Sonntag 9. Oktober. Beginn der Muttergotteserscheinungen. Am Rosenkranzsonntag 9. Oktober 1949 gingen die vier Mädchen, die drei elfjährigen Kinder Gretel Gügel, Erika Müller, Kuni Schleicher und die zehnjährige Maria Heilmann nachmittags nach der um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche zu Heroldsbach gehaltenen Marienandacht in den Schlosspark, um knieend bunte Herbstblätter zu sammeln für die Schule, zum Aufkleben auf schwarzes Papier und zum Aufhängen an den Wänden des Schulzimmers, um die Schönheit der Herbstfärbung zu studieren. Das Papier hatten die Kinder mit schwarzer Farbe oder Schuhcreme 'schwarz gemacht', damit auf dem dunklen Untergrund die bunte Herbstfärbung besser hervortritt. Auf einem Wege im Wald lasen die Kinder solche Blätter vom Boden auf und rissen auch von den Bäumen ab. Während des Sammelns im Walde kamen sie zu einem gefällten und abgeschälten Baumstamm, der am Boden über einer Mulde lag. Sie gingen auf dem Baumstamm etwa eine Viertelstunde lang hin und her, schaukelten darauf über der Mulde und setzten sich schließlich auf den Stamm.
Da erzählten sie von den Toten, von ihren verstorbenen Großeltern und Verwandten und auch von der Muttergottes (wegen des heutigen Rosenkranzsonntags) – von dieser das meiste. Die Erika Müller sagte: "Es wäre schön, wenn wir die Muttergottes auch mal sehen würden." Dann gingen die Kinder aus dem Walde herauswärts. Auf einmal sagte Gretel Gügel: "Mich drückts ganz auf den Boden, ich muss niederknien!" Sie kniete sich nieder und betete. Auch Erika Müller sagte, sie müsse sich niederknien. Auch diese kniete nieder und betete, ungefähr fünf Minuten. Dann gingen die Kinder heraus aus dem Park und setzten sich auf eine Wiese. Sie legten einen Rosenkranz auf die Wiese in Kreisform mit dem Kreuzchen in der Mitte, weil sie nur einen dabei hatten, und setzten sich im Kreise herum um den Rosenkranz und beteten mehrere 'Vater unser', 'Gegrüßet seist Du, Maria' und 'O Maria hilf, o Maria hilf, o Maria hilf doch mir, ein armer Sünder kommt zu Dir, im Leben und im Sterben lass mich nicht verderben, lass mich in keiner Todsünd sterben. Steh mir bei im letzten Streit, o Mutter der Barmherzigkeit!' Während des Betens sah Gretel Gügel dauernd in den Birkenwald hinüber. Die drei anderen Mädchen fragten: "Gretel, warum schaust, du immer in den Wald?" Gretel sagte: "Dort neben an dem Baum steht eine schwarze Gestalt." Die Kinder sprangen alle auf, nahmen den Rosenkranz und liefen in größtem Trab davon, aus Furcht vor der schwarzen Gestalt, heraufwärts auf einem schmalen Wege zwischen den Äckern, gegen den Hügel des Herrengartens zu. (Gegen Norden.) Als sie ungefähr den halben Weg (zwischen Birkenwäldchen und dem Hügel des Herrengartens, wo im Oktober oben auf der Anhöhe die Kinder standen bei den Andachten, um auf erhöhtem Platz besser die Erscheinung oberhalb der Birkenspitzen sehen zu können) zurückgelegt hatten, drehte sich Erika Müller herum, erschrak ganz, stieß einen Schrei aus, wobei sie die Arme ausstreckte. Die anderen Kinder fragten sie: "Erika, was hast du denn?" Erika sagte: "Im Walde ist eine Schrift zwischen zwei Birken." Die anderen Kinder sagten: "Du fantasierst doch!" Erika sagte: "Nein, Gretel, so gewiss ich dastehe, ist es wahr" und stampfte dabei mit dem Fuß auf den Boden. Dann schrieb sie die Schrift, so wie sie dieselbe sah, mit einem Stock auf den Boden: (Ungewöhnliche Form! 'S' ist über dem 'H' in schräger Stellung.)
Erika sagte den Mädchen jetzt genauer, an welcher Stelle im Birkenwald das 'JHS' zu sehen ist. Es war eine grünlich aussehende Schrift ("Wie wenn auf eine Bierflasche von grünlichem Glas die Sonne scheint" – Maria Heilmann.) innen im Birkenwäldchen ungefähr drei Meter hinter dem jetzt am Rande des Birkenwäldchens angebrachten Marienaltars, in halber Baumhöhe schwebend, etwa fünf bis sechs Meter vom Boden entfernt. Die Kinder sahen jetzt auch diese Inschrift. Sie war etwa 40 cm groß. Die Kinder betrachteten die Schrift ein paar Minuten lang, deuten sie als 'Jesus, Heiland, Seligmacher', erschraken sehr und liefen dann noch schneller auf den Berg (gen Norden) aus Furcht vor dieser Erscheinung. An einem kleinen Hügel ('Höppel' –wie ein großer fest gewordener Ameisenhaufen) in der Nähe des ersten jetzt angebrachten Lichtmastes, etwa 20 Meter südlich des Standortes der Kinder bei den Oktoberandachten, dreht sich beim Herauflaufen Maria Heilmann um, sieht zum Birkenwald hinüber und erblickt dort oben auf den Spitzen der Birke eine ganz weiße Frauengestalt. Maria sagt: "Do derm (dort drüben) ist eine Gestalt wie die Muttergottes." Maria zeigt diese den anderen Kindern. Maria sieht die Gestalt schwebend, auf den Birken. Sie hat schneeweißes Kleid (Gürtel sahen wir nicht) und weißen Schleier über den Kopf auf die Schultern nach hinten herabwallend, die Hände oben an der Brust gefaltet, die Füße waren mit dem Kleide zugedeckt. An der rechten Seite (von der Muttergottes aus gesehen) hing ein schwarzer Rosenkranz herab. Auch die übrigen Kinder sahen die Gestalt, über den Birkenspitzen zurückschweben zum Fürstberg. Gretel Gügel und Erika Müller sahen die Gestalt zuerst unten am Boden, dann emporschwebend auf den Birkenwald und oben zurückschwebend zum Fürstberg. Ungefähr eine halbe Stunde lang sahen die Kinder diese Erscheinung über den Birken hinten am Fürstberg. Sie erschraken und wurden von dem weißen Kleide geblendet, dass sie kaum hinsehen konnten. Sie beteten stille für sich, während dieser Erscheinung. Da packte die Kinder nach einer halben Stunde (die Erscheinung war noch da) die Angst und sie liefen davon und gingen heim, jedes in seine Wohnung. Zu Hause erzählten sie es ihren Angehörigen, welche nicht daran glaubten. (Die Großmutter von Maria sagte: "Die spinnt!", die Großmutter von Erika sagte: "Das glaube ich nicht!" Die Mutter der Gretel sagte: "Das glaube ich nicht, das habt ihr euch bloß eingebildet.")
Dieser Bericht wurde vom Verfasser nach wiederholtem persönlichen Verhör der Kinder, getrennt von einander und gemeinsam, nach Prüfen der Presseberichte und des Berichtes der Erzbischöflichen Kommission hierüber gefertigt.
Montag, 10. Oktober. Nachmittags 15.00 Uhr. Um dieselbe Zeit wie am 9. Oktober gingen Gretel Gügel und Betti Büttner (diese war heute das erste Mal dabei) in den Wald, um wieder buntes Laub zu sammeln für die Schule (wie gestern), weil Betti noch keine Blätter hatte, ungefähr eineinhalb Stunden lang.
Nachher gingen sie auf den 'Berg' (Hügel auf dem Herrengarten, von wo aus man einen guten Blick hinüber zum Birkenwäldchen hat), wo sie sich ungefähr zehn Minuten aufhielten und beteten. Gegen 16.30 Uhr gingen sie wieder heim, nachdem sie am Birkenwäldchen drüben nichts gesehen hatten. Nun gingen beide zusammen nach Thurn, um Brot beim Bäcker einzukaufen für Gügel. Heimwärts gingen sie den Schlossparkweg entlang, um dabei Ahornblätter zu sammeln, und dann wieder herauf auf den Hügel des Herrengartens. Oben auf der Höhe angekommen – Kuni Schleicher war vom Streumachen im Walde hinzugekommen – schauten sie an der gleichen Stelle, wo Gügel gestern die weiße Frau gesehen hatte, hinüber zum Birkenwäldchen und sahen wiederum einen weißen Schein und dann gleich eine weiße Frau oben schweben. Sie stand vorne am Wald oben auf den Birkenspitzen, auf einer Wolke und schwebte rückwärts gegen den Fürstberg. Die Kinder sahen die Erscheinung ungefähr zehn Minuten lang, dann verschwand sie. Sie war ganz weiß gekleidet, hatte weißen Schleier über dem Kopf und schwarzen Rosenkranz an der rechten Seite, sah aus wie eine weiß gekleidete Schwester (Ordensfrau). Das Gesicht war verschwommen. Erst später, als die Erscheinung auf den Birkenspitzen mehr nach vorne (auf die Kinder zu gegen Norden) trat, sahen sie die Erscheinung deutlicher. Dies ereignete sich ungefähr um 17.30 Uhr nachmittags. Die Kinder blieben ungefähr eine halbe Stunde oben, dann gingen sie wieder heim. Sie fürchteten sich sehr und erzählten es daheim. Die Angehörigen der Kinder wollten es nicht glauben. Die große Schwester der Betti Büttner sagte: "Du hast ein Gespenst gesehen."
Abends nach der Rosenkranzandacht in der Pfarrkirche um 19.00 Uhr gingen die Kinder Gretel, Betti, Maria, Kuni und Erika in die Sakristei, baten Herrn Pfarrer Gailer, die Ministranten hinauszuschicken, da sie ihm etwas Vertrauliches erzählen wollten. Sie berichteten ihm nun von den vorgefallenen Ereignissen und baten ihn, doch morgen auch mit auf den Berg zu gehen. Herr Pfarrer sagte, die Kinder sollten "nur beten und brav sein. Wir werden dann sehen, was daraus wird."
(Nach dem Berichte der Akten des Pfarramtes, jetzt im Besitz der Erzbischöflichen Kommission, und nach mehrmaligem Verhör der beteiligten Kinder durch den Verfasser.)
Dienstag, 11. Oktober. Nachmittags, 17.15 Uhr gehen die genannten fünf Mädchen mit der elfjährigen Antonie Saam (neu hinzugekommen) aus Thurn (die übrigen Kinder sind aus Heroldsbach) – auch die elfjährige Irma Mehl kommt neu hinzu – auf die Anhöhe des 'Herrengartens' (Flurbezeichnung) und sehen dann dieselbe weiße Frauengestalt wie tags zuvor, aber die weiße Frau hatte ein Kindlein auf dem Arme. (Die Kinder hielten es für das Jesukind.) Die Kinder knieten nieder und beteten. Da kamen vier Buben herbei und spotteten darüber, aber die Kinder ließen sich nicht irremachen. Von den Buben sieht der zwölfjährige Michael Lindenberger die Erscheinung mit den übrigen Buben. Der zwölfjährige Adolf Messbacher, der dreizehnjährige Andreas Büttner (Bruder der Betti Büttner) und das protestantische Flüchtlingskind Heinz Mucha. Die Erscheinung mit dem Jesukindlein schwebte von den Birkenspitzen vorne herunterwärts auf die Erde, ostwärts gegen das Thurner Schloss zu, am Waldrand entlang und blieb zwischen zwei Eichbäumen stehen, außen am Waldrand, etwa 50 Meter links des Altärchens am Rand des Birkenwäldchens, von dem Hügel des Herrengartens aus betrachtet. Die Erscheinung war hier sichtbar bis um 18.30 Uhr abends. Auch die sieben Mädchen waren dorthin gefolgt, sahen aber diese wandernde Erscheinung nicht. (Nach Amtsblatt der Erzdiözese Bamberg vom 20. März 1950, S. 18.) Die Kinder, außen am Waldrand in einer Wiese stehend, waren ungefähr nur noch zehn Meter von der weißen Frau mit dem Kindlein auf dem Arme entfernt. Von den Buben sieht nur Andreas Büttner auch das Jesukind, während die übrigen Buben nur die weiße Frau sahen. Sämtliche Kinder (sieben Mädchen und vier Buben) blieben da ungefähr eine Viertelstunde stehen, entfernten sich dann stillschweigend und gingen nach Hause. Abends nach der Rosenkranzandacht gingen die Kinder wiederum zum Herrn Pfarrer in die Sakristei, berichteten ihm diese Vorgänge und baten ihn, mit ihnen doch auf den Erscheinungshügel zu gehen. – Dieser Bericht wurde vom Verfasser gefertigt, nach persönlichem Verhör sämtlicher Mädchen.
Mittwoch, 12. Oktober. Nachmittags 16.00 Uhr ging der Ortspfarrer Hans Gailer allein erstmals auf den Hügel des Herrengartens. Die Kinder kamen vom Fürstberg herunter auf ihn zu. Herr Pfarrer fragte sie, ob sie etwas gesehen hätten. Sie sagten: "Nein." Herr Pfarrer erklärte hierauf: "Wenn ihr nichts gesehen habt, dann gehe ich wieder heim" und ging nach einer halben Stunde wieder nach Hause. Die Kinder blieben oben und sahen um die gewohnte Zeit, um 17.30 Uhr diesmal nur einen weißen Schein. – Die Buben dagegen, Michael Lindenberger und Adolf Messbacher, denen sich Martin Lindenberger angeschlossen hat, sahen wieder an der gleichen Stelle wie am Vortage (11. Oktober) nämlich am Waldrand, etwa 50 Meter östlich des Birkenwaldaltärchens, zwischen den zwei Eichenbäumen die weiße Frau. Michael Lindenberger hatte auf den Rat seiner Großmutter ein Fläschchen Weihwasser mitgenommen und hievon auf die Erscheinung gespritzt, die sich aber nicht rührte. Von jetzt ab sehen die Buben nichts mehr und gehen deshalb auch nicht mehr bei. – Nach Aussage der Mädchen.
(Bericht nach Verhör der sieben Mädchen durch den Verfasser und nach den Pfarramtsakten, jetzt in Händen der Kommission; vgl. Amtsblatt der Erzdiözese Bamberg vom 20. März 1950, S. 18.)
Donnerstag, 13. Oktober. Fünf Kinder (außer Erika Müller und Irma Mehl) gehen zur gewohnten Stunde – 17.15 Uhr – wieder auf den 'Berg' und sehen die Muttergotteserscheinung wie bisher. Antonie Saam fragt die Erscheinung: "Was ist Dein Wunsch?" Antonie hört – allein – die Antwort: "Die Leute sollen fest beten!" Dann segnete die Erscheinung alle auf dem Hügel Anwesenden – es waren viele Leute aus der Umgebung (Forchheim, Hausen, Burk) da – und verschwand. (Bericht nach den Pfarramtsakten, Amtsblatt ebendort.)
Freitag, 14. Oktober. Mittags 12.00 Uhr gehen Kuni Schleicher und Grete Gügel an den Platz wo sie die Erscheinung gesehen hatten, haben ein Gesätz vom Rosenkranz gebetet und dann gesungen. Da sahen sie die Muttergottes 'in Baumhöhe' (über den Bäumen), weiß gekleidet, mit schwarzem Rosenkranz und die Hände gefaltet. Das Kleid war blendend weiß. Nach einer halben Stunde haben sie die Erika Müller geholt. Nachdem alle nachher weggegangen waren, holt Grete Gügel ihre Mutter Sophie. Diese sah bloß einen hellen Schein. (Bericht von Herrn Pfarrer Gailer.) – Besucherzahl bereits 3.000 Menschen. Die sieben Mädchen gehen zur gleichen Zeit wieder auf den Berg. Sechs sehen wieder die gleiche Erscheinung. (Außer Irma Mehl, welche die Erscheinung nicht mehr sieht – bis zum 31. Oktober. Am 31. Oktober und am 2. Februar 1950 sieht sie wieder die Muttergottes. Inzwischen hat sie meist nur an der Erscheinungsstelle einen hellen Schein gesehen.) Kuni Schleicher richtet an die Erscheinung folgende, ihr von der Lehrerin Sauer von Wiesenthau bei Forchheim (Ofr.) vorgelegten 15 Fragen, deren Antworten laut Mitteilung der Lehrerin Sauer an Herrn Geistlichen Rat Heer (Bamberg, Mariahilfanstalt) erst am darauf folgenden Sonntag, 16. Oktober die beiden, Lehrerin Sauer und das Kind Kuni Schleicher, sich rekonstruierten durch gegenseitige Hilfeleistungen. Außerdem hat nach Mitteilung von Herrn Pfarrer Gailer in Heroldsbach die Lehrerin sich Tag und Nacht bei der Kuni Schleicher aufgehalten, diese beeinflusst, weshalb auch Suggestion hier möglich wäre.
Dieser ganze Fragenkomplex ist deshalb bei der Beurteilung der Frage nach der Echtheit der Erscheinungen als unwissenschaftlich auszuschalten. Der Vollständigkeit halber seien hier die einzelnen Fragen und die dazu später rekonstruierten Antworten angeführt:
1. "Liebe Himmelmutter, was ist dein Begehren?" – "Fest beten!"
2. "Liebe Himmelmutter, willst du, dass wir dir eine Kirche bauen?" – "Nein, ihr habt schon eine Kirche."
3. "Liebe Himmelmutter, willst du, dass wir dir eine Grotte errichten?" – "Das könnt ihr."
4. "Sollen wir dem Herrn Pfarrer von der Erscheinung berichten?" – "Ihr habt es ihm schon gesagt."
5. "Liebe Himmelsmutter, hast du einen Auftrag an die Gemeinde?" – "Ja, dass sie betet."
6. "Hast du einen Auftrag an die Lehrerin, die hinter mir steht?" – "Sie soll auch beten."
7. "Was willst du, dass wir beten?" – "Was gesungen wird." (Die Leute sangen eben: 'Muttergottes, wir rufen zu Dir.')
8. "Muttergottes, wer bist du denn?" – "Ich bin die Mutter Gottes, die Himmelsmutter."
9. "Liebe Muttergottes, sei so gut und lass unsere Kriegsgefangenen heimkehren." – "Sie werden bald kommen."
10. "Liebe Muttergottes, ist mein Vater bei dir oder im Kriege?" – "Er ist im Kriege und kommt bald heim."
Nach Aussage der Mutter von Kuni Schleicher an die Frau Hösch in Heroldsbach hat Kuni folgende zwei Fragen gestellt:
1. "Liebe Muttergottes, ist mein (gefallener) Vater bei dir im Himmel?" – "Nein, aber er kommt bald (in den Himmel)."
2. "Liebe Gottesmutter, was ist mit dem Onkel Urmetzer in Forchheim? Ob er noch lebt?" (Schwager der Haushälterin des Herrn Pfarrer Batz in Wachenroth, er hat seit Juni 1949 das letzte Mal von Russland geschrieben, man glaubte, er komme nicht mehr heim.) Antwort: "Ja, er lebt und kommt bald." Er kam tatsächlich am 9. Dezember 1949 zurück, abgereist in Russland am 19. November 1949. Die Angehörigen waren ganz überrascht.
11. "Liebe Muttergottes, wenn ich sterbe, lass mich zu dir in den Himmel kommen!" – "Du kommst in den Himmel, wenn du brav bleibst."
12. "Liebe Muttergottes, freust du dich, dass so viele Leute hier versammelt sind?" – "Nein, es sind so viele Ungläubige dabei."
13. "Sollen wir für die Bekehrung der Sünder beten?" – "Nein, es hat keinen Wert mehr."
(Diese Antwort führt die Erzbischöfliche Kommission als Haupteinwand gegen die Echtheit der Erscheinung an. Zur Widerlegung siehe die Bemerkung oben, dass dieser ganze Fragenkomplex als unwissenschaftlich auszuschalten ist. Außerdem wird in den späteren Erscheinungen dauernd von der Erscheinung aufgefordert, für die Ungläubigen zu beten und Buße zu tun. (Siehe die Berichte von Februar und März 1950.) Ferner ist die Richtigstellung der Antwort zu beachten durch die Erscheinung selbst, als am Freitag, den 17. Februar 1950 abends 20.30 Uhr ein Kind (Kuni Schleicher) auf die Frage: "Liebe Gottesmutter, warum hast du am 14. Oktober 1949 gesagt: "Es hat keinen Wert mehr für die Ungläubigen zu beten?" die Antwort erhielt: "Ein Kind verstand mich falsch, ich meinte ein paar Unbußfertige."
14. "Liebe Gottesmutter, segne uns und unsere Gemeinde!" – Die Muttergottes segnet mit den mittleren drei Fingern.
15. "Muttergottes, sollen wir morgen wieder hierher kommen?" – "Ja."
16. "Wann sollen wir kommen? – "Um dieselbe Zeit."
Antonie Saam hat folgende drei Fragen gestellt:
1. "Muttergottes, sollen wir morgen wieder kommen?" – "Ja."
2. "Liebe Frau, wer bist du?" – "Ich bin die Gottesmutter."
3. "Muttergottes, was ist dein Wunsch?" – "Die Leute sollen fest beten."
(Bericht nach dem Pfarramtsbericht, vgl. Amtsblatt B vom 20. März 1950, S. 19 f.)
Samstag, 15. Oktober. Besucherzahl ca. 4.000 Menschen. Zur gewohnten Zeit gehen die Mädchen auf den Berg und sehen (außer Irma Mehl) wieder die Erscheinung. Sie segnet mit den mittleren drei Fingern. (Bericht nach den Pfarramtsakten, in Händen der Kommission, vgl. Amtsblatt B vom 20. März 1950, S. 20.)
Sonntag, 16. Oktober. Besucherzahl ca. 5.000 bis 6.000 Menschen. Alle sechs Mädchen (außer Irma) sehen die Erscheinung in der gleichen Zeit und in der selben Weise wie gewöhnlich, während des ganzen Rosenkranzgebetes und der Lauretanischen Litanei. Sie segnet wie gewöhnlich mit den mittleren drei Fingern. (Bericht nach Pfarramtsakten, vgl. Amtsblatt wie oben.)
Nachmittags 17.30 Uhr ging Herr Pfarrer Gailer mit Herrn Prälat Kümmelmann von Bamberg, Vorstand der Erzbischöflichen Kommission (dieser zum ersten Mal) auf den Hügel, von da an regelmäßig alle Tage, wo sie auch mit Erlaubnis des Herrn Prälaten den Rosenkranz auf dem Hügel allabendlich beteten, anstatt in der Pfarrkirche.
Montag, 17. Oktober. Erscheinung wie gewöhnlich. Fünf Mädchen (außer Irmgard und Erika) sehen sie. Antonie fragt, wie oft die Kinder noch kommen sollen. Die Erscheinung sagt: "Alle Tage." Die Erscheinung segnet auf Bitten der Antonie wie gewöhnlich. – Die Erzbischöfliche Kommission (Prälat Kümmelmann als Vorsitzender, Prälat Meixner und Domkapitular Rathgeber als Mitglieder) sind das erste Mal anwesend und vernehmen nachher alle Kinder im Pfarrhof. (Bericht nach Pfarramtsakten und Amtsblatt B, S. 20.)
Dienstag 18. Oktober. An diesem Tage war der Verfasser das erste Mal anwesend, im Oktober dann noch am Sonntag, 23., 30. und Montag 31. Oktober. Er fragte die einzelnen Kinder während der ganzen Erscheinungsdauer auf das Genaueste aus über die Erscheinung. Die Kinder beschrieben dieselbe ganz übereinstimmend in der bisher angegebenen Weise. Auf die Frage, wie groß die Erscheinung sei, drehte sich Kuni Schleicher herum und gab mir das Maß der Erscheinung dadurch genau an, dass sie wiederholt die Erscheinung über dem Birkenwäldchen betrachtete, sich immer wieder zu mir hinter ihr Stehendem umdrehte und mit nach oben und unten gehaltenen Handflächen den Zwischenraum = der Größe der Erscheinung anpassend genau festzustellen suchte, um dadurch die Größe der Erscheinung ja richtig anzugeben. Der angegebene Abstand betrug ungefähr 70 bis 80 cm. Ebenso lauteten die Messungen und Antworten der unabhängig von einander von mir befragten Kinder. Auf die Bitte mehrerer Geistlicher, welche sich noch mit mir auf dem höher gestellten Podium (Brückenwagen, welcher mit einem Bulldog jeweils auf den Berg gefahren wurde, damit die Kinder von erhöhter Stelle aus über die Volksmenge hinweg zur Erscheinung am Birkenwald hinübersehen konnten) mit den Kindern befanden, ich möchte Herrn Pfarrer Gailer ersuchen, er möge die Kinder um den Segen der Gottesmutter bitten lassen, erklärte Herr Pfarrer Gailer energisch: "Heute wird nichts gemacht. Erst morgen, wenn die Kommission kommt!" Die Priester waren darüber ungehalten. (Wie der Verfasser sich erkundigte, ist am folgenden Tag, Mittwoch 19. Oktober, wo die Kommission anwesend war, die Erscheinung schon frühzeitig verschwunden, sodass die Erscheinung nicht mehr um den Segen gebeten werden konnte. Dasselbe geschah am Freitag 21. Oktober 1949, wo auch die Kommission anwesend war und die Erscheinung schon außergewöhnlich früh verschwand. Der Pfarrer verkündete den Leuten: "Die Erscheinung ist weggegangen, wir können nicht mehr um den Segen bitten und singen dafür: 'Segne du Maria.'")
Kuni Schleicher und Betti Büttner sehen an diesem Tage die Muttergottes mit dem Jesukind auf dem Arme, die übrigen Vier ohne Jesukind. Das Jesukind hatte auf dem Kopfe eine Krone. (Eigener Bericht des Verfassers.)
Mittwoch 19. Oktober. Antonie Saam sieht die Muttergottes mit dem Jesuskind, die übrigen ohne Jesukind, Kuni Schleicher nur einen hellen Schein. (Amtsblatt vom 28. März 1950, Seite 20.)
Donnerstag 20. Oktober. Maria Heilmann und Betti Büttner sehen die Erscheinung, Kuni Schleicher wieder nur einen Schein. (Amtsblatt ebendort.)
Freitag 21. Oktober. Alle Kinder mit Ausnahme von Irma Mehl und Gretel Gügel sehen die Erscheinung in der gewohnten Weise. Heute Erzbischöfliche Kommission wieder anwesend.
Antonie Saam und Betti Büttner stellen getrennt die gleiche, von Geistlichen Rat Heer mit Erlaubnis des Herrn Erzbischofs gestellte Frage: "Muttergottes, was hindert dich, uns näher zu treten?" Saam erhält die Antwort: "Ich bin nur gekommen, die Menschen zum Gebet aufzurufen." Büttner bekommt die Antwort: "Die Leute sollen fest beten." (Dem Sinne nach das Gleiche!) Saam und Büttner stellen dann die gleiche Frage: "Warum ist dein Antlitz verhüllt?", worauf beide keine Antwort erhalten. Maria Heilmann stellt folgende Fragen:
1. "Hast du eine Botschaft an die Menschen hier?" – Antwort: "Beten."
2. "Was sollen wir beten?" – "Was jetzt gebetet wird."
3. "Die Leute glauben uns nicht. Wirst du ihnen ein Zeichen geben?" – Keine Antwort.
4. "Was willst du dem Bischof sagen?" – Keine Antwort! (Bericht nach Amtsblatt Seite 20 f.)
Samstag 22. Oktober. Alle Mädchen bis auf Irma Mehl sehen die Erscheinung, Gretel Gügel nur einen weißen Schein. (Amtsblatt Seite 21)
Sonntag 23. Oktober. Der Verfasser war hier selbst anwesend. Besucherzahl ca. 20.000 Menschen. Alle Mädchen mit Ausnahme der Irma Mehl sehen die Muttergotteserscheinung und zwar fünf mit Jesukind, Gretel Gügel ohne Jesukind in der bisher beschriebenen Weise bis zum Schluss der Gebete. Plötzlich entsteht unter der betenden Menschenmenge eine große Erregung. Mitten in der betenden Masse wird ein Kind von einem Mann hochgehoben, welches mit dem Arme hinüberzeigt auf den Birkenwald und laut ausruft: "Ich seh die Muttergottes auch, dort ist sie, dort ist sie!" Es ist die zehnjährige Rosa Bradl, geboren 21. Juni 1939 zu Heng in der Oberpfalz Hs. Nr. 20, bei Neumarkt. Während der Vater mit dem Kind durch die staunende Menschenmenge sich hindurchdrängte, um das Kind zu den übrigen Mädchen, welche die Erscheinung sehen und sich auf dem ungefähr 20 bis 30 Meter weiter oben nördlich stehenden Brückenwagen befinden, zu bringen, blieb der Kopf des Kindes ständig nach Süden, in Richtung der Erscheinung auf das Birkenwäldchen zu hingedreht und die Augen starrten ständig auf die Erscheinung hin. Das Kind war ganz ergriffen und zitterte. Ich selbst beobachtete es genau. Gendarmerie bahnte den Weg durch die Menge. Als das Kind an dem Brückenwagen ankam, hob es der an der äußeren Ecke des Wagens unten stehende Geistliche, Pfarrer Bierfelder aus Pinzberg, auf den Brückenwagen herauf und rief mich sofort hin, ich möchte es gleich ausfragen. Ich prüfte nun während der ganzen Erscheinungsdauer die kleine Rosa, welche mir, zitternd und aufs tiefste ergriffen von der Erscheinung, von der ihr Blick nicht wegzubringen war, wesentlich die gleichen Aussagen machte, wie die übrigen Kinder. Nur sieht Rosa einen schwarzen Mantel der Gottesmutter über ihrem linken Arm (von uns aus gesehen), während sie auf dem rechten Arm das Jesukind hält. Rosl hört auch, als ein Kind die Erscheinung bittet: "Liebe Gottesmutter, segne uns" die Antwort "Ja" und sieht den Segen des Jesuskindes mit den mittleren drei Fingern ebenso wie auch Antonie Saam. Die Erscheinung war nach Angabe der Rosa etwa 80 cm groß. Gretel Gügel fragte die Erscheinung, ob die Frau des Herrn Lehrers Ladislaus Böhm in Oberschwarzach (Ufr.), welche bei der Geburt des dritten Kindes gestorben ist, im Himmel ist bei der Muttergottes, worauf sie die Antwort "Ja" erhielt. (Lehrer Böhm und der Pfarrer von Oberschwarzach waren anwesend.) Maria Heilmann sah die Erscheinung schon auf dem Wege zum Hügel und hat sie bis ganz zuletzt gesehen. (Bericht vom Verfasser selbst aufgenommen.)
Montag 24. Oktober. Sechs Kinder (ohne Irma Mehl) sehen die Erscheinung wie gewöhnlich, ohne Jesukind, Rosa Bradl mit Jesukind. Antonie Saam fragt: "Liebe Mutter Gottes, darf ich einmal zu Dir in den Himmel kommen?" – "Ja, aber wenn du brav bleibst." Rosa Bradl fragt: "Liebe Mutter Gottes, soll ich noch öfter kommen?" – "Ja." (Bericht von Pfarrer Gailer.) – 1.600 bis 1.800 Pilger. (Amtsblatt B vom 20. März 1950, S. 21.)
Dienstag 25. Oktober. Sechs Mädchen sehen die Erscheinung wie gewöhnlich, ohne Jesukind. (Amtsblatt ebendort.) Antonie Saam fragt: "Liebe Mutter Gottes, würdest Du Dich freuen, wenn wir hier eine Kapelle bauen?" – "Ja" – "Soll die Kapelle groß sein?" – "Ja, mittelgroß" – "Und im Oktober sollen die Leute jeden Tag den Rosenkranz beten." – "Die Kapelle soll heißen: Mutter Gottes Kapelle." – (Bericht von Pfarrer Gailer.)
Mittwoch 26. Oktober. Sechs Mädchen und Bradl (Müller war nicht da, aber Mehl und Büttner) sehen die Erscheinung wie gewöhnlich, diesmal mit Jesukind. (Amtsblatt ebendort.) Saam fragt: "Muttergottes, wohin sollen wir die Kapelle bauen?" – "Auf den Herrengarten." (Pfarrer Gailer.)
Donnerstag 27. Oktober. Die Muttergottes erschien ohne Jesukind. Sie segnete beim Lied 'Segne du Maria'. Die Erzbischöfliche Kommission ist anwesend. Drei Kinder werden getrennt voneinander aufgestellt und zwei stellen durch Professor Faulhaber und Weihbischof Dr. Landgraf die Frage: "Bist du die Assumpta?" Antonie Saam und Betti Büttner erhalten keine Antwort, während Kuni Schleicher die Antwort erhalten haben will: "Nein, ich bin es nicht. Ich bin die Gottesmutter, die Himmelmutter." (Amtsblatt S. 21.) Bemerkungen hierzu vom Verfasser: Es wäre wohl möglich, Autosuggestion anzunehmen, da das Kind den lateinischen Ausdruck Assumpta nicht verstanden hat und sich, wer weiß es, etwas Ungeziemendes oder gar Unwürdiges vorgestellt hat und sich deshalb voreilig selbst die Antwort auf diese Frage gegeben hat. Am 5. Februar 1957 erklärte bei der Gerichtsverhandlung des Amtsgerichtes Staufen bei Freiburg (Baden), welches in einer Beleidigungsklage des Erzbischöflichen Ordinariates Bamberg gegen Regierungsamtmann a. D. Paul Schneider zu Forchheim (Ofr.) tagte, Kuni Schleicher vor dem Gerichtssaal dem als Zeuge anwesenden Verfasser aus freien Stücken, dass sie selbst bei der Assumpta-Frage die Antwort "Nein" von sich aus gegeben habe. Sie könne dies auch beeiden. (Die übrige Antwort hat die Muttergottes gegeben!) Außerdem wären auch noch folgende Erklärungen möglich:
1. Die Gottesmutter hat hier nicht ex professo Glaubensfragen zu entscheiden. Diese Fragen liegen außerhalb des Offenbarungszweckes. Sie gibt deshalb dem fragenden Theologen keine Antwort, sondern sie gibt dem fragenden Kinde, welches diese Frage gar nicht versteht, oder sich etwas Absurdes darunter vorstellt, in einer dem Kinde verständlichen Weise die Antwort: "Nein, ich bin es nicht (nämlich das Absurde, das du dir vorstellst, sondern) ich bin die Gottesmutter, die Himmelsmutter."
2. Maria will sich hier in Heroldsbach nicht als die Assumpta speziell bezeichnen und verehrt wissen, sondern als die Gottesmutter, die Himmelsmutter. (Auch nicht als die Immaculata, nicht als die Vermittlerin aller Gnaden, nicht als die Mutter der Bekehrung der Sünder, usw.)
3. Diese Frage der Assumpta wurde endgültig geklärt, als der Verfasser am 31. Oktober 1949 durch die zehnjährige Rosa Bradl aus Heng (Opf.) die Erscheinung fragen ließ: "Liebe Gottesmutter, bist du mit deinem Leib in den Himmel aufgenommen worden?" und die Antwort erhielt: "Ja, aber ich bin die kleine Magd geblieben." (Die demütige Dienerin des Herrn, trotz der Aufnahme und Krönung im Himmel.)
(NB 1: Dies ist die allererste Fassung des Wortlautes, den ich sogleich nach Erhalt der Antwort auf dem Brückenwagen nachts aufgeschrieben habe. Eine andere steht im Amtsblatt der Erzdiözese Bamberg, vom 20. März 1950, Seite 22 oben: "Ja, ich bin eine reine Magd geblieben.")
Freitag 28. Oktober. Vier Kinder (Maria Heilmann, Gretel Gügel, Erika Müller und Rosa Bradl) sehen die Erscheinung ohne Jesukind. Gesicht der Muttergottes war undeutlich. Drei Kinder (Kuni Schleicher, Betti Büttner und Antonie Saam) sehen die Erscheinung mit Jesukind. (Amtsblatt Seite 21.) Mehl sah einen weißen Schein, glitzernd wie Gold. (Pfarrer Gailer.)
Samstag 29. Oktober. Sechs Kinder sehen die Erscheinung ohne Jesukind, Rosa Bradl mit Jesukind. (Amtsblatt Seite 21.) 5.000 bis 6.000 Menschen waren anwesend. Nach Bericht von Pfarrer Gailer sahen sämtliche 7 Kinder (Bradl, Saam, Schleicher, Müller, Büttner, Heilmann, Gügel) die Muttergottes mit dem Jesukind auf dem rechten Arm der Muttergottes, beide weiß gekleidet. Saam sah beim Jesukind eine Krone auf dem Haupte, Büttner und Gügel sahen, wie es auf dem Kopfe des Jesuskindes geglitzert hat.
Sonntag 30. Oktober, Christkönigsfest. Der Verfasser war selbst anwesend. Besucherzahl über 30.000 Menschen. Sechs Kinder (Maria Heilmann, Gretel Gügel, Kuni Schleicher, Erika Müller, Betti Büttner und Antonie Saam) sehen die Erscheinung wie gewöhnlich, d. h. mit weißem Kleid und schwarzem Rosenkranz an der rechten Seite herabhängend, mit weißem Schleier nach hinten abfallend, die Hände nach oben zum Gebete gefaltet ohne Jesukind, Rosa Bradl sieht anfangs die Muttergottes mit dem Jesukind, später ohne Jesukind bis zum vierten Gesätz des Rosenkranzes, beim fünften Gesätz wieder mit dem Jesukind. Im allgemeinen sehen die Kinder die Erscheinung während des ganzen Rosenkranzgebetes. Irma Mehl hat mit Ausnahme des Dienstag, 11. Oktober nichts gesehen. Es wurden folgende Fragen an die Erscheinung gerichtet; Antonie Saam fragt:
1. "Sollen wir morgen das letzte Mal kommen?" – Antwort: "Ja."
2. "Willst du uns kein Zeichen geben?" (Dass die Ungläubigen gläubig werden.) – "Nein. Ich bin nur dazu gekommen, um die Menschen aufzurufen zum Beten." Wenn die Erscheinung nun tatsächlich später wieder gekommen ist, erstmals am 5. Dezember, so ist zu bemerken, dass mit dem 31. Oktober zunächst Schluss der Erscheinungen sein sollte. Ein gewisser Abschluss war ja eingetreten, denn im ganzen November kam die Erscheinung nicht. Die Muttergottes ändert öfters ihre Antworten, je nach dem sittlichen Verhalten der Menschen. Ändern die Menschen ihr Verhalten, so auch die Muttergottes ihre Pläne und Antworten. Sie sagt zum Beispiel, dass sie im Oktober komme, das letzte Mal am 31. Oktober – ein gewisser Abschluss der Erscheinungen. Aber auf die Frage durch Rosa Bradl (vom Verfasser gestellt) am 31. Oktober: "Kommst du wieder?", gibt die Erscheinung die bedingte Antwort: "Ja, wenn die Menschen fest weiterbeten, komme ich wieder." Die Menschen beteten tatsächlich am Erscheinungshügel weiter. Daher die Erscheinungen wieder am 8. Dezember. Daher hat sie auch später im Februar und März 1950 angekündigt, noch ein Zeichen für die Ungläubigen zu geben, obwohl sie früher im Oktober keines zu geben sagte.
3. "Sollen wir im Park eine Grotte oder ein Christuskönigsdenkmal entstehen lassen?" – Antwort: "Im Birkenwäldchen sollen sie eine Grotte hineinbauen."
4. "Wann soll mit dem Bau der Kirche begonnen werden?" – Antwort: "Nächstes Jahr bis zum Rosenkranzmonat soll die Kapelle fertig sein."
5. "Liebe Gottesmutter, wir möchten gerne wissen, ob dich der Herr Baron im Himmel verehren darf, wie er es auf Erden getan hat?" – Antwort: "Ja." NB. Heute am Christuskönigsfest (30. Oktober) erschien wohl wegen des liturgischen Charakters die Muttergottes ohne Jesukind. Heute wird überall die Mahnung des Erzbischöflichen Ordinariates verkündet, dass die Gläubigen sich fern halten sollen. (Amtsblatt B vom 20. März 1950, Seite 21.) – Eigener Bericht des Verfassers.
Montag 31. Oktober. Der Verfasser war selbst anwesend. Besucherzahl über 40.000 Menschen. Die acht Kinder und zeitweise sechs Kinder sehen die Muttergottes mit dem Jesukind (darunter auch Rosa Bradl), Kuni Schleicher und Erika Müller ohne Jesukind.
Als zu Beginn der Andacht die Pilger unter Begleitung einer Blasmusikkapelle – es war der letzte Tag des Rosenkranzmonats Oktober – das Lied 'Salve Regina' (Bamberger Diözesangesangbuch, S. 611) sangen und den ersten Vers der zweiten Strophe gesungen hatten: 'Niemand hat jemals zu Dir geschrien, den Du, o Jungfrau, nicht hast erhört', da erlebte ich etwas ganz Merkwürdiges. Alle Kinder, die oben auf dem Podium standen, waren so nebeneinander, dass zwischen die einzelnen Kinder sich erwachsene Personen gestellt hatten, so dass kein Kind das andere sehen konnte. Kaum war dieser Vers gesungen, da knieten ganz plötzlich wie vom Blitz getroffen alle Kinder nieder und machten das Kreuzzeichen. Ich ging sofort zu jedem einzelnen hin – ich befand mich auf dem Podium zwischen den Kindern in der Mitte – und fragte es, hinter ihm stehend, leise, ohne dass ein anderes Kind etwas davon verstehen konnte. Kuni, Gretel, Erika, Maria, Antonie usw.: "Warum hast du dich niedergekniet und das Kreuzzeichen gemacht?" Jedes Kind antwortete sofort: "Die Mutter Gottes hat gesegnet." (Unaufgefordert!) Das war für mich ein besonderes Erlebnis, das mich näher zur positiven Meinung bezüglich der Echtheit der Erscheinungen führte, ebenso wie das Ergebnis meiner unmittelbaren Prüfung der Rosa Bradl am Sonntag, 23. Oktober, die plötzlich aus einer großen Menschenmenge heraus die Erscheinung sah und laut ausrief: "Dort ist sie, dort ist sie" und wie sie mit unabgewandtem Blicke auf die Erscheinung im Birkenwald zitternd das Aussehen der Erscheinung schilderte in wesentlicher Übereinstimmung mit den Schauungen der übrigen Kinder, ferner meine unmittelbaren genauen Beobachtungen und Prüfungen der anderen Visionskinder von Anfang an.
Gegen Schluss der Andacht baten die Kinder gemeinsam: "Muttergottes, segne uns!", worauf die Muttergottes in gewöhnlicher Weise den Segen erteilte. (Bericht vom anwesenden Verfasser selbst.) Es wurden folgende Fragen gestellt: (Nach Amtsblatt B vom 20. März 1950, S. 21 f.)
Antonie Saam: "Muttergottes, ist heute das letzte Mal, dass wir kommen sollen?" – "Ja, aber nächstes Jahr im Oktober."
Erika Müller: "Muttergottes, ist es heute das letzte Mal, dass wir kommen sollen?" – "Ja."
Kuni Schleicher:
1. "Wird meine Patin gesund werden?" – Keine Antwort!
2. "Bekehrt sich mein Onkel wieder?" (Er ist nicht kath. getraut.) – "Nein."
3. "Gewinnt meine Mutter den (Prozess-) Termin?" – "Ich stehe ihr bei, ich helfe ihr."
Gretel Gügel: "Kommt noch ein Krieg?" – "Wenn ihr betet, kommt keiner."
Irma Mehl: (Welche heute wieder seit Dienstag, 12. Oktober, die Muttergottes sieht.) "Kommst du heute zum letzten Mal?" – "Ja."
Rosa Bradl: (Deren Fragen wurden durch den anwesenden Verfasser gestellt.)
1. "Liebe Muttergottes, bist du mit deinem Leib in den Himmel aufgenommen worden?" – "Ja, aber ich bin die kleine Magd geblieben." (Nicht, wie die Kommission im Amtsblatt B vom 20. März 1950, Seite 22 oben, schreibt: "Ja, ich bin eine reine Magd geblieben.")
2. "Liebe Muttergottes, kommst du wieder?" – "Ja, wenn die Menschen fest beten, komme ich wieder."
3. "Wann kommst du wieder?" – Keine Antwort!
Schluss des Oktober 1949. Professor Dr. Johannes Baptist Walz, Frensdorf bei Bamberg, den 9. Dezember 1949
(Quelle: Prof. Dr. Walz: Die Muttergotteserscheinungen von Heroldsbach-Thurn, Bd. 1)
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