Bericht über die Ereignisse bezüglich der Gottesmuttererscheinungen in Heroldsbach-Thurn am Feste der unbefleckten Empfängnis Mariens, 8. Dezember 1949. Der Unterzeichnete begab sich frei und unaufgefordert am Feste der Unbefleckten Empfängnis Mariens, 8. Dezember 1949, mittags gegen 13.00 Uhr nach Heroldsbach, wo er bis gegen 20.30 Uhr weilte, und gibt im folgenden nach bestem Wissen und Gewissen Bericht über seine persönlichen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erlebnisse, was er jederzeit bereit ist, unter Eid zu nehmen.
Anlass zu meinem Besuche gerade am 8. Dezember gaben mir die auf Grund meines viermaligen Besuches (Di. 18., So. 23. und 30. und Mo. 31. Oktober) gemachten Erfahrungen und meine persönliche Meinung, dass, wenn diese 'Gottesmuttererscheinungen' den Tatsachen entsprechen, noch weitere Privatoffenbarungen folgen würden. Diese Meinung wurde bestärkt durch eine Antwort der Erscheinung am 31. Oktober auf meine durch Rosa Bradl aus Heng (Opf.) gestellte Frage: "Liebe Gottesmutter, kommst Du wieder?" welche lautete: "Ja, wenn die Menschen fest beten, dann komme ich wieder." Bemerken möchte ich, dass ich an solche Himmelserscheinungen, wie sie am 8. Dezember eintraten, aber nicht im geringsten dachte. So kam ich am 8. Dezember gegen 13.00 Uhr mittags nach Heroldsbach. Gegen 14.00 Uhr begab ich mich mit Herrn Pfarrer Gailer von Heroldsbach, Herrn Pfarrer Bauer von Burk bei Forchheim und dem Herrn Expositus von Heng, sowie der kleinen Rosa Bradl und ihren Eltern auf den Erscheinungshügel, wo schon eine ziemlich große Menschenmenge (mehrere Tausende) versammelt war. Gegen 14.30 Uhr kam der Bulldog an mit einem Anhänger, auf dem die Kinder mit den fünf Priestern (die vier Genannten und der Herr Kaplan von Heroldsbach, der bereits auf dem Hügel war) Platz nahmen.
Der Plan für diesen Nachmittag war folgender: Zuerst soll der freudenreiche Rosenkranz gebetet werden, dann Prozession zum nahen Birkenwäldchen, wo außen gegen den Rand ein Marienaltärchen errichtet war, vor dem sich bereits eine betende Menschenmenge eingefunden hatte. Während der Prozession war das Beten des schmerzhaften Rosenkranzes vorgesehen, und am Schlusse sollte der Zug sich wieder auf den Hügel begeben, um oben noch den glorreichen Rosenkranz zu beten. Beim Beten des ersten Rosenkranzes sahen die Kinder wieder sogleich (seit dem 31. Oktober hatten sie die Erscheinung nicht mehr gesehen, obwohl sie täglich auf dem Berge um die gewohnte Zeit den Rosenkranz beteten mit ungefähr 100 Gläubigen) die Gottesmutter in der gewohnten Erscheinungsweise, im wesentlichen in ihren Berichten übereinstimmend. Mit weißem Kleid, goldener Krone (Rosa Bradl: "Die Krone hat a Kreuzle oben.") auf dem Haupte, schwarzem Rosenkranz an der rechten Seite, usw. Die meisten Kinder sahen auch das Jesukind auf der rechten Seite der Gottesmutter, mit weißem Kleid und gelbem Bogen um das Haupt. Ich ließ nun durch Rosa Bradl (Oberpfälzer Kind.) die Frage an die Erscheinung richten: "Liebe Gottesmutter, dürfen wir Dich als Gottesmutter von Heroldsbach-Thurn verehren?", worauf die Antwort deutlich lautete: (ein lautes) "Ja." Nach dem Beten des ersten Rosenkranzes verließen die Kinder mit den Priestern den Wagen, um an der nun beginnenden Prozession zum Birkenwäldchenaltar teilzunehmen. Ich selbst war noch auf dem Wagen geblieben, da ich die Rosa Bradl noch mit Fragen über die Erscheinung beschäftigt hatte. Als ich nun (noch oben auf dem Wagen, kurz nach 15.00 Uhr) hinunterblickte in die sich bereits bewegende Prozession, da sah ich plötzlich in der Prozession der Menschenmenge ein großes Durcheinander, sah die Menschen auseinanderstieben und mehrere wild durcheinander laufen. Ich hörte auch erregte Rufe, die ich aber wegen der zu großen Entfernung von mir nicht verstehen konnte. Ich dachte, dass wohl jemand ohnmächtig geworden sei und dass man Sanitätspersonal um Hilfe gerufen habe. Als bei erneutem Hinsehen die Aufregung aber immer größer wurde, glaubte ich, dass es sich um einen besonders schweren Erkrankungsfall handeln müsse und dass man wohl auch den Herrn Pfarrer zum Versehen gerufen habe. (Wie ich später erfuhr, handelte es sich hier bereits um das kurz nach 15.00 Uhr einsetzende Sonnenwunder!) Ich meinte nun, der mir nicht näher erkennbare Fall unten werde schon in Ordnung gebracht werden, kümmerte mich nicht mehr darum und begab mich dann mit der Rosa Bradl und ihrer Mutter vom Wagen den Hügel abwärts ziemlich eilig durch die dicht gedrängte Menge quer über die Äcker zum Altar am Birkenwäldchen, wo bereits die übrigen schauenden Kinder waren und ich auch zu meinem Erstaunen Herrn Pfarrer vorbeten sah. (Ich glaubte vorher, er hätte einen Versehgang.) Einige Meter hinter ihm stellte ich mich hin, zum Altar gewendet, wo eine kleine Immakulatastatue vor dem Kreuze aufgestellt war. Da plötzlich, während Herr Pfarrer nach meiner Erinnerung das Gebet: 'Gedenke o gütigste Jungfrau...' betete, bemerkte ich wieder eine einsetzende panikartige Unruhe unter der betenden Menschenmenge, die Prozession löste sich jetzt gänzlich auf, alles rief durcheinander, ich hörte Rufe von Menschen: "Feuer! Feuer! Das Sonnenwunder! Das Sonnenwunder! Wie in Fatima!" Auf einmal sah ich rechts von mir – ich befand mich noch an der Stelle ein paar Meter hinter dem Altar am Rand des Birkenwäldchens – durch die Birken die Sonne auf uns zustrahlen in einer ganz außergewöhnlichen Stärke und Lichtfülle, es wurde immer heller und heller, immer greller, die Sonne schien mir immer größer zu werden und näher an den Altar und an uns heranzukommen, ich war wie geblendet, glaubte bestimmt eine ganz außergewöhnliche Helligkeit und Stärke der Sonne zu verspüren. Ich hatte den überwältigenden Eindruck eines außergewöhnlichen Ereignisses und glaubte, es kommt jetzt schlagartig etwas Außergewöhnliches und Furchtbares. Ich erschrak. Da hörte der Herr Pfarrer Gailer am Altar auf zu beten, da die Unruhe unter der Menschenmenge immer größer wurde und das Rufen immer lauter und häufiger, kam zu mir her und sagte: "Wir wollen hinaus ins Freie gehen, damit wir die Sonne besser sehen, was eigentlich los ist." Wir gingen ungefähr 20 bis 25 Meter hinaus ins Freie (Richtung gegen den Hügel), wo wir die Sonne ganz frei ohne Überdeckung durch den Birkenwald sehen konnten. Nun blickten wir hin zur Sonne. Da fing diese sich plötzlich zu drehen an, ganz schnell im Kreise herum, und die Drehungen so deutlich erkennbar, so schnell, dass ich die Vorstellung hatte, als würde ein Motor die Sonnenscheibe rhythmisch (in gleichmäßiger Geschwindigkeit) drehen. Dabei erschien die Sonnenscheibe in den herrlichsten Farben. Ein wunderschönes Weiß, dann Orange, dann Rosa mit Blau und Grünlich wechselnd, in schönster Farbenpracht, die so auffallend wohltuend und mild und lieblich auf uns wirkte, dass wir während der ganzen Rotationsdauer von fast einer Viertelstunde trotz der außerordentlichen Helligkeit ruhig hinsehen konnten, ohne geblendet zu werden – wie man auch überall reden hörte. In der Sonne sah ich mehrere Figuren sich ebenfalls ziemlich rasch bewegen, bald oben, bald unten, bald rechts oder links, die ich nicht näher erkennen konnte. Die Kinder gaben an, schon während dieser Himmelserscheinung, wie auch nachher im Pfarrhof beim Einzelverhör, sie hätten die Gottesmutter in der sich drehenden Sonne gesehen; auch noch in der untergehenden Sonne, die wir nicht mehr rotieren sahen. (Siehe Bericht der einzelnen Kinder.) Ich war von der Rotation so erschüttert, dass ich glaubte, es würde noch ein großes Naturereignis nachfolgen, dass entweder ein großer Erdriss entstehen würde oder ein sonstiges außergewöhnliches Naturereignis; da kam der ruhig wandelnde Stern. (Siehe den Bericht weiter unten.) Die Menschen waren alle bestürzt und tief ergriffen, mehrere weinten, auch Kinder, welche die Erscheinung hatten, wie Saam und Heilmann. Man hörte oft aus der Menge die Rufe: "Jetzt ist alles wahr! Die Gottesmutter hat das Zeichen dafür gegeben! Jetzt glauben wir an die Erscheinung." Wir beobachteten diese Erscheinung der rotierenden Sonne, die, so lange wir sie sahen, ungefähr eine Viertelstunde dauerte, 15.30 Uhr bis 15.45 Uhr, während das erste Sonnenwunder nach Angabe der Leute kurz nach 15.00 Uhr begann und um 15.15 Uhr endete. Ein Fräulein im Pfarrhof sagte uns, sie hätte genau das Sonnenwunder beobachtet und die Zeit aufgeschrieben, was mit unserem Bericht übereinstimmt. Bei diesem zweiten Sonnenwunder war ich mit Herrn Pfarrer Gailer, Herrn Pfarrer Bauer und Herrn Expositus von Heng außen im Freien, die alle nach Aussage das Gleiche sahen. Alle Leute, die wir hier antrafen bis zum Hügel hinauf, sahen die rotierende Sonne und starrten gebannt hin. Nach Aufhören der Rotation der Sonne gegen 15.45 Uhr begab ich mich mit Herrn Pfarrer Gailer, den übrigen Priestern und den Kindern wieder hinauf zum Wagen, alle tief ergriffen über die noch nie beobachteten Ereignisse! Jeder von uns sprach die persönliche Überzeugung aus, dass dies eine Bestätigung der Muttergotteserscheinungen sei. Als wir oben auf dem Wagen angekommen waren, hörte ich sofort aus der wiederum ganz erregten Menge die Rufe: "Drüben über dem Birkenwäldchen ist ein Stern, ein Stern!" Ich sah hinüber und ganz bestimmt (auch wenn man mir mein Leben nehmen würde, könnte ich nicht anders sagen) sah ich den Stern ganz deutlich, als mehrere Leute mir mit der Hand hindeuteten, die Richtung angebend und sagten: "Dort ist der Stern, dort ist der Stern." "Der Stern bewegt sich, der Stern bewegt sich!" rief alles freudigst erregt und beobachtete wie gebannt den hellen (ohne Flackern), ganz auffallend und so ruhig in einer geraden Linie waagerecht oberhalb des Birkenwäldchens nun nach rechts – gegen Westen – sich bewegenden Stern. (Die Schnelligkeit der Bewegung habe ich mit der Bewegung des Fingers in gerader Linie ausgemessen – unter Anwesenheit eines Beobachters in einem Zimmer, die Schnelligkeit der Bewegung festgestellt; jedes Mal genau übereinstimmend in sechs Sekunden vier Meter.) Der Stern war als Stern ganz deutlich und einwandfrei zu erkennen, sodass eine Verwechslung mit einem Flugzeug mir absolut ausgeschlossen erscheint. Außerdem ist bei solcher riesenhaften Entfernung ein Licht an einem Flugzeug um die Tageshelle nicht zu erkennen. Ich selbst wollte nicht an einen wunderbaren Stern glauben und ihn für einen Abendstern halten, da sah ich die ganz unerhörte und auffallende Bewegung des Sternes nach rechts in einer wunderschönen geraden Linie ohne jegliche Krümmung vorwärts, immer gleichmäßig vorwärts hinziehend – unbeirrt. Nun hielt ich mir vor, ob es keine Täuschung sei, ob nicht vielleicht die ab und zu erscheinenden Wölkchen sich bewegen anstatt des Sternes. Da merkte ich zu meinem Erstaunen, dass die Entfernung des Sternes vom Birkenwald immer größer wurde, also muss sich der Stern bewegen. Nun wurde es auch ganz wolkenklar am Himmel, wo der Stern sich befand. Ein schöner blauer Himmel und der herrliche Stern drinnen wandelt weiter und ruhig seine Bahn (nach Westen) immer in der gleichen geraden Linie, allen sichtbar, die ihn beobachteten. Das war die zweite, oder besser gesagt, die dritte Überraschung (zwei Sonnenwunder) der betenden Menschenmassen, unmittelbar aufeinander folgend, sodass die bisher gewonnene Überzeugung von der Echtheit der Muttergotteserscheinung noch fester wurde, wie man ganz deutlich aus den häufigen Rufen der tief ergriffenen Menge folgern musste. Der Stern wandelte ruhig in der geraden Linie weiter, auch hinter Wölkchen, wenn solche dazwischen kamen, in ganz deutlich erkennbar voranschreitender und ganz ruhiger Bewegung, bis er nach etwa 15 Minuten gegen 16.00 Uhr ganz drüben im Westen in eine dichte Wolkendecke sich verbarg und nimmer sichtbar wurde. Daraufhin habe ich durch mehrere Kinder folgende Fragen an die Gottesmuttererscheinung richten lassen:
1. "Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne und den wandelnden Stern uns als Zeichen Deiner wunderbaren Erscheinung gegeben?" Worauf die Rosa Bradl, ebenso Saam, bei welcher zugleich Kuni Schleicher das "Ja." der Gottesmutter deutlich mitgehört hat, ohne selbst die Frage zu stellen (nach ihrer ausdrücklichen Aussage), die Antwort "Ja." erhielten. Zwei Mädchen, nämlich Müller und Gügel, erhielten auf die gleiche Frage die Antwort: "Das habe ich gemacht, weil noch so viele Ungläubige dabei sind, dass sie es auch glauben."
2. Auf die Frage: "Liebe Gottesmutter, kommst Du wieder?", erhielten drei Kinder die übereinstimmende Antwort: "Ja, wenn die Menschen fest beten, dann komme ich wieder." (Näheres siehe Einzelbericht der Kinder.) Die übrigen Fragen und die Antworten der Erscheinung hierzu siehe in den Einzelberichten der Kinder.
Auffallend war es auch am 8. Dezember, dass die Gottesmuttererscheinung bereits um 14.30 Uhr beim Beten des ersten Rosenkranzes sich zeigte, heute außerordentlich lange den Kindern sichtbar war und am Schlusse nach dem dritten Rosenkranz, als alle Leute schon den Hügel verließen, noch, von drei Kindern gesehen wurde. Diese Kinder beteten noch eine Zeit lang oben auf dem Wagen, bis nach Aussage, einer die Gottesmutter mit dem christlichen Gruß und einer Verneigung sich verabschiedet hatte. (Nach dem Bericht von Pfarrer Bauer, der noch bei den drei Kindern auf dem Wagen geblieben war und mit ihnen betete.) Bemerkt muss werden, dass die Menschenmenge der über Zehntausend ohne Propaganda, völlig frei nach Heroldsbach kam, dass alle überaus beglückt und erfreut waren über die heutigen Ereignisse und dass man mehrmals hörte, dass heute auch die Ungläubigen gläubig geworden seien – nach eigenen Berichten von solchen. Nach Abbeten des dritten Rosenkranzes und einigen beigefügten Gebeten für die Ungläubigen, für die zahlreichen Schwerkranken, welche sich dem Fürbittgebet der Versammelten empfohlen haben, und für die Anliegen der Kirche begaben wir uns in den Pfarrhof, wo ich mit Herrn Pfarrer Gailer das Verhör der Kinder gesondert vornahm und dessen Ergebnis ich in den Beilagen anfüge. Merkwürdig war es, dass trotz des seit mehreren Tagen bestehenden trüben und regnerischen Wetters auch am 8. Dezember noch während der Zeit der Heroldsbacher Erscheinung in der einige Stunden von Heroldsbach entfernten Umgebung überhaupt keine Sonne gesehen war und es zeitweilig noch regnete, wie mir bei meiner Heimfahrt bestätigt wurde.
Ich versichere, dass ich jederzeit bereit bin, meine nach bestem Wissen und Gewissen gemachten Aussagen unter Eid zu nehmen. Ausdrücklich bemerken möchte ich noch, dass ich über Fatima noch keine nähere Darstellung gelesen habe, außer einem kurzen Bericht im Heinrichsblatt 1949, auch den Bernadettefilm nicht gesehen habe, als Dogmatiker mich mit Privatoffenbarungen nicht näher befasst hatte (war nicht in Konnersreuth) und seit 1938 alttestamentliche Wissenschaften und Orientalia zu vertreten hatte. Frensdorf bei Bamberg, den 9. Dezember 1949. Siegel. Dr. Johannes Baptist Walz, Professor der Theologie.
Der Unterzeichnete ist inhaltlich voll und ganz einverstanden mit den gemachten Angaben und ist ebenfalls jeder Zeit bereit, Wort für Wort unter Eid zu nehmen. Heroldsbach, den 9. Dezember 1949. Siegel. Johann Gailer, Pfarrer.
Jede Abschrift oder Drucklegung meines Berichtes, auch nur auszugsweise, überhaupt jede Veröffentlichung ohne meine ausdrückliche direkte und schriftliche Genehmigung ist strengstens verboten. Frensdorf bei Bamberg, den 9. Dezember 1949. Professor Dr. Johannes Baptist Walz.
Der Unterzeichnete ist ebenfalls bereit, vorliegenden Bericht Wort für Wort jederzeit unter Eid zu nehmen. Heroldsbach, 12. Januar 1950. Siegel. P. Antonius Döring, Kaplan.
Der Unterzeichnete kann den Inhalt dieses Schreibens bestätigen. Den Stern hat der Unterzeichnete nicht gesehen. Alle übrigen Begebenheiten und Ereignisse kann ich jederzeit unter Eid bestätigen. Heng, den 23. Dezember 1949. Siegel. Josef Lehner, Expositus von Heng.
Als Augen- und 'Ohrenzeuge' der Ereignisse von Heroldsbach-Thurn bürge ich an Eidesstatt für die 100 % Wahrheit dieses Berichtes. Pfarramt Burk/Ofr. 24. Dezember 1949. Siegel. Hans Bauer, Pfarrer. Professor Dr. Johannes Baptist Walz. Frensdorf bei Bamberg, den 9. Dezember 1949.
Verhör der Kinder, welche die Gottesmuttererscheinung am 8. Dezember 1949 in Heroldsbach-Thurn gesehen haben wollen. Das Verhör wurde vorgenommen durch den Unterzeichneten und Herrn Pfarrer Gailer unmittelbar nach Beendigung der Andacht auf dem Hügel im Pfarrhof zu Heroldsbach. Die Kinder wurden getrennt gefragt in der angegebenen Reihenfolge.
1. Rosine Bradl: "Sah bei Beginn des Rosenkranzes, auf dem Wagen stehend, Muttergottes mit weißem Kleid und goldener Krone auf dem Haupte, Jesukind auf der rechten Seite, mit gelbem Bogen um das Haupt. Schwarzem Rosenkranz an der rechten Seite. Die Erscheinung auch im Sonnenwunder gesehen und wieder oben auf dem Wagen bis zum Schluss des glorreichen Rosenkranzes: 'Der Dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.'" Fragen an die Erscheinung:
1. "Liebe Gottesmutter, dürfen wir Dich als Gottesmutter von Heroldsbach-Thurn verehren?" Antwort: Ein lautes "Ja!"
2. "Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne und den wandelnden Stern uns als Zeichen Deiner wunderbaren Erscheinung gegeben?" Antwort: "Ja." (Dieselbe von Saam und zugleich von Kuni Schleicher deutlich mitgehört, ohne selbst die Frage zu stellen. Die gleiche Frage von Müller und Gügel ausführlicher behandelt, aber beide übereinstimmend im Wortlaut, siehe unten.)
2. Der Erwachsene, Landwirt Johann Schmidt aus Grossenseebach Nr. 37 bei Hannberg gibt folgendes an:
a) "Am Samstag, 22. Oktober 1949. Abends beim Litaneibeten, oberhalb des jetzigen Altars am Rande des Birkenwäldchens. Eine große rote Kugel über den Birken hat sich heruntergelassen bis auf den Boden. Dann ging die Kugel wieder hoch bis zum Firmament. Ich sah die Kugel zweimal heruntergehen und hinauf. Mein Standort war unterhalb des Wagens am Hügel oben."
b) "Am Sonntag, 23. Oktober 1949 mittags um 12.00 Uhr habe ich den Rosenkranz am Birkenwäldchen gebetet und sah nach dem Beten des Rosenkranzes ein Sonnenwunder: Sonne in der Mitte blau, die Sonne hat sich geteilt – in vier Herzen – mit den Spitzen in die Mitte. Farbe: Außen rot, dann heil und in der Mitte – blau."
3. Antonie Saam: "Sah die Gottesmutter mit Jesukind. Rosenkranz nicht erkenntlich, beim Sonnenwunder in der Sonne. Ich war etwas vom Birkenwald entfernt. Beim Gehen auf den Berg zum Wagen sah ich die Gottesmutter mit Jesukind über dem Birkenwäldchen. Jesukind hatte in der Hand die Weltkugel. Muttergottes hatte die Krone auf dem Haupte. Auf dem Wagen sah ich die Gottesmutter mit Jesukind." Fragen:
1. "Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne und den wandernden Stern uns als Zeichen Deiner wunderbaren Erscheinung gegeben?" Antwort: "Ja." Zugleich hörte auch Kuni Schleicher die Antwort: "Ja." – welche nicht gefragt hat.
2. Die Gottesmutter sagte, ohne gefragt zu sein: "Es freut mich, dass die Leute alle Tage zum Rosenkranzbeten kommen und sie sollen weiter kommen. Die Leute sollen noch viel mehr beten, es ist noch nicht genug."
3. "Ob das richtig ist, was wir machen?" Antwort: "Die Leute sollen beten und nicht soviel schreien." (Durcheinander der Leute!)
4. "Sollen wir bauen? Was und wo?" Antwort: "Ins Birkenwäldchen eine Grotte und auf den Berg eine schöne Kapelle. Die Heroldsbacher und Thurner sollen fest zusammenhalten."
5. "Soll Heroldsbach und Thurn ein Wallfahrtsort werden?" Antwort: "So gut wie möglich."
6. "Liebe Gottesmutter segne uns!" Die Gottesmutter hat alle gesegnet. (NB. Sämtliche Fragen mit Ausnahme der ersten hat das Kind von sich selbst aus gestellt.)
4. Margareta Gügel: "Beim Hinaufsteigen auf den Wagen sah ich einen hellen Schein bis zur Prozession. In der Sonne habe ich die Gottesmutter gesehen, zuerst weiß, dann grün und dann rot." Fragen:
1. "Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne..." (Wie oben unter 1.) Antwort: "Das habe ich gemacht, weil noch so viele Ungläubige dabei sind, dass sie es auch glauben." Diese Frage hat Gügel gestellt, als sie das zweite Mal auf dem Wagen war. Hier hat sie die Mutter Gottes ohne Jesukind gesehen bis zum Schluss; in der Sonne Mutter Gottes ohne Jesukind gesehen. Zuletzt hat sie die Gottesmutter mit rotem Mantel gesehen ohne Jesukind.
2. "Liebe Gottesmutter, kommst Du wieder?" Antwort: "Ja, wenn die Menschen fest beten, dann komme ich wieder." (Gügel und Müller haben auf diese Frage die gleiche Antwort gehört, ebenso die Rosa Bradl.)
5. Erika Müller: "Mutter Gottes mit Jesukind beim zweiten Mal, als wir auf den Wagen gingen, wie sonst gesehen. Das Sonnenwunder: In der Sonne war die Mutter Gottes ganz weiß wie sonst. Beim Heimgehen sah ich die Mutter Gottes mit rotem Mantel ohne Jesukind. Erscheinung bis ganz am Schluss gesehen." Fragen:
1. "Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne..." (Wie oben.) Antwort – die gleiche wie bei Gügel: "Das hab ich gemacht..."
2. "Liebe Gottesmutter, kommst Du wieder?" Antwort: "Ja, wenn die Menschen fest beten, dann komme ich wieder." (Drei übereinstimmende Antworten von Bradl, Gügel, Müller.)
6. Betti Büttner: "Zuerst habe ich nichts gesehen. Beim Herumwallen (Prozession) in der Nähe der Birkenkapelle einen hellen Schein. Dann Gottesmutter zwischen den Bäumen in dem hellen Schein gesehen. Der helle Schein hat sich immer rumgedreht." (Sonnenwunder durch die Birken gesehen, Mutter Gottes im Sonnenwunder.) "Über der Kapelle oberhalb des Birkenwäldchens braune und violette Wolken. Auch den wandernden Stern gesehen. Auf dem Wagen, als wir das zweite Mal oben waren: Mutter Gottes mit Jesukind, goldene Krone der Gottesmutter, Jesukind mit gelbem Ring über dem Haupt." (Wie bei Rosa Bradl.) "Die Erscheinung war über dem Birkenwäldchen wie sonst. Das Sonnenwunder gesehen. Auch am Schluss in der untergehenden Sonne Gottesmutter in der Sonne mit Jesukind gesehen."
7. Kuni Schleicher: "Erst bei der Prozession im Park die sich drehende Sonne gesehen. In der Sonne aber habe ich hier nichts gesehen. Beim zweiten Mal auf dem Wagen die Mutter Gottes am alten Platz gesehen mit Jesukind. Mutter Gottes auf dem Haupte eine Krone. In der untergehenden Sonne habe ich die Muttergottes gesehen, schöne Strahlen gingen von der Sonne aus. In der sich drehenden Sonne die Muttergottes nicht gesehen, nur in der untergehenden Sonne, aber mit Jesukind gesehen."
8. Irmgard Mehl: "Im Park bei der Kapelle das Sonnenwunder, die sich drehende Sonne, einmal rot, dann blau, dann grün in Regenbogenfarben. Mutter Gottes heute nicht gesehen."
9. Maria Heilmann: "Erst bei der Prozession habe ich das Sonnenwunder gesehen, die sich drehende Sonne in allerhand Farben. (Nicht schwarz.) In der sich drehenden Sonne habe ich die Muttergottes nicht gesehen. Erst das zweite Mal auf dem Wagen habe ich die Gottesmutter wieder gesehen. Eine Krone auf dem Haupte, einen schwarzen Rosenkranz, auf dem Arm etwas gehabt, was ich nicht recht unterscheiden konnte. Bis ganz zuletzt die Gottesmutter gesehen." (Wie Heilmann, Müller und Gügel.) Fragen:
1. "Ob die Sonne und der Stern ein Zeichen für die Ungläubigen sein soll?" Antwort "Ja."
2. "Wie oft sollen wir noch kommen?" Antwort: "Alle Tage."
(NB. Außerdem gaben mehrere Erwachsene an, die Gottesmutter an diesem 8. Dezember gesehen zu haben, die wir weiter noch nicht berücksichtigt haben.)
Frensdorf bei Bamberg, 9. Dezember 1949. Dr. Johann Baptist Walz, Professor der Theologie. Weitere Unterschriften: (Siegel) Katholisches Pfarramt Heroldsbach, Johann Gailer, Pfarrer in Heroldsbach; Antonie Saam, Heroldsbach-Thurn; Rosa Bradl, in Heng Nr. 20/Opf.; Margareta Gügel, Heroldsbach Nr. 115; Erika Müller, Heroldsbach 142; Maria Heilmann, Heroldsbach 112; Kuni Schleicher, Heroldsbach 111; Irma Mehl, Heroldsbach 43; Betti Büttner, Heroldsbach 21.
(Quelle: Prof. Dr. Walz: Die Muttergotteserscheinungen von Heroldsbach-Thurn, Bd. 1)
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