut. Du willst uns bewahren, willst uns sicher führen. Ich sehe Maria nicht mehr ... Nun schließt sich alles wie ein aufgerolltes Tuch. Ich sehe, ein Wehe geht über die Erde. Noch ist das nicht das Ende. Man könnte völlig vergehen ob der Dinge, die da kommen werden über den Erdkreis. Schauet auf den Himmel, erhebet eure Häupter. Es braucht nicht zu bangen vor seiner Gerechtigkeit, der in Gott verankert ist, wenn hier und da die Stürme toben, wenn hier und da ein Geschehen ist und die Menschen versinken in Nacht und Sünde.

 

Das Blut der Ungeborenen schreit zum Himmel!

Die Zahl ist unendlich. Das Blut der Unschuldigen schreit auch. Ihre Engel schauen im Himmel das Angesicht des Vaters. Das muß gesühnt werden! Heute ist das Kind eine Last, ein Ärgernis. Man tut nur seinen eigenen Willen und achtet nicht mehr Gottes Willen. Das muß gesühnt werden. Fortgesetzt wird Ehebruch getrieben. Sie haben sich selbst Gebote geschaffen. Sühne ist der Ruf der Himmelsmutter, Sühne der Ruf aller Engel, die an die Seite der Menschen gestellt sind. Erzürnter Vater im Himmel, nimm sie alle in Deine Barmherzigkeit.

Ich schaue nun die Wunder der Technik, den Flug zu den Gestirnen. Ja, ich weiß, es ist ihnen gleich geworden, genau wie denen, die zu Babel den Turm bauen wollten bis zu Deinem Thron. Fliegen wollten sie schon zu Dir! Sie zerstören die Weltordnung, die Du erschaffen hast. Und so wird es wahr: Die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Luzifer in seinem Hochmut steht an der Spitze dieser Schar. St. Michael wird ihn wieder stürzen wie einst die, die gegen Gott aufgestanden waren.

Barmherzigkeit, Mein Jesus, Barmherzigkeit! Wie oft flehe ich am Tag und in der Nacht um Barmherzigkeit. Jesus, das Beten übertönt das Geschrei der Welt. Du hörst die leisesten Stimmen, die unsere Herzen Dir im Vertrauen bringen, wo niemand hinschaut. Viele erlangen Barmherzigkeit und wissen nicht, wofür sie es verdient haben, bis ihnen die Augen geöffnet werden ob der stillen Beter, die für sie ein Wort eingelegt haben. Wort und Tat im Leiden. Du bist gut Vater. Amen.

Ich sehe das Firmament in Flammen und Feuer auf die Erde fallen. Es ist Zeit, sagt der Engel. Es ist Gabriel. Ich grüße dich. Er segnet jetzt. Ich wache auf.

 

Sonntag, den 2. Februar 1958

Maria Lichtmeß in Siegburg bei dem Bild der Mutter der Gefangenen. Die Gottesmutter erscheint, von wunderbarem Licht umflossen. Sie hat auf ihrem Arm das göttliche Kind. Es sieht aus wie das Jesulein, das dort auf dem Altar liegt, bei der Mutter der Gefangenen. Maria breitet weit den Mantel aus, und viele sehe ich eingehüllt in ihren Mantel. Sie reicht ihr Kind der Welt und segnet uns mit ihrem Kinde. Ich grüße sie: "Gegrüßt seist du, Maria. Ganz schön bist du, meine Freundin. Kein Makel ist an dir. Du Ruhm Jerusalems, du Wonne unseres Volkes. Das Licht, das du getragen hast, ist das ewige Licht der Welt."

Ich sehe nun genau, wie das Jesuskind aussieht und sage: "Das sieht ja aus wie das Jesuskind, das auf dem Altar liegt. Du trägst es. Das ist ein Geheimnis. Du weißt, daß es hier geliebt wird." Sie spricht: "Es ist das Bethlehemkind." Und kurz darauf: "Die Schwerkranke soll das göttliche Kind nehmen und es an ihr Herz drücken, und sie wird Seine Liebe erfahren. Sie soll das Jesuskind auf die wunden, kranken Stellen legen. Alle sollen es gleich berühren und ihre Andachtsgegenstände anrühren. Es ist hochgeweiht." Die Muttergottes möchte den 'Engel des Herrn' hören. Wir singen es.

Jesus erscheint und zeigt mir ein großes Kreuz. Ich begrüße Ihn und verneige mich: "Gelobt sei Jesus Christus." Ich schaudere vor diesem Kreuz, das über und über mit Nägeln bedeckt ist. Er kommt näher. Dann nehme ich das Kreuz an, ich bin bereit, mich durchbohren zu lassen. Noch habe ich es nicht angefaßt. "Dein Kreuz ist immer süß. Du hast es gesagt. Dann nimm mir jeden Tropfen Blut aus den Adern. Wie es Dir gefällt. Für Deine Priester, daß sie heilig werden und rein bleiben. Du wolltest es mich lehren, was das Kreuz bedeutet, das Du mir in dieser Stunde reichst. Ich will nicht fragen, was die Nägel bedeuten. Gib mir Mut und Kraft, dieses zu tragen. Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine."

Da wendet Jesus das Kreuz mit den Nägeln mir zu. Es wird leuchtend. Ich sehe es umrahmt von den Kreuzen der Anwesenden und frage: "Wollt ihr sie tragen in dieser Fastenzeit?" Sie werden leuchtend. Da sie im Licht stehen, nehme ich die Bereitschaft aller an, die sie im Herzen gemacht haben. Einen Blick erhalte ich an meinem Jubiläumstag. 25 Jahre Jesus. Alles ist umgeben vom Schleier der Geheimnisse. Wieder zeigt Er die Kreuze. Jesus segnet sie alle mit dem Kreuz. Ich sehe auch die Engel der Anwesenden, die verschiedener Art sind. Auch mein schöner Engel ist bei mir. Jedem ist auch ein marianischer Engel beigegeben. Die Engel segnen uns.

 

Mittwoch, den 5. Februar 1958

In der Pfarrkirche trifft mich ein Licht vom Tabernakel, aus dem Jesus spricht: "Meine Braut, die Stunde rückt näher, da Ich dich hineinnehme in das Geheimnis der Liebe. Ein Kreuz mit Nägeln besät reichte ich dir. Du hast es angenommen, ohne zu fragen, was es bedeutet. So wisse nun, daß es jeder Priester trägt. Du darfst es mit ihnen tragen, weil Ich dich von diesem Tage an für größere Opfer erwähle. Bei der hl. Priesterweihe lege ich es jedem Priester auf die Schulter. Die Größe und Breite, die es besitzt, ist das Maß, das notwendig ist für Meine Nachfolge. Wenn ein Kreuz nicht drückt, ist es kein Kreuz.

Ich trug die Sünden aller Menschen und gab Mich hin als Versöhnungsopfer. Täglich bringe Ich durch Meine Priester das gleiche Opfer dar. Wieviel Schmach und Leid wird Mir bei der hl. Handlung oft zugefügt. Wo die Engel schweigen, da verliert der Mensch nur zu oft Achtung und Liebe vor dem höchsten Geheimnis. Sie wissen, wie sie Mich dadurch betrügen. Siehe, das sind die Nägel, die Mich am eucharistischen Kreuz durchbohren. Das erfordert Sühne. O wie groß ist die Wonne Meines Herzens, wenn der Priester reine und heilige Opfergabe mit Mir ist, wenn sie Sühneopfer sind für die Sünden, die Mein Herz durchbohren. Groß wird sein im Himmel derjenige, der die Last vieler getragen hat. So wird auch die Seele mehr und mehr durchbohrt von den Nägeln, die Ich auf dein Kreuz heftete. Du hilfst Meinen Priestern, trägst bei zu ihrer größeren Reinheit und Heiligkeit. Die Leiden, die du trägst an deinem verwundeten und zerschnittenen Leib, sind für jene, die schwere Kämpfe zu bestehen haben, damit sie nicht erliegen. Bringe für sie das größere Opfer der Entsagung. Esse und trinke, was Liebe dir gibt, daß ihnen der Lohn für ihre Liebe zuteilwerde. Esse und trinke vielmehr, was man verachtet, damit es ihnen nicht genommen wird in der Stunde der Not. Hilf, Seelen retten! Eine größere Liebe kannst du nicht erweisen, als daß du dein Leben hingibst für deine Brüder und Schwestern. Das ist das Martyrium der Liebe."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 7. Februar 1958

Sühnetag für die großen Sünder. Um 11.30 Uhr kommt Karl Zöller. Meine Glieder erstarren, selbst mein Gehirn. Ich kann nichts mehr denken. Im gleichen Moment sehe ich einen gewaltigen Dämon vor mir. Er wirft mich hin und her. Er drückt mir fast die Brust ein und hat auf seinen Lippen ein triumphierendes Lächeln. Alles sehe ich, empfinde die Qualen, aber ich kann nicht denken, nicht beten und um himmlische Hilfe rufen. Mehr als eine Stunde wirft mich der Dämon hin und her. Auf einmal wird es hell. Der Dämon weicht immer mehr zurück. Ich sehe Jesus. Er zeigt mir Seine hl. Wunden. Ich werde frei und komme zu mir. Ich bin erstaunt, als ich sehe, daß mir Karl die Blutreliquie auf meinen Kopf gelegt hat. Jetzt weiß ich, daß mir dadurch Hilfe wurde, daß Jesus es bestätigte durch Sein Erscheinen.

In einer stillen Stunde spricht Jesus: "Meine Seele, du hast diesem Dämon des Unglaubens und der Gottlosigkeit den Kampf angesagt. Dieser Dämon hat eine gewaltige Macht und viele Helfershelfer. Ich lasse ihnen die Freude, dich eine Zeit zu quälen, lasse ihnen die Macht über dich, bis sie versagt und zunichte wird durch die Macht Meiner Liebe. Ich bin mit dir, wenn es auch scheint, als sei Ich dir fern. Ich werde dich ganz in die Stille und Einsamkeit des Tabernakels ziehen, in die Geborgenheit Meines göttlichen Herzens, in die Liebe, die sich verzehrt in heiligem Schweigen und heiliger Ergebenheit in den Willen Gottes. Wenn die Welt und die Deinen dich nicht mehr verstehen, genügt es dir, daß Ich dich verstehe, daß du in Meiner Kraft alles vermagst und in der Liebe zur Mir zu jedem Opfer bereit bist. Ich segne dich. Rette Mir Seelen! Das ist das Zeugnis der Liebe!"

 

Donnerstag, den 13. Februar 1958, Geistingen

Wir sind am Schluß der Andacht. Meine Glieder werden schwer. Die Gottesmutter erscheint als Unbefleckt Empfangene wie Licht und fließendes Gold. Ergriffen rufe ich: "Ich komme, Mutter, ich komme. Wie schön bist du, Maria, segne uns alle. Ja, ich singe dir ein Lied, hörst du, Mutter, du bist der Ruhm Jerusalems ..." Der Engel ist bei mir und sagt, es ginge auf die Zeit zu, es wäre gut, ein wenig noch beisammen zu sein.

 

Dienstag, den 15. April 1958

Mit einer kleinen Schar bin ich in Geistingen bei den Geschwistern Schäfer. Wir halten eine Gebetsstunde. Danach liest einer der Anwesenden den letzten Bericht von Ham Sur Sambre vor. (Anmerkung: Teuflischer Erscheinungsort in Belgien.) Ich höre mir das an, um dann die entsprechende Antwort zu geben. Auf einmal bin ich wie gelähmt. Satan in Gestalt eines Lichtengels fesselt mich derart, daß sich Hände und Füße verdrehen und mein Körper fast schwebend in der Luft hängt. Ich drohe fast zu ersticken. Ich kann nicht denken, ich fühle seine Macht und höre seine Stimme: "Du wagst es, mein Werk dort zu zerstören. Dein Lachen verletzt meinen Stolz. Was willst du jetzt? Mein bist du! Dein letzter Atemzug gehört mir! Weiden werde ich mich an deinen Qualen. Dann wirst du mutlos, wirst verzweifeln und deine Seele ist dann auch mein."

Da kommt auf einmal ein Leuchten. Der wirkliche Engel Lumen Dei ist bei mir. Er befreit mich aus Satans Gewalt. Es nahen noch mehr Engel. Freudig stimme ich ein in das "Heilig ...", das ich höre. Satan sehe ich entfernt und rufe ihm zu: "Er, der Lichtengel, sprengt deine Prozession. Maria, die große Frau, entlarvt dich. Ich fürchte dich nicht. Wer gab dir die Macht, Wallfahrtsorte zu gründen?" Ich höre: "Wenn ich die Gestalt der großen Frau annehme, ehrt mich das Volk." (Anmerkung: Nach den Aussagen eines der Kinder in Medjugorje, hat sich die Gospa wie Stahl angefühlt, trug ein schmutziges Kleid, wollte nicht in der Kirche erscheinen und konnte den hl. Thomas nicht von Judas unterscheiden.)

Dann sehe ich eine Zahl Teufel in weißen Gewändern. Auf ihre harmlose Art fallen die Menschen herein. Sie haben das Wort: "Hier ist Christus, da ist Christus ..." Dann sehe ich Jesus, der uns segnet.

 

Sonntag, den 13. Juli 1958

In unserer Pfarrkirche haben wir einen neuen Tabernakel. Wir dürfen zum Altar gehen und ihn näher betrachten. Ich erlebe eine innige Freude mit Jesus, da ich allein in der Kirche bin. Ich darf meine Rosenkränze und den Ring anrühren.

 

Sonntag, den 27. Juli 1958

Jesus will, daß ich die Fahrt zum Heiligtum in Aachen mitmache. Um sechs Uhr ist die hl. Messe in St. Augustin. In Aachen ist um zehn Uhr das Hochamt auf dem Kattelhof. Bei der hl. Wandlung sehe ich Jesus im weißen Gewand. Dann sehe ich Maria als Unbefleckt Empfangene von Engeln umgeben. Das sehe ich auch, als wir das Kleid der Muttergottes anrühren dürfen. Beim Zeigen der Windeln Jesu sehe ich die Heiligste Dreifaltigkeit im Stall zu Bethlehem. Beim Tuch des hl. Johannes sehe ich Herodes auf seinem Thron, das Haupt des hl. Johannes auf einer Schüssel – und darunter das Tuch. Beim Lendentuch sehe ich die Kreuzigung. Dann ist das Lendentuch ganz von Licht umgeben. Auf meine Frage, was das bedeutet, höre ich: "Das ist das erhabenste Stück." Plötzlich treten furchtbare Schmerzen auf. Ich opfere sie auf zur Sühne für diesen Tag.

 

Donnerstag, den 7. August 1958

Ich bete vor meinem Herz-Jesu-Bild. Es wird ganz leuchtend, und von allen Seiten gehen Strahlen aus. Ich singe 'Schönster Herr Jesus ...' Jesus wird immer schöner und strahlender und sagt: "Was Ich dir scheinbar nehme, das gebe Ich dir tausendfach zurück. Halte aus an dem Kreuz der Sehnsucht. Dieses trug Ich 33 Jahre. Ich entäußerte Mich doch allem."

 

Montag, den 11. August 1958

Seit ich aus Aachen zurück bin, habe ich Wasser in den Gliedern und starke Schmerzen. Jesus sagt: "Fürchte nichts, Meine Braut. Das ist Sühne für die Trunksucht und Ausschweifungen und für die Unmäßigkeit." Dann vernehme ich einen wunderbaren Duft, der vom Bild ausgeht. "Ja, Heiland, Du bist die liebliche Speise mit dem süßen, feinen Geruch." Ich singe 'Ich will Dich lieben, meine Stärke …'. Als ich singe, 'ich will Dich lieben, Gotteslamm', kommt wieder der wunderbare Duft.

Ich höre Jesu Stimme: "Ich bin ja das Brot deiner Seele. Sooft eine Seele mit Liebe sich sehnt, Mich zu empfangen und sich mit Meinem Herzen zu vereinen, sooft halte Ich Einkehr. Bei jedem Liebesakt wird die Seele die Süßigkeit Meines Herzens verkosten. Ich erfülle sie mit dem Wohlgeruch, der ausgeht vom Brot des Lebens und dem Kelch des Heiles. Wenn du dich oft verlassen fühlst, so bin Ich doch bei dir, Meine Seele, und stille dein Verlangen. Gehe weiter den Weg der Liebe und rette Mir Seelen."

 

Mittwoch, den 10. September 1958

Ich arbeite im Garten. Aus Siegburg kommt Besuch. Sie helfen mir. Als ich dann allein auf meinem Zimmer bin, höre ich Tritte vor der Tür. St. Antonius meldet sich an: "Wenn du diese Tritte hörst, bin ich es. Ich helfe dir in der Sache Ham Sur Sambre (Belgien). Rede allen ins Gewissen, die in dieser Angelegenheit zu dir kommen. Satan treibt dort ein scheinheiliges Spiel."

 

Sonntag, den 14. September 1958

Ich bin in Ittenbach. Um zehn Uhr ist ein byzantinisch-slawischer Gottesdienst, der zweieinhalb Stunden dauert. Ein Priester erklärt diese Eucharistie-Feier. Da ist Jesus bei mir und sagt: "Schaue einmal die Reihe entlang, wen du da siehst." Verwundert sage ich: "Jesus, das hast Du doch noch nie getan, mich auf jemanden aufmerksam zu machen im Gottesdienst." Ich schaue die Reihe entlang und sehe Schwester Klothilde. Dann wird gesagt, daß jeder die Liebesgabe des Antidoron haben kann. Das ist ein Stückchen Brot, das die Weihe der Opferung hat und das bei der Wandlung mit dem Kelch des Herrn berührt wird. Dieses hochgeweihte Brot könnten wir auch zu den Kranken tragen.

Indem der Priester so spricht, ist Jesus bei mir und sagt: "Das Stücklein, das euch beiden in die Hand gelegt wird, habe Ich konsekriert als Liebesgabe für euch. Es ist im Feuer gewesen, aber nicht verbrannt. Segnet damit die Völker des Ostens. Es ist für euch das himmlische Manna. Solange ihr noch keine Monstranz habt, bringt es sichtbar an eurem Kreuz an über der Inschrift."

Vielen Dank, Herr, welche Freude bereitest Du erneut. Unter beiden Gestalten durfte ich Dich empfangen. Wie ein Feuerbrand ist meine Seele nun. Als die Feier zu Ende ist, gehe ich mit Klothilde heim. Sie sagt: "Ich wollte mein Stücklein mit dir teilen. Ich wußte ja nicht, daß du auch dabei warst. Ich hatte es mir still gewünscht, wenn wir doch den lieben Heiland heimtragen dürften." Ich erwidere: "Das Glück ist uns zuteil geworden." Ich erzähle ihr nun, was sich während der heiligen Handlung zugetragen hat. Ja, da sind wir nun zwei Christusträger, die glücklich sind.

 

Dienstag, den 16. September 1958

Schon seit drei Monaten habe ich einen sonderbaren Zustand, als sei ich gesegneten Leibes. Wehenartige Schmerzen treten auf mit einem Gefühl von Kindesbewegungen, verbunden mit Übelkeit, Hinfälligkeit und Verkrampfungen. Der Arzt sagt, das sei eine Zerrüttung des Nervensystems. Er befürchtet eine Lähmung. Daheim stehe ich vor dem Herz-Jesu-Bild: "Siehst du, Herr, krank, verbraucht und überarbeitet bin ich." Jesus sagt: "Das meinst du. Der Arzt sieht nur den Schein. Du hast doch einen Opferleib. Es ist ein neues Sühneleiden. Du hast gemeint, das neue Kreuz hätte Ich dir durch die Deinen aufgeladen. Das lud Ich dir nicht auf. Ja, du hast für sie gelitten. Das war erneute Kreuzigung durch die Deinen. Als Opfer erwählte Ich dich für die Ungeborenen und ihre Mörder. Das Blut der Ungeborenen schreit zum Himmel und ruft nach Sühne für ihre Mörder. Ja, es sind Kindesbewegungen, die der Arzt dir nicht nehmen kann. Sooft du sie wahrnimmst, wisse, daß wieder kleine Geschöpfe getötet werden. Rufe dann die göttliche Barmherzigkeit für die Kindesmörder an. Empfehle die Kleinen der himmlischen Mutter. Sie wird sie tragen zum himmlischen Vater. Nur ein Sühneopfer kann noch Gnade erflehen für jene, die mit teuflischer Gewalt das Leben dieser Kleinen auslöschen. Bete: 'Mein Jesus, Barmherzigkeit für die Mörder.' Bete für die Kleinen: 'O Maria, trage die kleinen Märtyrer in den Schoß des himmlischen Vaters.' Mache die Taufe für die Ungeborenen am Morgen und am Abend. Sage es auch allen, die die Taufe halten."

"Lieber Jesus, muß ich die Medizin einnehmen, die der Arzt verordnet hat?" – Jesus: "Ja, das mußt du. Er wird beobachten, wie sie wirkt, aber er wird vor Rätseln stehen, die er nicht löst. Laß das auch Sühne sein, weil es widerlich ist. Laß es Sühne sein für jene, die mit anderen Mitteln das werdende Leben töten." Nun bin ich froh, endlich zu wissen, was mit mir ist. Gott macht alles gut.

 

Donnerstag, den 18. September 1958

Heute wird in der Kirche für eine Frau gebetet, die ein schweres Kreuz trägt. Sie ist anwesend. Ich fühle mich wohl angesprochen. Hinter dem Priester sehe ich die Lichtgestalt der Muttergottes, wie sie ganz kleine Kindlein schwebend zum Himmel trägt.

 

Mittwoch, den 24. September 1958

Fest der 'Mutter der Gefangenen' bei ihrem Gnadenbild in Siegburg. Im Anschluß an unsere Andacht singen wir ein Marienlied. Seele schaut den Heiland im Alter von 12 Jahren in Seiner Mutter Gnadenbild, der Mutter der Gefangenen und sagt: "Jesus, Du stehst bei Deiner Mutter. (Das Jesuskind segnet uns.) Vielen Dank." Seele singt. Da kommt der hl. Josef. Irdische Dreifaltigkeit. Hl. Josef führe mich zu deinem Kindlein. Du großer Gott, Du kleines Kind.

"Jesus, Maria und Josef, seid in meinen Worten und Werken. Jesus, Maria und Josef, seid in allem meinem Tun und Lassen. Jesus, Maria und Josef, Euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Steht mir bei in meinem letzten Todeskampfe. Jesus, Maria und Josef, möge meine Seele mit Euch in Frieden scheiden. Amen."

Als Königin erscheint die Muttergottes und weist auf das Geheimnis, das die Seele trägt.

Die Seele schaut den Satan in der Gestalt des Heilands und ruft: "Nein, nein, nein, das bist Du nicht, nein, nein! Jesus, ich rufe Dich." Jesus erscheint der Seele als königliche Lichtgestalt. Satans Licht schwindet. Behangen ist er voller Bänder. "Was ist das? Jesus, segne mich. Jesus segnet. Ja, das bist Du! Durch den Segen erkennt die Seele den Heiland, da der Satan nicht segnen kann. Geist der Verblendung, geh, geh!"

Ich habe den Anfang gemacht. Satans Gestalt schwindet nun mehr. "Jesus, Du machst das Ende. Du zeigst, wo Dein Licht anfängt und aufhört." Der schwindenden Gestalt Satans ruft die Seele nach: "Dieser aber kann es nicht. Irrlichter! Hast du nicht gesehen, wo dein Tag geblieben ist? Jesus hat es gezeigt. Du kannst noch andere Blendwerke ersinnen. So schön, wie du aussiehst, aber deine Augen kannst du nicht verbergen. In Angst und Schrecken hast du die Menschen gejagt. Wenn es dann wirklich eintrifft, dann sind sie nicht vorbereitet. Dann öffnest du dein Höllentor. Ja, du kannst noch erscheinen an anderen Orten. Entdeckt wirst du doch."

Es folgt eine Schau von Menschenmassen, die alles Heilige zerschlagen und höhnend Jesu Leiden nachahmen. Seele ruft erschrocken: "Nein, Jesus, das darf nicht geschehen. Nein, nein, nein! Warum willst Du das geschehen lassen? Das ist ja eine Höllenprozession. O lieber Jesus, o Gott, wer kann da noch mit. Du siegst, indem sie Hohn und Spott mit Dir treiben. Sie bekennen damit Deine Gegenwart. Furchtbares Bekenntnis. Ich möchte nicht dabei sein. Das läßt Du zu? Öffne ihnen die Augen. Ja, ich weiß, das läßt Du zu."

Der Erzengel Michael erscheint mit seinem Chor zum Kampf gegen die Abtrünnigen.

Ich warte auf die neuen Wallfahrtsorte, die noch entstehen. Was soll das erst werden, wenn erst der Richtige kommt mit seinem Gefolge. Dann gibt es einen großen Abfall vom Glauben. Dies alles sind noch Vorläufer.

Ja, ich sehe, das Blut der Unschuldigen bedeckt die Erde. Mein Jesus, Barmherzigkeit. Tat und Nacht muß ich beten für sie. Kaum einen anderen Gedanken kann ich fassen. Sie verfolgen mich beim hl. Opfer.

 

Sonntag, den 28. September 1958

Schwere Leiden und Sühnetage liegen hinter mir. Es kamen viele Besucher, die ich alle hineinnahm mit ihren Anliegen. Nach der Andacht sehe ich Maria verklärt. In ihr steht Jesus als Kind und segnet. St. Josef steht an ihrer Seite. Dann sehe ich Jesus verklärt und Satan als Lichtgestalt daneben, behängt mit Bändern und Lichtern.

Damit er die Seelen nicht blenden kann mit diesen Zeichen, soll oft der Herz-Jesu-Rosenkranz gebetet werden. Ich bete ihn gleich.

"Meine Seele, du leidest auch für die Priester. Man klagt über Priestermangel. So wisse, daß unter der Schar der abgetriebenen Kinder eine große Zahl ist, die Priester und Ordensleute geworden wären. Weil man das Kind nicht will, geht auch die Gnade verloren, die den Kindern schon im Mutterschoße gegeben wird. Wer faßt es, um wieviel Gnaden sich der Mensch beraubt. Wer denkt von ihnen an Sühne. Sei gesegnet mit deinem Seelenführer."

 

Sonntag, den 5. Oktober 1958

Es ist drei Uhr nachts. Es klopft stark an der Tür. Ich frage, wer da ist. Keine Antwort, das Klopfen wird stärker. Ich frage: "Hans, bist du es?" Es bleibt still. Da steht ein Engel vor mir, segnet mich und sagt: "Ich bin der Schutzengel deines Vaters. Er war bis jetzt der Fürbitte beraubt. Opfere für ihn jetzt das hl. Blut Jesu, das von Altären fließt. Bete weiter nach jedem Angelus drei Vaterunser und Ave Maria für deine Verstorbenen. Dein Vater freut sich, daß ihm nun Gnade zuteilgeworden ist."

 

Donnerstag, den 9. Oktober 1958

Ich bin in Königswinter und bete in der Kirche besonders für den Heiligen Vater. Auf dem Heimweg erfahre ich vom Tod des Papstes. Er starb in der Stunde, als ich allein in der Kirche für ihn gebetet habe.

 

Sonntag, den 12. Oktober 1958

Nach dem Hochamt bleibe ich in der Kirche, bis die Totenglocke verklungen ist, die für Papst Pius XII. geläutet wurde. Vor dem Tabernakel sehe ich einen leuchtenden goldenen Kelch und darüber eine leuchtende goldene Hostie. Ich frage: "Ist der Heilige Vater in die Wohnungen des ewigen Lichtes eingegangen?" Da wird der Altar in strahlendes Licht gehüllt und weiße Strahlen zucken nach allen Richtungen. Jesus spricht vom Tabernakel aus: "Was du siehst, Meine Seele, bedeutet, daß er, der sehr geliebt wurde, nun vereint ist mit der Ewigen Liebe. Rein wie die Opfergaben, so rein und edel wie Gold war auch sein Herz. Ein königlicher Priester war er, der nun die Krone trägt, die Gott für ihn bereithielt. Ihr trauert um ihn, aber freut euch um der Freude und des Lohnes willen, die er empfing. Er vergißt seine Herde nicht und bleibt der Gute Hirt aus himmlischen Höhen."

 

Freitag, den 17. Oktober 1958

Bis heute hielten die Leidenszustände an. Nach der hl. Kommunion frage ich, warum ich so gelitten habe. Jesus sagt: "Maria, du schenkst dem Oberhirten Meiner Kirche dein Lebensopfer ... Schnell holte Ich ihn heim, da er ja vollendet hatte. Die letzten Schmerzen, die er noch hätte tragen müssen, hast du in diesen Tagen für ihn getragen. Er gedenkt deiner nun am Throne der Liebe."

 

Sonntag, den 19. Oktober 1958

Heute ist der 13. Todestag meines Schwiegervaters. Ich gedenke seiner und auch des neuen Papstes, der gewählt wird. Über dem Altar sehe ich drei Lichtkreuze und darin einen Lichtwürfel. Ich verstehe noch nicht, was das bedeuten soll.

 

Samstag, den 25. Oktober 1958

Tag für den neuen Papst. Vor dem Tabernakel sehe ich ein silbernes Kreuz. Es wird größer, breiter und dunkler. Ich frage nach der Bedeutung. Jesus sagt: "Der Neuerwählte ist ein großer Kreuzträger." Ich: "Dann will ich ihn lieben und das Kreuz tragen helfen." Da kommt es wie lichte Wolken über den Altar, und in den Wolken steht ein Lichtkreuz. Jesus sagt: "Ich bringe dir den Segen von dem hl. Opfer, das er darbringt."

 

Sonntag, den 26. Oktober 1958

Tag für den neuen Papst. Ich sehe die Heiligste Dreifaltigkeit. Jesus sehe ich als König, rechts vom Vater, den Heiligen Geist unterhalb vom Vater und vom Sohn. Dann schaue ich das liebevolle Antlitz des Vaters. Jesus sehe ich als König am Kreuz, sich liebevoll neigend. Dann sehe ich Wolken, aus denen ein Königsantlitz sich mir liebevoll zuwendet. Dann wendet es sich plötzlich ab, daß ich das Gesicht nicht mehr sehe.

Jesus sagt: "Es bedeutet, daß die dritte Person der Gottheit so unbekannt für die Welt ist. Weil der Heilige Geist so wenig verehrt und gebeten wird um Seine Gnaden und Gaben, wendet Er sich ab von denen, die Ihn nicht suchen und wollen."

 

Dienstag, den 28. Oktober 1958

Bitte den hl. Judas Thaddäus für eine gute Papstwahl: "Du großer Heiliger hilf der Christenheit. Ich werde es dir danken." Am Nachmittag wird verkündet, daß wir einen neuen Papst haben, Johannes XXIII. Herr, laß ihn ein Johannes sein in Wort und Tat. Am Bildschirm höre ich die Anrede und empfange den päpstlichen Segen. Ein Dankgebet geht auch zum hl. Judas Thaddäus.

 

Sonntag, den 9. November 1958

Tage des Leidens und der Sühne liegen hinter mir. Oft sah ich ein Zeichen, das den neuen Papst umgibt: LLL. Ich weiß es nicht zu deuten. Die Muttergottes erklärt mir die Zeichen und Gnaden, die sie in Heroldsbach gab und geben wollte. Sie sagt: "Die Kirche muß die Geister prüfen, denn ihr ist alle Gewalt gegeben. Der Berg, auf dem ich stehe, ist die Schatzkammer der Gnaden, die der Allerhöchste mir anvertraute. Die betende Schar am Fuß des Berges sind jene, die ihre Zuflucht zu mir nehmen, und die ich segne. Dieser Berg steht inmitten der Kirche und trägt die Krone der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Krone ist das Zeichen der Würde und Macht. Macht ist mir verliehen, Gnaden an Orten zu erteilen, die zur Verherrlichung Gottes dienen, die die eine wahre Kirche zeigen als die Alleinseligmachende, wo mich seligpreisen alle Völker.

An all diesen Orten bin ich die Wegbereiterin meines Sohnes für Seine Wiederkunft. So wie Jesus wende auch ich mich den demütig Glaubenden zu. Gott wendet sich ab, wo Stolz, Eigenliebe und Ungehorsam herrschen. So muß auch ich mich abwenden, wenn Orte von diesen Sünden beherrscht werden. Eine Herde ohne Hirt ist bald zerstreut und richtet Unheil an. Die Proben des Gehorsams stellt Gott immer wieder, wo Gnadenorte entstehen. Wo sie entstehen, folgt die Hölle, weil der Fürst dieser Welt immer noch Gott gleich sein will.

Viele meinen, daß sie meinen Ruf vernommen haben. Es ist ihre eigene, trügerische Stimme. Falsche Propheten sind schon lange am Werk. Sie treiben ein furchtbares Spiel mit der Leichtgläubigkeit vieler Seelen. Im Opfer des Gehorsams wären größere Gnaden erteilt worden. Die Hölle hätte schon weichen müssen. Im Gehorsam liegt der Sieg. Große Heimsuchungen werden kommen. Wachet auf zur Besinnung! Der, der sein ewiges 'Werde!' spricht, wird auch Heroldsbach im neuen Glanz erstehen lassen nach den Tagen der Trübsal. Befolgt meinen Mahnruf, damit ihr nicht Blendwerke des Satans werdet. Ich bin doch nur die eine Muttergottes, die Mutter aller Völker und Nationen, die im Willen Gottes steht, aber nicht auf Menschenmacht gestützt ist. Die Kirche ist ebenso Thron. Wer sich gegen sie auflehnt wie die stolzen Engel, verfällt dem Irrlicht und der Finsternis. Mein Kind, nur deinem Seelenführer darfst du diese Worte geben. Ihm wird Licht gegeben, die Wahrheit zu erkennen. Er wird auch dich schützen vor den Widersachern. Sei gesegnet im Geheimnis dieses Tages."

 

Weihnachten 1958

Die Adventszeit war Leidenszeit. Ich sehe den himmlischen Vater wie ein Schattenbild. Wenn er strafend den Arm erhebt, setzen sich kleine Engel darauf. Die Kleinen besänftigen immer wieder den Zorn des Vaters. Wie lange noch? Es sind Totgeborne, die wir jeden Tag taufen.

 

Montag, den 17. Februar 1958

Erhalte die Nachricht, daß unsere liebe Benigna Biermann am Samstag, dem 15. Februar, in Bocholt gestorben ist. Sie hatte einen schweren Tod, war ganz dem Heiland gleich im Sterben.

 

Sonntag, den 16. März 1958

Ich bin in Ittenbach und bete besonders für Walter. Er macht mir große Sorgen. Ich bitte besonders bei der Schmerzensreichen. In einer Vision sehe ich den Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit. Es sieht aus, als wäre er ganz in Feuer getaucht in unnennbaren Farben, über Cherubim und Seraphim. Ich sehe unzählige Scharen von tiefgebeugten Priestern. Hinter jedem Priester steht ein Engel in goldenem Gewand, ehrfurchtsvoll geneigt.

Ich sehe Jesus, Sein Herz leuchtet. Aus dem Herzen ergießen sich Ströme, die weiß, rot und golden sind. Das Bild schwindet. Dann sehe ich nur einen Engel in goldenem Gewand. Er zeigt mir ein goldenes Gefäß, angefüllt mit kleinen, großen, groben und schmutzigen Steinen. Dann zeigt er mir ein Gefäß mit Wasser, das golden aussieht. Er schüttet die Steine in dieses Wasser. Es werden Edelsteine, die wunderbar leuchten. Er bringt dieses Gefäß mit den leuchtenden Steinen zum Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit. Jesus reicht ihm eine goldene Krone. Der Engel schmückt die Krone mit den Edelsteinen. Ich bitte um eine Erklärung.

Mein Schutzengel ist bei mir und sagt: "Zum dritten Male sahst du den Schutzengel deines Seelenführers. Was du sahest bedeutet, Priester, die durchdrungen sind von reiner, glühender Liebe zur Heiligsten Dreifaltigkeit, werden sich in Liebe verzehren wie eine lodernde Flamme gleich der Liebe der Cherubim und Seraphim. Sie sind es, die eingereiht werden in die Zahl jener, die dem Dreieinigen Gott 'Heilig' singen, die Ihm dienen in der Anbetung mit den Engelchören, die Seinen Thron umgeben. Die weißen Ströme aus dem Herzen Jesu sind Gnadenströme, die sich fortwährend über die Menschheit ergießen. Die roten Ströme sind das hl. Opferblut im immerwährenden Opfer. Die goldenen Ströme sind das Wasser der Leiden. Wenn sie in Liebe aufgenommen werden, sind sie mit dem Herzen Jesu vereint und werden zum goldenen Strom, der in das hl. Herz Jesu mündet in glückseliger Vereinigung. Sei nun gesegnet mit allen gottliebenden Seelen."

Der Engel mit dem goldenen Gewand ist wieder bei mir und sagt: "Heute bringe ich dir den Segen deines Seelenführers. Mit dem Feuer der Liebe wird der Herr ihn noch mehr durchdringen. Alle seine Leiden, die oft schweren Steine seines Lebens, sammelte ich in der goldenen Schale. Im leuchtenden Gefäß sammelte ich die Tränen des Schmerzes, der Liebe und der Sehnsucht. Siehe, in dieses Wasser legte ich die Steine. Du sahest, sie wurden zu Edelsteinen. Alles trug ich zum Throne der Liebe. Die allerhöchste Liebe gab mir die Krone, die ich schmücken durfte mit diesen Edelsteinen. O das ist Freude der Engel, wenn sie die Krone ihrer Schützlinge schmücken können aus dem Schatz, der gewonnen wird durch die Opfer, Leiden, Liebe und Sehnsucht. Sei auch du, Seele, reine, heilige Liebe, die sich verzehrt in Sehnsucht für die höchste Liebe. Sei Feuer, dessen Flamme alle Tage größer wird."

 

Palmsonntag, den 30. März 1959

Jesus setzt mir die Dornenkrone auf. Dann naht der Versucher. Er will mich erdrosseln. Am Abend habe ich lange Blutbrechen. Opfere es für die Bekehrung der Sünder. Das Fieber steigt. Wie Gott will, darf ich leiden.

 

Gründonnerstag, den 4. April 1959

Es hat sich im Gesicht ein schmerzhafter Furunkel gebildet. Trotz der Schmerzen gehe ich in die Kirche. Es ist ja für die Sünder.

 

Ostersonntag, den 7. April 1959

Meine Leiden und Opfer sind nicht umsonst gewesen. Auch W. geht heute zur hl. Osterkommunion. Das ist meine größte Freude. Gern will ich noch leiden.

 

Dienstag, den 12. Mai 1959

Ich bin in Geistingen. Da höre ich die Stimme der Gottesmutter: "Wende dich zu mir." Sie steht als Erscheinung der 'Frau aller Völker' vor mir. Ich spreche sie an: "Wenn das alles echt ist, dann segne mich." Sie segnet mich mit dem Kreuz, an dem sie jetzt nicht steht, sondern das sie in der rechten Hand trägt. Sie wendet es. Die andere Seite ist nicht schwarz, sondern weiß. Sie sagt: "Was du heute hörtest durch deinen Bruder in der Lesung, das ist echt. Das andere aber, das man dir zuschickte, das sind Irrtümer, von denen ich vor vier Jahren zu dir sprach. Diese Schriften verbrenne."

Ich wende ein: "Ach, liebe Mutter, ich werde immer noch nicht einig mit mir mit dem einen Wort im Gebet 'die einst Maria war'." Sie erklärt: "Vor der Fülle der Zeit war nur Maria. In der Fülle der Zeit stand die Jungfrau und Mutter Gottes. Sie wurde vereint im Leiden des Sohnes, wurde Miterlöserin und Mutter aller Völker und Hohepriesterin. Sie wurde bei der Herabkunft des Heiligen Geistes als Seine Braut und Gesalbte der Sitz der Weisheit und Königin der Apostel. Sie wurde nach ihrer Himmelfahrt die Königin des ganzen Universums. Siehe, das ist die 'Frau aller Völker, die einst Maria war'."

"Ich danke dir, liebe Mutter, aber warum ist das Kreuz schwarz, an dem du stehst und die andere Seite weiß?" Sie sagt: "Schau einmal." Ich sehe die gewaltige Größe der Erdkugel. Auf die Mitte stellt Maria das Kreuz, das weiß ist auf der einen Seite und schwarz auf der anderen. Sie erklärt: "Schwarz bedeutet die Nacht und weiß den Tag. Nacht und tiefste Finsternis bedeckte die Erde, als der Herr am Kreuz die Sünde der Menschheit sühnte und die Menschheit erlöste. Heller Tag erstrahlte, als Tod und Hölle besiegt waren. Schwarz ist auch die Sünde, schwarz wie die Nacht. Darum ist das Kreuz schwarz, weil die Sünde am Holze des Kreuzes gebüßt wurde. Das Kreuz ist auch ein Licht, weil es Licht wurde durch das Ewige Licht im Zeichen des Triumphes und der Auferstehung Jesu."

Scharen eilen zu dem Kreuz. Die hineilen zu der weißen Seite des Kreuzes, sind ganz in Licht eingehüllt. Die auf der schwarzen Seite des Kreuzes stehen, sind ebenso schwarz. Ich frage, was das bedeutet. Die Muttergottes erklärt: "Das sind die Kinder des Lichtes, die auf der weißen Seite stehen. Sie tragen alles, wie Gott es will und aus Liebe zum gekreuzigten Heiland. Die anderen sind die Feinde des Kreuzes. Ihnen ist das Kreuz Hohn und Ärgernis. Sie kommen aber nicht vorbei, müssen aufschauen und versinken in dem Augenblick in die ewige Nacht.

Für die Letzten bringt es Tod und Verderben, die Ersten aber empfangen Freude und Glückseligkeit. Auch das ist richtig: 'Sende jetzt Deinen Geist über die Erde.' Wohl sandte der Herr nach Seiner Himmelfahrt den Tröster, den Heiligen Geist. Wie ist Er von dieser Stunde bis heute von den Völkern aufgenommen worden? Du weißt es. Es ist Zeit, daß gebetet wird, daß Er jetzt, ja gerade jetzt, gesandt wird. Wenn die dritte Person der Gottheit weiter so abgelehnt und beleidigt wird, dann wird der Geist Gottes sich offenbaren im Tosen der Elemente, in Sturm und Feuer. Dann wird die Welt erkennen, aber auch bereuen, daß die Zeit der Gnade und Liebe nicht erkannt wurde."

Anmerkung: Das Gebet, das zu den Botschaften von Amsterdam gehört, lautet:

 

Das Gebet der Frau aller Völker

Herr Jesus Christus,
Sohn des Vaters,
sende jetzt Deinen Geist über die Erde.

Lass den Heiligen Geist wohnen
in den Herzen aller Völker,
damit sie bewahrt bleiben mögen
vor Verfall, Unheil und Krieg.

Möge die Frau aller Völker,
die einst Maria war,
unsere Fürsprecherin sein. Amen.

 

Freitag, den 13. Juni 1959, Herz-Jesu-Fest

Vor dem Segen sehe ich Jesus schwebend vor dem Altar mit den 12 Aposteln so wie 1933. Er fragt wie damals: "Was willst du, daß Ich dir tun soll?" Ich antworte: "Herr, segne alle, die Du mit mir verbunden hast. Segne besonders die Priester und die armen Sünder. Wasche uns alle rein in Deinem Blute und mache uns heilig. Laß alle ein Herz mit Deinem Herzen sein." Jesus segnet alle. Der letzte Segen war ein Kreuz mit großer Lichtfülle. Das war für meinen Seelenführer.

Dann spricht Jesus: "Ich bin bei euch bei der Feier. Ihr sollt euch freuen mit Mir. Stifte du zu Meinem Lob den Kuchen. Das übrige machen die anderen." Die Feier war bei Hedwig, der großen Gnaden- und Leidensseele. Wir waren sieben Personen, auch Bruder Heinrich und seine Schwester Josefa. Wir huldigen dem Herzen Jesu. Dann ist das Bild von Strahlen umgeben, die sich wie weiße Flammen nach allen Seiten verteilen. Dann ist über dem Bild eine Sonne und kleine Sonnen bilden sich im Kreis, die größer werden. In der großen Sonne steht Jesus wie Licht. Er wird immer schöner und leuchtender, sodaß ich die Augen schließen muß. Aber ich sehe Jesus doch. So kann ich den Anblick ertragen. Vor Freude weine ich.

Jesus fragt: "Warum weinst du, kleine Seele?" Ich: "Du weißt es doch, Herr. Ich weine, weil Du so schön und lieb und gut bist. Ich habe Dich doch so lieb." Dann kommen viele Engel in goldenen und weißen Gewändern, die flehend ihre Hände zu Jesus erheben. Ich bitte um Erklärung. Mein hl. Engel ist bei mir und spricht: "Du schaust die Engel der Priester. Diese bitten immer für ihre Schützlinge. Sie flehen auch, daß Gott mehr Opferseelen für die Priester erwecken soll, die für jene opfern und leiden." Sie zeigen mir eine Palme. Der hl. Engel erklärt weiter: "Zu großer Heiligkeit gelangen die Priester, wenn sie oft beten zu St. Gabriel und zu diesem Chor der Engel." Alles entschwindet.

 

Samstag, den 14. Juni 1959

Wieder sehe ich, wie Jesus über das Wasser kommt mit Seinen Aposteln und in Begleitung großer Engelscharen. Er zeigt mir eine wunderschöne Stadt. Darin sitzt auf einem Thron im weißen Gewand der hl. Antonius. Die Engel singen so schön, aber ich verstehe es nicht. Ich bin ganz von Seligkeit durchdrungen. Langsam schwindet all das Schöne. Ich fühle eine Schwere in meinen Gliedern. Ich sehe den Dämon, der mich fesseln will. Eine Macht reißt mich hoch. St. Antonius ist bei mir. Ich frage, warum Jesus es zuläßt, daß sich heute dieser Teufel nähert. Antonius sagt: "Jesus will den Sonntag für deinen Bruder Julius. Der Dämon wird Macht über dich haben bis zu einer gewissen Zeit. Dann bist du wieder frei. Die Anwesenden sollen sehen, mit welcher Macht die Hölle auszieht, um die Seelen zu verderben. Bist du bereit zu diesem Opfer?" Ja, du weißt, daß der Wille Gottes mir heilig ist. Ich vertraue auf das göttliche Herz, das mich der höllischen Macht nicht mehr ausliefert, als in meiner Kraft steht. Segnend entschwebt Antonius. Ich komme zu mir. Es folgt eine schwere Leidensnacht. Ich schreie vor Krämpfen und Schmerzen.

 

Freitag, den 17. Juli 1959

Sehnsucht erfüllt mich, o Herr. Ich kann nicht zur Kirche. Du läßt mich heute leiden, aber diese Art verstehe ich nicht, doch wie Du willst. So will ich mich mit allen hl. Messen vereinen. In meine Sehnsucht hinein erscheint Maria. Sie nimmt mich mit nach Lourdes, Banneux, Fatima und Neviges. Es war so schön an den heiligen Orten.

Plötzlich bricht das Schöne ab und grauer Nebel hüllt mich ein. Ich erschrecke und sage: "Jesus, Du wirst doch den Bösen nicht an mich heranlassen." Ich bete den Exorzismus und flehe: "Bist du ein Zeichen von Gott, dann werde deutlicher und segne mich."

Der Nebel teilte sich und eine graue Gestalt steht vor mir. Ich erkenne sie. Es ist Jakob, der die größten Opfer für Heroldsbach brachte und der sich erhängt hat. Als mein Mann mir von seinem Tod aus der Zeitung vorlas, habe ich gleich gebetet für ihn, und es wurde mir im Gebet gegeben, daß er in geistiger Umnachtung seinem Leben ein Ende setzte.

Ich bin durch diese Erscheinung noch mehr erschreckt und bitte wieder um Segen. Da steht plötzlich eine große Lichtgestalt an meiner Seite, segnet mich und spricht: "Erschrick nicht ob dieser Erscheinung. Er ist es, den du erkennst, aber er kann nicht segnen. Er wird sprechen zu dir." Der Engel ist fort.

Jakob hebt flehend seine Hände und spricht: "Ja, ich leide sehr. Ich erhielt, ehe ich die Tat ausführte, eine klare Erkenntnis. Daß war so gewaltig, daß mein Geist in Umnachtung verfiel. Ich habe geglaubt, daß durch alle meine Opfer, die ich brachte für die Ehre der Muttergottes, zu erringen, daß Heroldsbach anerkannt würde von der Kirche. Ich leide nun für den Ungehorsam, dessen ich mich schuldig machte gegen die hl. Kirche. Gott will nicht Opfer, sondern Gehorsam. Seine Barmherzigkeit rettete meine Seele vom ewigen Verderben. Hätten alle Gehorsam geübt, wären wir in Heroldsbach viel, viel weitergekommen. Gib es weiter, daß der Gehorsam geübt wird." Er ist fort. Jesus spricht dazu: "Wer gehorsam ist, der ist Kind Gottes und Meiner hl. Kirche."

 

Sonntag, den 29. November 1959

1. Adventssonntag. Monate habe ich gerungen. Alles wollte ich auslöschen und vernichten. Einen beschädigten Corpus will ich zu den anderen, die beschädigt sind, auf den Friedhof legen. Vor Jahren mußte ich ihn mitnehmen, der ohne Arme auf dem Weg lag. Ich wußte nicht, warum. Es soll jetzt der Anfang sein, alles Religiöse, alle Bilder und Statuen aus meinem Zimmer zu schaffen.

Ich möchte, daß niemand mehr zu mir kommt, möchte nur einen Kinderglauben und die Liebe besitzen, Jesus gebraucht diesen Corpus zu meiner Erkenntnis und Wandlung. Ich erwache erst um acht Uhr. Ein Licht stört mich. Erschreckt sehe ich rechts vom Bilde der Mutter mit dem geneigten Haupt einen Corpus, wohl einen Meter groß, ohne Arme, aber im Licht. Er bewegt sich langsam hin und her. Ich verstehe wohl, daß das eine Bedeutung für mich hat.

Ich frage: "Herr, was bedeutet das?" Jesus erhebt sein Haupt und schaut mich traurig an. Aus seinen Augen rinnen Tränen. Ergriffen frage ich: "Herr, warum weinst Du?" Die Augen erfüllen sich erneut mit Tränen. Sie bilden zusammen eine große Träne, die auf meine Hände fällt. Nun bin ich ganz bestürzt und zittere an allen Gliedern. Erneut frage ich: "Herr, warum weinst Du? Weinst Du über mich?" Jesus schaut mich an mit einem Blick, der mich ins Herz trifft und sagt: "Ja, Ich weine über dich!" Ich: "Herr, was tat ich Dir?" Er: "Wenn du den Weg so weitergehst, wirst du eine Abtrünnige werden. Du willst mir fortlaufen." Ich: "Herr, wie meinst Du das? Ich möchte doch nur noch mehr einsam leben. Ich möchte nirgendwo mehr hin, möchte nicht mehr schreiben und das Niedergeschriebene verbrennen.

Du weißt, wie schwer mir das Gehen fällt. Ich leide gern. Es ist doch für einen Priester. Ach, ich erlebe soviele Sensationen, so viele wollen in die Zukunft schauen und ständig fragt man nach dem Strafgericht. Wer Dich wahrhaft liebt, braucht Dich als strafenden Richter nicht zu fürchten. Du weißt, warum ich keine Visionen und Ekstasen haben möchte. Für die Seligkeit brauche ich das nicht. Nur Glaube, Hoffnung und Liebe und Treue brauche ich. Mehr denn je ist das andere ein Hindernis in meiner Familie. Oft ist so eine Schwere in meinem Gemüt, die mich ängstigt. Dann brauche ich Gewalt, um beten zu können. Wenn ich dann rufe, erscheint es mir, als wärest Du ganz weit entfernt."

Jesus spricht: "Ich halte dich schon verborgen, aber alles kannst und darfst du nicht abwerfen. Du kannst dich nicht allem entziehen. Vertraue Mir grenzenlos. Ich lenke und bestimme deine Wege. Niemand kann dir eine Stunde bestimmen. So sie bestimmen, werde Ich es verhindern. Ich schaue in die Herzen. Du bist Opfergabe und bleibst es. Meine Priester sind umringt von einem Wall von Feinden. Die können nur durch ein Heer von Opferseelen besiegt werden. Ich machte dich nicht frei, als du Mich betend fragtest, deinen Seelenführer besuchen zu dürfen. Durch deine Leiden für ihn gabst du ihm mehr als durch einen Besuch. Wenn er es haben will, daß du kommen sollst, dann mag er den Tag bestimmen. An diesem Tag mache Ich dich frei, daß du auf deinem Weg nichts zu befürchten brauchst.

Bleibe weiter ein Stern deinen Brüdern und Schwestern. Wohl leuchtest du nicht mehr golden wie die Sonne. Das Gold lag für sie in den Offenbarungen, Visionen und Ekstasen. Du leuchtest auch nicht mehr silbern wie der Mond. Silber lag für sie in der Sendung zu ihnen. Schon lange leuchtest du rot, von Meinem Blute genährt. Du hast es verspürt an dem Tage, als du Mich unter beiden Gestalten empfangen hast. Das Rot für sie liegt nun in der Verborgenheit, in dem Opfer, das die Entsagung des Zusammenseins ist.

Die Zeit, die dir noch gegeben ist, nütze sie für Meine Priester, für die Bekehrung der Sünder, besonders für die Kindermörder. Das Blut der Unschuld schreit zum Himmel, mehr als in den vergangenen Tagen. Über diese Sünde ergeht noch ein besonderes Gericht. Wehe ihnen, wenn niemand da ist, der für sie bittet und sühnt.

Du wirst erkennen, wie groß die Liebe so vieler ist, die sich deine Brüder und Schwestern nennen. Kommen sie aus Liebe zu dir, kommen sie auch zu Mir. Ich werde jene die Süße Meines Herzens verkosten lassen. Als Erinnerung an diese Stunde hänge diesen Corpus bei den Stationen auf. Will Satan dich mutlos machen, so schaue darauf und du wirst getröstet sein. Du weißt, um welche Seele es geht. Es steht Macht gegen Macht. Siehe, neun Monate versuchte er, dich zu töten, nahm dir in solchen Stunden sogar das Denken. Er sah es und erkannte, daß Ich mit dir war und auch die hl. Mutter. Nun versucht er, dich vom Glauben abzubringen. Dann wäre sein Spiel gewonnen. Darin liegt auch der Weg, daß du eine Abtrünnige würdest."

Ich sehe klar: "O Mein Jesus, das nicht, das soll nicht geschehen. Mache weiter mit mir, was Du willst. Habe ich gefehlt, dann verzeihe mir. Ich wollte Dich nicht beleidigen. Wie soll ich das beichten?" Jesus: "Teile es deinem Seelenführer mit. Er findet schon die rechten Worte. Dann wirst du wieder frei sein von all dem Schweren." – "O Dank, Dank, mein Jesus für diese Liebe. Ich habe sie nicht verdient."

Nach dem Hochamt in der Pfarrkirche sehe ich ein seltsam leuchtendes Bild vor dem Tabernakel. Zwei Engel halten eine leuchtende Krone. Unter der Krone ist eine Mondsichel. Es ist das letzte Viertel, aber in einer Querlage, bei der die Spitze rechts fehlt. Unter der Mondsichel ist ein großes leuchtendes Ziffernblatt. Unter dem Ziffernblatt ist die Erdkugel, auf der eine weiße Taube steht.

 

Dienstag, den 8. Dezember 1959

Es ist 21 Uhr und Jesus ist bei mir. Er erklärt mir das Bild vom 29. November: "Die Taube auf der Erdkugel ist der Heilige Geist. Den ganzen Erdkreis hat Er mit Seiner Macht und Liebe durchdrungen. Der ganzen Menschheit wurde Zeit gegeben, sich im Heiligen Geist zu heiligen. Die Zeit geht aber dem Ende zu, da Meine Wiederkunft in Vorbereitung steht. Das zeigt das Zifferblatt an. Es ist aber keine Berechnung der Erdenzeit. Gott ist der Zeitlose.

Man spricht, daß es bald 12 Uhr ist, ein Ausdruck von Zeit, der besagt, daß bald das geschieht und sich erfüllt, was viele Propheten angekündigt haben, den Vollzug des Strafgerichts. Im Strafgericht steht die Welt schon lange, aber alles ist noch Anfang. Die Zeitstunde 12 ist eine heilige Stunde. Ich wählte sie für Meine Geburt. Sooft diese Stunde wiederkehrt in Heiliger Nacht, wird allen, die guten Willens sind, immer neu der Friede von Bethlehem geschenkt. Siehe, Meine Seele, wenn nach eurer Zeit 12 Uhr nachts ist, dann ist der Tag zu Ende und ein neuer Tag bricht an. Ja, Mein Tag ist angebrochen. Betet und sühnt, damit ihr, angetan im Hochzeitsgewand, Mir entgegeneilt, wenn Mein Tag sich neigt.

Über dem Zifferblatt sahest du die Mondsichel, von der die Spitze fehlte. Letztes Viertel bedeutet Endzeit. Von dieser Endzeit ist schon ein Teil verstrichen. Du sahest die Mondsichel quer. Das bedeutet: Der Mensch hat mit seinem Stolz die Gottesordnung geändert und das Vergängliche seiner Macht und Weisheit über den Geist Gottes und Seine Macht gesetzt. Wenn aber Mein Tag sich neigt und Dunkelheit die Erde bedeckt, dann hat alles Vergängliche ein Ende. Wehe jenen, die mit leeren Händen vor Mir stehen. Was nützt es ihnen, wenn sie meinen, alles erforscht zu haben, aber den Seelentod in sich tragen. Sie haben keinen Teil an Mir.

Hütet euch, weiser und mächtiger als Gott sein zu wollen. Ihr könnt Ihn nicht entthronen. Er aber wandelt über Nacht die Werke eurer Macht und Weisheit in Schutt und Asche. Euch aber, die ihr klein und einfältig seid und bleibt, wird von Engeln eine Krone aufgesetzt, die über allem Vergänglichen steht, die euch niemand rauben kann. Das bedeutet die Krone, von Engeln getragen. Ich komme bald. Laßt euch führen an der Hand der Unbefleckt Empfangenen. Sie ist die Wegbereiterin, die euch schenkt, was von der Stille des Tabernakels ausgeht. In ihre Hände habe Ich alles gelegt. Höret auf ihre Mahnrufe! Du, Meine Seele, gehe ganz in die Stille. Bereite Mir die Herzenskrippe für die Heilige Nacht."

Ja, Herr, das soll geschehen. Möchten doch alle Menschenherzen zu Deiner Krippe werden.

 

Freitag, den 25. Dezember 1959

Vor dem ersten Adventssonntag sagte Jesus: "Weihnachten wirst du arm sein." Viel dachte ich über diese Worte nach. Ich dachte wohl, daß ich arm an Geld und Gut sei und keine Freude haben werde. Nun ist der heilige Tag gekommen. Friede und Ruhe ist in der Familie, und beschenkt wurde ich auch. Darin lag wirklich das Wort 'arm' nicht. Als Jesus einzog in mein Herzenskrippelein, da war mein Herz erfüllt von heiliger Freude. Ich jubelte mit Maria, mit den Engeln und Heiligen. Ganz zaghaft sagte ich zu meinem Heiland: "Herr, ich verstehe Dich nicht mit diesen Worten. Ich sollte heute arm sein und bin doch so reich, so reich in Dir. Wer Dich besitzt, ist doch nicht arm. Du hast mir auch irdische Freude geschenkt. Wo ist nun Armut?"

Da sagt Jesus: "Arm bist du doch. Das Wort 'Armut' birgt in sich große Geheimnisse, die in Mir verborgen sind. Nur die erfassen es, die Mir nachfolgen von der Krippe bis zum Kreuz. Im 'A' liegt der Anfang Meiner Menschwerdung. Im 'R' liegt Meine Sendung als Retter der Welt. Im 'M' liegt Meine geheimnisvolle Geburt aus Maria der Jungfrau. Im 'U' liegt Meine Unterwerfung Meiner Person durch Mein Opfer. Im 'T' liegt die Tat der vollkommenen Armut von der Krippe bis zum Kreuz. Willst du vollkommen sein, mußt du dieses Wort in dir zum Leben bilden."

"Wie kann ich das, Herr?" Jesus: "Arm wurdest du geboren, weil du nicht Kind Gottes warest. Durch die Taufe wurdest du zum Gotteskind. Jedes Gotteskind soll auch Retter seiner Seele sein und Retter anderer Seelen, um sie für den Himmel zu gewinnen. Steht Maria an der Wiege eines Menschen, wird sie auch stehen bei seinem Kreuz. Unterwirft sich die Seele ganz dem Willen Gottes, leidet Erniedrigung und Schmach, ist sie Opfer, vereint mit Mir, dann ist sie arm vor der Welt, aber reich in Mir. Siehe, nicht nur Worte gab Ich der Welt, sondern sie sah die größte Tat, die keiner vollbringen konnte als Ich, das arme Kind von Bethlehem, als Ich, der verlassene Heiland am Kreuz, als Ich, der Auferstandene, als Ich, der nun Thronende zur Rechten des Vaters. Willst du, Meine Seele, gekrönt werden für deine Taten hier auf Erden, müssen diese eines Thrones würdig sein. Du mußt ein Held sein, der alles besiegt, die Welt, das Fleisch und die Hölle. Verstehst du nun, daß in der Armut der Reichtum der Krone liegt?"

"Ja, ich verstehe es nun, Herr, aber Du sagtest, ich werde arm sein. Ich stehe doch noch im Kampfe mit Welt, Fleisch und Hölle."

Jesus: "Ja, du stehst noch im Kampfe, aber von der Krippe kann jede Seele die Armut als höchstes Geschenk der Heiligen Nacht empfangen. Die damit verbundene Gnade hilft, aufwärts zu steigen in Meiner Nachfolge bis zur Höhe auf Golgotha. Sie weckt das in der Erde versenkte Samenkorn auf zum ewigen Leben und ewiger Freude. Sie bereitet dem Verklärten einen Thron, geschaffen aus Armut und Niedrigkeit, der leuchten wird durch alle Himmel. Hast du dieses Geschenk angenommen aus Meiner Hand und das Ja gesprochen, wirst du dich immer auf die Stufe stellen, auf der ich dich haben will, wirst Mir folgen, ohne zu fragen, warum, weshalb, wohin? Ein Pulsschlag wirst du sein mit dem Meinen, bis er eins wird in der Dreifaltigkeit. Bist du bereit? Erkennst du nun das Wort und seine Vollendung?"

"Ja, Herr, ich erkenne und bin bereit!" Jesus: "So gib weiter, was Ich dir sagte, damit noch viele erkennen und bereit sind, anzunehmen und Mir das Jawort zu schenken."

Ich sehe die Uhrzeit: 12 Uhr und sechs Minuten.

 

Dienstag, den 29. Dezember 1959

Ich sehe Scharen von Kranken, Hungernden, Aussätzigen, geistige und leibliche, Verfolgte, Gemarterte, Hilflose und Obdachlose. Sie heben flehend ihre Hände zum Himmel. Jesus spricht: "Euch ist es gegeben, mit diesen Armen arm zu werden, damit ihr reich mit ihnen im Himmel werdet. Noch ist es Zeit, da jeder wirken kann. Nützet sie. Ihr werdet gerichtet nach dem Maß, das gegeben wurde und wie ihr die Zeit damit gewirkt habt."

 

Freitag, den 1. Januar 1960

Nach der hl. Kommunion: "Herr, laß dieses neue Jahr mit Dir und in Dir geheiligt sein. Dank, tausend Dank, daß ich es erleben durfte. So geborgen fühle ich mich in Dir. Herr, warum sind so viele von Furcht ergriffen vor diesem Jahr? Wie oft werde ich gefragt und warum bangen so viele vor dem Geheimnis von Fatima?"

Jesus spricht: "Dieses neue Jahr ist ein heiliges Jahr. Es ist das Jahr der Heiligsten Dreifaltigkeit. Großes liegt in Vorbereitung. Betet, daß dieses Große vom Segen der Dreieinigkeit begleitet wird. (Gemeint ist das Konzil.) Tuet Buße und leistet Sühne für jene, die diesem Großen abweisend und ablehnend entgegentreten. Weil es groß und erhaben ist, bietet die Hölle die ganze Macht auf, die Völker zu blenden mit den Trugbildern ihres Lichtes und Lichterscheinungen. Sie ist es, die Furcht und Bangen in den Herzen der Menschen verursacht. Wer in Gott verankert ist, der braucht nichts zu fürchten. Der Herr ist jedem, der Ihm vertraut, Schirm und Schild. Forschet darum nicht ängstlich, was im Ratschluß Gottes noch verborgen ist. Was vor der angekündigten Zeit preisgegeben wird, ist doch kein Geheimnis mehr. Schauet vielmehr auf zu eurem Vater im Himmel und bittet Ihn, daß Er Seinen Sohn verherrliche wie einst bei der Taufe im Jordan. Bittet, daß bald ein Hirt und eine Herde werde. Eure Freude wird groß sein, wird sich vereinen im Jubel der Engel und Heiligen." – "Dank Dir, mein lieber Jesus."

 

Herz-Jesu-Freitag, den 5. Februar 1960

Nach der hl. Kommunion: "Herr, Du weißt, um was ich bitten will. Du kennst meine Gedanken." Jesus: "Du, Meine Seele, bist zum Eckstein geworden. Wer im Willen Gottes und für die Wahrheit steht, wird zum Stein des Anstoßes. Tröste dich in Mir. Ich bin es immer noch. Die Erscheinung war keine Täuschung. Weil Jakob (Heroldsbach) sich oft nach dir sehnte als er noch lebte, aber keine Verbindung mit ihm sein konnte, ließ Ich es nach seinem Tode zu, daß er sich dir zeigen durfte. Er sprach die Wahrheit. In seinen Worten klagte er sich und jene an, die meinen, ein gewisses Anrecht auf Ausübung einer Macht zu haben, die aber abweicht von der Demut und im Zeichen des Ungehorsams steht."

 

Sonntag, den 6. März 1960

Sühnestunde in der Pfarrkirche Oberpfalz. Beim Lob der heiligen Dreieinigkeit sehe ich drei Lichtkreuze. Dann sehe ich ein Lichtkreuz mit Corpus. Auf meine Frage höre ich: "Nimm diese Kreuze, das des Vaters für den Glauben, das des Sohnes für die Hoffnung und das des Heiligen Geistes für die Liebe." – Herr, wie soll ich das verstehen?" Jesus: "Ein Kreuz bedeutet Leid. Beim Leid, das erneut über dich kommen wird, heißt es, fest im Glauben bleiben. Es kommen Stürme. Der Versucher geht erneut gegen dich vor. Hälst du aus, gewinnst du Seelen für den Glauben. Ich bin der Bräutigam der Liebe, reiche dir das Kreuz der hl. Hoffnung. Wenn Nacht dich umgibt, aller Trost schwindet, dann schaue auf zum Stern der Hoffnung. Unterliegst du nicht im Kampfe, dann wirst du Seelen retten, die am Abgrund liegen und jede Hoffnung auf Rettung verloren haben. Der Heilige Geist schenkt dir das Kreuz der Liebe. Es ist ein Kreuz, das dir von anderen durch Schmach, Verachtung, Spott, Hohn und Abneigung bereitet wird. Du aber vergiltst alles mit Liebe. Drei Kreuze sind es und doch nur eins. Wenn du daran hängst und vereint mit Mir und Meinem Kreuz bist, dann wirst du wie Ich alles an dich ziehen. Das kannst du, weil Ich einen Funken aus Meinem Herzen in dein Herz gelegt habe. Damit kannst du die Kerzen anzünden. Weil es Feuer Meines Herzens ist, muß es auch brennen und zur Flamme werden, die aufsteigt zu Meinem Herzen und sich verzehrt für Mich."

 

Sonntag, den 20. März 1960

Beim Lob der Dreieinigkeit sehe ich drei Gewänder. Das erste ist violett, das zweite grün und das dritte weiß. Dann sehe ich drei Kelche. Ich bitte um Erklärung. Jesus spricht: "Ich kleide dich mit dem Gewand der Buße. Du trägst es bis zum Tode. Weil dein Herz in einer Freude lebt, die Freude in Mir ist, hat es nur Frühling, darum das zarte grüne Gewand des Frühlings. Bewahre dir diesen Frühling des Herzens.

Sage es allen, wessen Freude Ich bin, der hat nur Frühling, dessen Seele trägt immer das Frühlingsgewand, wenn der äußere Mensch auch das harte Gewand der Buße trägt.

Das weiße Gewand reiche Ich dir und allen, die ausharren bis zum Ende, die rein gewaschen sind in Meinem Blute. Das Herz ist der Sitz der Liebe. Liebe ist der Vater. Liebe ist der Sohn. Liebe ist der Heilige Geist. Alles ist eine große Gottesliebe, ein Meer von Liebe, das überströmt, wenn du ganz im Willen Gottes lebst. Nimm die drei Kelche, Meine Seele, fülle sie aus. In den ersten lege Ich deine ganze Hingabe an Gott. Magst du auch Gottes Wege und Walten nicht verstehen, gebe dich hin mit Leib und Seele. Er führt dich durch Licht und Dunkel zum Ziel. In den zweiten Kelch lege deine Freuden und Leiden. Diesen Kelch trage zum Opferaltar. Vereine ihn mit dem Opferkelch Meines Blutes. Wie wertvoll sind dann die Leiden, weil Ich sie wandle in Freuden.

In den dritten Kelch lege alle wahren Freuden, alles Lob und des Herzens Dank. Reiche diesen Kelch Maria, der Königin der Freuden. Sie trägt ihn zum Throne des Vaters. Vollkommen wird die Freude, das Lob und der Dank. Das Wohlgefallen und der Segen der Heiligsten Dreifaltigkeit ruhen dann besonders auf dir und allen anderen. In diesem Segen seid ihr ein Segen für andere. Ich suche Seelen, die danach verlangen, diese Kreuze zu tragen, um Seelen zu retten."

 

Sonntag, den 27. März 1960

Ich sehe Wasserfluten. Ein Land versinkt. Das war einmal England. Wehe dir, Amerika! Was über Nacht über dich kommt, wird dich erdrücken. Der Herr setzt Berge, wo keine sind. Er baut Städte, die der Meeresspiegel freigibt. Du tust nicht recht, wehe dir! Diese Waffen durftest du nicht schmieden. Ich sehe schwarze Nacht um dich. Deutschland, auch deine Stunde kommt. Sie rückt näher, da du verblutest am Kreuze. Doch du wirst auferstehen mit den Gerechten, die in dir wohnen. Barmherzigkeit, mein Jesus. Rette uns aus der Gefahr um Deines kostbaren Blutes willen. Ihr Engel, erfleht uns Barmherzigkeit. Verlaßt uns nicht, wenn die große Verlassenheit kommt. Furchtbar werden die Tage der Verlassenheit sein. Gott wird sich abwenden und kein Gebet erhören; in Angst und Not oder aus Furcht gesprochen aus dem Gottlosen Mund; es sei denn, daß es mit Herzensreue vereint ist. Heiliger Gott, heilig ist Dein Name allezeit.

St. Antonius erscheint mit dem Kreuz. "Oh, bitte, großer Heiliger für uns, daß die Tage der Drangsal und Betrübnis vorübergehen." Dann reicht Jesus mir Seine Hände. "Herr, wenn Du bei mir bist, verspüre ich eine große Kraft."

 

Sonntag, den 1. Mai 1960

Ich bin in Ittenbach im Hochamt. Bei der hl. Wandlung sehe ich über der Hostie das Leidensgesicht meines Seelenführers Josef Dohmen. Ich erkläre es mir als Sehnsucht, weil er krank ist und nicht am Altare stehen kann.

 

Sonntag, den 8. Mai 1960

Jesus will, daß ich heute in Siegburg bei Schwester Anna sein soll. Ich weiß noch nicht, warum. Zuvor bin ich um acht Uhr in der Pfarrkirche bei der hl. Messe. Bei der hl. Wandlung sehe ich wieder das Leidensgesicht meines Seelenführers. Was mag das wohl noch mehr bedeuten als Sehnsucht? Um 10.30 Uhr fahre ich nach Siegburg. Wegen Straßenbau sind die Fahrpläne geändert. So komme ich erst um zwei Uhr in Siegburg an. Gegen 19 Uhr wollte ich wieder heim. Ich wußte nicht, daß von hier aus die Fahrtrichtung anders war. Somit war mein Bus fort. Dann ist Jesus an meiner Seite und sagt: "Du erreichst dein Ziel heute nicht mehr. Du hast Zeit bis morgen um 12 Uhr." Welch seltsame Worte. Ich ging zurück zu Schwester Anna und war sehr unruhig in der Nacht. Warum mußte ich hierbleiben? Meine Gedanken waren nur bei meinem kranken Seelenführer.

 

Montag, den 9. Mai 1960

Bruder Canisius kommt von Kassel und bringt die Nachricht, daß es mit meinem Seelenführer Pater Dohmen zu Ende geht. Ich möchte noch hin zu ihm. Nach 12 Uhr bringt Frau Mevissen mich zum Bus. Unterwegs ist ganz plötzlich das Gesicht meines Seelenführers wieder da, so wie ich es in Ittenbach und Oberpleis bei der Wandlung sah. Auf einmal bin ich erleuchtet und sehe klar. Er ruft mich, er sehnt sich nach mir in seinem Sterben. Ich spreche mit Maria darüber und sage: "Ich muß hin zu ihm, muß ihn noch trösten." Sie sagt: "Ich würde gern mit dir fahren, aber ich muß morgen arbeiten. Fahre zu Elisabeth Holler. Sie wird mit dir fahren." Das tat ich auch. Elisabeth war gleich bereit.

 

Dienstag, den 10. Mai 1960

Elisabeth und ich fuhren heute über Andernach nach Saffig, wo mein lieber Seelenführer lag. Das war eine Heilanstalt. Ich wurde gleich mit Elisabeth zu ihm geführt. Er lag allein auf seinem Zimmer, so arm und verlassen. Seine Züge waren schon vom Tod gezeichnet. Er merkte nicht, daß wir bei ihm waren. Ich hatte mein Heiligtum, mein süßes Geheimnis bei mir. Der Herr wollte es, daß ich Ihn mitnehme. Mein süßes Geheimnis legte ich meinem Seelenführer auf die Brust und sagte: "Jesus ist hier und bringt Trost und Frieden."

Da schlug der Sterbende die Augen auf und sah mich groß an. Dann erkannte er mich und weinte. Ich sagte: "Nicht weinen, der Herr macht alles gut. Zuletzt verstand ich den Ruf und nun bin ich hier. Bald wird die Mutter Gottes Sie vom Kreuz nehmen und in ihrem Schoß bergen." Elisabeth war ein wenig zurückgetreten. Ich führte sie herbei und sagte: "Ich habe noch eine liebe Seele mitgebracht." Er schloß ein wenig die Augen. Die Not kam über ihn. Zwei Stunden habe ich ihm die Lippen benetzt und den Todesschweiß abgewischt. Ich meinte, ich hätte es Jesus getan. Wir wollten leise beten, da schaute der Sterbende uns an mit einem seltsamen Blick. Ich verstand es: Wir sollten laut beten. Er wollte mit uns beten. So formte ich die Gebete um, daß die Anrufungen im Heilig-Blut-Rosenkranz dem Sterbenden zum Trost und zur seligen Hoffnungen wurden.

Ich formulierte die erste Anrufung: "Heiligster Vater auf dem höchsten Throne sei ihm gnädig und barmherzig." Die zweite: "Heiligstes Herz Jesu sei ihm Frieden und Seligkeit." Die dritte: "Heiliger Geist, Gott der Liebe, mache seine Seele rein und licht." Die vierte: "Mein Jesus, bedecke seine Seele mit Deinem kostbaren Blut und wasche sie ganz rein." Die fünfte: "O Mutter der schönen Liebe, bitte für ihn und erfreue ihn."

Still betete ich: "Herr, laß ihn doch nicht mehr so sehr leiden. Gern bin ich bereit, weiter zu leiden."

Auf einmal war ein furchtbarer Lärm unter dem Fenster. Ich bat Elisabeth, sie möchte doch einmal nachschauen und um Ruhe bitten, da hier doch ein Sterbender liege. Sie blickte aus dem Fenster: "Da kann man nicht viel tun, da sind lauter Irre und Schwachsinnige. Da mußte das Gebet helfen. Auf einmal war es ruhig. Bis 14 Uhr verrichteten wir unseren Liebesdienst. Auf einmal schaute er uns wieder groß an. Wir knieten uns nieder. Der Sterbende schaute nach oben, nach unten, nach rechts und nach links. Wir empfingen den priesterlichen Segen mit den Augen. Danach schloß er die Augen.

 

Dienstag, den 17. Mai 1960

Mit der kleinen Schar fahre ich nach Maria Martental. Dort wurde mein lieber Seelenführer zur letzten Ruhe gebettet. Ein Heiliger ist heimgegangen und bittet nun für uns. Vom ehrwürdigen Bruder Canisius erfahre ich, daß Pater Dohmen zwei Tage so ruhig liegengeblieben ist. Er habe keinen Todeskampf gehabt. Es freut mich, daß Gott mich erhört und ihm die furchtbaren Schmerzen genommen hat. Nach der Beisetzung beteten wir an seinem Grab. Da trifft es mich wie Sonnenstrahlen. Ich schaue auf und sehe meinen Seelenführer in lichten Höhen. Er segnet uns alle. Wir danken dem Herrn dafür.

 

Sonntag, den 29. Mai 1960

Jesus spricht: "Maria, lege das Trauergewand ab. Du wolltest trauern um deinen Seelenführer und Bruder, er ist bei Mir. Wandle die Trauer in großes Schweigen. Vieles wird an dich herantreten. Du aber schweige."

 

Dienstag, den 30. Juni 1960

Ich bin in Ittenbach und Jesus zeigt mir meinem Seelenführer verklärt und gekrönt in einer Schar anderer Priester.

 

Donnerstag, den 30. Juni 1960

Bin in Köln im Hause von Elisabeth bei der 'Mutter vom guten Rat'. Maria Lichtinghagen ist auch gekommen. Wir halten eine Andachtsstunde. Dann singen wir den 'Engel des Herrn'. Beim dritten Ave wird die Muttergottes immer schöner. Ich sehe kein Bild mehr. Die Muttergottes mit dem Jesuskind tritt leuchtend und verklärt hervor. In meiner Freude singe ich das Magnifikat. Der Glanz schwindet, und das Bild wird wieder natürlich. Ein Lichtstreifen steigt aber aufwärts auf das Herz-Jesu-Bild. Ein Lichtkreuz legt sich auf das Bild. Da das Lichtkreuz nicht den übernatürlichen Glanz hat, sondern eher wie die Sonne leuchtet, sage ich: "Herr Jesus, das ist nicht Dein Segen."

Er öffnet die Augen und sagt: "Folge Meinem Blick." Das Lichtkreuz wandert. Es bleibt kurz stehen über der 3., der 4., der 5., der 6., der 7. und der 8. Kreuzwegstation. In der Ecke, wo eine Statue der hl. Elisabeth steht, verweilt das Kreuz länger. Es wandert weiter bis zu dem Kreuz, wo das Bild des hl. Antonius hängt. Das Kreuz senkt sich tiefer. Im Begriff, den hl. Antonius zu fragen, ob der Segen von ihm käme, nimmt der Herr mir den Blick. Die Glieder werden schwer. Es bildet sich eine große Lichtfülle im Raum. Darin sehe ich eine Gestalt, erst klein, dann wird sie größer. Ich erkenne nun, wer es ist. Es ist der junge Priester, der zu Besuch war. Er trug das Lichtkreuz auf seiner Brust.

Dann sehe ich die Muttergottes. Sie spricht: "Schaue zum Himmel." Da mein verstorbener Seelenführer mit noch anderen Priestern den Abendsegen schon gegeben hatten, bin ich erstaunt, sie wieder zu sehen. Sie segnen nicht, sondern strecken die Hände aus. Die Muttergottes sagt: "Weihe, Verbindung, Macht. Schaue dich um, dann siehst du die Macht." Mein Blick fällt auf den jungen Priester. Ich finde nicht gleich den Zusammenhang, weil ich doch nur mit Maria allein im Raum war. Wie soll ich das erklären?"

 

Herz-Jesu-Freitag, den 1. Juli 1960

Nach der hl. Kommunion spricht Jesus zu mir: "Meine Seele, das Wort Macht erfaßt dich noch immer. Siehe, jeder Priester ist ein Licht, aber auch eine Macht. Licht ist er, weil Ich, der Ewige Hohepriester, das Licht der Welt bin. Priester kann keiner sein, der nicht in Mein Licht gekleidet wird. Macht ist er, weil Segen Macht ist. Vor Priestersegen weicht die Macht der Hölle. Priestersegen ist Mein Segen. Was Mein ist, das ist Kraft und Gnade." – Herr würden sie mehr Gebrauch machen von ihrer Segensmacht.

Am Nachmittag kommt Besuch von Niederpleis – Katharina Klünter. Sie gibt mir ein kleines Päckchen und sagte: "Das ist vom hochw. Herrn Pater Dohmen. Das hat Bruder Canisius noch für dich erobert als Andenken." Im Augenblick werde ich erleuchtet und sage: "Das ist ja das Corporale von Abbe Vachere, das Mutter Hilker mir schenkte. Ich mußte es meinem Seelenführer geben nach Jesu Willen. Nun ist es wieder in meinen Händen." Ich erkläre ihnen, wie das Corporale und welche Blutung darauf ist. Dann öffne ich das Päckchen. Es bestätigt sich, was ich sagte. Nachdem der Besuch gegangen ist, gehe ich auf mein Zimmer, bete und sage: "Hat man nicht den Mut gehabt, das Corporale zu behalten?" Jesus sagt: "Das hat sich so gefügt."

 

Samstag, den 2. Juli 1960

Maria Heimsuchung. Heute gibt mir Jesus eine Weisung über das Corporale: "Maria, das Corporale bleibt in deinen Händen. Es soll mit dem ersten Geheimnis nach Rom. Falte es anders, so daß die Blutung sichtbar wird. Du mußt eine sichtbare Hülle haben. Stelle es dann zur Verehrung auf. Nimm es mit auf Wegen, die ich dir befehle." "Dank sei Dir, Mein Jesus."

 

Mittwoch, den 6. Juni 1960

Heute kommt ein Jesuitenpater zu mir – Heinrich Maria Schröder aus Schönenberg bei Ruppicheroth. Seine Anschrift wurde mir schon im April von H. Wilhelm Schilling gegeben, der sehr hoch von ihm sprach. Ich stehe vor dem Herz-Jesu-Bild: "Herr, ich fühle etwas, was soll ich tun?" Da sagt Jesus: "Nimm ihn liebevoll auf. Er ist ein Leidenspriester und ein Sohn Meines hl. Herzens. Schweige aber. Gib nur Antwort auf Fragen, die dir gestellt werden."

Es ist schon 15.30 Uhr, als der Priester eintritt. Er sieht müde und abgespannt aus. Das tut mir leid. Er erzählt von einem weiten Weg, den er gegangen ist. Nach Erklärungen erkenne ich, daß man ihn auf Umwegen zu mir schickte. Er legt die Stola an und segnet mich. So wurde ich noch nie gesegnet. Wir sprechen nicht sehr viel, aber ich erkenne, daß er ein großer Marienverehrer ist. Er hat nur eine Stunde Zeit, dann muß er wieder fort. Er segnet mich auch beim Abschied. Ich verspüre so eine Gewalt bei diesem Segen. Dann begleite ich ihn zur Bushaltestelle, die nur einige Minuten entfernt ist.

 

Sonntag, den 11. Juni 1960

Seit dem 7. bin ich krank. Angina, Nervenentzündung, Husten, hohes Fieber.

 

Dienstag, den 23. August 1960

Schon länger kommt ein Wilhelm Schilling zu mir. Er wirft mir wegen Heroldsbach Ungehorsam gegen die Kirche vor. Weil ich 1951, 1952 und 1965 in Heroldsbach war. Ich erkläre, daß ich dem Ruf der Muttergottes folgte und die Zustimmung des Seelenführers gehabt habe, weil damit eine Aufgabe verbunden war. Er läßt es nicht gelten und beruft sich auf Bücher, durch die er belehren und formen möchte. Als er fort ist, bitte ich den Herrn: "Zeige mir Herr, ob er mir wirklich ein Bruder ist. Ist er es nicht im wahren Sinne, dann wirst Du es so lenken, daß er den Weg zu mir nicht mehr findet. Du hast schon manchen entfernt. Ich brauche doch kein Buch, um Gehorsam zu lernen."

 

Donnerstag, den 25. August 1960

Ich bin in Ittenbach. Nach der hl. Kommunion spricht Jesus: "Sage ihm, du kannst, o Seele, die Gedanken deines Schöpfers nicht erfassen, kannst Seine Wege nicht begreifen und verstehen, wenn es dir nicht gegeben wird. Ebenso wenig kannst du die Wege fassen und die Befehle verstehen, die das Werkzeug Meiner Liebe nach Gottes Plan geht und ausführt. Meine Seele, das Buch als Waffe und Beweis brauchst du nicht. Bücher sind ebenso veränderlich wie die Menschen, wenn sie nicht übereinstimmen mit dem einen Buch, das Ich der Welt gab, das zur Heiligkeit und zum ewigen Leben führt."

 

Sonntag, den 4. September 1960

War durch das Wasser in den Gliedern die ganze Woche im Bett. Der Weg zur Kirche fällt mir schwer. Aber Gott schickt Hilfe. Ein Herr nimmt mich mit in seinem Auto. Ich bete nach dem Hochamt die Andacht zur Heiligsten Dreifaltigkeit. Über dem Bilde des Vaters sehe ich auf einmal drei Lichter. Dann werden sie zu einem Licht, das aussieht wie ein brennender Dornbusch. Jesus sagt: "Du darfst in diesem Jahr eine Wallfahrt nach Lourdes machen, wenn du eingeladen wirst dazu." Am Nachmittag kommt Besuch aus Niederpleis. Katharina Klünter überreicht mir einen Brief von Claire Theoblad aus Boulay. Diese lädt mich ein, mit ihr die Wallfahrt nach Lourdes zu machen. Man wundert sich, daß ich gleich zusage. Nun erzähle ich, was Jesus gesagt hat. Die Freude ist groß.

 

Donnerstag, den 8. September 1960

Ich leide wieder sehr in den letzten Tagen. Ich muß viel an Pater Schröder denken. "Herr, wenn es in Deinem Willen liegt, dann füge es, daß er mein Seelenführer wird. Ich stehe so schutzlos da. Von überall her kommen Anfeindungen und Verleumdungen."

 

Sonntag, den 11. September 1960

Sehe in der Pfarrkirche das Kreuz, das im Altarraum hängt, wie in Feuer getaucht. Ich bitte um Deutung. Von diesem Kreuz her höre ich Jesu Stimme: "Bete, Seele, bete. Die Feinde des Kreuzes sinnen Furchtbares, um das Kreuz zu vernichten. Feuer soll angelegt werden, das Feuer des Hasses an das Fundament, das die Erde ist. Ich bin der Baum des Lebens. Nur von diesem Baum empfangt ihr Leben, weil das Leben euch das Leben erwarb. Der Haß, das Feuer der Hölle, will dieses Leben vernichten. Seid bereit. Fürchtet euch nicht. Ihr, Meine Diener, seid gezeichnet an euren Stirnen mit Meinem Kreuz. Ich stehe über allem Geschehen und lösche das Feuer mit dem Arm Meiner Gerechtigkeit."

 

Donnerstag, den 15. September 1960

Ich bin bei der Schmerzensreichen in Ittenbach, mit Agnes Müller aus Paderborn. Sie sagte mir gestern: "Ich weiß einen neuen Seelenführer für Dich." – "Sage nur, daß es Pater Schröder ist, dann weiß ich alles." Agnes: "Ich war bei ihm. Er wäre schon der Richtige für dich." – "Woher kennt ihr ihn alle? Ich habe noch nie etwas von ihm gehört, außer am 6. Juli." Als Agnes fort ist, fühle ich mich auf einmal so elend und krank. Der Tag ist immer für jene, die Selbstmord begehen wollen.

 

Freitag, den 16. September 1960

Gestern sagte mir Jesus: "Meine Seele, halte den Samstag für Meinen Leidenspriester, der zu dir kam im Monat Meines hl. Blutes. Es ist Mein Wille, daß er dein Seelenführer und Beichtvater wird." Ja, Herr, wenn Du es willst, so soll Dein Wille geschehen.

 

Samstag, den 17. September 1960

Heute in der Pfarrkirche schaue ich meinen verstorbenen Seelenführer Pater Dohmen verklärt. Er segnet mich und sagt: "Sei gesegnet für deinen neuen Anfang. Du verstehst es noch nicht, aber bald. Nimm ihn, den anderen, der dir vom Herrn gegeben ist, zu deiner weiteren Führung und Heiligung." Dann ist Jesus bei mir: "Meine Braut, erkennst du nicht den, den ich dir schon 1947 zeigte?" Ich sehe wie damals das Bild eines Priesters in einem Oval. Ja, es war damals so, wie der Priester heute aussieht, der mich am 6. Juli besuchte. "Ja, Herr, ich erkenne ihn, aber Du nanntest ihn Ludwig Maria. Er heißt aber Heinrich Maria." Da sagt Jesus: "Wer wie Ludwig Maria die Muttergottes liebt, ist ein Ludwig Maria. Schreibe ihm alles, was Ich dir sagte, und alles, was Mein Wille ist. Schreibe auch, daß es Mein Wille war, daß du ihn empfangen mußtest, wie du es getan hast. Er wird dir sein wie ein Bruder, der dich reich macht aus dem Gnadenquell Meines hl. Opfers. Du aber laß dich führen und sei ihm Schwester nach dem Vorbild deiner himmlischen Mutter Maria. Schenke ihm die Liebe und das Vertrauen, wie es dein verstorbener Seelenführer von dir empfangen hat. Füge dem Schreiben die Vision von den drei Kreuzen und den Gewändern bei – mit der Erklärung. Gedenke auch deiner Brüder und Schwestern in Liebe, die lieblos zu dir geworden sind und die Lügen auf ihren Lippen tragen. Dein neuer Seelenführer wird ihnen Stein des Anstoßes sein. Du aber wirst durch ihn geschützt sein gegen alle Bosheit und Arglist, die Satan ausstreuen wird, um dich zu vernichten; und die Eigenwilligen wird er blenden."

Ich danke Dir, Herr und Gebieter. Ich werde so handeln, wie es Deinem heiligen Willen entspricht. Sei gelobt und gepriesen in alle Ewigkeit.

 

Samstag, den 24. September 1960

Ich habe Nachricht erhalten, daß Pater Schröder am 21. September, dem Todestag meiner Mutter, meinen Brief empfangen hat. Er hat sich darüber gefreut und meine Seelenführung angenommen. Meine Mutter wird auch für mich gebetet haben, sie war ja eine geborene Schröder.

 

Sonntag, den 25. September 1960

Wie jedes Jahr feiern wir Brüder und Schwestern bei unserer Schwester Anna Schmitt in Siegburg das Fest der Muttergottes vom Loskauf der Gefangenen. Ich werde heute nicht so freundlich empfangen wie sonst. Ich merke bald, woran es liegt. Man hat schon erfahren, daß Pater Schröder mein Seelenführer ist. Man war schon bei ihm. Man hat nicht den Anklang beim ihm gefunden, den man suchte. Es wird mir gesagt: "Der ist nichts für dich. Wir wollen beten, daß du einen anderen bekommst." Ich erwidere: "Er ist mir bestimmt nach Gottes Willen. Das wird dann auch gut sein. Ich kann mich nicht nach eurem Willen richten." Ich habe, wenn ich kam, bei unserer Andacht stets vorgebetet. Maria Mevissen sagt: "Ich bete jetzt vor." – Ich sage: "Es ist gut." Nach einer halben Stunde sagt sie: "Jetzt kannst du weiterbeten, wenn du willst." Ich sage nichts und bete weiter. Der Klang ihrer Stimme war nicht freundlich, aber ich tat, als merkte ich nichts. Einige flüsterten mir zu: "Läßt du dir das bieten, eine solche Herabsetzung?" Ich erwidere: "Ja, weil es die Nachfolge Jesu ist. Es ist doch kein Gebet, wenn es von Streit und Zwietracht begleitet ist." Nun war wieder alles ruhig. Ich aber wählte besondere Gebete, die die Liebe zu Gott und den Menschen entfachen sollten.

 

Samstag, den 1. Oktober 1960

Die ganze Woche war ich krank. Es ist Sühne für Seelen, die mir in den Wallfahrtstagen gegeben werden. Ich bin noch nicht ganz in Ordnung. Es war ein schwerer Tag heute. Ich muß noch alles herrichten für den Sonntag und große Einkäufe machen. Müde und abgespannt fahre ich am Abend nach Niederpleis zu meinen Schwestern. Sie stehen alle am Bus, um mich abzuholen: Katharina Klünter, Katharina Braun, Elisabeth Holler, Elisabeth Zöller und Grete Winscheid, die ich nicht erwartet hatte. Die erste Frage ist: "Bei wem bleibst du zum Schlafen?" Ich sage: "Ich bleibe mit derjenigen zusammen, die eine weiße Bluse trägt, so wie sie die Gottesmutter mir zeigte. Ich habe es aufgeschrieben, damit ihr es sehen könnt." Sie waren ganz überrascht, denn es war Grete Winscheid, die diese Bluse trug. Es war gut so, daß wir beide in einem Zimmer waren, denn Grete hatte viel auf dem Herzen.

 

Sonntag, den 2. Oktober 1960

Früh um fünf Uhr fahren wir zuerst nach Bonn zur hl. Messe. Hier schließt sich Maria Anold an. So sind wir sieben Schwestern, die nach Lourdes fahren. Ich sehe die Muttergottes, die uns mit Engeln begleitet. Mit dem Pilgerzug der Dominikaner fahren wir nach Straßburg. Dort werden wir sehr herzlich begrüßt von Schwester Claire und ihrem Mann Jean. Auch die Straßburger Pilger sind sehr freundlich. Es wurde eine schöne Fahrt des Gebets und des Lobes Gottes durch Maria. Ich will auch meines neuen Seelenführers an heiliger Stätte besonders gedenken, damit wir durch Maria so geführt werden, ganz heilig und rein im Willen Gottes zu leben und zu sterben. Ich habe ein Abteil mit Schlafgelegenheit. Claire sorgt für alles.

 

Dienstag, den 4. Oktober 1960

Ich habe mich auf der Fahrt von neuem schwer erkältet. Lege alles auf die Opferschale. Gott weiß, wofür es gut ist. Abends um 19 Uhr kommen wir in Lourdes an. Es regnet in Strömen. Das erschwert vieles. Ich komme mit Maria Anold und einer Frau Lallemond aus Saarborg zusammen auf ein Zimmer. Die beiden schlafen schon. Ich kann nicht schlafen. Auf einmal ist Jesus bei mir und sagt: "Bist du bereit, Meine Seele, diese Nacht zu leiden für jene Seelen, die Ich dir schenken werde?" – "Herr, du weißt, daß ich immer bereit bin zu allem, was Dir gefällt. So nimm mich hin." Da befällt mich auf einmal eine Todesangst. Schweiß tritt aus allen Poren. Ich zittere und bebe vor Not. Das wird so schlimm, daß die beiden Frauen aufwachen. Ich knie auf dem Boden. Sie wissen ja nicht, was mit mir ist. Sie wollen mir helfen und mich wieder ins Bett legen. In dem Augenblick bin ich im Leiden der Annagelung und Kreuzigung, die nach ihrer Aussage einige Stunden dauerten. Ich war dann so erschöpft, daß sich um sechs Uhr nicht mit ihnen in die Basilika gehen konnte. Sie gingen allein. Gegen acht Uhr wurde es plötzlich besser mit mir, und ich ging dann auch zur Basilika.

Der 4. Oktober ist der Tag des hl. Franziskus, unseres Ordensvaters. Diesen Tag wollte ich besonders würdig begehen. Ich hielt ihn für die Verirrten. Ich verlasse das Hotel, aber anstatt nach rechts zur Basilika zu gehen, gehe ich links herauf. Ich merke es nicht, weil ich betend gehe. Je weiter ich gehe, desto fremder wird mir alles. Lieber Gott, laß mich doch den rechten Weg finden. Der Tag soll heute für die Verirrten sein, aber ich selbst bin in die Irre gegangen. Hilf mir, liebste Mutter mein. Dann kehre ich um und will zurück zum Hotel. Ich finde das Hotel nicht mehr. Dann geht auf einmal ein Priester vor mir her. Dann ist mein Engel bei mir: "Folge ihm nach." Voll Freude, nun auf dem richtigen Weg zu sein, folge ich dem Priester. Auf einmal war es mir, als hätte mir jemand einen Stoß versetzt. Ich fliege förmlich durch die Luft gegen eine große Fensterscheibe. Im gleichen Augenblick fährt ein Leichenwagen vorbei. Was ist heute nur los mit mir. Erst finde ich die Basilika nicht, dann lande ich fast unter einem Leichenwagen. O Satan, ich merke, was du vorhast. Schon Jahre höre ich von Dir: "Unter ein Auto bekomme ich dich einmal." Nun wolltest du mich in Lourdes unter ein Leichenauto bekommen.

Dann gehe ich weiter, den Priester sehe ich nicht mehr. Ich stehe dann auf einem großen Platz. Da ist die Basilika. Ich steige die Stufen hinauf und öffne das Portal. Da komme ich zu mir. Das ist nicht die Basilika, das ist eine Pfarrkirche. Am Hauptaltar wird eine Totenmesse gehalten. Es ist schon nach dem Paternoster. Liebster Jesus, das hast Du so zugelassen, noch erkenne ich nicht, warum. Jetzt habe ich nur einen Bruchteil einer Messe. So werde ich gleich zum Altar treten, damit ich Dich wenigstens im Herzen trage. Nach der hl. Kommunion spricht Jesus: "Jetzt hast du Zeit, Meine Seele, du kannst in aller Ruhe die Pfarrkirche und die schönen Altäre betrachten. Am Hochaltar wird gleich noch das hl. Opfer gefeiert."

Ein Kapuziner feiert das hl. Opfer, dann betrachte ich die anderen Ältäre. Einen Kirchenbesucher sehe ich durch eine kleine Türe gehen und folge, weil ich meine, es sei der Ausgang. Doch es ging hinab in die Krypta. Hinter einem Gitter ist die Grablegung Jesu zu sehen. Als ich die Kirche verlasse, sehe ich eine Frau unten vor den Stufen stehen. Sie hebt die Rechte hoch und ruft: "Du Basilika?" O ja, ich will zur Basilika. Die Frau nimmt mich beim Handgelenk und hält mich fest. Ich denke, es ist eine Französin, die einige Worte Deutsch sprechen kann. "Sie sind mir wie ein Schutzengel!" Sie lächelt: "Ich Schutzengel, du verirrt." An einer Straßenkreuzung sehe ich Jesus. "Greife in deine Tasche, den ersten Geldschein, der in deine Hand kommt, gebe ihr." Es sind 10 Franc, die ich greife und ihr gebe. Sie läßt mich einen Augenblick lang los und sagt: "Credo." Ich wollte zur Grotte gehen, um nachzuschauen, ob meine Schwestern da sind. Die Frau hält mich aber am Handgelenk fest und sagt: "Basilika." Ich kann ihr nicht widerstehen und es ist mir fast unheimlich. Sie führt mich in die Basilika und führt mich an der linken Seite zur dritten Bank. Die Bank wird leer und sie kniet rechts neben mir. Mir wird die Sache unheimlich und ich beschließe nach der Kommunion zu verschwinden. Als ich es versuche, ist sie wieder an meiner Seite, hält mich am Handgelenk und sagt gedehnt: "Duuuu ..." Ich sage: "Ich muß zum Hotel." Ich will aber erst zur Grotte. Da führt sie mich zur Grotte. Ich rufe in meiner Not: "Hilf mir doch Immaculata. Ich werde die Frau nicht mehr los."

Da ist auf einmal ein Licht an der Statue der Muttergottes. Aus dem Licht höre ich: "Zeige ihr das blinde Kind." Ich bin ganz verwirrt und denke: "Das hast du gehört? Seltsam ist heute alles." Ich nehme den Brief aus der Tasche und öffne ihn. Ich zeige ihn der Frau und sage: "Den muß ich einwerfen dort in den Kasten. Hier ist auch das Bild von dem blinden Kind. Der Brief enthält eine Bitte an die Muttergottes." Die Frau schaut auf den Brief und auf das Bild des Kindes. Dann schaut sie mich an und sagt: "Auf Wiedersehen!" Ich wollte noch etwas sagen, aber sie ist wie vom Erdboden verschwunden. Als ich zum Hotel gehen will, sehe ich, daß ich wieder auf der falschen Seite bin. In meiner Not rufe ich den hl. Franziskus und den hl. Antonius an. Auf einmal sehe ich Katharina Braun auf der anderen Seite. Ich rufe ihr zu und eile hinüber. Da kommen auch die anderen. Sie haben mich stundenlang gesucht. Unter Tränen erzähle ich ihnen meine Erlebnisse.

 

Mittwoch, den 5. Oktober 1960

Mit meinen Mitschwestern stehe ich unweit der Grotte. Ein Afrikaner kommt mit einer Bahre, auf der ein Junge liegt, etwa 10 bis 12 Jahre alt. Seine Augen sind geschlossen, mit den Armen schlägt er um sich. Eine Weile sehe ich mir das an, dann bete ich: "Liebe Muttergottes, bitte Jesus, daß er mir das Kind schenken möge. Ich sehe schon, daß es ein unschuldiges Opfer für seine Familie ist. Mich zieht es zu dem Kinde hin." Wie ein Blitzstrahl kommt es von der Statue der Muttergottes. Ich danke und nehme es als ein Ja der Muttergottes. Zu meinen Mitschwestern sage ich, daß ich zu dem Kind gehen werde. Sie folgen mir langsam. Ich stehe an der Bahre und bete. Dann nehme ich das Kind bei den Händen und bete den Exorzismus. Das Kind wird ruhig und schlägt nicht mehr mit den Armen. Dann löse ich die Reliquie von der Kette. Sie trägt ein Bild des hl. Conrad von Parzham, eine Reliquie der hl. Theresia vom Kinde Jesus, eine Reliquie vom Bruder Conrad und ein Stück von meinem hochgeweihten Antodorum und das Herzblut Jesu.

Geöffnet zeige ich mein Heiligtum dem Afrikaner. Es läßt es geschehen, daß ich dem Kind das Heiligtum auflege. Ich lege es auf die Stirn des Kindes und bete: "Herr, laß mich doch einmal in seine Augen schauen. Laß diese Augen doch Dich erkennen. Ziehe Du ein mit Deinem Frieden in diese Seele." Dann lege ich die Reliquien auf das Herz des Jungen und bete: "Ziehe ein, o Jesus, mit Deiner Gnade, mit Deiner Liebe, mit Deinem Segen in diese Kinderseele. Ich weiß, daß diese Seele das Glück Deiner Gegenwart noch nie verkostet hat. Du kannst es über dieses Heiligtum. Mache einmal glücklich dieses Kind und alle froh, für die es leidet." Da schlägt der Junge die Augen auf. Es ist ein dämonischer Blick. Meinen Schwestern gebe ich ein Zeichen, daß sie hinschauen möchten.

Ich lege die Reliquien wieder auf seine Stirn und bete: "Herr, nimm alles Böse von ihm." Der Blick verändert sich. Das Kind schaut mich groß an, fast wie verklärt. Dann lege ich das Heiligtum auf seinen Mund und bete: "Jesus, lieber Jesus, mache glücklich diesen armen Jungen." Da öffnet das Kind den Mund und streckt die Zunge heraus. Ich lege die Reliquien darauf und bete. Als ich sie von der Zunge nehme, wird er unruhig, will sich aufrichten und gibt seltsame Töne von sich und streckt wieder die Zunge heraus. Erneut lege ich das Heiligtum auf seine Zunge. Er wird ganz still, es sind etwa 15 Minuten vergangen. Das Kind schließt die Augen, ich will mich entfernen. Da höre ich einen Schrei hinter mir her, als würde ein Tier brüllen. Der Junge gibt seltsame Töne von sich und streckt die Zunge weit heraus. Ich gehe zurück und sage: "Du armes Kind, du willst mich nicht mehr fortlassen. Ich kann aber nicht immer bei dir sein. Jesus ist gut. Er hat dich das Glück Seines Herzens verkosten lassen. Nun verlangst du mehr von Ihm." Ich lege das Heiligtum wieder auf seine Zunge und bete: "Herr, lasse ihn doch einschlafen." Nach zehn Minuten schließt er die Augen. Er schlief und ich schloß seinen Mund und segnete ihn. Wir gehen zur Grotte und danken.

 

Herz-Jesu-Freitag, den 7. Oktober 1960

Nach der hl. Messe komme ich in einen Leidenszustand. Den Kreuzweg kann ich noch gehen, aber die Lichterprozession am Abend nicht mehr. Wofür mag das Leiden sein?

 

Samstag, den 8. Oktober 1960

Wir nehmen Abschied von der hl. Stätte und danken für alle Gnaden. Über Ryon, Dijon geht es heim.

 

Montag, den 10. Oktober 1960

Ganz krank und erschöpft komme ich mit den anderen in Boulay an. Wir sollen noch einige Tage bei Schwester Claire und Bruder Jean Theobald bleiben. Ich bin so unruhig und spürte irgendwie den Tod in der Familie. Dann sitzen wir in froher Stimmung um den Tisch herum. Auf einmal werden meine Glieder schwer. Jesus steht dornengekrönt vor mir: "Folge mir, Meine Seele, in die Leiden der Dornenkrönung." Ich möchte nicht der Sensation preisgegeben werden und bitte: "Herr, verschone mich hier. Das ist doch nicht für aller Augen. Es ist auch ein Kind dabei. Laß mich leiden zu einer anderen Stunde. Nimm doch die Nacht, wenn es sein muß, die ganze Nacht." Der Herr läßt mich ringen. Erneut sage Ich: "Ich bitte Dich, ändere doch den Ort der Sühne. Hier sind so viele Menschen anwesend."

Jesus sagt: "Du hast Mir alle Glieder geschenkt, damit Ich Mich ihrer bediene." – "Ja, Herr, das tat ich, hatte aber verborgene Leiden gemeint." Jesus: "Du mußt auch zeitweise Zeugnis ablegen für Mich, damit Glaube und Liebe größer werden. In vielen Herzen ist beides erstorben. Das Kind ist keine Gefahr. Es wird reifen an dem, was es erbt. Es umgibt dich Gottlosigkeit und Besessenheit. Ich schenke dir die Seelen, damit du für sie betest, sühnst und leidest." – "Ja, Herr, ich schenke Dir erneut alle meine Glieder. Überall wo Du wohnst in unseren Kirchen, kann ich Dir still Sühne leisten. Laß doch den Heiligen Geist die Herzen entflammen, ich bitte Dich." Jesus zeigt mir alle Seine Wunden. "Herr, ich sehe alle Deine Wunden. Warum machst Du mir den Tag so schwer? Alle Freude weicht von mir. Ich kann nicht ja sagen, ich spüre die Hölle. Sie glauben mir doch nicht, genau wie man Dir keinen Glauben schenkte." Jesus zeigt mir sein verwundetes Angesicht und sagt: "Schaue auf Mich, was Ich litt. Heile die Wunden mit deiner Hingabe, deiner Liebe, deinen Leiden und Opfern." – "Warum fällt mir das jetzt so schwer?"

Da erscheint die Unbefleckt Empfangene und spricht: "Ich segne dich. Die Zusage zu diesen Leiden fällt dir schwer. Der Segen aber, der davon ausgeht, an dem haben alle teil. Durch das, was sie erleben dürfen, wird die Liebe weitergetragen." Da fällt das Schwere von mir. "O Maria, meine Mutter, du mußtest erst kommen. Nimm jetzt mein Ja und vereine es mit dem Willen Gottes." Maria segnet mich.

Dann steht Jesus dornengekrönt vor mir. In diesem Augenblick werden meine Glieder gefesselt und der Leib eingeschnürt. Indem mir die Dornenkrone aufgesetzt wird, durchbohren mich furchtbare Schmerzen, die mich hin- und herwerfen. Ich bete in meinem Schmerz für die Verblendeten, Hochmütigen, Ungläubigen und Besessenen. "Ich leide gern, Herr, daß sie den Weg zu Dir finden, daß sie Gnade finden." Dann sagt Jesus: "Es kommt eine große Heimsuchung. Der Weizen muß von der Spreu gesondert werden. Die verdorrten Früchte am Lebensbaum müssen abgenommen werden. Eins sollen alle werden, wie Ich eins bin mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Nacht hat die Erde eingehüllt. Bald aber wird kommen die Lichtträgerin des Ewigen Lichtes. Erneut schenkt sie euch das Licht Meiner Wiederkunft. Wer bereit ist, geht ein in die Wohnungen des Ewigen Lichtes. Im Osten aber, wo überall das Blut der Märtyrer floß, wird furchtbar die Hand des Vaters walten."

Dann sehe ich etwas Furchtbares im Norden. Eismassen stehen wir gewaltige Hügel und Berge da. Erstarrt sind die Menschen ob der großen Kälte. Furchtbar ist dieser Tod. Ich sehe nicht, was ich vor Jahren sah, England vom Meer überspült. Ich sehe auch einen gewaltigen Nebel. Dadurch werden die Menschen von furchtbarer Atemnot befallen. Wie gelähmt sind sie und können nicht mehr weiter. Jesus sagt: "Das alles ist noch immer der Anfang der großen Wehen." Ich sehe die Uhrzeit vom Tage des Herrn. Es ist 12 Uhr und 15 Minuten. Ich danke dem Herrn, daß ich leiden durfte. Mein Engel ist bei mir. Er löst die Fesseln und macht mich frei. Ich danke für Seine Güte. Dann sehe ich Tränen der Liebe fließen.

 

Mittwoch, den 12. Oktober 1960

In Bubach an der Saar lerne ich die Gnadenseele Anna Alt kennen. Sie ist seit Jahren blind. Wir fanden uns gleich in der Liebe. Am 13. kehrten wir wieder heim. Im Haus einer der Mitschwestern sind wir froh mit denen zusammen, die uns von Bonn abholten. Da in unseren Gesprächen die Muttergottes der Mittelpunkt war, bekam durch einen Mitbruder das Gespräch eine Wende. Ich wurde gefragt, was ich zu der Behauptung eines Priesters sagen würde, die Muttergottes sei die Dritte Person der Gottheit, der Heilige Geist. Ich sagte: "Das ist eine Irrlehre. Das ganze Neue Testament entspräche dann nicht der Wahrheit, und der Glaube an die hohen Geheimnisse würde dann hinfällig." Es kam zu einer erregten Aussprache.

Nach der hl. Wandlung sehe ich heute die drei Könige von gleicher Majestät. Alles ist fort. Ein wunderbares Licht bleibt, wie eine große Lichtkugel. Es ist unbeschreiblich schön. Dann steht Maria in diesem Licht als Königin. Aus dem Licht höre ich Jesu Stimme: "Wenn du allein bist, wirst du eingehüllt in ein Licht und der Geist Gottes wird dir die Worte zu dieser Schau geben." Nach der hl. Messe bin ich allein in meinem Zimmer im Hause meines Mitbruders Karl Zöller und seiner Frau Elisabeth. Ich bete. Ein schönes Licht hüllt mich ein und ich höre: "Schreibe die Worte nieder, Meine Seele, die du jetzt vernehmen wirst:

Jesus sagte dir schon einmal, daß Maria das ewige Lourdes in der Heiligsten Dreifaltigkeit ist. Als Unbefleckte Empfängnis hat sie sich in Lourdes zuerst geoffenbart. Dort hat sie alle Nationen zusammengeführt. Dort ist sie die Seliggepriesene von allen Völkern. Sie aber, die Seliggepriesene, führt durch ihre Macht und Liebe die Seelen hin zu Mir, den König der Könige. Alle Namen, die ihr gegeben sind, führt sie auch im Himmel. Diese Gnadenstätte ist eine Himmelsleiter, die zum Throne der Heiligsten Dreifaltigkeit führt. Auf der ersten Stufe steht Maria in der Heiligsten Dreifaltigkeit. So steigt sie herab zur Menschheit, diese aber hinauf zur ihr, geheiligt und geheilt an Leib und Seele. Große Macht ist ihr gegeben.

Der Vater verleiht Seiner Tochter die Macht. Der Sohn krönte sie in Licht und Herrlichkeit. Der Heilige Geist gab Seiner Braut die Liebe, die verzehrende Glut, die Leben ist von Gott, darum auch nur in Gott verankert ist. So in Gott verankert, ist die Unbefleckt Empfangene der Tabernakel der Gottheit, weil die Dreieinigkeit Besitz von ihr nahm. Thron heiliger Liebe ist sie, weil ihre Liebe die der Cherubim und Seraphim überragt. Abglanz des Sohnes ist sie, weil der Sohn sie kleidet in Sein Licht und in Seine Herrlichkeit. So wurde sie zum höchsten Wesen unter Gott, aber in und neben Gott, die Königin des Himmels und des ganzen Weltalls. Den Kleinen ist es gegeben, hineinzuschauen."

Nun darf ich noch eine Freude erleben. Die kleine Doris (Enkelin), die nun ein Engel Gottes ist, sagt: "Ich mußte sterben für meine Eltern. Ich litt sehr. Deine Mutter, die ja auch den Namen Dorothea trägt, bat für mich bei Gott, daß ich erlöst werde. Ich bin ja jetzt so glücklich."

Dann erscheint die Muttergottes und spricht: "Jesus bestimmt das Corporale für deinen neuen Seelenführer. Er wird sich freuen darüber. Ich segne dich."

 

Dienstag, den 25. Oktober 1960

Gestern war mein Seelenführer bei mir. Nach Weisung der Muttergottes gab ich ihm das Corporale. Er freute sich darüber, und das war auch meine Freude. Heute habe ich Blutungen. Seit dem Tag, da mir die Dornenkrone aufgesetzt wurde, leide ich. Wenn die Wunden heilen, dann tritt ein Nasenbluten ein. Ich bin so dankbar, daß ich dieses Leiden so verborgen tragen darf.

 

Donnerstag, den 27. Oktober 1960

Man hat mehrere Aufnahmen von mir gemacht, aber nur eine ist etwas geworden, die als Lourdespilgerin im Schleier. Jesus sagt: "Das war Mein Wille. Als Lourdespilgerin sollst du und darfst du dargestellt sein. Deine Brüder und Schwestern dürfen diese Bilder haben, weil du auch als Meine Braut gekleidet bist. Der Schleier ist ja ein Sinnbild der Geheimnisse."

 

Sonntag, den 30. Oktober 1960

Früh am Morgen fährt eine kleine Schar nach Nievenheim. Ich bin ja zum letzten Mal an heiliger Stätte. Still nehme ich Abschied. Dann sehe ich die Muttergottes. Sie reicht mir ihr Königskind. Je näher sie kommt, desto größer wird das Kind, bis Jesus als König vor mir steht, von Engeln umgeben. Dann umgeben Ihn Heilige aus allen Völkern und Nationen. Groß ist die Schar der Priester, die Ihm huldigen. Dann sehe ich den verstorbenen Pfarrer Wilhelm Knor und meinen Seelenführer, Pater Joseph Domen. Sie segnen uns alle. Mein Herz droht zu versagen. Auf der Heimfahrt wird es sehr schlimm. Ich habe Krämpfe und kann nichts sagen. Wir sind schon in Siegburg, als es ein wenig besser wird. Es hat mir keiner geholfen, weil sie glaubten, ich sei in einer Ekstase. Ja, so kann es auch kommen, wenn ich leide, hilft mir keiner, weil sie anders denken. In Geistingen angekommen, sah Gretchen Schäfer, was mit mir war. Sie gaben mir Herztropfen. Dann wurde es nach einiger Zeit ein wenig besser.

 

Dienstag, den 1. November 1960, Allerheiligen

Die Gottesmutter lehrt mich, den Rosenkranz zu den Heiligen zu beten.

1. Gesätz: O Maria, Unbefleckt Empfangene, Königin des Himmels und des Weltalls, wir danken für deine Hilfe und Gnade.
2. Gesätz: Ihr Engel und Heiligen, habt Dank für eure Hilfe und Fürsprache.
3. Gesätz: O Maria mit allen Engeln und Heiligen, sei gelobt und gepriesen.
4. Gesätz: O Maria mit allen Engeln und Heiligen, bitte für uns.
5. Gesätz: O Maria und ihr lieben Heiligen, um eures seligen Hinscheidens willen, erfleht uns den Tod der Liebe.

 

Mittwoch, den 2. November 1960, Allerseelen

Heute lehrt mich die Muttergottes den Rosenkranz für die Armen Seelen.

1. Gesetz: Der die Armen Seelen aus dem Fegefeuer erlösen wolle.
2. Gesätz: Herr, komme Deinen Dienern zu Hilfe, die Du mit Deinem kostbaren Blute erlöst hast.
3. Gesätz: Herr, durch Dein heiliges Blut, vom Kreuz geflossen und täglich fließend von den Altären, erbarme Dich der Armen Seelen im Fegefeuer.
4. Gesätz: Herz Jesus, hast die Todesangst gelitten, erbarme Dich der Sterbenden.
5. Gesätz: O Maria, Königin der Armen Seelen, bitte für sie.

 

Sonntag, den 5. November 1960

Ich bin in der Pfarrkirche. Jesus spricht vom Tabernakel: "Schaue, Meine Seele, die Uhrzeit vom Tage des Herrn."

Ich sehe die Uhrzeit 12.35 Uhr. Darüber ist ein leuchtender Würfel. Der Würfel verschwindet. Ich sehe die Buchstaben L, M und I wie im Licht. Ich frage nach der Bedeutung. Ich höre: "L ist Leben, M ist Macht, I ist das Ich."

 

Dienstag, den 15. November 1960

Drei Tage durfte ich leiden mit Jesus, für die Seelen im Fegefeuer. Seine Leiden der Herzenswunde für jene Seelen, die im Leben das Herz Jesu und das Herz Mariens sehr betrübten. Für die Seelen, die verbotenen Wege gingen, trug ich die Schmerzen der Fußwunden. Jesus spricht: "Meine Seele, denkst du noch an dein Erlebnis in Lourdes mit dieser kleinen Frau, die dir den rechten Weg zeigte und dich führte?" Ich: "Herr, wie soll ich das auch nicht. Das war ja ein eigenartiges Erlebnis." Jesus: "Heute sollst du wissen, es war eine Arme Seele aus dem Fegefeuer. Sie ging viele Irrwege im Leben. Sie konnte nicht eher erlöst werden als durch eine Verirrte, die um Schutz rief. Du verirrtest dich in der Stadt und batest mich um einen Schutzengel. Ich sandte dir diese Seele. Im Leben wurde sie von Blindheit getragen. Das blinde Kind, das ist ein Opfer für sie, sonst wäre sie eine Verlorene. Du bist das Opfer für sie."

"O Herr, habe Dank, nun begreife ich alles."

 

Samstag, den 20. November 1960

Jesus erklärt, was der Würfel bedeutet, den ich sah: "Das Leben ist ein Würfelspiel geworden. Man bestimmt über Sein und Nichtsein. Das Blut der Ungeborenen, der Unschuld und derer, die dahingemordet werden, schreit lauter zum Himmel als je. Grausam ist dieses Spiel mit dem Leben des Leibes und der Seele. Ein großes Wehe geht über die Erde ob dieser himmelschreienden Sünden. Tag und Nacht geht das Würfelspiel um die Macht. Sinnen und Trachten geht nur auf Ruhm und Besitz. Gott will man entthronen. Er schweigt noch eine kleine Weile. Eine unheimliche Stille wird bald über den Erdkreis kommen, in der Gott Seine Macht offenbart. Das ist das andere Wehe. Seid bereit! Das eigene Ich treibt das größte Würfelspiel. Was gilt noch der andere. Wo ist Demut? Wo ist Liebe? Stolz und Lieblosigkeit reichen sich die Hand. Ihr Bündnis ist Haß und Neid. Haß und Neid sind die Wurzeln allen Übels. Ein Wehgeschrei wird man hören, wenn die Hand Gottes die Frevler zermalmt. Noch ist eine kleine Zeit zur Besinnung gegeben. Gott wirft den letzten großen Würfel! Der heißt: 'Mein ist die Vergeltung!'"

 

Sonntag, den 27. November 1960, 1. Advent

Als Unbefleckt Empfangene erscheint Maria: "Mein Kind, ich führe dich durch diesen Advent." Wie schon oft läßt sie mich die Verkündigung schauen. Dann spricht sie: "Mein Herz war erfüllt von Liebe und Sehnsucht nach dem Erlöser. Tief versunken im Gebet flehte und seufzte ich, daß Rettung der Menschheit gebracht werde, als der Engel die Botschaft brachte. Durch meine Bereitschaft und mein Ja nahm das göttliche Wort Wohnung in mir. Still, verborgen und in heiligem Schweigen trug ich dieses Geheimnis der höchsten Liebe. Die Himmelfahrt Jesu war die zweite Verkündigung. Engel sprachen: 'Dieser Jesus wird wiederkommen mit Macht und Herrlichkeit.' In Elend und Not liegt wieder die Menschheit. Sie ruft erneut nach Rettung und Erlösung. Ich bringe Ihn, den König der Liebe, ich, die Frau aller Völker und Nationen. Seid immer bereit. Laßt die Herzen schlagen in Sehnsucht und Liebe nach Ihm. Schenkt euch Ihm ganz und verharret in Schweigen, gehüllt im Gebet."

 

Sonntag, den 4. Dezember 1960, 2. Advent

Ich sehe Maria wieder als Unbefleckt Empfangene. Ich schaue die Heimsuchung. Sie spricht: "Gott trug ich über Berg und Tal, durch Felder und Auen. Engel folgten unsichtbar. Mit ihnen sang und betete ich. Gott gab sich zu erkennen an der Reise Ziel. Im Erkanntwerden wurde Ihm Ehre, Dank und Anbetung zuteil. Er aber erfüllte alle mit heiliger Freude. Die zweite Heimsuchung: Als Jesus das Denkmal Seiner Liebe einsetzte, durften Ihn alle tragen, die rein sind. O traget Ihn wie ich durch Feld und Auen, über Berg und Tal. Wo Jesus in der Seele wohnt, sind auch die Engel unsichtbar zugegen. Traget Gott zu allen Menschen, damit alle Ihn erkennen und anbeten. Auserwählte seid ihr, da ihr Christusträger sein dürft. Bittet, daß bald ein Hirt und eine Herde werde."

Anmerkung: Das erinnert an die früheren Berichte über die Botschaft von der Christusbringerin. Noch einmal bringt Maria ihren Sohn zur Erde.

 

Sonntag, den 11. Dezember 1960, 3. Advent

Sehe Maria wieder als Unbefleckt Empfangene. Ich sehe sie mit Joseph auf dem Weg nach Bethlehem. Sie spricht: "Der Wille Gottes mußte erfüllt werden. Dunkel lag der Weg vor mir, fast nicht begreiflich. Glaube und Vertrauen waren aber größer als Beschwerden und Leiden. Seht, ich ging den Weg, auf dem mir viele folgen sollen und müssen. Gott tragen und dennoch verkannt und abgewiesen werden, das erfordert großen Glauben und großes Vertrauen. Sind dunkel eure Wege und unbegreiflich, überlaßt euch Gottes Führung. In Leiden und Beschwerden liegen große Geheimnisse Gottes verborgen. Er macht alles gut. Eure Opfer sind Seine Verherrlichung."